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Acht Millionen für nachhaltige Beschaffung

19.07.2019

Ratsmitglieder der Metropolregion verabschieden Pakt zur nachhaltigen Beschaffung in den Kommunen der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Bei der 34. Ratssitzung der Metropolregion Nürnberg stellten 24 Kommunalpolitikerinnen und
–politiker am Freitag, 19. Juli im Neuen Rathaus von Weiden die Weichen für die Arbeit der Metropolregion im kommenden Jahr. Der Ratsvorsitzende und Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, Andreas Starke, freute sich über die Fülle und Qualität der Projekte. Der 13. Wissenschaftstag, der im Anschluss an die Sitzung startete, sei das beste Beispiel für die Agilität der Region bei Zukunftsthemen. Große Zustimmung fand der Vorschlag zum Ausbau der fairen Beschaffung. 56 Kommunen und Landkreise, 70 Schulen und 6 Hochschulen tragen aktuell einen Fairtrade-Titel und gestalten durch ihr Engagement die Faire Metropolregion. Dennoch hat eine Umfrage ergeben, dass nur 28 Prozent der Kommunen faire Produkte beschaffen und per Beschluss Sozial- und Umweltstandards bei Anschaffungen berücksichtigen. Das wollen die Kommunen ändern. Mit dem „Pakt zur nachhaltigen Beschaffung in den Kommunen der Europäischen Metropolregion Nürnberg“ beschlossen sie, dass 2020 acht Millionen Euro in die Beschaffung fairer Produkte fließen soll.

Die Kommunen erklären sich damit bereit, entsprechende Stadt-, Gemeinderats- und Kreistagsbeschlüsse sowie verbindliche Beschaffungsleitlinien für nachhaltige Produkte zu prüfen. Bisher sind für viele Verwaltungen Beschaffungsverfahren ein komplexes Thema, es fehlen Information und Erfahrungswissen. Dabei gibt es in der Region bereits viele gute Beispiele. „Hier kommt die öffentlich geförderte Entwicklungsagentur Faire Metropolregion ins Spiel, die den Kommunen bei der Beschaffung beratend zur Seite stehen soll und die bisherigen Erfahrungen bündelt“, erläutert Thomas Thumann, politischer Sprecher des Forums Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung und Oberbürgermeister der Stadt Neumarkt. „Hier soll auch erhoben werden, ob die Beschaffungsziele von acht Millionen Euro erreicht werden oder gar nach oben korrigiert werden können.“ Unterzeichnet wird der Pakt am 1. Oktober 2019 beim 1. Fair Trade Gipfel der Metropolregion Nürnberg in Bamberg.

Ebenfalls auf der Agenda der Ratssitzung: Die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 der Stadt Nürnberg. Durch die Abgabe von Absichtserklärungen haben bereits 18 Gebiets-körperschaften aus der Metropolregion ihre Unterstützung und Beteiligung zugesagt, darunter die Städte Amberg, Bamberg, Erlangen, Fürth und Schwabach sowie die Landkreise Roth, Hof, Wunsiedel und Nürnberger Land. Bis zum 25. Juli können noch weitere Erklärungen abgegeben werden. Prof. Hans-Joachim Wagner, Leiter des Bewerbungsbüros, möchte möglichst alle im Rat vertretenen 23 Landkreise und 11 kreisfreien Städte mit mindestens einer Absichts-erklärung im Boot haben: „Unser Ziel ist es, das größte und bedeutendste Kulturprojekt der nächsten Jahre in Deutschland in die Metropolregion zu holen. Für die beteiligten Kommunen bedeutet das nicht nur internationale Aufmerksamkeit, Steigerung der kulturtouristischen Attraktivität, sondern auch das engere Zusammenwachsen im Kulturraum der Metropolregion.“

In der Ratssitzung wurde ebenfalls beraten, welche Projekte 2020 in der Metropolregion umgesetzt werden. Als Großveranstaltung wurde die 3. Klimaschutzkonferenz der Metropolregion Nürnberg vom Rat bewilligt, die am 13. Februar in Bayreuth stattfinden soll. Dort werden Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele im Rahmen des Klimapaktes der Metropolregion Nürnberg priorisiert. Bereits etablierte Formate wie die Tourismusbörsen „Fernweh ganz nah“, das Symposium der Kultur- und Kreativwirtschaft, der Gemeinschaftsstand der Metropolregion auf der Immobilienleitmesse Expo Real oder der Wissenschaftstag werden auch 2020 fortgeführt. Zudem gab es Informationen zum Strategieprozess der Metropolregion 2030. Im Rahmen des Modellvorhabens MORO „Lebendige Regionen“ werden 2019 und 2020 die Ziele und Organisationsstrukturen zukunftsfähig ausgerichtet. Alle Akteure der Metropolregion Nürnberg, die den strategischen Rahmen für die nächsten 10 Jahre mitgestalten wollen, sind zur Metropolkonferenz am 27. September in Bad Windsheim eingeladen.

Im direkten Anschluss an die Ratssitzung besuchten die Landräte und Oberbürgermeister den Wissenschaftstag der Metropolregion in der Max-Reger-Halle Weiden zum Motto „Gateway Ländliche Räume“.