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Maja Taube

ist Künstlerin der Metropolregion Nürnberg im September.

Harfe neu gedacht: Maja Taube zwischen Klassik, Jazz und Klangexperiment

Die Harfenistin Maja Taube lotet die Grenzen ihres Instruments aus und entwickelt eine eigene musikalische Sprache. In ihren Solo- und Bandprojekten verbindet sie musikalische Tiefe mit Experimentierfreude.

Maja Taube kam als Kind von Berlin nach Nürnberg und spielt Harfe seit ihrer Kindheit. Nach ihrem klassischen Studium am Meistersingerkonservatorium Nürnberg und am Mozarteum Salzburg machte sie erste Berufserfahrungen im Orchester und am Theater. Klassik zu studieren war damals für Harfe der einzige Weg, doch die Begegnung mit der Bildenden Kunst veränderte ihren Blick: Taube wollte nicht nur Interpretin, sondern Künstlerin sein. So begann sie, nach der eigenen Sprache der Harfe zu suchen – nach dem Kern, dem Geist des Instruments.

Viele Kompositionen für Harfe stammen von Musikern, die vom Klavier her denken. Taube interessierte dagegen, was entsteht, wenn man von der Harfe selbst ausgeht, das gesamte klangliche Spektrum auslotet und ausdehnt – die Harfe als offenen Klangraum entdeckt. Mit ungewöhnlichen Präparationen – etwa durch Korken, Filz oder einen Nylonstrumpf zwischen den Saiten – entlockt sie ihrem Instrument überraschende Klangfarben. Traditionelle Spieltechniken treffen auf experimentelle Sounds, Minimal Music, Folk und Jazz. Was dabei entsteht, ist eine sehr persönliche musikalische Sprache, die sich jeder eindeutigen Zuordnung entzieht. „Ich erfinde das Harfenspiel für mich unentwegt neu und genau das ist es, worauf es mir ankommt“, erläutert sie.

Ihr Weg führte durch mehrere Phasen: Zunächst erforschte sie in einer Solophase das „Klanggewebe“ der Harfe und entwickelte ihre ganz eigene Musik. Die Begegnung mit dem Verein Metropolmusik und Peter Fulda öffnete anschließend neue Räume für Austausch und Zusammenarbeit; in dieser Zeit entstand auch ihre erste Solo-CD. Die Vorgehensweise, durch Präparationen neue Klangmöglichkeiten zu erschließen führte schließlich zur „Treibgutphase“. Die Musik bewegt sich dabei zwischen Komposition und Improvisation, vertrauten Tönen und überraschenden Geräuschen.

Die Offenheit für neue musikalische Begegnungen prägt auch Taubes Arbeit in unterschiedlichen Besetzungen. In einem Bandprojekt mit Jazzmusikern, dem Bassisten Alex Bayer, dem Schlagzeuger Florian Fischer und dem Vibraphonisten Volker Heuken entsteht die Musik unmittelbar im gemeinsamen Tun. Im Duo mit dem Bassklarinettisten Jan Galega Brönnimann wird mit Eigenkompositionen experimentiert wie die beiden sehr speziellen Instrumente Harfe und Bassklarinette im Duo Kontext immer wieder neu interagieren können.

2023 erhielt Taube den Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken. Die Laudatio würdigte ihre außergewöhnliche stilistische Bandbreite von Klassik und Jazz über Weltmusik und Folk bis zur Minimal Music.

Für Taube aber ist Musik weit mehr als Unterhaltung. „Menschen ernähren sich von Kunst, sie ist Nahrung für den Geist und die Seele“, lautet ihr Credo. Mit ihrer neugierigen und experimentierfreudigen Herangehensweise macht Maja Taube eindrucksvoll hörbar, wie wandlungsfähig die Harfe sein kann und eröffnet ihrem Publikum einen ganz eigenen musikalischen Kosmos.

Text von S. Hoffmann-Rivero

Mehr Informationen zur Künstlerin: HOME | Maja Taube

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