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Cornelius Réer

Er brennt und brennt und brennt - und das gleich im doppelten Sinne...

Cornelius Réer brennt seit über drei Jahrzehnten für den Werkstoff Glas und - ungeachtet der Corona-Krise - ebenso der Glasofen in seiner Werkstatt in der Deutschherrnstraße in Nürnberg. Cornelius Réer (*1961 in Coburg) hat nach einer Ausbildung zum Hohlglasbläser in der Glashütte Süßmuth in Immenhausen ein Studium der Heißglastechnik am Brierley Hill Glasscenter in Dudley bei Birmingham absolviert. 1989 eröffnete er eine Werkstatt für Sandstrahlgravur in Fürth und arbeitete anschließend für einige Jahre in verschiedenen Glaswerkstätten in Deutschland und Frankreich. 2003 richtete er sich eine Glasschmelze in Fürth ein und zog mit der Werkstatt im Jahr2008 nach Nürnberg um. Hier betreibt Cornelius Réer einen der wenigen Heißglasöfen Süddeutschlands. Neben verschiedenen, in Handarbeit gefertigten Produktlinien aus dem Bereich Tischkultur entstehen auch individuell gefertigte Unikate. Alle mundgeblasenen Arbeiten, bei denen verschiedene Techniken angewendet werden, zeichnen sich durch ein überaus hohes Maß an Perfektion aus. Dabei sticht insbesondere die haptische Qualität der Oberflächen hervor.

Réer ist weiterhin wichtiger Ansprechpartner für Hochschulen, angehende Designer und Künstler, die Projekte im Bereich Glas realisieren wollen, aber weder über einen eigenen Glasofen verfügen noch die Technik des Glasblasens beherrschen. Hier springt mit großem Engagement der Künstler ein, der auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, ganz unterschiedliche Glasverarbeitungstechniken beherrscht und mit viel Ideenreichtum und Gespür für Material und Form Gestaltungsideen in Glas umsetzen kann. So entstanden in den letzten Jahren aus Ideen neue Produkte und Kollektionen in Zusammenarbeit mit Designern wie Romin Heide, Laura Jungmann und Johanna Spath.

Cornelius Réers Arbeiten befinden sich im Grassimuseum Leipzig, im Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental bei Coburg oder auch im Meeresmuseum Stralsund. Er ist an vielen nationalen und internationalen Ausstellungen beteiligt und wurde mit zahlreichen Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet, darunter mit dem Ehrenpreis der Dannerstiftung für seine Gruppe „DOT“ sowie zusammen mit Laura Jungmann mit dem Red Dot Award für die Upcycling-Linie SameSame. Cornelius Réer ist seit 1996 Gründungsmitglied im „Forum für Angewandte Kunst Nürnberg e.V“ und nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Messen teil. So wird er neue Arbeiten vom 22. bis 25. Oktober 2020 bei der Grassimesse in Leipzig präsentieren und seine Nürnberger Werkstatt im Rahmen der Ateliertage EinBlick vom 12. bis zum 15. November öffnen. Zudem kann man seine Werkstatt nach telefonischer Anmeldung besuchen. Infos unter www.cornelius-reer.de.

Text: Dr. Sven Hauschke, Direktor der Veste Coburg
Foto: Michael Pfisterer

 

 

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