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Kultur

Künstler des Monats Mai 2016: Reinhard Feldrapp

 

Reinhard Feldrapp, Fotograf

 


Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg hat den Fotografen Reinhard Feldrapp aus Naila (Landkreis Hof) zum Künstler des Monats Mai 2016 gewählt.

 

Früher nannte man Fotografen Lichtbildner. Drei Aspekte fließen in dieses schöne alte Wort ein. Das Licht, das zumindest in geringer Menge da sein muss, damit Betrachter etwas sehen, damit der fotochemische Prozess überhaupt starten kann, auch wenn sich die Grenzen seit der Erfindung vor fast zweihundert Jahren mit den technischen Möglichkeiten immer wieder verschieben. Dann als zweiter Aspekt das Bilden, also der schöpferische Akt. Eine Aufnahme entsteht nicht durch Zufall, sondern durch Können, Entscheidung und Handeln des Fotografen. Und dann zum Dritten das Bild als Ergebnis, mit dem wir Betrachter in Berührung kommen, das zu uns spricht und uns etwas sagen will. Der 1951 geborene Reinhard Feldrapp ist ein Lichtbildner.

Sein Können fußt auf einer soliden Ausbildung zum Fotografengehilfen und Meister. Die Eckpfeiler sind Landschafts- und Architektur-, Mode- und Produktfotografie, immer wieder Porträt, Reportage und journalistische Arbeit.

 

Dazu kommt ein Bereich, den man unter dem Begriff Autorenfotografie subsumiert. Reinhard geht Themen nach, die ihn interessieren, für die er eine Notwendigkeit spürt, ohne dass es einen Auftrag gäbe.

 

Ein wichtiges Sujet reicht in die Vergangenheit und wurde über Jahrzehnte entwickelt: die Grenze. Seit der Errichtung der Mauer ist sie sein Thema. Die Brutalität der Grenze ist ebenso dokumentiert wie viele Begebenheiten: Grenzer hüben und drüben, getrennte Nachbarn und Verwandte, Arbeit entlang und an der Mauer selbst. Und sogar aus der Zeit der friedlichen Revolution und der Grenzöffnung werden von Feldrapp weniger die allseits bekannten Trabi- und Jubelbilder bleiben. Die hat eh jeder Fotograf in seinem Archiv. Auch in dieser historischen Situation der überdeutlich aufdringlichen Motive sucht und findet er im Kleinen das Große, in der privaten Geschichte die Weltgeschichte.

Er kommt damit jenen von ihm hoch geschätzten Kollegen nahe, die seit Erfindung der Kleinbildfotografie die Bildsprache in Form und Inhalt geprägt haben durch eine Ästhetik von Nähe, Tempo und Engagement, die durch dieses Format und die bis heute als Referenz geltende Leica erst möglich wurde.

 

Feldrapp gehört in dieses Umfeld. Wenn man ihn beispielsweise im Gespräch mit der großen Barbara Klemm belauscht, erfreut einen die geistige Verwandtschaft, die neben der Auffassung von Bild und Bildgewinnung von einem tiefen Humanismus geprägt ist. Man muss den abgebildeten Menschen oder die Situation nicht mögen, aber man muss den Menschen in seiner Eigenart lassen. Dann kann man ein wenig hinter die Fassade blicken; ein Fotograf wie Feldrapp erlaubt das. Das geschieht immer behutsam. Die Abgebildeten, seien es Menschen im Mittelpunkt oder am Rand der Gesellschaft, ob Textilbaron oder Müllmann, sie werden nicht vorgeführt. Feldrapp opfert sie nicht für einen plumpen Effekt. Er spürt und erspürt ihre Würde. Seine Bilder geben sie – oft auf den zweiten Blick – auch für den Betrachter wieder.

 

Es kommt Feldrapp darauf an, nicht nur Abbildungen zu liefern, sondern Geschichten zu erzählen. Er ist ein Autor, seine Fotos sind Bilder, die sich zu Geschichten formen, und künstlerische Geltung erlangen.

 

 

www.feldrapp.de

 

 

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