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Pressemitteilungen

Lebenslanges Lernen: Kommunen machen sich fit für regionale Herausforderungen in der Bildung

Weitreichende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zeigen, dass einmal erworbene Qualifikationen nicht mehr ausreichen, um die gesamte Erwerbsphase zu bewältigen und aktiv an der Gesellschaft zu partizipieren. Bildung wird zum Schlüsselthema der Region. Die erste Regionale Bildungskonferenz in der Metropolregion Nürnberg und Nordbayern am Dienstag,
17. September im Haus der Kirche in Erlangen bot über 100 Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Politik und Verwaltung die Gelegenheit, sich zusammen mit Bildungsexperten über Bildungsherausforderungen der Zukunft auszutauschen und auszuloten, wie diesen auf regionaler Ebene begegnet werden kann.

Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, betont: „Die Kommunen in der Metropolregion Nürnberg stehen aktuell vor vielfältigen Herausforderungen- insbesondere durch den bestehenden Fachkräftebedarf und die digitale Transformation. Diese Dynamiken erfordern einen weitreichenden Wandel in allen Bildungsbereichen des lebenslangen Lernens, dem sich auch die kommunale Verwaltung und die Bildungsein-richtungen stellen müssen. Mit den bestehenden Bildungsbüros liegen bereits gute lokale Lösungsansätze und vielfältige Erfahrungen vor.“

Viel erreicht: Seit 2014 wurden unter dem Motto „Mehrwert durch Kooperation“ rund 28 Bildungsbüros in Landkreisen und kreisfreien Städten eingerichtet. Finanzielle Unterstützung erhielten die Kommunen durch die bundesweite Transferinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Bisher sind 48 Bildungskonferenzen und 30 Bildungsberichte bzw. Faktenchecks zu bildungspolitisch relevanten Themen durchgeführt bzw. veröffentlicht worden. Dieses neu entstandene Netzwerk für Bildung macht deutlich, dass weitere Investitionen in die regionale Bildungslandschaft einen Beitrag zur Steigerung der Standortattraktivität leisten und Teil der Regionalentwicklung werden können. 2019 sind vier neue Kommunen hinzugekommen, die vom bereits gewachsenen Netzwerk und dem Wissenstransfer profitieren. Neben den Landkreisen Kitzingen und Neustadt an der Waldnaab sind dies auch die kreisfreien Städte Weiden und Würzburg.

Blick nach vorne: Oberbürgermeister, Dr. Florian Janik, machte in seinem Grußwort deutlich: „Mit der regionalen Bildungskonferenz wird der Diskurs in der Politik und Verwaltung stärker darauf gelenkt, die zukünftigen Entwicklungen in der Bildung gemeinsam – eben auch auf regionaler Ebene - zu betrachten und noch stärker bei Lösungen zusammenzuarbeiten. Wenn man das Lebenslange Lernen ernst nimmt, müssen wir unser eingespieltes Gefüge an Bildungseinrichtungen mittelfristig umbauen und neue Bereiche wie die kulturelle Bildung erschließen. Hinzu kommt die Veränderung unserer persönlichen Einstellungen zu Bildung und beruflichen Kompetenzen. Eine große Herausforderung, die wir in der Metropolregion in der 1. Regionalen Bildungskonferenz gemeinsam diskutieren.“

Der Keynote-Vortrag von Prof. Dr. phil. Anne Sliwka von der Universität Heidelberg zum Thema „Strategie und Kollaboration – wie sich leistungsstarke Bildungssysteme für die Zukunft aufstellen“ thematisierte zukünftige Herausforderungen des Lernens im 21. Jahrhundert und richtete den Blick auf Entwicklungen in den Bildungssystemen in international vergleichender Perspektive.

In drei parallelen Foren stellten anschließend Bildungsexperten für die Bereiche der frühkindlichen, der beruflichen und der kulturellen Bildung interessante Praxisansätze für gute Bildungssteuerung vor. Fachinputs kamen dabei u.a. von Landrat Andreas Meier aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab und Oberbürgermeister Norbert Tessmer aus Coburg sowie von der Siemens AG mit den dortigen Bildungsverantwortlichen Alexander Bach, Robert Jäger und Anja Täufer und aus der Wissenschaft von Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden aus Politik, Verwaltung und den Kammern zu lokalen und regionalen Strategien für eine funktionierende und attraktive Bildungslandschaft. Zentrale Fragenstellungen waren dabei beispielsweise: Welche Einflussmöglichkeiten kann die Kommune nutzen, um die Qualität des Angebots im frühkindlichen Bereich an neue Anforderungen anzupassen? Wie kann man vor Ort für die regionale Wirtschaft sicherstellen, dass passgenaue Bildungsangebote vorhanden sind? Wie können Städte und Landkreise kulturelle Angebote fördern und optimieren?

Unter dem Hashtag #DKBMdigital wurde die Konferenz über eine Twitterwall und über Instagram digital erweitert. So konnten auch Interessierte, die nicht teilnehmen konnten, an der Diskussion teilhaben. Weitere Informationen bot ein umfangreicher Thementisch mit den seit 2014 entstandenen Veröffentlichungen zum Thema Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung aus den nordbayerischen Kommunen.

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