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Handgeformte Unikate aus Porzellan

21.11.2019

Die Jury des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg hat die Keramikerin Maria Raab aus Coburg zur Künstlerin des Monats November der Metropolregion gewählt

Maria Raab: „Porzellan berührt die Menschen. Die Leichtigkeit des Porzellans ist wie ein schöner Augenblick, seine Anmut begleitet und fasziniert mich“, Bildrechte: Maria Raab

Die in Coburg lebende Keramikerin Maria Raab fertigt poetisch anmutende Gefäße aus feinstem Limoges-Porzellan. Auf den ersten Blick wirken ihre kleinen Schälchen, Untersetzer, Teelichter und Becher äußerst zerbrechlich. Doch ungeachtet ihrer dünnen Wandung sind sie aufgrund der Materialeigenschaften sehr widerstandsfähig und gebrauchserprobt. Maria Raab sagt, dass Porzellan das schwierigste keramische Material sei. Es erfordere Erfahrung und Geduld und verlange die ganze Aufmerksamkeit, Konzentration und Voraussicht. Da Porzellan kaum plastische Anteile besitzt, ist es während des Arbeitsprozesses sehr zerbrechlich.

Die in einem komplexen Gießverfahren hergestellten Schalen und Gefäße sind allesamt handgeformte Unikate. Besondere Akzente werden durch blaue Ränder, kreisförmige Ornamente sowie Vergoldungen gesetzt. Bisweilen werden auch Stoffe und Papiere in den noch feuchten, teilweise pastellartig eingefärbten Ton gedrückt, um feine Reliefstrukturen zu erzeugen. Gerade die dünne Materialstärke, die an Eierschalen erinnert, ermöglicht besondere Effekte in Verbindung mit Licht.

Maria Raab, geboren 1961 im schwäbischen Mindelaltheim, hat eine klassische keramische Ausbildung durchlaufen. Nach der Staatlichen Berufsfachschule für Keramik in Landshut und der Fachschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen legte sie 1984 ihre Meisterprüfung ab und betreibt seitdem mit großer Hingabe eine eigene Werkstatt. Seitdem hat sie auch an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. In gut vierzig Jahren hat sie mit allen keramischen Materialien gearbeitet, sich seit geraumer Zeit aber ganz der Königsdisziplin, dem Porzellan verschrieben.

Interessierte können vom 2. bis zum 21. Dezember nach vorheriger Anmeldung die Weihnachtsausstellung im offenen Atelier von Maria Raab in Coburg besuchen. Informationen unter www.mariaraab-porzellan.de.

Arbeiten von Maria Raab können im Atelier der Künstlerin, im Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental und bei Denk Keramische Werkstätten in Neershof bei Coburg erworben werden.

Weitere Informationen zum Projekt „Künstler des Monats“ der Metropolregion Nürnberg gibt es hier.

Text und Laudator: Dr. Sven Hauschke, Direktor der Kunstsammlung Coburg