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Metropolregion Nürnberg stellt auf „Grünen Woche“ in Berlin Bewerbung als Welt-Agrarkulturerbe vor

Als erste Region Deutschlands präsentiert die Metropolregion Nürnberg am 22. Januar ihre Bewerbung um den Titel „Welt-Agrarkulturerbe“ während der "Grünen Woche" in der Bundeshauptstadt.

Als erste Region Deutschlands präsentiert die Metropolregion Nürnberg am 22. Januar in der Bundeshauptstadt ihre Bewerbung um den Titel „Welt-Agrarkulturerbe“. Mit dem Vorhaben will die Region ihren einzigartigen Schatz an Agrarkultur sichtbar machen und seine Bedeutung für eine zukunftsfähige Metropolregion untermauern. Mit über 300.000 Besuchern und rund 1.500 Ausstellern ist die Grüne Woche in Berlin die zentrale Plattform für die Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Einzigartige stadtnahe Land- und Ernährungswirtschaft der Metropolregion Nürnberg steht im Fokus

Im Zentrum der Bewerbung steht die über Jahrhunderte gewachsene, einzigartige stadtnahe Land- und Ernährungswirtschaft. Das wertvolle, agrarkulturelle Erbe der nordbayerischen Region gilt als eine Mischung aus kleinteiliger Landwirtschaft, regionaler Ernährungskultur und vielfältigen Kulturlandschaften. Diese reichen vom Nürnberger Knoblauchsland, dem größten urbanen Gemüseanbaugebiet Deutschlands, über eine jahrhundertealte Karpfenteichwirtschaft in der Oberpfalz und im Aischgrund bis hin zu Streuobstwiesen, Hopfengärten und Weinbergen in Franken. „Mit der Bewerbung wollen wir unseren Schatz an Agrarkultur bewahren und international sichtbar machen“, erklärt Klaus Peter Söllner, Sprecher des Beirats Welt-Agrarkultur und Landrat im oberfränkischen Kulmbach. Außerdem solle damit ein stärkeres Bewusstsein für die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte geschaffen werden, die erheblich zur Landschaftspflege und Biodiversität beitragen.

Lebensmittelversorgung und Landschaftspflege

Bei der Vorstellung der Bewerbung auf der Grünen Woche und einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zwischen Feld und Welt – Metropolregion Nürnberg als Welt-Agrarkulturerbe“ am 22. Januar machen die Befürworter des Antrags und Vertretende aus der Landwirtschaft deutlich, wie wichtig ihre Arbeit ist. Mit ihren Erzeugnissen versorgen sie nicht nur die Menschen in der Metropolregion, sondern leisten gleichzeitig auch wichtige Dienste in der Landschaftspflege. „Wer Agrarkulturerbe pflegt, stärkt regionale Wertschöpfung, Tourismus, Ernährungskultur und das Selbstbewusstsein ländlicher Gemeinschaften und verbindet Vergangenheit und Zukunft der Landwirtschaft. Uns ist es wichtig, die Bedeutung und die Zukunft der Landwirtschaft und unserer wunderbaren Region zu bewahren. Wir haben viel zu bieten und leisten gerne unseren Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft“, sagt Christine Reitelshöfer, Landwirtin und stellvertretende Landesbäuerin aus Mittelfranken.

Immerhin arbeiten rund 100.000 Menschen in der Land- und Ernährungswirtschaft der Region. Ihre Betriebe sorgen für gedeckte Tische in Städten und ländlichen Räumen gleichermaßen – ein stabiler regionaler Kreislauf, auch in Krisenzeiten.

Von Braukunst bis Streuobst-Anbau

Genau diese Resilienz ist ein Kernargument in der Bewerbung um den Titel als Welt-Agrarkulturerbe, den die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom vergibt. Offiziell eingereicht wird die Bewerbung über das Bundeslandwirtschaftsministerium. Mit dem Programm „Globally Important Agricultural Heritage System“ würdigt die FAO seit 2002 weltweit landwirtschaftliche Systeme, die durch ihr traditionelles Wissen, ihre ökologische Resilienz und ihre kulturelle Bedeutung herausragen. Bislang haben 104 landwirtschaftliche Systeme aus 28 Ländern den Titel erhalten. In Deutschland wäre die Metropolregion Nürnberg die erste Region, die diesen 

wertvollen Titel verliehen bekommt. „Unsere Agrarkultur ist kein Museum, sondern ein lebendiges System aus Wissen, Handwerk und Innovationskraft. Zu dieser Kultur gehören 19 für die Region typische Immaterielle Weltkulturerben mit landwirtschaftlichem Bezug, wie etwa die Oberpfälzer Zoiglkultur, Streuobstanbau oder handwerkliche Brennkunst“, betont Klaus Peter Söllner.

„Uns geht es darum, die regionale Land- und Ernährungswirtschaft sichtbar zu machen und ihre Wertschöpfung, Identität und ihre Zukunftsfähigkeit herauszustreichen. Unsere Stärke ist die Mischung aus Streuobstwiesen, Karpfenteichwirtschaft, Getreidebau, Hopfenanbau und vielem mehr“, sagt die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, ebenfalls Sprecherin des Beirats.

Metropolregion Nürnberg bietet ein Modell für nachhaltige Landwirtschaft

Die Metropolregion setzt bewusst nicht auf ein einzelnes Vorzeigeprojekt, sondern auf Vielfalt. Gerade das Zusammenspiel vieler kleiner Agrarsysteme in unmittelbarer Stadtnähe macht den besonderen Charakter aus.

Über die Jahrhunderte habe sich rund um die Städte eine vielfältige Landwirtschaft entwickelt, sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, ebenfalls Sprecher des Beirats. Dazu gehöre unter anderem das Nürnberger Knoblauchsland, das größte zusammenhängende Gemüseanbaugebiet im urbanen Raum. „Es ist der Gemüsegarten der Metropolregion und sorgt für Ernährungssouveränität“, sagt König. „Unser Tisch ist reich gedeckt: Wir haben allein 170 regionale Spezialitäten in der Metropolregion, vom Aischgründer Karpfen über das Bamberger Hörnla bis zur Nürnberger Bratwurst.“

„Unsere Stärke ist die Mischung. Sie macht uns zu einem Modell für nachhaltige, anpassungsfähige Landwirtschaft, die letztlich unsere Ernährung sichert. Begeistert von der Bewerbung sind auch unsere Touristiker, denn regionale Landschaften und Spezialitäten gewinnen mit dem Welterbe-Titel an Anziehungskraft. Wir haben schon heute in der Region rund 50 Erlebniswege und Lehrpfade mit kulinarischem, landwirtschaftlichem oder landschaftlichem Bezug“, sagt Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg

Bewerbung und Aktionsplan wird von breiter Allianz unterstützt

Getragen wird die Bewerbung von einer breiten Allianz aus Kommunen, Landwirtschaft, und Wissenschaft. Teil der Bewerbung ist ein Aktionsplan mit strategischen Projekten, die von mehr regionalen Produkten in kommunalen Kantinen bis zu neuen Erlebnisformaten rund um Ernährung und Herkunft reichen. Im Laufe des Jahres ist mit einer Entscheidung der FAO zu rechnen.

Produktionssysteme in der Metropolregion:

  • Streuobstanbau
  • Gemüseanbau
  • Weinanbau
  • Getreideanbau
  • Karpfenteichwirtschaft
  • Hopfenanbau
  • Weidehaltung
  • Wässerwiesen
  • Forstwirtschaft

Metropolregion Nürnberg stellt als erste Region Deutschlands Bewerbung als Welt-Agrarkulturerbe vor

Ort: Grüne Woche, Messe Berlin, Messedamm 22, 14055 Berlin

  • Podiumsdiskussion: Bühne BMLEH-Halle (Halle 23a)
  • Pressegespräch: Stand der Metropolregion (Halle 23a, Nr. 314)

Zeit: 22. Januar 2026; 14:00 Podiumsdiskussion / ca. 14:45 Uhr Pressegespräch

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