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Mobilitätswandel: Metropolregion Nürnberg setzt mit Mobilitäts- kongress auf Vernetzung und Wissenstransfer

27.04.2018

Kommunen und Unternehmen diskutieren gemeinsam Ansätze der „Mobilität von morgen“ / Beispielhafte zukunftsweisende Projekte vorgestellt

Bei der Eröffnung des Mobilitätskongress (v.l.n.r.): Dr.-Ing. Werner Enser, Geschäftsführer des CNA e.V., Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg und Geschäftsführer Forum Wirtschaft und Infrastruktur, Tim Dahlmann-Resing, Vorstand Technik und Marketing VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (hinten), Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin Metropolregion Nürnberg, Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer IHK Nürnberg für Mittelfranken und fachl. Sprecher des Forum Wirtschaft und Infrastruktur, Prof. Dr.-Ing. Harald Kipke, Technische Hochschule Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Andreas Starke, Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg und Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstandes der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft und der N-ERGIE Aktiengesellschaft, Dr. Michael Hupe, Geschäftsführer Flughafen Nürnberg GmbH und fachl. Sprecher des Forum für Verkehr und Planung, Dr. Peter Pluschke, Umweltreferent Stadt Nürnberg und Geschäftsführer Forum Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Günter Finzel, Stadt Bayreuth und Geschäftsführer Forum für Verkehr und Planung (Foto: Kurt Fuchs/ Metropolregion Nürnberg/ CNA e.V.)

Mobilität wird sich in den kommenden Jahren massiv wandeln. Um diesen Wandel aktiv mitzugestalten, sind am Donnerstag, 26. April 2018, Vertreter aus Politik, Unternehmen und Wissenschaft zu einem Mobilitätskongress in der IHK Mittelfranken zusammengekommen. „Der Mobilitätskongress soll für Aufbruchsstimmung in der Region sorgen“, sagte der Ratsvorsitzende der Metropolregion und Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, Andreas Starke, bei der Begrüßung der Teilnehmer. „In den Bereichen Intelligente Mobilität und Nachhaltige Energiesysteme sind wir in der Metropolregion bereits gut aufgestellt. Die Herausforderung bleibt jedoch, die Innovationen metropolregionsweit auf die Straßen und Schienen zu bringen. Gemeinsam können wir die Metropolregion zum Experimentalraum für Mobilität entwickeln.“

Rund 250 Teilnehmer aus Kommunen und Unternehmen sind zusammengekommen, um Potentiale und Chancen des Mobilitätswandels zu diskutieren und sich auszutauschen. Denn im Alleingang können weder Unternehmen noch Kommunen den Wandel gestalten. Gemeinsam jedoch ergeben die technischen Möglichkeiten und das Wissen der Unternehmen mit den infrastrukturellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der 11 Städte und 23 Landkreise der Metropolregion Nürnberg gute Grundvoraussetzungen.

Den Einstieg ins Thema gab eine Podiumsdiskussion, die den Status Quo und die Herausforderungen des Mobilitätswandels für Politik und Wirtschaft zusammenfasste. Auch die Rolle des öffentlichen Nahverkehrs in der Metropolregion, der Technologie-Wettlauf der Unternehmen und der Beitrag der Wissenschaft wurden aufgegriffen. Nach der Podiumsdiskussion teilten sich die Gäste in vier Fachpanels zu den Themen Intermodaler Verkehr, Neue Fahrzeugkonzepte und Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung auf.

„Die Energie- und Verkehrswende hat viele Gesichter. Mit dem Anspruch einen, möglichst umfassenden Abriss des Wandels darzustellen, bündeln die vier Fachpanel aktuelle Entwicklungen und geben Einblicke in zukunftweisende Projekte“, so der Geschäftsführer des CNA e.V. Dr. Werner Enser.

Intermodaler Verkehr: Wenn Verkehrsträger Reiseketten bilden

ÖPNV, E-Mobilität, Car-Sharing oder Umstieg aufs Rad? Fortbewegungsmittel gibt es viele und bei der Frage, welcher Lösungsansatz den verkehrspolitischen Herausforderungen im Spannungsfeld von Klimaschutz, Stadt- und Raumverträglichkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit am Ehesten gerecht wird, scheiden sich die Geister. Einig sind sich die Referenten des Panels jedoch, dass die bessere Vernetzung der Verkehrsträger (Stichwort: Intermodalität) zukunftsweisend ist. Das Ziel besteht darin, das vorhandene Mobilitätsangebot so miteinander zu verknüpfen, dass möglichst wenige Brüche in der Mobilitätskette entstehen. Dies gelingt durch eine engere partnerschaftliche Zusammenarbeit der Verkehrsträger und Verkehrsunternehmen. Smartphones werden dabei zu Navigationsgeräten der Mobilität, indem sie die Angebote der Verkehrsträger verbinden.

Der VGN setzt hier mit dem Pilotprojekt „P+R 4.0“ an, das Park- und Fahrplaninformationen in Echtzeit erzeugt und diese Informationen über Infoanzeigen, eine App und über Navigationsgeräte Autofahrern zur Verfügung stellen soll.

Neue Fahrzeugkonzepte und Infrastruktur

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte – und mit ihnen auch eine steigende Zahl an Autos. Das führt zu schlechterer Luftqualität und verstopften Innenstädten. Ein Trend, der sich in Zukunft noch verstärken wird. Eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken, ist das Verkehrsmittel Fahrrad für den Nutzer attraktiver zu machen. Dies ist sowohl durch die technische Aufwertung und Weiterentwicklung möglich (Pedelec) als auch durch Investitionen in die Fahrrad- Infrastruktur – wie z.B. durch den Ausbau von Radwegen, Radschnellwegen, den Bau von Fahrradparkhäusern an Verkehrsknotenpunkten, Ladestationen für Pedelecs oder durch besseren Zugang zu Leihrad-Systemen. In der Region ist zum Beispiel der Bau von Radschnellwegen auf der Städteachse Nürnberg-Erlangen konkret in Planung, um den steigenden Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden.

Neue Mobilitätskonzepte sind allgemein gefragt – auch in der Elektromobilität, die ganz neue Wege der Fahrzeugkonzeption ermöglicht. Neben den technischen Herausforderungen, wie Leichtbaulösungen und der Nutzung von Fahrzeugoberflächen für die Kommunikation mit dem Umfeld, bietet sie viele Chancen für neue Ideen und Unternehmen.

Nachhaltigkeit: Sektorenkopplung von Mobilität und Energie
Die Diskussion um emissionsarme Antriebsformen als Alternative zum Verbrennungsmotor polarisiert bisher, da E-Mobilität noch mit Einschränkungen verbunden ist. Herausforderung ist, die Potenziale der regionalen Wertschöpfung mit einzubeziehen, etwa durch Ausbau der Lade- und Speicherinfrastruktur, durch Anlagen für Eigenstromproduktion oder durch Strommanagementsysteme.

Neben der batterieelektrischen Mobilität wird auch die Wasserstoffmobilität mit Brennstoffzellenfahrzeugen an Bedeutung gewinnen. Wasserstoff ist wegen seiner hohen Energiedichte ein

idealer Energieträger, der bereits heute große Reichweiten ermöglicht. Er ist auch ein idealer Energiespeicher vor allem für Überschussstrom, mit dem über die Elektrolyse Wasserstoff produziert werden kann. Zur Speicherung des Wasserstoffes in organischen Stoffen wird ein richtungsweisendes Forschungsprojekt in der Region gestartet, an dem Siemens und das bereits etablierte Start-Up-Unternehmen Hydrogenius beteiligt sind.

Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche, so auch die Mobilität. Apps und Plattformen vernetzen die Mobilitätsangebote und bieten Echtzeitinformationen, On-Demand-Funktionen

oder E-Ticketing und stärken dabei die Multi- und Intermodalität. Das assistierte Fahren entwi-ckelt sich zum autonomen Fahren weiter, neue Liefer- und Versorgungssysteme erleichtern und bereichern den Alltag – es wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann.

Der Mobilitätswandel wird insbesondere durch autonomes Fahren einen Quantensprung erleben, bei dem die Grenzen zwischen dem individuellen und öffentlichen Verkehr schwinden. Städte finden neue Ansätze zur Entlastung beim fließenden und ruhenden Verkehr, dem ländlichen Raum eröffnet der Wandel zum Beispiel neue Versorgungsmöglichkeiten mit Produkten und Angeboten der Region. Das Forschungsprojekt „Digitales Dorf“ der Steinwald-Allianz setzt hier an: Kern des Projekts stellt die Entwicklung einer digitalen Plattform dar, die Kunden, Betreiber und Erzeuger stärker miteinander vernetzt, Daten austauscht und Touren eines Verkaufsfahrzeugs in Ortsteile ohne Nahversorgungseinrichtungen plant.

Neben den vier Themenpanels boten Informationsstände im Ausstellungsbereich den Besu-chern die Möglichkeit, mehr über Services und Produkte von Unternehmen und Verbänden in der Metropolregion Nürnberg zu erfahren, die im Bereich Mobilität aktiv sind. Die Kommunen präsentierten im Rahmen einer Posterausstellung vorbildliche Mobilitätsprojekte aus ihren Regionen. Diese reichen von E-Transportern in Oberfranken über mobile Radständer für Großveranstaltungen in Nürnberg bis hin zu einem mobilen Dorfladen in der Steinwald-Allianz. Eine Übersicht aller Mobilitätsprojekte aus der Region finden Sie unter www.mobilitätskongress.de unter Fachausstellung und Projektposter.

Zudem wurden innovative Fahrzeuge, die bereits in der Region eingesetzt werden, vorgestellt: Der E-Bus der VAG, ein Lastenrad und der elektronisch betriebene Street-Scooter, mit dem die Bäckerei Der Beck bereits Lieferungen in den Stadtgebieten Nürnberg – Erlangen – Fürth ausfährt. Zudem stellte Toyota den Teilnehmern zwei Elektroautos mit Wasserstoffantrieb vor.

Wie geht es weiter? Die Impulse des Kongresses und Anliegen des Forums Verkehr und Planung der Metropolregion werden nach Berlin getragen und im Bundesverkehrsministerium platziert. Der Ministeriumsbesuch findet im Rahmen des Besuchs der Metropolregion Nürnberg am 27. Juni in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin statt.

Der Kongress wurde von der Metropolregion Nürnberg unter Federführung des Forums Verkehr und Planung gemeinsam mit der Kompetenzinitiative Center for Transportation and Logistics Neuer Adler (CNA e.V.) veranstaltet.

Weitere Infos unter: www.mobilitätskongress.de


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