Zum Hauptinhalt springen
kuenstlerinnen-der-metropolregion-nuernberg

Matthias Egersdörfer

Die Jury des Forum Kultur kürt den Kabarettisten Matthias Egersdörfer zum Künstler der Metropolregion Nürnberg im Januar 2026. Die Entscheidung fiel in ihrer Jurysitzung Ende Oktober 2025.

Kabarettist, Schauspieler, Musiker und Autor Matthias Egersdörfer ist ein „waschechter“ Mittelfranke – naja Nürnberger! Ein grantiger Franke auf den ersten Blick, nach den ersten Worten. Ja, er ist laut, ja er ist auch cholerisch. Spätestens als grantiger, fränkischer Hauptkommissar der Spurensicherung im Tatort wird Matthias Egersdörfer einem Millionenpublikum bekannt.

Dem Publikum den Spiegel vorhalten, ist seit Peter Handkes Publikumsbeschimpfung oder Brechts epischem Theater ein bekannter Kunstgriff. Dem Kabarettisten seit jeher sehr nahe. Matthias Egersdörfer beherrscht diese Technik, fährt einen schonungslosen Angriff, kompromisslos mit intensiver Bühnenpräsenz, und manchmal dazwischen etwas Verwunderung darüber, dass es funktioniert.

Seine Programme überzeugen. Er ist ein Künstler der Nuancen im Grantlspektrum, die er sich lange und fleißig erarbeitet hat. Nach dem Abitur, Studium und einer Ausbildung zum Medienberater, war er an der Akademie der Künste Nürnberg Meisterschüler des Malers Peter Angermann. Dort gab es eine gewisse Initialzündung. Zum Kabarett ist er nebenbei gekommen sagt er – sein erstes Programm „Der Alleinunterhalter“ schrieb er, während er freie Malerei an der Kunsthochschule studierte. Eigentlich habe er alles ein bisschen ausprobiert, auch das Schauspielen, so Egersdörfer.

Stimmt! Ich habe ihn als Praktikant in der Kulturfabrik Roth in den 90ern kennengelernt. Damals war er schon eine Erscheinung, die nicht im Hintergrund der Bühnen versickern durfte! Doch der Befreiungsschlag zum Künstler brauchte seine Zeit. Damals wie heute war er auch in den verschiedensten Ensembles und im Improvisationstheater tätig, und hatte beim Durchgangstheater Berlin lange mitgespielt, aber mit seinem Dialekt sei er da nicht besonders gut angekommen. Dass er auf der Bühne manchmal verstörend und böse wirkt, ist inzwischen sein Erfolgsrezept.

Doch der Befreiungsschlag zum Künstler brauchte seine Zeit. Damals wie heute war er auch in den verschiedensten Ensembles und im Improvisationstheater tätig, und hatte u.a. beim Durchgangstheater Berlin lange mitgespielt, aber mit seinem Dialekt sei er da nicht besonders gut angekommen. Dass er auf der Bühne manchmal verstörend und böse wirkt, ist inzwischen sein Erfolgsrezept.

Nachdem er seit 2007 regelmäßig im Quatsch Comedy Club zu sehen ist, reihten sich Gastauftritte in Kabarettsendungen wie Satiregipfel (ARD), 3 Sat Festival, Mitternachtsspitzen (WDR), Alfons & Gäste (SR), Die Anstalt (ZDF), Ottis Schlachthof (BR) oder Olafs Klub (MDR). Ab 2015 wird er als Chef der Spurensicherung Michael Schatz für acht fränkischen Tatorts eingesetzt, als Beischl glänzt er neben Stephan Zinner und Sebastian Bezzel in den Eberhofers Krimis „Schweinskopf“ und „Kaiserschmarrn“ Drama.

Endlich hagelt es auch die renommierten Kabarettpreise des deutschsprachigen Raums: vom Passauer Scharfrichterbeil (2007), Goldener Stuttgarter Besen (2008), Swiss Comedy Award (2008), Deutscher Kleinkunstpreis, Kategorie Förderpreis der Stadt Mainz (2010), Österreichische Kabarettpreis – Programmpreis für „Erlösung“ gemeinsam mit Martin Puntigam (2015) bis hin zum deutschen Kabarettpreis des Nürnberger Burgtheaters (2024) u.v.m.

Sein erstes Solokabarett-Programm „Der Alleinunterhalter“ ging 2004 an den Start.

Mittlerweile schrieb er sein 8. Soloprogramm„“langsam“ , mit dem er seit 2025 tourt. Freuen darf man sich 2026 u.a. auf Programme mit langjährigen Künstlerkollegen wie z.B. „Egersdörfer & Fast zu Fürth mit „Bitte ruf mich nie wieder an“ oder mit Kolleginnen „Carmen oder Worte, die das Herz berühren“ oder „Egersdörfer & Gröschel“ in der Lesung „Das Lachen des Grünspechts“.

Der Alltag und „der Spiegel“ eingebettet in Absurdität, Grantltum und Melancholie in Höchstform!

Text: Ruth Kiefer, Publizistin und Theaterwissenschaftlerin.

Mehr Informationen zum Künstler unter: www.egers.de

Mehr zur Auszeichnung „Künstler*in der Metropolregion“ unter: 
www.metropolregionnuernberg.de/kuenstlerinnen-der-metropolregion-nuernberg

Lade Daten Loading...