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Klimapakt2030plus: Die Metropolregion Nürnberg schafft die Energiewende

23 Landkreise und elf Städte haben sich in der Metropolregion Nürnberg zu einer Allianz zusammengeschlossen. Hier leben 3,6 Millionen Menschen, die etwa die gleiche Wirtschaftskraft wie ganz Ungarn hervorbringen und doppelt so innovativ sind wie der deutsche Durchschnitt. Damit auch künftig so viel Wertschöpfung in der Region möglich ist, brauchen wir ein sauberes und effizientes Energiesystem, das schnellstmöglich ohne klimaschädliche Emissionen auskommt. Mehr Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, intelligente Netze, Sektorkopplung und ein klimaneutraler Gebäudebstand sowie eine proaktive, gemeinsame Steuerung zwischen den urbanen (Industrie-) Zentren und den ländlichen Gegenden Nordbayerns sollen diese Transformation voranbringen. 

Daran arbeitet das Projekt Klimapakt2030plus. Es beschleunigt den Umbau der Strom- und Wärmeversorgung und die energetische Gebäudesanierung in der Metropolregion Nürnberg. Bis 2027 vernetzen sich dafür Kommunalpolitik, Wissenschaft, Energiewirtschaft und Zivilgesellschaft, um gemeinsam ihren Fahrplan für die Energiewende in der Region zu entwickeln und umzusetzen.

Dr. Florian Janik

Stellv. Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg

«EU, Bund und Länder sind die gesetzlichen Wegbereiter der Klima- und Energiewende.
Ihre Macher sind wir vor Ort, die Menschen in unseren Kommunen.« 

Bereits 2011 hat sich die Region mit einem eigenen Klimapakt ehrgeizige Reduktionsziele gesetzt und diese nach Verabschiedung der Pariser Klimaziele nochmals aktualisiert. Trotz einiger Fortschritte bleibt die Metropolregion Nürnberg allerdings noch deutlich hinter diesen Zielen zurück. Gemäß der letzten  regionalen Endenergiebilanz von 2017 wird das Soll über alle Sektoren hinweg um rund 30% verfehlt. Die bisherigen CO2-Emissionen in der Region müssen bis 2045 also sehr viel stärker und schneller sinken.

Die Metropolregion Nürnberg gestaltet ihre Transformation im Rahmen des Klimapaktes2030plus proaktiv und praxisnah: In einer breiten, interkommunalen Allianz entwickeln die politischen Entscheider:innen der Region in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen über 5 Jahre hinweg ihren Weg zu einem klimaneutralen Energiesystem.

Ein Wissenschaftsverbund aus vier Hochschulen untersucht dafür die ungenutzten Energiepotenziale in unseren Städten und Landkreisen. Mit Kommunen, Energieunternehmen und Bürger:innen simulieren und erproben sie in sogenannten Reallaboren Aus- und Umbauvorhaben im regionalen Energiesystem. Zudem werden neue Netzwerke, Informationskampagnen, Beratungs- und Schulungsreihen für Gebäudeeigentümer:innen und -Expert:innen die energetische Sanierungsquote und -qualität von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden in der Metropolregion ankurbeln.

Bürgermeister:innen, Landräte und Bezirksregierungen aktualisieren mit einem neuen Klimapakt die Klimaschutzziele für die Metropolregion  Nürnberg und geben damit allen Akteuren der Energiewende Planungssicherheit und politischen Rückenwind. Ein Lenkungskreis aus ihrer Mitte und ein erweitertes „Forum Klimaschutz und Nachhaltige Entwicklung“ werden dafür sorgen, dass die Energiepolitik in der Region auf lange Sicht gemeinsam gesteuert wird.

Als Ergebnis des Projektes Klimapakt2030plus soll 2027 ein wissenschaftlich fundierter und praxistauglicher Transformationspfad für die Metropolregion Nürnberg sowie erprobte Instrumente für das Gelingen der Energiewende vorliegen.

Mit einem klimaneutralen, effizienten Energiesystem sichern und steigern wir die soziale, ökologische und ökonomische Lebensqualität in unseren Städten und Landkreisen. Denn die Energieversorgung wird nicht nur sauberer, sondern auch dezentraler und damit „näher an den Menschen“ vor Ort organisiert sein. Das heißt auch, dass Bürger:innen und Kommunen stärker von der Wertschöpfung ihrer lokalen Energieanlagen profitieren.

Grüne Energie sichert zudem die wirtschaftliche Basis, Attraktivität und Innovationskraft der Metropolregion Nürnberg. Denn schon heute arbeiten mehr als 2 Millionen Menschen in rund 150 000 Unternehmen in der Region – davon viele in energieintensiven Industrien. 

Meilensteine des Klimapaktes2030plus bis 2027

  • Erneuerung des Klimapaktes der Metropolregion als politisch-strategischer Leitfaden für alle Städte und Landkreise des Gebietes.
  • Aufbau eines ambitionierten, interkommunalen Lenkungsgremiums, das die Energiepolitik in der Metropolregion Nürnberg abstimmt und vorantreibt
  • Aufbau einer fundierten, aktuellen Datenbasis, mit der die Endenergie- und Emissionsbilanz in der Metropolregion zu Beginn und Ende des Projektes präzise ausgewertet werden kann.
  • Entwicklung eines Simulationsmodells, mit dem die Energieflüsse (Strom & Wärme) in der gesamten Metropolregion abgebildet sowie alle Veränderungen, z.B. durch neue Energieanlagen, Nahwärmenetze oder Speichertechnologien erprobt und evaluiert werden können. Es wird Kommunen und Energieunternehmen kostenfrei eine differenzierte Planung ermöglichen und dabei Wechselwirkungen zwischen den Sektoren und über Hoheitsgrenzen hinweg sichtbar machen.
  • Systematische Vernetzung der Stadtwerke, Energieversorger, Energiegenossenschaften und Netzbetreiber, die im Gebiet der Metropolregion tätig sind.
  • Durchführung von drei interdisziplinären Transformationskonferenzen zur Energiewende, u.a. mit Schwerpunkten wie die Kommunale Wärmeversorgung
  • Entwicklung und Erprobung der Toolbox „Beschleuniger Wohngebäudesanierung“ sowiediverser  Beratungs- und Netzwerkformate zur energetischen Gebäudesanierung, insb. für private Wohnhäuser und öffentliche Gebäude
  • Initiierung von Modellexperimenten in der (inter-)kommunalen Energieversorgung
  • Konzeption des bestmöglichen Transformationspfades Energiewende samt eines sozial-ökologischen Leitfadens als konkreter, gemeinsamer Handlungsplanfür die Kommunen derMetropolregion Nürnberg

Projektpartner im Klimapakt2030plus

Forschung - Politik - Zivilgesellschaft

Darauf baut der Klimapakt2030plus auf

Bisherige Positionen & Initiativen der Metropolregion

Die Metropolregion Nürnberg arbeitet auf vielen Ebenen daran, wirksame Klimaschutzstrategien in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu implementieren. Auch der Ausbau und die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme in der Region sind seit Langem Teil dieser Agenda. Das Projekt Klimapakt2030plus baut auf diesen Grundlagen auf und wird sie ambitioniert weiterentwickeln.

Klimapakt der Metropolregion Nürnberg von 2017

Das Positions- und Strategiepapier wurde 2011 erstmals vom Rat der Metropolregion formuliert und nach Verabschiedung der Pariser Klimaschutzziele entsprechend aktualisiert. 

Download Klimapakt (PDF)

Klimaschutzziele bis 2030 erreichen: Maßnahmenkatalog 

2018 hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter Leitung der N-ERGIE AG ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Umsetzung des Klimapaktes ausgearbeitet und in einem Abschlusspapier zusammengefasst.

Zum Maßnahmenpaket von 2018

Studie: Katalytische Handlungsfelder der Metropolregion in der Energiewende

Mit einer wissenschaftlichen Analyse der eigenen Stärken, Chancen, Schwächen und Risiken hat die Metropolregion Nürnberg 2020 konkretisiert, wo vor Ort die größten Hebel für die Energiewende liegen. Sie bilden jetzt die operativen Kernfelder des Transformationsprojektes Klimapakt2030plus.

Download Studie "Energiewende-Referenzregion"

Forum für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Metropolregion Nürnberg

Derzeit gehören 130 Mitglieder der Gebietskörperschaften der Metropolregion zum Forum, darunter Bürgermeister:innen, Landräte und Verwaltungsexpert:innen sowie Vertreter:innen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Im Forum selbst wie in seinen acht Initiativkreisen treiben sie die dezentrale Energiewende und die Umsetzung des Klimapakts der Metropolregion voran.

Mehr zum Forum und seinen Initiativkreisen

Projektförderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Forschung für Nachhaltigkeit

Der Klimapakt2030plus wird vollständig gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt ist Teil des Programms Forschung für Nachhaltigkeit (FONA), mit dem das BMBF seine Forschungsförderung zum Schutz des Klimas und für mehr Nachhaltigkeit an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ausgerichtet hat. Richtungsweisend sind die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die sich in den strategischen Forschungszielen des FONA-Programms wiederfinden:

1. Klimaziele erreichen
2. Lebensräume und natürliche Ressourcen erforschen, schützen und nutzen
3. Gesellschaft und Wirtschaft weiterentwickeln - gut leben im ganzen Land

Mehr zum FONA-Programm

Nachhaltige Metropolregion Nürnberg

Dafür steht der Klimapakt2030plus

Kontakt zum Projekt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Geschäftsstelle
Theresienstraße 9 | 90403 Nürnberg
Tel.: +49 (0) 911/ 231 -591 55
E-Mail: klimapakt@metropolregion.nuernberg.de

Presseanfragen:
Anna-Maria Besold
Tel.: +49 (0) 911/ 231 -591 54
E-Mail: anna-maria.besoldmetropolregion.nuernberg..de

Download Presse-Infos Klimapakt2030plus

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