Reale Herausforderungen meistern: Robotikforschung im Department Computer Science & AI an der UTN
Im Department Computer Science & Artificial Intelligence der Technischen Universität Nürnberg (UTN) ist innovative Forschung nicht nur Theorie – sie ist erlebbar. In den Laboren surrt und blinkt es, Roboterarme bewegen sich, kleine autonome “TurtleBots” navigieren auf engstem Raum durch Testfelder. Die Atmosphäre ist geprägt von konzentrierter Energie: Hier wird programmiert, getestet, umgebaut und immer wieder hinterfragt. In dieser Umgebung entstehen Technologien, die schon heute den Alltag von morgen mitgestalten.
Mitten in diesem forschungsintensiven Umfeld arbeitet Dr. Reihaneh Mirjalili an einem Staubsaugerroboter, der selbstständig entscheidet, ob er ein Kabel umfahren oder einen Krümel aufsaugen soll. Ihr Forschungsschwerpunkt ist ein Framework, das große Vision-Language-Modelle mit schlanken, lernfähigen Algorithmen kombiniert. „Ich untersuche, wie KI Roboter in alltäglichen, chaotischen Umgebungen handlungsfähig macht“, sagt die gebürtige Iranerin, die zuvor an der TU München studiert hat. “Sprachmodelle helfen beim Verstehen, aber entscheidend ist, dass Maschinen auch richtig handeln können.“
Dass sie diese Forschung in der Research Group “AI & Robotics” um Prof. Wolfram Burgard durchführen kann, ist für sie eine einzigartige Chance. „Ich bin vor allem hierhergezogen, umspannende Forschung in der Gruppe um Prof. Burgard zu machen. Allerdings finde ich auch Nürnberg als Stadt wunderschön – die Altstadt, die Cafés, die Atmosphäre“, ergänzt sie.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem großen Netzwerk
Als Netzwerkuniversität mit starker regionaler Verankerung ist die Technische Universität Nürnberg darauf ausgelegt, Disziplinen bewusst miteinander zu verknüpfen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen zusammenzubringen. Mit dem Department Computer Science & Artificial Intelligence unter Leitung von Gründungs-Chair Prof. Dr. Wolfram Burgard bündelt sie ingenieurwissenschaftliche Disziplinen und entwickelt technologische Lösungen für reale Herausforderungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf intelligenter Robotik, semantischem Verstehen und KI-basierter Entscheidungsfindung – stets interdisziplinär gedacht und mit Blick auf gesellschaftliche Relevanz. Neben dem Forschungsschwerpunkt Robotik zählt das Department sieben weitere Research Groups mit Professuren, zum Beispiel für Data Systems, Machine Learning oder Learning Technologies.
Eingebettet in die innovationsstarke Metropolregion Nürnberg, die als EU Regional Innovation Valley ausgezeichnet wurde, mit ihrem dichten Netz aus Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft, entsteht so ein Umfeld, in dem neue Ideen schnell einsatzfähig werden und Talente hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten finden.
Jenseits des Elfenbeinturms: Forschung mit gesellschaftlichem Nutzen
Senior Researcher Dr. Tanja Kaiser erforscht mit ihren Mitarbeitenden, wie mehrere autonome Roboter koordiniert agieren können: „Wir entwickeln Systeme, die gemeinsam Strukturen bauen oder in Notfällen helfen können. Gerade in der Logistik sind solche Roboterteams effizienter als einzelne Roboter. Besonders schätze ich die interdisziplinäre Zusammenarbeit hier und die enge Verbindung zur Praxis. Und als gebürtige Fränkin freue ich mich, in dieser vielfältigen Region forschen zu dürfen. Für mich war es wie Heimkommen – die Natur rund um die Städte, das industrielle Netzwerk…das ist ein starkes Umfeld für Forschung!”
Senior Researcher Dr. Michael Krawetz wiederum kombiniert Sprachmodelle mit visueller Analyse, um Robotern ein kontextsensitives Verstehen ihrer Umgebung zu ermöglichen. „Ich arbeite daran, dass Maschinen ihre Umgebung nicht nur sehen, sondern wirklich begreifen“, sagt er. „An der UTN gelingt das dank kurzer Wege und offener Labore besonders gut. Hier entstehen Kooperationen ganz organisch. Und was ich besonders schätze: Studentische Mitarbeitende sind bei uns nicht nur dabei, sondern ein aktiver Teil des Teams. Sie bringen frische Ideen ein und sind in den Forschungsalltag voll eingebunden.“ Darüber hinaus betont er die Standortqualität: „Ich schätze die gute Anbindung der Region – man ist schnell überall. Und mit Uni-Kooperationen wie mit der FAU in Erlangen entsteht ein tolles akademisches Ökosystem.“
Für Studierende bietet das Department ein Studienumfeld, das Theorie, Anwendung und gesellschaftliche Reflexion miteinander verbindet. In englischsprachigen Studienprogrammen entwickeln sie beispielsweise Kompetenzen in den Bereichen KI, Robotik und kognitives Systemdesign, sei es z.B. durch die Modellierung komplexer Algorithmen, das Design intelligenter Assistenzsysteme oder die ethische Bewertung technischer Entwicklungen. Dabei wird die enge Verzahnung mit aktuellen Forschungsvorhaben aktiv gelebt.
Neben der klassischen Forschung ermöglichen zahlreiche „hands-on“-Formate mit Partnern aus der Region, von mittelständischen Weltmarktführern bis hin zu global tätigen Konzernen, das Gelernte direkt in der Praxis zu erproben. Ob in der industriellen Robotik, im Gesundheitswesen oder in der digitalen Mobilität: Studierende bearbeiten konkrete Problemstellungen in einem Ökosystem, das für Offenheit, Vernetzung und Innovationskraft steht.
Mit seiner offenen Struktur, seiner internationalen Ausrichtung und seiner starken Einbettung in das regionale Innovationsumfeld entwickelt sich die Robotikforschung im Department Computer Science & Artificial Intelligence zu einem zentralen Ort der Zukunftsgestaltung. Hier begegnen sich Menschen, Technologien und Ideen – mit dem gemeinsamen Ziel, die Welt von morgen intelligenter, verantwortungsvoller und lebenswerter zu gestalten.
Mehr dazu:https://www.utn.de/departments/department-computer-science-artificial-intelligence/
