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Loblied

21.10.2017

Ehrung des Künstler des Monats Wolfgang Weser

Wir dürfen Sie herzlich einladen zu unseren Konzerten am

Samstag, 21. Oktober 2017 um 19:30 in Herz Jesu Erlangen

und am

Sonntag, 22.Oktober 2017 um 16:00 in Sankt Klara Nürnberg

 

Genug geklagt.

Wir loben zu wenig. Gründe gibt es.

Unserer Zeit mangelt es am Gutheißen, Wertschätzen oder Für-lieb-Halten, wofür schon das mittelhochdeutsche loben stand.

Wir wollen in unserem Herbstprojekt ein Loblied anstimmen, Sie einladen zu einem vielstimmigen Jubel gegen Pessimismus, Verzagtheit, Lauheit und Gleichgültigkeit.

Im Zentrum des Konzertes stehen die drei neutestamentarischen Cantica majores (hymnische Lobgesänge).

 

Den Lobgesang Marias hören Sie in der Version des Engländers Gilles Swayne (*1946).  Studienreisen führten ihn nach Gambia und in den Senegal, seine Ehefrau stammt aus Ghana – afrikanische Einflüsse sind in seinem ungewohnt heiteren, achtstimmigen Magnificat unverkennbar.

 

Im liturgischen Benedictus zitieren wir den Lobgesang des Zacharias bei der Geburt seines Sohnes Johannes, des Täufers. Eine wahrhaft jubelnde Interpretation hat der Schweizer Frank Martin (1890-1974) in seinem Sanctus aus der Messe für zwei vierstimmige Chöre geschaffen: der festliche, ruhig strömende eucharistische Messteil nimmt rhythmisch Fahrt auf, überrascht mit Wechseln zwischen 5/8- und 6/8-Takten und gipfelt in einem hymnischen Hosanna als Schlusswendung des Benedictus.

 

Mark D. Templetons (*1974) Interesse an alter Musik ist seinem Nunc dimittis, dem Lobgesang des Simeon, nicht nur an den gliedernden gregorianischen Zwischenstrophen, sondern auch an der Imitation polyphoner Satztechniken der frühen Renaissance anzumerken. Das satztechnische Crescendo von Drei- über Sechs- zur Neunstimmigkeit symbolisiert das zunehmende Licht, dessen an Maria Lichtmeß jahreszeitlich und biblisch gedacht wird. Bei der „Darstellung Jesu im Tempel“ preist Simeon Gott mit den Worten: „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, ...., ein Licht, das die Völker erleuchtet.“

 

Eine noch weitaus subtilere Augmentationstechnik wendet Josquin des Prés (1450-1521) in seinem fünfstimmigen „Domine Dominus noster“ an: Dieser Anruf wird im Verlauf der prachtvollen Motette im cantus firmus in den Proportionen 2:3:4:5:6 sukzessive verlängert als ein kompositorisches Symbol für das in der Schöpfung anschwellende Lob Gottes.

 

Unserem Patron stellen wir als weithin unbekannten Vertreter der franko-flämischen Renaissancezeit Pierre de Manchicourt (1510-1564) zur Seite. Der in der Auferstehung triumphierende Christus gilt ihm als Anlass für ein hochvirtuoses „Laudate Dominum, omnes gentes“, das vor polyphoner Lebensfreude überschäumt.

 

Einen besonderen, atmosphärischen, dunkel-mystischen Kontrast stellt dazu der Cherubinische Lobgesang von Krzysztof Penderecki aus dem Jahr 1987 dar.

Wie anders klingen hier ebenfalls gregorianisch anmutende unisono-Linien, wie dunkel  glüht hier das Lob der lebensspendenden Dreifaltigkeit, wie unbedingt verdichtet sich der Anruf, alle irdischen Sorgen von sich zu werfen im Anblick des „von Engelsscharen unsichtbar auf Speeren getragenen“ Königs! Und wie anders interpretiert Penderecki das auch von Manchicourt vertonte „Alleluia“!

 

Ein von uns besonders geschätzter Komponist des 20. Jahrhunderts darf in einem Lob- und Jubelprogramm nicht fehlen: Francis Poulenc ist sogar mit zwei Werken vertreten.

Typische „Poulenc“-Akkorde, rasche dynamische Abstufungen und Wechsel zwischen intimen und raumgreifenden Chorfarben kennzeichnen sein Gloria aus der Messe in G,

während sein „Exultate Deo“ – nach ähnlich fanfarenhaftem Beginn – den Aufruf zur Treue gegen Gott in Psalm 81 zunächst kurzweilig verspielt koloriert, um sich dann nach wiederholten unerhörten Rückungen vom lieblichen Harfenton zum kompakten Klang der Posaune in der Neumondnacht zu steigern.

 

Welche schöne Fügung:

Ein besonderes Lob erreichte unseren künstlerischen Leiter Wolfgang Weser im August

dieses Jahres.  Für seine wertvolle musikalische Arbeit und seinen stetigen Beitrag zum kulturellen Leben in der Region Nürnberg wurde er als Künstler des Monats geehrt. Die Auszeichnung wird vom Forum Kultur der Metropolregion Nürnberg im Rahmen unseres Konzertes am 22.10. 2017 in Sankt Klara verliehen. Wir freuen uns mit ihm und gratulieren ihm zu dieser besonderen Anerkennung.

Ein zusätzlicher Grund zu loben.

 

 

 

 


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