Zum Hauptinhalt springen
kuenstlerinnen-der-metropolregion-nuernberg

Lea Schmocker

Künstlerin der Metropolregion im April 2026

Seit vielen Jahren prägt die Schauspielerin, Regisseurin und Theatermacherin Lea Schmocker das Kulturleben der Metropolregion Nürnberg mit szenischen Lesungen, eigenwilligen Theaterprojekten und einer Arbeit, die bewusst die Grenzen zwischen Bühne und Alltag auflöst. Für ihr vielseitiges Schaffen wurde sie 2024 mit dem Jahrespreis der Erlanger Kulturstiftung ausgezeichnet.

Geboren in Basel und ausgebildet an der Zürcher Hochschule der Künste, war Schmocker von 1998 bis 2005 Ensemblemitglied am Theater Erlangen. Seither arbeitet sie als freie Künstlerin – eine Entscheidung, die ihr den Raum gibt, konsequent ihren Weg zu verfolgen und eigene Formate zu entwickeln. Ihre Projekte tragen unverkennbar ihre Handschrift: klug, sinnlich, humorvoll und nie ganz erwartbar.

Im Zentrum ihrer Arbeit stehen szenische Lesungen, die den klassischen Rahmen bewusst hinter sich lassen. Lea Schmocker liest nicht einfach – sie spielt, gestaltet und verdichtet Texte. Mit großer Sprachlust, feinem Rhythmusgefühl und häufig im Zusammenspiel mit Musiker:innen entstehen dichte, lebendige Abende, die für das Publikum Literatur unmittelbar erfahrbar machen. Dabei verbindet sie Leichtigkeit mit Tiefgang, Ernst mit Humor und geht damit weit über klassische Literaturformate hinaus.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Autorinnen, deren Stimmen sie mit Neugier und Nachdruck wahrnehmbar macht. Ausgangspunkt war die Lesung „Es könnte sein, es könnte sein, dass wir zu Staub zerfallen“, die 2023 zum Jahrestag der Bücherverbrennungen entstand. Gemeinsam mit der Musikerin Izabella Effenberg widmete sie sich verfolgten Schriftstellerinnen. Daraus entwickelte sich die Reihe „Autorinnen im Fokus“, die sie in Kooperation mit der Stadtbibliothek Erlangen fortführt. 2026 steht die Schweizer Autorin Adelheid Duvanel im Mittelpunkt, mit Aufführungen am 10. Mai in Erlangen, am 19. Mai in Nürnberg sowie im Rahmen des Poetenfests.

Neben ihren Lesungen arbeitet Lea Schmocker intensiv im Bereich der partizipativen Theaterentwicklung. Für die Bürger:innenbühne des Schauspiel Erlangen entwickelt sie Projekte gemeinsam mit Menschen, die keine professionellen Schauspieler:innen sind, aber ihre eigenen Geschichten und Perspektiven einbringen. Produktionen wie „Mensch.Sein“, das 2025 als Parcours im Burgberggarten Premiere hatte, oder „Im Zweifel für den Zweifel“ (ab 16. Juli 2026 im Theaterhof) zeigen Theater als offenen Erfahrungsraum – persönlich, direkt und überraschend.

Dabei versteht Schmocker Kunst nicht als abgeschlossenen Raum. Kunst gehört für sie nicht in den Elfenbeinturm, sondern dorthin, wo sie Menschen erreicht. Sie sucht mit ihren Formaten aktiv die Begegnung – in Bibliotheken, Bildungseinrichtungen und unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kontexten.

Diese Haltung prägt auch ihre kontinuierliche Arbeit als Dozentin. Seit vielen Jahren gibt sie regelmäßig Workshops bei unterschiedlichsten Bildungsträgern, unter anderem an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, an Volkshochschulen sowie in sozialen Einrichtungen. Ihr Anliegen ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen, ihnen einen eigenen Zugang zu Sprache, Humor und Ausdruck zu eröffnen und damit die Freiheit, Neues auszuprobieren.

In ihren Workshops und Seminaren überträgt sie Methoden aus dem Theater in andere Lebensbereiche. Im Mittelpunkt stehen Präsenz, Stimme und die Freude am Ausprobieren jenseits von richtig und falsch. Formate wie „Humor kommt von Humus“ oder „Zeig, was in dir steckt“ verbinden künstlerische Praxis mit persönlicher Entwicklung.

Zunehmend richtet sie ihren Fokus auf Empowerment, insbesondere von Frauen. In ihren Seminaren schafft sie Räume, in denen Teilnehmerinnen ihre Ausdrucksmöglichkeiten erweitern, kreative Ressourcen entdecken und neue Perspektiven entwickeln können, auch im beruflichen Alltag. Dabei arbeitet sie häufig interdisziplinär, etwa mit Medizinerinnen, Pflegekräften oder Hospizbegleiterinnen, und setzt bewusst auf Humor und Emotion als Kraftquellen. Neue Formate wie „Menschlichkeit braucht Raum“ greifen diesen Ansatz auf.

Lea Schmocker entwickelt ihre Arbeit kontinuierlich weiter. Zwischen Lesung, Theater und Workshop entstehen immer neue Verbindungen. Was sie antreibt, ist die Lust am Ausprobieren: Räume zu öffnen, in denen Neugier wachsen darf, in denen man sich zeigen kann, ohne perfekt sein zu müssen – und in denen es ausdrücklich erlaubt ist, auch einmal über sich selbst zu lachen. Kreativität beginnt genau da.

Linda Best, schauspiel erlangen

Mehr Informationen zur Künstlerin: www.leaschmocker.de

 

Zur Website der Künstler*innen der Metropolregion

Lea Schmocker. Foto: Jan Schmocker

Lade Daten Loading...