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Jan Gemeinhardt

August 2020. Die Jury des Forums Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg hat den Maler Jan Gemeinhardt zum Künstler der Metropolregion gewählt.

Der 1988 in Hof geborene Maler sucht im Dunkeln die Welt. Seine Arbeiten scheinen auf den ersten Blick düster und geheimnisvoll, ja mythisch aufgeladen zu sein. Das Spiel der Schattierungen zwischen Grau, Grün, Tiefblau und natürlich Schwarz beherrscht er meisterhaft.  Vornehmlich Landschaften sind auf den meist kleinformatigen Bildern zu sehen. Aber es handelt sich nie um Idyllen, die man zu Ansichtskarten verarbeiten könnte. Seine Vorbilder sind in der Romantik, der Schwarzen Romantik zu finden.

Düster scheint die Welt Gemeinhardts, aber nie ohne Zuversicht. Etwas Licht, ein Schimmer, Hoffnung vielleicht, glimmt immer. Auch geben unvermutete Gegenstände Rätsel auf: Ein brennender Wegweiser, Menschengemachtes oder ein ganz irrationales Leuchten. Menschen tauchen eher selten auf, und dann nicht als Individuum charakterisiert. Vielleicht nur als Teil der Natur, eher nicht als Akteur. Und doch meint man in Gemeinhardts Bilder eine tiefe Sorge zu spüren. Er schockiert den Betrachter nicht, aber so in die Tiefe führend die Bilder sind, so tief sollen auch die evozierten Gedanken sein. Die Welt ist mehr, als das was wir sehen. Der in Nürnberg lebende Maler füllt diese eigentlich banale Erkenntnis auf seine ganz eigene Weise. Er hinterlässt uns nachdenklich – wir teilen seine Sorge und haben doch Hoffnung.

Jan Gemeinhardt und schloss sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg 2014 als Meisterschüler bei Professor Ralph Fleck ab. Kaum ein Jahr verging seit 2011 ohne drei bis fünf Einzel- oder Gruppenausstellungen in renommierten Häusern Nordbayerns, aber auch national und international von Frankfurt bis London oder Seoul. Die Nürnberger Nachrichten zeichneten ihn 2013 und 2014 im Rahmen ihres Kunstpreises aus. Stipendien führen ihn bereits nach Finnland und bringen ihn 2021 nach Norwegen. Derzeit stellt er ihn Ansbach aus: „Ansbach Contemporary 2020 – 3. Biennale für zeitgenössische Kunst in Ansbach“ vom 14.8. bis 20.9.2020.

 

Text: Peter Nürmberger
Foto: Thomas May

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