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Elizabeth Thallauer

ist Künstlerin der Metropolregion im Oktober 2026

Kunst als Forschung: Eine Künstlerin zwischen Material, Wissenschaft und Zukunft

Von Sofia über Russland, die USA und Helsinki nach Nürnberg und Fürth: Die Künstlerin Elizabeth Thallauer verbindet internationale Erfahrungen mit Experimentierfreude, interdisziplinärer Zusammenarbeit und der Suche nach neuen Formen für die Zukunft. Sie ist Künstlerin, Forscherin und Grenzgängerin zwischen Kunst, Wissenschaft, Technologie und neuen Materialien. Im Mittelpunkt steht für sie der Prozess des Entdeckens: Materialien und Techniken ausprobieren, mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zusammenarbeiten und daraus neue künstlerische Erfahrungen entwickeln.

Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie in Sofia, kam sie früh mit Kunst in Berührung. Nach dem Kunstgymnasium studierte sie zunächst Geologie und arbeitete parallel in der Gaming-Industrie, wo sie ihre Fähigkeiten in digitaler Kunst weiterentwickelte. Nach Stationen in Russland und vier Jahren in den USA führte ihr Weg schließlich nach Nürnberg an die Akademie der Bildenden Künste. Dort studierte sie unter anderem Gold- und Silberschmiedekunst, Bildhauerei sowie Kunst und öffentlicher Raum. Ein Erasmus-Jahr in Helsinki und die intensive Beschäftigung mit Glaskunst in Tschechien erweiterten ihren künstlerischen Horizont.

Bis heute legt sich Elizabeth Thallauer nicht auf ein Material oder eine Technik fest, sondern folgt der Idee. Nach Jahren in einem Atelier auf dem ehemaligen AEG-Gelände arbeitet sie heute in Fürth in der ehemaligen Kneipe „Der Schrank“ gemeinsam mit Anna Steward und Katrin Kaa Riedl. Die Zusammenarbeit mit anderen ist zentral für ihr Schaffen. Gemeinsam mit Joanna Maxellon initiierte sie das Projekt „Adapter“, in dem junge Kunststudierende komplexe Werke im Kollektiv entwickelten.

Auch der Austausch mit Wissenschaftler*innen eröffnet ihr immer wieder neue Perspektiven: Wissenschaftliche Fragen können künstlerische Prozesse anstoßen, während Kunst wissenschaftliche Arbeit in neue Richtungen lenken kann.

Besonders interessiert sie der öffentliche Raum und die Frage, wie Kunst unsere Wahrnehmung von Orten und Zukunft verändern kann. „Meine Arbeiten beginnen mit einem langen Prozess des Forschens“, beschreibt sie ihren Ansatz. Materialien, Techniken und Orte werden untersucht, kombiniert und neu gedacht. Das Ergebnis bleibt dabei bewusst offen.

Wie vielseitig diese Arbeitsweise ist, zeigte sich im Kunstsommer 2026 im Deutschen Museum Nürnberg – Zukunftsmuseum. Für die Kinetic Wall of Life entwickelte sie im interdisziplinären Team die Installation „City Codes“, die künstliche Intelligenz, Zeichnung, Farbe und Bewegung verbindet und künstlerische Visionen zukünftiger Städte untersucht. Auch für die Frei Luft Galerie 6 in Fürth entwickelte sie gemeinsam mit zwei weiteren Künstler*innen neue Konzepte zur Monumentalität von Skulpturen im öffentlichen Raum – unter Einsatz von Augmented Reality.

Ihre Arbeiten sind regelmäßig in der Metropolregion Nürnberg zu sehen, ihr internationales Netzwerk führt zudem zu Kooperationen und Ausstellungen in ganz Europa. Aktuell arbeitet sie mit der in Brüssel lebenden Künstlerin Pepa Ivanova sowie Wissenschaftler*innen der Bulgarian Academy of Sciences an einer Ausstellung für das National Museum of Natural History und die Arosita Gallery in Sofia, die am 16. Oktober 2026 eröffnet wird. Zum „Gastspiel“ der Fürther Künstler*innen kehrt sie nach Fürth zurück, um gemeinsam mit dem Gastkünstler Carlos Cortizo Besucher*innen in ihrem Fürther Atelier empfangen.

Elizabeth Thallauers künstlerische Haltung lässt sich auf einen einfachen Gedanken bringen: Zukunft entsteht dort, wo Menschen Grenzen überschreiten – zwischen Kunst und Wissenschaft, analog und digital, Material und Technologie. Kunst versteht Elizabeth Thallauer nicht als fertige Antwort, sondern als offenen Forschungsprozess, der am liebsten gemeinsam stattfindet.

Für diese Haltung hat ihr die Jury des Forums Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg die Auszeichnung „Künstlerin der Metropolregion“ verliehen.

Text von Gerti Köhn, M.A.

Mehr Informationen zur Künstlerin: www.elizabeth-thallauer.de

Zur Website der Künstler*innen der Metropolregion

Unicorn; Crystal Drawing © Elizabeth Thallauer

tent Hybrids © Elizabeth Thallauer

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