Aldona Kut
Künstlerin der Metropolregion Nürnberg im Februar 2026
Aldona Kut ist 1976 in Przemysl, Polen geboren. In Krakau studierte sie Malerei und Bühnenbild an der dortigen Akademie der Bildenden Künste. Danach absolvierte sie den Masterstudiengang Architektur und Stadtforschung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seit 2008 ist sie freischaffend tätig. Ausgezeichnet wurde sie mit dem Socrates-Erasmus Stipendium (2001), dem Smurfit-Kappa-Förderpreis (2007), erhielt den red dot award für ihren Katalog „INDEKS“ sowie Jahresstipendien in der Villa Concordia, Bamberg (2011/12) und zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (2012/13). Zudem wurde sie mit dem ersten Kunstpreis der SI Soroptimist international Clubs der Metropolregion Nürnberg geehrt (2015).
Vielseitig ausgebildet und interessiert, entwickelt die Künstlerin ein multidimensionales Werk von Malerei über Zeichnung, Installation, Objekt und angewandtem Design bis hin zu Performances. Dabei ist ihr ihre Muttersprache Polnisch stets innere Heimat und intimes Refugium. Gern arbeitet sie sowohl in der Stille und Einsamkeit, den Klang der Natur genießend, als auch begleitet von Musik. Mit ihrem Mann, dem Bildhauer Sebastian Kuhn und den beiden gemeinsamen Söhnen lebt sie in einem barocken Gehöft mit großzügigen Atelierräumen in der Nähe der oberfränkischen Stadt Pegnitz.
Auf Grundlage der Malerei und bei Punkt, Linie und Fläche beginnend entstehen Arbeiten zwischen freiem Gestus und konstruktiver wie dekonstruktiver Erscheinung. Inspiriert von selbst erlebten Landschaften zeichnet sie weite Horizonte, teils mit verdichtetem, teils mit leichtem und kurvilinear aufgetragenem Graphitstift. Im atmosphärischen Duktus samt zurückhaltender, meist in grau, schwarz, weiß und gedeckten Tönen gehaltenen Farbpalette gibt sie ihre Gedanken mit kryptischen Zeichen und intuitiven Gesten auf den Gemälden wieder. Eine wesentliche Rolle weist die Künstlerin in ihrem Werk dem Falzen und den Faltungen von Papier oder Stoff zu, die sie zu Räumen in geringster Ausdehnung komprimiert. Ein Motiv, das in angewandten, tragbaren Entwürfen aus feinster Seide und weiteren edlen Stoffen erscheint ist der Kimono. Hier wie in den sogenannten „Projektkleidern“, die sie speziell für performative Arbeiten entwickelt, geht es ihr um Linienführungen, Details und der immanenten wie realen Bewegungen von auf dem Körper getragener Formen. Das Textil gibt ihr die Möglichkeit, Räume außerhalb des klassischen (Tafel-) Bilds zu gestalten. Unter anderem nutzt die Künstlerin schwarzweiß gestreifte, elastische Stoffe, in deren Struktur sie bildnerisch eingreift, die Ordnung optisch stört und mit Interferenzen, Licht und Schatten spielt. Sie bekleidet Räume installativ, denkt sie neu und öffnet sie, macht dabei ihre inneren Landschaften sichtbar und reflektiert intuitiv aus frühen Seherinnerungen, (Raum-) Grenzen überschreitend.
Aldona Kut nimmt sich Zeit, um ihre Werkphasen Revue passieren zu lassen. „Wohin Du fährst, dort wirst Du sein“ – Sie bezeichnet sich selbst als Nomadin, da sie Eindrücke an unterschiedlichsten Orten sammelt und sie mit diversen Materialien und Formen ästhetisch gestaltet. Getragen von ihrem interdisziplinären künstlerischen Handeln verbindet sie in ihrem Oeuvre Gestik, Haptik, Linie, (Ent-)Faltungen und Flächen, Bewegung und Tanz, sowie zwischenmenschliche Aktionen zu einem außergewöhnlichen Gesamtkunstwerk – was die Jury bewog, sie als Künstlerin der Metropolregion zu ehren.
Barbara Leicht M.A.
Aldona Kut. Foto: Studio Aldona Kut.

Aldona Kut, ohne Titel, Seide 145x145cm. Foto: Annette Kradisch

