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Bundesweites Pilotprojekt FiftyFifty Taxi-App in Landkreisen Lichtenfels und Kulmbach

22.06.2018

Am 1. Juli 2018 startet das Pilotprojekt FiftyFifty Taxi App in den Landkreisen Lichtenfels und Kulmbach. Jugendliche melden sich in einer Smartphone-App an und müssen nachts nur die Hälfte für eine Taxi-Fahrt zahlen. Die Aktion soll eine Alternative zu Diskobussen sein und Sicherheit für Jugendliche bieten.

Am 1. Juli 2018 startet das bundesweite Pilotprojekt FiftyFifty Taxi App in den Landkreisen Lichtenfels und Kulmbach (Oberfranken). Damit wird mit Hilfe der Digitalisierung das seit Jahren in Lichtenfels laufende und in vielen deutschen Kommunen praktizierte Jugendschutzprojekt auf völlig neue Beine gestellt.

Gestartet vor rund 15 Jahren zur Verhinderung von alkoholbedingten Freizeitfahrten, hat sich das FiftyFifty Taxi Projekt zu einem wichtigen Bestandteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in ländlichen Räumen entwickelt. Landrat Christian Meißner, Lichtenfels betont:
„Das von meinem Vorgänger im Amt initiierte Projekt hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten zum Renner unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt. Die Übernahme von 50 Prozent der Kosten für die Taxifahrten der 16- bis 27-jährigen Landkreisbürger an Wochenenden im Landkreis hat im vergangenen Jahr dem Landratsamt rund 100.000 € gekostet. Ein wie ich meine sinnvoll angelegter Betrag, um Verkehrsunfälle zu vermeiden. Nun war es jedoch Zeit, das System auf neue zeitgemäße Beine, für das Smartphone und einer App, zu stellen.“

Kooperation zur Optimierung des ÖPNV-Angebotes

Gemeinsam entwickelten die beiden oberfränkischen Landkreise Kulmbach und Lichtenfels die neue App-Lösung, da auch Kulmbach entsprechenden Bedarf beim Freizeitverkehr erkannt hat. Landrat Klaus Peter Söllner, Kulmbach, erläutert:
„Der Landkreis Kulmbach erstellt derzeit seinen Nahverkehrsplan neu und wird mit der FiftyFifty Taxi App den Jugendlichen, nach der Einstellung der Discobusse, ein neues, modernes und sicheres Angebot als Ersatz für den Freizeitlinienverkehr machen. Auch im Hinblick auf den Hochschulstandort und Campus Kulmbach mit zusätzlich geplanten 1.000 Studenten ab 2020 ist die Einführung des FiftyFiftyTaxi für uns von großer Bedeutung.
Vor der Freischaltung für die Öffentlichkeit starten wir im Landkreis Kulmbach mit den Verkehrsunternehmen ab 01.07.2018 eine 3- monatige interne Einführungs- und Testphase.“

Diese interkommunale Kooperation hat auch die Regierung von Oberfranken überzeugt. Sie bezuschusst diese interkommunale Zusammenarbeit mit rund 85 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Im Rahmen dieser innovativen Zusammenarbeit wird die Optimierung des ÖPNV-Angebotes für die Bürger vorangetrieben. Im Nahverkehrsplan der Landkreise (Lichtenfels seit 2016, Kulmbach ab 2018) wird das FiftyFifty Taxi Projekt zur Verbesserung des ÖPNV im ländlichen Raum an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen zwischen 21 und 5 Uhr eingesetzt.

Innovation: e-Government-Projekt mit bundesweitem Vorbildcharakter

Bundesweit gibt es unseres Wissens derzeit keine andere Behörde, die eine vergleichbar sichere und innovative Smartphone-Lösung anbietet, in der die elektronische Erkennungsfunktion (eID-Funktion) des Personalausweises mit Smartphone-Funktionen (NFC, GPS), offline-prüfbaren digitalen Signaturen und BSI-zertifizierten Cloud-Infrastrukturen kombiniert. Die technologischen Grundlagen der Lösung basieren auf Ergebnissen von einschlägigen nationalen und internationalen Forschungsprojekten.

Diese höchst innovative Smartphone-Lösung bringt eine Reihe von Vorteilen für die Taxi-Nutzer, -Fahrer sowie für die Verwaltungen. Die Zielgruppe des Fifty-Fifty Taxi Projekts, nämlich die 16- bis 27-Jährigen, können mit ihren Smartphones die neue App herunterladen, aktivieren und dann schon das gewünschte Taxi bestellen. Die Taxifahrer, ebenfalls ausgestattet mit einem Smartphone, nehmen den Fahrtwunsch elektronisch entgegen, bestätigen am Ende ebenfalls digital die Fahrt und kassieren den halben Fahrpreis.

Die Abrechnung des „restlichen“ halben Fahrpreises erfolgt medienbruchfrei in den jeweiligen Landratsämtern – also alles online und papierlos.

Mit der in Deutschland neuen und erstmals programmierten App wird eine einfache und vollautomatische elektronische Mobilitätskette von der Registrierung der Kunden, der Fahrtenbestellung, der Fahrtendokumentation, bis hin zur Abrechnung der Verwaltung mit den Taxiunternehmern ermöglicht. Daher gilt dieses Projekt auch als gutes Beispiel für e-Government-Lösungen, bei der die eID-Funktion des Personalausweises eine sinnvolle Anwendung findet.

Regionalität: Beweis für leistungsfähige Unternehmen und Verwaltungen im ländlichen Raum

Das FiftyFifty Taxi Projekt wurde erstmals im Jahr 2002 im Landkreis Lichtenfels eingeführt, damals schon mit der Möglichkeit, über das Internet die benötigte Berechtigungskarte zu beantragen – also papierlos. Aufgrund des technologischen Wandels und der „allgemein verfügbaren“ Smartphones sollte nun eine zeitgemäße Lösung gefunden werden. Nach öffentlicher Ausschreibung wurde ein regional ansässiges IT-Unternehmen ausgewählt, das sowohl die Realisierung mit Smartphones auf höchstem technologischem Niveau als auch die Sicherheitsaspekte der neuen App mit durchgehendem Workflow bewerkstelligte. Im Marketingbereich konnte ebenfalls auf regionale Kompetenz zurückgegriffen werden – bis hin zu der Erstellung eines Kinospots www.lkr-lif.de/landratsamt/oepnv-bahn-und-bus/fifty-fifty-taxi-projekt/6154.Teilnahmebedingungen-und-weitere-Informationen.html

Hintergrund Taxi App FiftyFifty:

Von 2002 bis 2017 wurden im Landkreis Lichtenfels mehr als 160.000 Fahrten durchgeführt und rund 490.000 Personen befördert. Damit waren durchschnittlich drei Fahrgäste je Fahrt gemeinsam unterwegs, der Preis pro Taxifahrt lag durchschnittlich bei 16,66 Euro.

Insgesamt bezuschusste der Landkreis das Fifty Fifty Taxi-Projekt in diesen 16 Jahren mit mehr als 1,33 Mio. Euro, d.h. dass das Projekt beim heimischen Taxigewerbe einen „zusätzlichen“ Umsatz von rund 2,67 Mio. Euro generierte.

Der Landkreis selbst bezuschusste jede Fahrt pro beförderte Person somit mit 2,73 Euro. Das ist ein Wert, der jedem Vergleich im ÖPNV standhält, insbesondere gemessen an dem Mehr an Verkehrssicherheit, dass das FiftyFifty Projekt bringt.


 
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