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Rebecca Martin

Das Forum Kultur in der Europäischen Metropolregion Nürnberg nominiert im November 2022 die Mezzosopranistin Rebecca Martin als Künstlerin der Metropolregion. Die Jury des Forum Kultur kürt regelmäßig herausragende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten, die in der Metropolregion leben und wirken und stellt sie der Öffentlichkeit vor.

Die Opern- und Konzertsängerin Rebecca Martin ist Künstlerin der Metropolregion

Mit der Amerikanerin Rebecca Martin lebt und wirkt eine bemerkenswerte Künstlerinnenpersönlichkeit in der Region. Die in Asien und Amerika aufgewachsene Sängerin fand über den Chorgesang und das Klavierstudium zum Sologesang und entschied sich im Zuge ihrer Karriere als Opernsängerin, u. a. am heutigen Staatstheater, Wurzeln in Nürnberg zu schlagen. Seitdem bereichert sie als freischaffende Konzertsängerin das Musikleben in der Metropolregion in selten gehörter Vielfalt. Nicht nur im Opernmetier beheimatet, singt sie die einschlägigen Oratorienpartien – gerne mit dem Windsbacher Knabenchor – gestaltet Lieder- und Arienabende in variablen Besetzungen und frönt insbesondere in der Zusammenarbeit mit Pianistin Hilde Pohl ihrer Liebe zum Swing und Jazz. Diese ungewöhnliche Vielseitigkeit, ihre stilistische Offenheit und stetige Suche nach unentdecktem Repertoire sowie ihre Begeisterung für Sprache(n) bilden seit vielen Jahren die Basis für brillante Konzertereignisse in der Metropolregion und auch eine überaus erfolgreiche Tätigkeit als Gesangspädagogin. In der pandemiebedingten Pause im Konzertbetrieb konnten die Stars der hiesigen Musikszene kaum strahlen. Das muss sich nun rasch wieder ändern. Rebecca Martin steht hierbei stellvertretend für das kreativ-künstlerische Potenzial der Europäischen Metropolregion Nürnberg und weit darüber hinaus.

Die Ehrung als Künstlerin der Metropolregion erfolgt am 25. November 2022 im Rahmen des „Sternennachtkonzerts“ in der Jakobskirche, bei dem Rebecca Martin mit Hilde Pohl (Klavier) und Adeline Schebesch (Sprecherin) den Beginn der Adventszeit musikalisch feiert.

Text: Renate Reitinger

Amerikanerin mit Wurzeln in der ganzen Welt und Heimat in Nürnberg

Geboren in Vietnam als Tochter amerikanischer Missionare, verbrachte Rebecca Martin das erste Lebensjahrzehnt in Saigon, bevor sie den Großteil ihrer Schulzeit in Pennsylvania (USA) absolvierte und sich zum Musikstudium entschloss. Zunächst hatte es ihr das Klavier angetan und sie begann ein Studium am Goshen College/Indiana bei Marvin Blickenstaff. Auf gut Glück bewarb sie sich zeitgleich für Gesang und wurde in die Klasse von Kay Montgomery aufgenommen. Schnell merkte sie, wie sehr ihr das Singen lag und absolvierte kurzerhand beide Studiengänge.

Schon während der Highschool besuchte sie Deutschland im Rahmen einer Kammerchor-Tournee. Ihr Interesse am Land und an der Sprache war geweckt und so kam sie zurück für ein Auslandssemester während des Studiums. Nach dem Studienabschluss wollte sie ein weiteres Jahr in Deutschland verbringen, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen und die Musikszene besser kennenzulernen.

Nach ersten Engagements im Rundfunkchor München und als Solistin am Anhaltischen Theater in Dessau folgte kurz nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1999 der Umzug nach Nürnberg für ein mehrjähriges Engagement am Staatstheater. Dort sang sie die zentralen Opernpartien ihres Faches, u. a. Carmen, Cherubino (Le Nozze di Figaro), Dorabella (Così fan tutte), Donna Elvira (Don Giovanni), Angelina (La Cenerentola), Poppea (L’incoronazione di Poppea), Charlotte (Werther), Hänsel (Hänsel und Gretel), Orlando (Orlando furioso) und Niklasse (Les Contes d’Hoffmann). Seitdem lebt und arbeitet Rebecca Martin als freischaffende Sängerin von Nürnberg aus.

Vielseitig in Stil und Sparte

Operngastspiele (u. a. am Theater am Gärtnerplatz) führten sie in alle Teile der Republik, in die alte Heimat USA und bis nach Hong Kong. Zunehmend folgten Konzerte und Liederabende, u. a. beim Rheingau Musik Festival, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim Bachfest Leipzig, bei der Bachwoche Ansbach, in der Berliner Philharmonie, im Festspielhaus Baden-Baden, im Leipziger Gewandhaus, in der Dresdner Frauenkirche, im Teatro Colon (Buenos Aires), im Palau de la Música Catalana (Barcelona) und im Grant Park in Chicago. Eine langjährige, besonders intensive Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Windsbacher Knabenchor.

Das breite künstlerische Spektrum Rebecca Martins ist in zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentiert, darunter Das Paradies und die Peri von Robert Schumann mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt (Harmonia Mundi), der Elias mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Karl-Friedrich Beringers (SONY) sowie eine Gesamteinspielung des Weihnachtsoratoriums von Johann-Sebastian Bach mit dem Windsbacher Knabenchor und den Deutschen Kammer-Virtuosen Berlin (Kantaten I-III unter Karl-Friedrich Beringer, Kantaten IV-VI unter Martin Lehmann).

Bei einer privaten Feier lernte sie die Swing-Pianistin Hildegard Pohl kennen und sie musizierten spontan zusammen. Die Begegnung führte schnell zu zahlreichen gemeinsamen Auftritten, als Duo oder mit dem Hilde-Pohl-Trio: „Ich genieße die Möglichkeit, mit Hilde über die klassische Musik hinaus Swing, Musicals und Jazz zu singen.“ Das Christmas-Programm im Hubertussaal ist seit Jahren auf den 26. Dezember abonniert, auch dieses Jahr wieder.

Darüber hinaus liebt Rebecca Martin die Pflege und Entdeckung der klassischen amerikanischen Gesangsliteratur. In der Muttersprache zu singen bereitet ihr ein besonderes Glück. Mit ihrer Landsmännin Denette Whitter am Klavier präsentierte sie im Herbst 2021 einen amerikanischen Liederabend, im Juli 2022 leiteten beide ein großes Projekt zur amerikanischen Oper mit Gesangsstudierenden der Nürnberger Musikhochschule, mit Aufführungen in Schloss Henfenfeld und im Germanischen Nationalmuseum.

Mit ihrer langjährigen Soprankollegin Marlene Mild veranstaltete sie im Oktober 2022 einen Lieder- und Duettabend unter dem Titel Notturni d’amore im Sophiensaal des Lorenzer Pfarrhofs, begleitet von Tobias Hartlieb am Flügel. Das Konzert entsprang dem gemeinsamen Wunsch, weiter neue Repertoire-Entdeckungen zu machen.

Pädagogin aus Leidenschaft

Auf der Basis dieser vielseitigen Erfahrungen unterrichtet Rebecca Martin seit 2003 als Lehrbeauftragte für Gesang Studierende an der Hochschule für Musik Nürnberg: „In meinen Unterricht fließen meine langjährigen Erfahrungen aus allen Bereichen des klassischen Gesangs, sei es Ensemble- und Sologesang, Oper und Kirchenmusik, Liederabende und Kammermusik ein sowie meine Erfahrung in fast allen Gesangssprachen und Stilrichtungen und aus Aufnahmen in großen und kleinen Besetzungen.“ Auch ihr Klavierstudium erweist sich als recht nützlich, da sie ihre Studierenden sowohl gesangstechnisch als auch als Klavierbegleiterin professionell coachen kann. Als Gesangsdozentin bei Meisterkursen erlebt sie besonders intensive Momente in der Arbeit mit jungen Talenten. Darüber hinaus finden Gesangsinteressierte aller Altersklassen und Niveaus den Weg in ihr privates Unterrichtstudio.

Text: Prof. Dr. Renate Reitinger, Hochschule für Musik Nürnberg

Weitere Informationen und Kontakt:

Rebecca Martin
Christian-Wildner-Straße 1
90411 Nürnberg

www.rebeccamartin.de

 

Foto: Rudi Ott

Foto: Konstantin Himonakis

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