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Bildhauer Franz Weidinger ist Künstler des Monats Mai

23.05.2019

Die Jury des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg hat Franz Weidinger zum Künstler des Monats Mai der Metropolregion gewählt

Franz Weidinger, 1966 in Neumarkt i.d.OPf. geboren, verließ schon mit 15 Jahren sein Elternhaus, um auf der Berufsfachschule für Holzschnitzerei in Berchtesgaden eine Ausbildung zu absolvieren, denn Holz und Figur lagen schon immer in seinem bildnerischen Interesse. Nach einigen Jahren in diesem Beruf studierte er an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg Bildhauerei bei Prof. Wilhelm Uhlig, der ihn zu seinem Meisterschüler ernannte und schloss das Studium bei Prof. Tim Scott ab. Bis heute widmet sich der Künstler stringent der menschlichen Figuration und wurde bekannt für seine minutiösen, kleinformatigen Arbeiten.

Seit 1997 stellte er seine Arbeiten im In-und Ausland (Italien, Frankreich, Mazedonien, Österreich und Polen) in Einzelschauen aus und beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen. Sein Renommee, seine Seriosität und die Qualität seines Werks eröffnete ihm die Mitgliedschaft bei der Künstlergruppe Der KREIS, der er seit 2000 angehört. 2017 erhielt er für sein künstlerisches Schaffen den Kulturpreis der Stadt Neumarkt i.d.OPf. Er lebt und arbeitet in Kleinalfalterbach und Montecchio, Umbrien.

Grundlage seiner Skulpturen ist die Aktzeichnung vor Modell. Diese Zeichnungen dienen Franz Weidinger als Überlegungen zur Findung seiner Formen, mit denen er den Körper des Menschen in klassisch figurativer Bildhauerei interpretiert. Auf der Spitze von Stäben und Stelen (Reihe „offene Räume“), leicht erhöht für den Betrachter, zeigt der Bildhauer Einzelfiguren oder Figurenpaare, letztere mit architektonischen Fragmenten, und deren Interaktion mit dem Raum. Durch dies Darstellung im kleinen Format modifiziert der Künstler die Idee der lebensgroßen Figur und schafft eine gleichwertige Präsenz. Auch finden sich in seinem Werk Wandarbeiten und die „Bücher“, die er aus einem Block sägt. Auf kleinster Fläche zeigen sich bis zu fünf Figuren, die in reizvollen Ein-und Durchblicken Impressionen von Menschen geben – teils von berühmten wie Amy Winehouse oder Conrad Wilhelm Röntgen. Diese Reihe birgt weitere Inspirationsquellen Weidingers, Kulturgeschichtliches oder Orte, die er erzählerisch interpretiert.

Er verwendet durchwegs einheimische Hölzer, wie Eiche, Nussbaum, Pappel, Obstgehölz etc. und scheut trotz diffizilster Handhabung der kleinen Figuren nicht die Härte des Materials. Keines der Werke ist geglättet, weder Stele noch Figuration. An den groben wie feinen Spuren der Bearbeitung lässt sich beobachten, worum es Franz Weidinger geht: Die künstlerische Formfindung und deren Erscheinung im menschlichen Körper, dem er behutsame Gesten verleiht.

Barbara Leicht