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Klimaschutz

Internationale Klimapolitik und regionale Antworten

Energie Campus Nürnberg veranstaltet spannende Diskussionsrunde zur Weltklimakonferenz und deren Auswirkungen auf die Metropolregion Nürnberg.

Am 6. Februar 2024 organisierte der Energie Campus Nürnberg (EnCN) mit führenden Expert:innen aus Politik und Wissenschaft eine Veranstaltung zu den Ergebnissen der Weltklimakonferenz COP28 und deren Konsequenzen für die Metropolregion Nürnberg. Unter der Moderation von EnCN-Geschäftsführer Markus Rützel bot die Veranstaltung einen facettenreichen Einblick in aktuelle Debatten über Klimapolitik und Energiewende. Die Referenten des Abends brachten unterschiedliche Perspektiven ein.

Die Veranstaltung wurde auf YouTube aufgezeichnet (Link zu YouTube).

2x Wissenschaft, 2x Politik – und dabei vom Großen ins Kleine

Prof. Dr. Jürgen Karl, Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik, FAU, erörterte in seinem Vortrag, wie eine 100% Energieversorgung mit erneuerbaren Energien aussehen kann, wie Preise sich entwickeln und was eine globale Energiewende bedeutet. Er hatte erbauliche und herausfordernde Diagnosen dabei: Die starke Elektrifizierung des gesamten Energiesystems wird einen Ausbau von EE-Anlagen um den Faktor 5-7 nötig machen. Wenn der Ausbau gelingt, werden am Strommarkt jedoch Windkraft und PV preissetzend und die Preise werden fallen.

Lisa Badum, MdB Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzende im Bundesausschuss für Klimaschutz und Energie, berichtete in ihrem Vortrag " Von Dubai nach Nürnberg - was internationale Klimapolitik mit uns zu tun?" über ihre Erfahrungen bei der COP28 in Dubai. Trotz aller Kritik unterstrich sie dabei die Wichtigkeit dieses internationalen Abkommens, das sich zum ersten Mal zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bekennt. Zum Erreichen der Klimaschutzziele spielen, so Badum, die aus Forchheim stammt, gerade auch die Regionen auf internationaler Ebene eine gewichtige Rolle.

Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit die Stadt Nürnberg und Geschäftsführerin des Forum Klimaschutz und Nachhaltige Entwicklung der Metropolregion Nürnberg, nahm diesen Ball auf. Internationale und bundespolitische Vorgaben haben in den letzten Jahren den Klimaschutz sehr stark dynamisiert – wie sie an vielen Initiativen der Stadt Nürnberg illustrierte. Die Energiewende sei aber nur in einer innovativen Stadt-Land-Partnerschaft zu bewältigen, wofür die Metropolregion Nürnberg mit dem Projekt Klimapakt2030plus gerade neuen Anschub erhält.            

Prof. Dr. Reinhard German, Lehrstuhl für Informatik 7, FAU, lieferte in seinem Vortrag einen sehr anschaulichen Einblick in eine sektorübergreifende Energiesimulation, die er mit seinem Team im Netzgebiet von Bayreuth aufgebaut hat. Im Projekt Klimapakt2030plus wird dieses Modell auf die Metropolregion Nürnberg ausgedehnt werden und unser zukünftiges Energiesystem gestalten helfen. Außerdem beleuchtete Herr Prof. German das Wasserstoff-Potenzial der Metropolregion Nürnberg.

Ineinandergreifen der Ebenen als Mehrwert für die Energiewende

Die anschließende Diskussionsrunde im Anschluss bot den Teilnehmern die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Ideen auszutauschen. Insgesamt war die Veranstaltung ein inspirierender Abend, der gezeigt hat, wie wichtig das Ineinandergreifen der verschiedenen Ebenen ist, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Die Interaktion von Wissenschaft und Politik hat dafür an diesem Abend ein Vorbild geliefert. 

Wir danken dem Energie Campus Nürnberg für dieses spannende Format und freuen uns auf weitere Einblicke und Diskussionen in der Zukunft. 

Die Diskussionsrunde am EnCN: Markus Rützel, Prof. Dr Reinhard German, Britta Walthelm, Lisa Badum, Prof. Dr. Jürgen Karl. Bild: Bianca Pircher

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