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Verbunden mit Natur und Heimat

Platz für Einzigartige – Schon mal von der Großen Hufeisennase gehört? In Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach hat die seltenste heimische Fledermausart sogar ein eigenes Haus. Als Gebietsbetreuer ist Rudi Leitl für das in Deutschland einzigartige Artenschutzprojekt verantwortlich. Dazu gehört auch das Rote Höhenvieh, eine spezielle Rinderart, die extra für die Fledermäuse zum Grasen in den Wald getrieben wird. Nicht das Einzige, was erstaunt, im Leben des Rudi Leitl.

Nach einem Jahr war Rudi Leitl der Trubel der Großstadt zu viel. Er brach sein Lehramtsstudium in Regensburg ab, ließ den Lärm und Beton hinter sich und baute sich in der Stille des Waldes eine Blockhütte. Dort lebte er, fernab der Zivilisation, ganz verbunden mit der Natur – bis er merkte: „Um wirklich Mensch zu sein, braucht man schon auch andere Menschen.“ Also ist Rudi wieder zurück in die Zivilisation, hat zunächst eine Lehre zum Bauzeichner abgeschlossen und später noch ein Studium der Forstwissenschaften in München. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck arbeitet er nun in einem Beruf, in dem er seine tiefe Verbindung zur Natur ebenso ausleben kann wie seine Verbundenheit zur Heimat: als Gebietsbetreuer für verschiedene Schutzgebiete und -projekte im Amberg-Sulzbacher Land. So wie das weit über die Region hinaus bekannte „Fledermaushaus“.

Eine wirklich einzigartige Attraktion

Das denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble befindet sich in Hohenburg am Rande des Naturparks Hirschwald. Den Namen hat es durch seine Bewohner bekommen: die Großen Hufeisennasen. 1992 wurde die seltene Fledermausart in dem alten Fachwerkstadel entdeckt, eine zoologische Sensation. Alljährlich kommen hier die Hufeisennasen-Mütter zusammen, um ihre Jungen sicher zur Welt zu bringen und aufzuziehen. Die Kolonie in Hohenburg gilt als die letzte in ganz Deutschland.

Irgendwann drohte das lange leerstehende Gebäude einzustürzen. Von 2009 bis 2011 gelang die aufwändige Sanierung, vor allem dank der Mittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Als Fledermausexperte mit bautechnischer Erfahrung war Rudi Leitl zunächst mit der Bauleitung beauftragt. Die Sanierung war aber erst der Anfang. Schließlich brauchen die Hufeisennasen auch geeignete Jagdlebensräume. Diese werden nun über ein EU-Life-Projekt geschaffen. Heute ist Rudi als Gebietsbetreuer und Life-Projektmanager für die Großen Hufeisennasen zuständig. Je länger er sich mit den Tieren beschäftigt, desto mehr faszinieren sie ihn. Und umso mehr liegt ihm am Herzen, dass die Art erhalten bleibt.

Dafür muss auch die natürliche Nahrungskette der Fledermäuse aufrechterhalten werden. Hier kommt das Rote Höhenvieh ins Spiel, eine Rinderrasse, welche schon früher die Region geprägt hat. Der Dung von Weidetieren ist der perfekte Nährboden für die Insekten, die von der Großen Hufeisennase gefressen werden. So kommt es, dass in der Gegend wieder mehr Rinder grasen; auf den Talwiesen der Lauterach genauso wie im Wald auf dem ehemaligen Hutanger von Hohenburg.

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Rudi Leitl
  • geboren in Schnaittenbach
  • lebt in Amberg
  • Gebietsbetreuer für Schutzprojekte im Amberg-Sulzbacher Land

Dieser natürliche Kreislauf hat positive Nebeneffekte: Die schöne Jura-Landschaft wird erhalten und zugleich vorzügliches Rindfleisch erzeugt. So passt das Projekt auch perfekt zur Metropolregion Nürnberg mit ihrem Label „Original Regional“. Denn das fördert den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften, ebenso wie den ortsnahen Vertrieb regional erzeugter Lebensmittel.

Wichtig ist Rudi Leitl, dass die Menschen die Schönheit und Einzigartigkeit ihres Landkreises wahrnehmen und zu schätzen wissen. „Im Team“ mit den Großen Hufeisennasen gelingt es ihm, bei seinen regelmäßigen Führungen durchs Fledermaushaus Begeisterung zu wecken. Vor allem die Hohenburger identifizieren sich inzwischen stark mit ihren fliegenden Mitbewohnern. So haben die Kirwaburschen zuletzt ihren Kirwabaum mit Fledermäusen geschmückt. Die Tiere sind schließlich einzigartig in ganz Deutschland. Und ihr „Fledermaus-Rudi“ ebenso.

Der perfekte Mittelpunkt zum Leben

Aber hat nicht auch jemand wie er irgendwann genug von der Natur? Da kann Rudi Leitl nur lachen. Auch privat genießt er die Landschaften rund um Jurasteig und Wacholderwanderweg, die der Landkreis Amberg-Sulzbach bietet. Und wenn Rudi mal Lust hat auf das Kontrastprogramm der Großstadt, muss er nicht weit fahren. Sein Landkreis hat innerhalb der Metropolregion Nürnberg die perfekte Lage: „Tief in der Natur, aber auch ganz nah am Stadtleben.“

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Fledermaushaus Hohenburg

Es ist die letzte Wochenstube der Großen Hufeisennase in ganz Deutschland. Seit ihrer Entdeckung im Jahr 1992 in Hohenburg im Lauterachtal wird sie streng geschützt, damit die hoch bedrohten Fledermäuse überleben.

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Die Regionalkampagne Original Regional ist ein Zusammenschluss aus 28 Regionalinitiativen, in denen rund 1.500 Direktvermarkter und Erzeuger aus der Metropolregion Nürnberg organisiert sind.Mit Original Regional fördern wir die Vielfalt regionaler Spezialitäten und Produkte. Ziel ist die Stärkung der regionalen Identität, die Sicherung gewachsener Kulturlandschaft und des Brauchtums. Regional erzeugte Lebensmittel und Produkte erhalten die hohe Lebensqualität in der Region.

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