German
   
Sie befinden sich hier: Startseite > Projekte > Laufende Projekte > Künstler des Monats

„Künstler des Monats“ der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Um die künstlerisch-kreative Potenz der Metropolregion öffentlich sichtbar zu machen, wird seit Mai 2010 jeden Monat ein „Künstler des Monats“ der Presse vorgestellt. Die Idee für die Vorstellung eines „Künstlers des Monats“ stammt aus dem Forum Kultur.

Zur Gruppe der nominierbaren Künstler zählen Einzelpersonen, Paare, Gruppen, die professionell oder semiprofessionell im Kunstsektor tätig sind. Hierbei kommen alle Sparten der künstlerischen Äußerung in Betracht. Voraussetzung für die Wahl sind nicht akademische, künstlerische Biografien, auch nicht internationale Erfolge oder Preise, sondern der Beitrag zum kreativen Profil der Metropolregion als „Heimat für Kreative“.

Prinzipiell sind Künstler aller Altersgruppen, aller kreativen Techniken und nur denkbaren Ausdrucksformen geeignet, um in den Focus der größeren publikumswirksamen Aufmerksamkeit zu gelangen.

Monat für Monat soll aus allen geografischen Teilen der Metropolregion Nürnberg eine Künstlerin oder ein Künstler (bzw. Gruppierung) die Chance erhalten, publikumswirksam vorgestellt zu werden.

Weitere Informationen zu „Künstler des Monats".

 

Bisherige Künstler des Monats

August 2016: Helmut Haberkamm

Helmut Haberkamm Vielschichtig, kreativ, bodenständig so könnte man Helmut Haberkamm beschreiben. Der „Jäger des verlorenen Wort-Schatzes“  (NN), der „Sprachkomponist“, der die grobe Mundart „virtuos zum Klingen bringt“ (Fränkische Landeszeitung).

„Ich suche das Universelle im Provinziellen“

Helmut Haberkamm geboren im mittelfränkischen Aischgrund, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in Erlangen und in Swansea (Wales). Seit 2001 ist er am Gymnasium in Spardorf. Mit „Frankn lichd nedd am Meer“ erscheint sein Debütband 1992.

Die 90er Jahre sind für ihn der Beginn einer äußerst produktiven Zeit. Übersetzungen englischer Songs ins Fränkische, Mundartlyrik, Theater- und Musicalstücke, Hörspiele und –bücher, Bildbände, Essays, regelmäßige Beiträge für den Bayerischen Rundfunk gehören hierzu.

Von Anfang an begleiten ihn Anerkennungen und Preise: Bayerischer Kulturförderpreis, Kulturförderpreis der Stadt Erlangen, Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken, Förderpreis der 20. Bayerischen Theatertage, IHK Literaturpreis, Frankenwürfel.

Helmut Haberkamm ist ein Netzwerker in Sachen Kultur für die Metropolregion: Für seine fränkischen Theaterstücke mit Durchschlagkraft kreuzen sich die Wege mit Schauspieler, Künstler, Puppenspieler, Musiker einerseits, mit Regisseuren, Schriftstellerkollegen, Fotografen, Grafikern und Maler anderseits.

Mit „Gfräbda Spoozn“, Theaterprojekt Schellhammer (1996) im Theater Erlangen, beginnt er für Schauspieler Winni Wittkopp mit dem Stückeschreiben für „hiesige“ Künstler. In „No women, No cry – Ka weiber, Ka gschrei“  und die „Schuddogogerer" treffen fränkische Seelen auf fränkische Sprache erfolgreich in fränkischen Theatern. Präsent u.a. durch Stefan Kügel am Figurentheaterfestival mit „die g´schenkte Stund“ und mit dem „Frankenhasser“ folgt dann durchschlagender Erfolg am Staatstheater Nürnberg. 

Eine tragende Rolle in seinem bisherigen Schaffen spielt die Musik: Angefangen bei „Frankn lichd nedd am Meer... und mehr und mehr“ präsentiert er mit CD und live seine Mundartgedichte musikalisch unterstützt von Ralf Bauer und der Obersteinbacher Blaskapelle. Auch musikalisch verbinden ihn lange Jahre mit Winni Wittkopp, der ihm bei „Barfißi auf der Herdplattn“ Texte von Helmut Haberkamm einsetzte. Aktuell die Skinny Winni Band, die seit 2013 besteht.

Wie bodenständig und eng verbunden er mit seiner Region ist, zeigen Projekte wie das Dachsbacher Wort-Schatz-Kästla  „Backwerk und Mundart vom Feinsten“.

Der Schriftsteller arbeitet in ihm und auch hier findet sein künstlerischer Anspruch und seine Kreativität die entsprechende Entwicklung: Man darf gespannt sein auf seinen ersten Roman "Das Kaffeehaus im Aischgrund". Eine historisch-literarische Geschichte, die sich von 1840 bis 1940 abspielt.

Goggern Sie gerne in dem umfangreichen Werk von Haberkamm unter www.helmuthaberkamm.de und www.edzerdla.de 

Die Jury des Forums Kultur kürt ihn zum Künstler des Monats August 2016. Er ist der produktive künstlerische Netzwerker unserer Metropolregion, und zeigt auf künstlerischen hohem Niveau was in und im Franken entdeckt werden kann.

Text: Ruth Kiefer
Freie Theaterwissenschaftlerin und Publizistin // Jurymitglied 

 

Impressum und Kontakt:
Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de 
kultur@metropolregion.nuernberg.de 

www.metropolregion.nuernberg.de

Juli 2016: Torsten Goods

Torsten Goods, Gitarrist

 

 

Der Künstler Torsten Goods vereint mehrere Gaben in einer Person. Viele Musikbegeisterte kennen den Sohn einer irischen Mutter und eines deutschen Vaters hauptsächlich als begnadeten Gitarristen und Sänger, der schon in jungen Jahren seine Karriere zielstrebig anging und von führenden internationalen Musikern als großartiger Newcomer und auffällig virtuoses Talent gefeiert wurde. Die Wurzeln für diese Erfolge lagen bei Torsten Goods schon in dessen Kindheit und Jugend. Der in Düsseldorf geborene und in Erlangen aufgewachsene Musiker, nahm viele sich darbietende Chance an, um sein Können zu bereichern und seine Fortschritte in gezielte Bahnen zu lenken. Liest man dessen Biographie, so unterstreicht er selbst wie ihn die Erlanger Jazz Workshops (Organisator: Rainer Glas), insbesondere die Arbeit mit dem Star-Gitarristen Peter O-Mara inspiriert und auf den Weg gebracht haben. Torsten Goods Ausnahmetalent wurde denn auch früh belohnt. So wurde er im Alter von 19 Jahren Mitglied im Bundesjazzorchester, das Peter Herbolzheimer leitete.

 

Sicher war das anschließende Stipendium in New York, das Torsten Goods für die Jahre 2001 bis 2003 erhielt, wegbereitend für alle weiteren Schritte. Denn hier lernte Torsten Goods nicht nur führende Jazzgrößen der internationalen Bühne kennen, sondern er jammte und probte mit vielen herausragenden Musikern und erwarb sich dadurch einen großen Kreis an musikalischen Freunden und Weggefährten. Hier tauchen Namen auf, die wir alle mit wunderbaren Erfahrungen und der Musikwelt verbinden: George Benson, Les Paul, Bireli Lagrene, Mike Stern, …Die Liste wäre zu lang, um sie hier vollständig wieder zu geben.

 

Noch vor seinem Abitur spielte Torsten Goods sein Debütalbum Manhattan Walls ein, u.a. mit Tony Lakatos am Saxophon, um nur einen der Spitzenmusiker zu nennen, die ihn damals begleiteten. Bereits sein Zweitlingswerk, das Album Steppin war 2004 für die vierteljährliche Bestenliste zum Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.

 

Seither ist Torsten Goods Terminkalender recht ausgebucht, denn neben seinen eigenen Band Projekten hört man ihn auf inzwischen vielen Alben als Studiomusiker und erlebt in als routinierten tourneeerfahrener Musiker neben deutschen und internationalen Stars weltweit.

 

Letztes Jahr stand er mit dem Posaunisten Nils Landgren und Trompeter Till Brönner auf der Bühne, er arbeitet mit dem genialen Jazz-Drummer Pete York ebenso zusammen wie kürzlich mit der Pop-Sängerin Sarah Connor.

 

Torsten Goods hält sein Metier offen und er zeigt sich und uns, dass er neben seinem virtuosen Gitarrenspiel auch noch ein ideenreicher Komponist, Bandleader und Künstlerischer Leiter ist. So hat er inzwischen auch die künstlerische Leitung für das viel beachtete Event „Jazz am See“ übernommen. Das kann der Veranstaltung und der Metropolregion Nürnberg nur gut tun. Denn Torsten Goods hat die menschliche Gabe, uns nicht nur Spitzenmusiker auf die Bühne zu holen, sondern auch noch meisterlich mit Ihnen zusammen zu spielen, ob in fester Formation oder als Sessionmusiker. Torsten Goods ist offen und neugierig, er ist kreativ in seinen Wegen.


Die Jury des Forums Kultur kürt ihn zum Künstler des Monats Juli 2016, weil er mit seinem Schaffen die Metropolregion Nürnberg auf glänzende Weise nach außen bekannt macht und zeigt, dass Menschen die hier aufwachsen, gute Chancen haben, weitreichende Kontakte zu anderen Kreativen entwickeln zu können und der Weg in die Welt von hier aus offen steht.

 

Wir wünschen Torsten Goods alles Gute und sind neugierig auf seine weiteren Pläne und Wege.  

 

Text  Georg Graf von Matuschka / EMN Forum Kultur

© März 2016

 

torstengoods.de

___________________________________________________________________________

 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de

www.metropolregion.nuernberg.de

Juni 2016: Jan Kobow

Jan Kobow, Tenor

 

 

 

 Foto: Bernd Bodtländer Fotografie

 

Jan Kobow wurde 1966 in Berlin geboren. Seine erste Station auf dem Weg zum international gefragten Tenor war eine Autofahrt von Schloss Seehaus nach Berlin. Nachdem er in der Schule die „Zauberflöte“ durchgenommen hatte, nervte er im Auto seine Eltern, indem er immer wieder die Arie der Königin der Nacht trällerte. Eine ungarische Sängerin, die mitfuhr, war so begeistert, dass sie engagiert dafür sorgte, dass er in den Staats- und Domchor Berlin unter Christian Grube kam. Dort machte er bald als Knabensolist auf sich aufmerksam.

 

Zweite Station in der Schule: Er überredete eine Lehrerin, eine Theatergruppe zu gründen, für die er zusammen mit einem Freund ein Musical komponierte. In den Hauptrollen er selbst und Roger Cicero – es wurde natürlich ein großer Erfolg. Dennoch: Er selbst sagt von sich, er habe nie Sänger werden wollen, es sei immer einfach „passiert“. Er hätte lieber Klavier gespielt...

 

Folgerichtig setzte er nach dem Abitur nicht auf eine Sänger-Karriere, sondern absolvierte an der Schola Cantorum in Paris ein Orgelstudium, dem er ein Studium der Kirchenmusik an der Musikhochschule in Hannover folgen ließ – aus dem Wunsch heraus, möglichst viel über Musik zu lernen.

 

Und dann erst, nachdem er in den letzten Jahren dieses Studiums als Oratorien- und Liedersänger immer gefragter wurde, folgte er der Ermunterung eines Lehrers und entschied sich noch für ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Hamburg.

 

Dass er seine Kariere mit diesen vielseitigen Studien klug aufgebaut hatte, bewies er 1998 mit dem ersten Preis beim 11. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig. Dies war der Auftakt zu einer nun steilen Karriere. mit ca. 100 CD-Aufnahmen und weltweiten Auftritten unter den namhaftesten irigenten alter Musik – wie etwa Nikolaus Harnoncourt, John Eliot Gardiner, Renè Jacobs oder Gustav Leonhardt. Zu nennen sind hier u.a. seine Beteiligung bei einer Gesamtaufnahme der Kantaten von Bach, aber auch zahlreiche Produktionen mit Oratorien und Opern zwischen Frühbarock und Klassik.

 

Seinem ausgesprochen uneitlen Charakter entsprechend hat Jan Kobow als Ensemblesänger einen hervorragenden Ruf: Schon zu Beginn seines Gesangsstudiums gründete er mit Kommilitonen das Vocalensemble „Himmlische Cantorey“, das sich inzwischen vor allem für die Musik des 15./16 Jahrhunderts international profiliert hat.

 

Nebenbei zeichnet ihn ein ausgesprochenes Talent als Schauspieler aus, entsprechend beliebt ist er in Buffo-Partien – auch z.B. in Operetten von Léhar und Conradi. Seine besonderen musikalischen und sängerischen Fähigkeiten aber demonstriert er am deutlichsten als Liedersänger:

Kein Manierismus stört den natürlichen Fluss der Musik, es beeindrucken Stilsicherheit, Text-Intelligenz, Phrasierungskunst und feinste Nuancen zwischen Vibrato und fahlem Non-Vibrato. Und dies alles in einem weitgespannten Repertoire zwischen Dowland, Schubert und Krenek.

 

Jan Kobow lebt seit 2009 auf Schloss Seehaus bei Markt Nordheim. Dorthin kommen zahlreiche musikalische Freunde, die Kobows Gastfreundschaft und die idealen räumlichen und akustischen Bedingungen des Schlosses zu schätzen wissen. Hier können sie in Ruhe proben und Konzerte oder Aufnahmen realisieren. Zum Dank geben sie dann auch in der Schlosskapelle oder der Orangerie qualitativ hochkarätige Konzerte, die eine absolute Bereicherung des Musiklebens in der Region darstellen. Und es versteht sich von selbst, dass sich an jedes dieser Konzerte ein kleines Fest anschließt, zu dem auch die Konzertbesucher eingeladen werden.

 

 

http://www.orfeo-artist-management.de/jan-kobow-tenor.html

 

_____________________________________________________________________________

 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de

www.metropolregion.nuernberg.de

Mai 2016: Reinhard Feldrapp

Reinhard Feldrapp, Fotograf

 

 

 

 

Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg hat den Fotografen Reinhard Feldrapp aus Naila (Landkreis Hof) zum Künstler des Monats Mai 2016 gewählt.

 

Früher nannte man Fotografen Lichtbildner. Drei Aspekte fließen in dieses schöne alte Wort ein. Das Licht, das zumindest in geringer Menge da sein muss, damit Betrachter etwas sehen, damit der fotochemische Prozess überhaupt starten kann, auch wenn sich die Grenzen seit der Erfindung vor fast zweihundert Jahren mit den technischen Möglichkeiten immer wieder verschieben. Dann als zweiter Aspekt das Bilden, also der schöpferische Akt. Eine Aufnahme entsteht nicht durch Zufall, sondern durch Können, Entscheidung und Handeln des Fotografen. Und dann zum Dritten das Bild als Ergebnis, mit dem wir Betrachter in Berührung kommen, das zu uns spricht und uns etwas sagen will. Der 1951 geborene Reinhard Feldrapp ist ein Lichtbildner.

 

Sein Können fußt auf einer soliden Ausbildung zum Fotografengehilfen und Meister. Die Eckpfeiler sind Landschafts- und Architektur-, Mode- und Produktfotografie, immer wieder Porträt, Reportage und journalistische Arbeit.

 

Dazu kommt ein Bereich, den man unter dem Begriff Autorenfotografie subsumiert. Reinhard geht Themen nach, die ihn interessieren, für die er eine Notwendigkeit spürt, ohne dass es einen Auftrag gäbe.

 

Ein wichtiges Sujet reicht in die Vergangenheit und wurde über Jahrzehnte entwickelt: die Grenze. Seit der Errichtung der Mauer ist sie sein Thema. Die Brutalität der Grenze ist ebenso dokumentiert wie viele Begebenheiten: Grenzer hüben und drüben, getrennte Nachbarn und Verwandte, Arbeit entlang und an der Mauer selbst. Und sogar aus der Zeit der friedlichen Revolution und der Grenzöffnung werden von Feldrapp weniger die allseits bekannten Trabi- und Jubelbilder bleiben. Die hat eh jeder Fotograf in seinem Archiv. Auch in dieser historischen Situation der überdeutlich aufdringlichen Motive sucht und findet er im Kleinen das Große, in der privaten Geschichte die Weltgeschichte.

 

Er kommt damit jenen von ihm hoch geschätzten Kollegen nahe, die seit Erfindung der Kleinbildfotografie die Bildsprache in Form und Inhalt geprägt haben durch eine Ästhetik von Nähe, Tempo und Engagement, die durch dieses Format und die bis heute als Referenz geltende Leica erst möglich wurde.

 

Feldrapp gehört in dieses Umfeld. Wenn man ihn beispielsweise im Gespräch mit der großen Barbara Klemm belauscht, erfreut einen die geistige Verwandtschaft, die neben der Auffassung von Bild und Bildgewinnung von einem tiefen Humanismus geprägt ist. Man muss den abgebildeten Menschen oder die Situation nicht mögen, aber man muss den Menschen in seiner Eigenart lassen. Dann kann man ein wenig hinter die Fassade blicken; ein Fotograf wie Feldrapp erlaubt das. Das geschieht immer behutsam. Die Abgebildeten, seien es Menschen im Mittelpunkt oder am Rand der Gesellschaft, ob Textilbaron oder Müllmann, sie werden nicht vorgeführt. Feldrapp opfert sie nicht für einen plumpen Effekt. Er spürt und erspürt ihre Würde. Seine Bilder geben sie – oft auf den zweiten Blick – auch für den Betrachter wieder.

 

Es kommt Feldrapp darauf an, nicht nur Abbildungen zu liefern, sondern Geschichten zu erzählen. Er ist ein Autor, seine Fotos sind Bilder, die sich zu Geschichten formen, und künstlerische Geltung erlangen.

 

www.feldrapp.de

 

 

_______________________________________________________________________________

 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de

www.metropolregion.nuernberg.de

April 2016: Yara Linss

Yara Linss, Sängerin

 

Foto: Horst Engels – Blade-Fotografie

 

Poesie mit Ton

 

Seit sie 2007 spontan als Vertretung der erkrankten Portugiesin Maria João einsprang und vom Publikum groß gefeiert wurde, gehört Yara Linss zu den Entdeckungen der Brasil- und Jazz-Szene in der Metropolregion. Im Herbst kam ihre neue CD „Samambaia“ heraus.

 

Die poetischen Texte und Klangfarben Brasiliens sind eine der Inspirationsquellen der 1980 in São Paulo geborenen Tochter einer Brasilianerin und eines Deutschen und sie interpretiert sie treffsicher und mit klarster Stimme. Daneben – aber eigentlich in der Hauptsache – ist sie Jazzerin, Interpretin des „Jazz-Standards“ vom Broadway der 1940er bis heute. Yara Linss hat klassischen Gesang studiert, dann aber vor allem Jazzgesang in Maastricht und Nürnberg. „Im Jazz fühlte und fühle ich mich richtig wohl, hier singe ich alles was geht“, schildert Linss. Immer auch spielte jedoch der Bossa Nova eine große Rolle – familiär bedingt. „Bossa wurde zuhause immer gehört, aber als ich mit 18 begann, mich richtig für Musik zu interessieren, wurden Ella Fitzgerald und Billy Holiday wichtig – das wollte ich können.“

 

Ihr Debutalbum kam 2007 heraus, gefolgt vom Album „Poems“ 2011, das sie mit dem Pianisten Peter Fulda produzierte. Hier ist Yaras Vorliebe für musikalische Gedichtinterpretationen zu hören, die neben klassischen Bossa- und Jazzstücken den Großteil Ihres Repertoirs ausmachen. Lyrik so unterschiedlicher Autoren wie Else Lasker-Schüler, James Joyce, Heinrich Heine, Kurt Schwitters und Emily Dickinson wurden von Yara und Peter Fulda arrangiert und klangkongenial dargebracht. „Selbst einen lyrischen Text zu schreiben, fällt mir schwer, aber ein Gedicht in den Händen zu halten und es musikalisch zu interpretieren ist wunderbar“, erläutert Linss, „immerhin muss man ein musikalisches Bild kreieren, das dem Bild des Gedichtes entspricht - das ist die Herausforderung.“ Manchmal ist der Beweggrund aber auch ein anderer: „Ich mache die Dichter damit präsent, erklärt Yara Linss, „meine Lieblingsdichterin Emily Dickinson ist bei der breiten Masse nicht so bekannt - durch meine Vertonungen halte ich die Erinnerung an sie wach.“

 

Auch das titelgebende Stück ihrer neuen CD wurde von Lyrik inspiriert, nämlich von einem Gedicht der Dichterin Maria Lucia dal Farra über eine Pflanze, die Samambaia, auf Deutsch Farn. „Der Farn hat in brasilianischen Häusern fast so eine Bedeutung wie ein Schutzpatron“, schildert Linss. Diese CD hat Yara Linss mit drei Musikern aufgenommen, deren Wurzeln allesamt in Brasilien liegen. Was Brasilien für Linss bedeutet? „Die 2. Heimat, Familie. Ich plane, eine Zeit lang dort zu leben – mittlerweile kenne ich viele Musiker in São Paulo und Rio de Janeiro und möchte dort Projekte machen“, erklärt sie.

 

Nachdem Yara Linss zuletzt an der Musikhochschule in Nürnberg studiert hat und zu diesem Zweck vor 10 Jahren in die Metropolregion kam – ist sie hier geblieben. „Nürnberg war zunächst eher eine Zufall – aber man verwurzelt sich eben, man kennt die Menschen und es ist ein Superfleck hier“, erzählt die Sängerin. Besonders gefällt ihr, dass man gut Kontakte aufbauen kann, auch über die Sparten hinweg. „Wir machen Projekte mit Tänzern, Schauspielern, und über alle Genres hinweg - das begeistert mich“, so Linss.

 

Yara Linss gehört auch zu den Initiatoren des im Herbst 2010 gegründeten Vereins "MetropolMusik", zur Förderung des musikalischen Potentials der Metropolregion Nürnberg. Hier ist sie in verschiedensten Formationen vertreten, lange Jahre beim „Engelesingen“, aktuell beim neu gegründeten Ensemble in Residence. Daneben tritt sie vor allem mit brasilianischer Besetzung auf. Ihr Quartett erhielt bereits ein Kulturstipendium der Stadt Nürnberg, sie selbst den 1. Preis beim bayernweiten Creole-Casting, für das sie Bayern bei der bundesweiten Endausscheidung in Berlin vertreten hat.


Wer Yara Linss hören möchte, kann das in nächster Zeit z. B. tun am 13. Mai in Würzburg-Rottenbauer, am 14. Mai im Jazzclub Bamberg, am 26. Mai im Kulturbahnhof Kalchreuth und am 27. Mai im Jazzclub Augsburg – immer mit dem Programm Samambaia. Am 5. Juni singt sie mit Maja Taube in Jazz4free Erlangen. Zudem ist sie in der Produktion WILDEVERWANDTEPRODUKTIONEN in der Tafelhalle zu hören am 28./29. April und 1. Mai.

 ________________________________________________________________________

 

 http://www.yaralinss.com/

 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de

www.metropolregion.nuernberg.de

März 2016: Thomas Röthel

Thomas Röthel, Bildender Künstler


Foto: Lara Hausleitner

 

 

Ordnung und Dynamik

 

Der 1969 in Ansbach geborene Bildhauer Thomas Röthel gehört zu den renommierten Künstlern der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Seine Stahlskulpturen des kleinen und großen Formats wurden in den vergangenen Jahren deutschlandweit präsentiert und genießen eine hohe Wertschätzung. Ob in Galerien oder in Außenanlagen wie Parks und Auen, Plätzen und Höfen in Städten, überall ist die Wirkmächtigkeit der skulpturalen Werke von hoher Präsenz und Ausstrahlung. Als Thomas Röthel das Material Stahl für sich entdeckte, war er fasziniert von der Vielzahl an Ausdruckmöglichkeiten. Deren Zugänglichkeit erarbeitete er sich mit traditionellen und neu geschaffenen Werkmitteln. So hat er über viele Jahre hinweg seine Wege der künstlerischen Produktion mit den Methoden von Experiment und stringenter Kalkulation gefunden und immer mehr verfeinert.

 

Mit seinen ausgeklügelten Arbeitsschritten hat er jene unverwechselbaren Skulpturen geschaffen, die heute mit dem Namen Thomas Röthel verbunden sind. Wenn er als Ausgangspunkt Stahlplatten bzw. Stahlkuben wählt und diese durch raffiniert ausgeführte Einschnitte in Körper verwandelt, die sich nach deren partieller Erhitzung differenziert in sich drehen und ausrichten lassen, so entstehen dabei spannungsvolle Figurationen.

 

Wie im Nu verschwindet der Eindruck des Harten und Starren dieser blockhaften Ursprungskörper und an dessen Stelle treten Anmutungen des Weichen und Fließenden. Diese neuen Körperformen sind nicht selten durch geschmeidige und sanfte Umschwünge charakterisiert, durch balancierende Umbildungen, dynamische Linienwindungen und Auf- und Umbrüche gekennzeichnet.

 

Von den Form-Enden her besehen, kann jeder einzelne Betrachter den Prozess der Werkentstehung im geistigen Durchleben nachvollziehen. Röthels abstrakte Skulpturen folgen einfachen Prinzipien der Ein- und Umgriffe, der Kraftaufwendung und kalkulierten Einwirkung. Dabei ist der Künstler mit der Materialsprache Stahl immer wieder aufs Neue konfrontiert. Eine Überdehnung und Überbeanspruchung des Materials kann zum Scheitern künstlerischer Ambitionen führen. Thomas Röthel hat diese Erfahrungen mehr als nur einmal erfahren und so kennt er nach vielen Jahren sein Material immer besser und weiß mit ihm immer spezifischer umzugehen. Was er dabei – innerhalb der letzten Jahre – an Werken geschaffen hat, setzt nicht nur die Kunstwelt in Erstaunen, sondern auch den Laien, kurz: uns alle!

 

So hat Thomas Röthel mit seinen Stahlskulpturen im öffentlichen Raum Möglichkeiten der Annäherung und Auseinandersetzung geschaffen, die uns alle berühren und nicht kalt lassen. Seine Werke sind voller Anmut und Poesie, voller Sensibilität und Strahlkraft. Wir freuen uns, dass Thomas Röthel seine Arbeiten in seinem Atelier in Mitteldachstetten (Landkreis Ansbacher Land) erschafft und dort seine immer wieder neuen Ideen Gestalt annehmen. Inzwischen sind es oft tonnenschwere Werke, die nicht nur in der EMN, sondern bundesweit Aufstellung nehmen und bezaubern.

 

Die Jury des Forums Kultur ehrt mit Thomas Röthel einen Künstler, der sich um das Ansehen der Metropolregion Nürnberg als „Ort für Kreative“ verdient macht und mit seinem Werk zeigt, dass es noch unzählig viele, unausgeschöpfte Wege des künstlerischen Ausdrucks gibt, die in etlichen Tonnen Stahl verborgen sind. Wir wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg bei seinem weiteren Schaffen.

 

Text  Georg Graf von Matuschka / EMN Forum Kultur

© März 2016


 

Homepage des Künstlers: http://www.thomasroethel.de/

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur



Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Februar 2016: Nevfel Cumart

Nevfel Cumart, Schriftsteller


(Fotoquelle: privat)

 

 

Der 1964 in Lingenfeld (Rheinland-Pfalz) geborene Schriftsteller türkischer Herkunft hat sich die Verständigung zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionen zur Lebensaufgabe gemacht. In seinem literarischen Werk, das bislang 17 Lyrikbände umfasst, veröffentlichte er zahlreiche Gedichte, die sich mit der Vermittlung zwischen den Welten auseinandersetzen und europaweit Eingang in Schulbücher gefunden haben.

 

Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes  am Bande im Juli 2014 würdigte Bundespräsident Joachim Gauck den Schriftsteller, der seit über 20 Jahren in Bamberg lebt, dass er sich „durch seine Arbeit und sein ehrenamtliches Engagement in unterschiedlichen Projekten in herausragender Weise um die Integration von Zugewanderten und ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft verdient gemacht“ habe. Gewürdigt wurden neben seinen Gedichten ebenso sein Engagement an Schulen und in Vorträgen und Seminaren über verschiedene Aspekte der türkischen Gesellschaft und Kultur, die Lebenssituation der Migranten in Deutschland sowie über die Religion des Islams sowie seine Übersetzungen von belletristischen Werken namhafter türkischer Schriftsteller sowie Bücher zu islamkundlichen Themen.

 

Cumart wuchs in Stade (Niedersachsen) auf und wurde dort schon in seiner Jugendzeit mit einer von ihm gegründeten Initiative zum Brückenbauer zwischen Deutschen und Türken. Ab 1986 studierte er Turkologie, Arabistik, Iranistik und Islamwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 1993 hat Cumart in der Welterbestadt seinen Lebensmittelpunkt und ist freiberuflich als Schriftsteller, Referent, Übersetzer und Journalist tätig.

 




Auch auf dem Feld des Literaturbetriebs engagiert er sich, unter anderem als 1. Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Literatur (NGL) in Erlangen, im Vorstand der Verband der Schriftsteller (VS) in Oberfranken, als Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und in der europäischen Autorenvereinigung DIE KOGGE. Zudem ist er im Wissenschaftlichen Beirat der Georges-Anawati-Stiftung aktiv, die sich für die Förderung des Dialogs zwischen Christen und Muslimen einsetzt.

 

Für sein literarisches Werk erhielt Cumart diverse Literaturpreise und Stipendien, darunter auch die Poetik-Professur der Universität Innsbruck (2012), den Pax-Bank-Preis (2011), den Kulturpreis Bayern (2008) sowie die Literatur-Förderpreise der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Bayern.

 

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur



Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

Januar 2016: Dietmar Ungerank

Dietmar Ungerank, Musiker


Foto: PR


Wer klassische Gitarre lernt, kommt irgendwann mit Dietmar Ungerank in Kontakt. Seine Kompositionen und Übungsstücke für Anfänger und Fortgeschrittene werden gerne im Unterricht eingesetzt. Titel wie „7 Zwerge“ oder „12 animalische Etüden“ tauchen auf. Aber auch Anspruchsvolleres für Virtuosen, wie er selbst einer ist, kann man unter seinen Kompositionen finden. Gerne bezieht er sich dabei auf Dichter wie Oscar Wilde oder den Kronacher Ingo Cesaro. Sein Brotberuf ist der Unterricht an der Musikschule der Hofer Symphoniker, wo er inzwischen Generationen von Schülern mit dem Instrument vertraut gemacht hat und als Fachbereichsleiter Zupfinstrumente wirkt.

Der 1950 in Steinach am Brenner (Österreich) geborene Musiker hat sich das Gitarrenspiel als Autodidakt angeeignet und professionell in Bands gespielt, aber dann die klassische Musik für sich entdeckt. Seine musiktheoretische Ausbildung erhielt er beim Komponisten, Musikwissenschaftler und Pädagogen Alfred Zehelein. Inzwischen kann er selbst auf eine große Schar erfolgreicher Schüler zurückblicken, die regelmäßig als Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet werden.

Doch seine Leidenschaft gilt neben dem Komponieren und dem eigenen Spiel vor allem der Ausrichtung von Gitarrenfestivals in Hof. Seit Anfang der 80er Jahre trifft sich die deutsche und internationale Gitarrenszene auf Einladung von Ungerank zu mehrtägigen Konzertreihen und anderen Formaten. Den Rahmen dieser Konzerte bildet meist das Hofer Klostercafé. Noch nie haben die Plätze dort ausgereicht, so dass in dem Gewölbesaal eine ganz besonders intensive Atmosphäre zwischen Publikum und Musikern entsteht. Ungerank bietet dabei jungen Talente ebenso eine Chance wie er „alte Hasen“ seiner Generation einlädt. Immer wieder fällt das Stichwort „familiär“, das eben mehr meint als die räumliche Enge. Es ist das Miteinander zwischen Alt und Jung bei diesen Konzerten und das Zusammentreffen der Szene gemeint; halt gerade so wie bei Familientreffen zu Feiertagen. Für Ungerank ist das Konzept der Festivals so auch Teil seiner pädagogischen Arbeit. Hier kann man viel vom Faszinosum der Gitarre spüren und vor allem erleben, was die Könner aus dem Instrument herausholen.

Fast scheint es überflüssig zu erwähnen, dass Dietmar Ungerank auch selbst mit seinem Instrument zu überzeugen weiß: solistisch, aber auch in gemeinsamen Programmen mit der Diseuse Gina Pietsch („Klampfenlieder bei Brecht“, „Jesus macht nicht mehr mit“) oder der polnischen Gitarristin Ewa Margareta Cyran.

Konzertreisen führten und führen ihn in verschiedene europäische Länder und nach Südeuropa. CD-Veröffentlichungen sind bei „Burger & Müller“ oder „Kreuzberg Records“ erschienen. Vieler seiner Kompositionen und Bearbeitungen sind bei Breitkopf & Härtel sowie beim Verlag für neue Musik – Edition Margaux verlegt.

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur



Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

Dezember 2015: Susan Liebold

Susan Liebold

c) Thomas Leuthold

 

Susan Liebold, 1977 in Neuhaus am Rennweg geboren, studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle/Saale. Sie lebt und arbeitet in einem alten Gaswerk im waldreichen thüringisch-fränkischen Schiefergebirge. Der Wald inspiriert sie ebenso wie die Unterwasserwelt der Tiefsee zu ihren gläsernen Skulpturen: Mal sind es eher Pilze, mal Quallen oder kleinste biologische Wesen, die sie in bizarren Formen und filigranen Gebilde aus Glas verwandelt und oftmals in mystisches Licht taucht.



Die Besonderheit ist, dass sich die Objekte durch den Wechsel zwischen Weißlicht und UV-Licht verwandeln. So erscheinen sie kristallklar oder geheimnisvoll phosphoreszierend.
Bizarre Formen, getaucht in mystisches Licht. Ihre großformatigen, filigranen Arbeiten sind weltweit geschätzte Sammlerstücke.


„Das Moos gibt bei jedem Schritt nach. Tannenzapfen knacken, Laub zischelt. Sonst ist es still zwischen den Birken und Lärchen. Schiefer zerbröselt unter den Schuhen. Auf der Lichtung hält sich der Nebel. Plötzlich kommt wie eine Lichtgestalt ein Mädchen im schwarzen Kleid hinter einem Busch hervor. In den Händen hält es etwas Glitzerndes. Eine Kugel aus Eiskristallen. Wie ein großer Wassertropfen, der beim Aufprall in kleinste Tröpfchen zerspringen könnte.“ schreibt die Zeitschrift Architektur & Wohnen über die Künstlerin 2013.



Doch Susan Liebold ist nicht nur Glaskünstlerin, sondern auch Poetin, die Geschichten mit Glas erzählt und die während ihrer Kindheit viel Zeit im Wald und am Bach verbracht hat. Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass sie nicht in die großen Metropolen der Welt gegangen ist, sondern heute in ihrem ehemaligen Gaswerk an der einzigen Straße im Sonneberger 40seelen-Ortsteil Schneidemühle geblieben ist. Dort stehen kleine Schieferhäuser entlang der einzigen Talstraße. Das historische Gaswerk ist das einzige alte Industriegebäude. Es dient Susan Liebold als Atelier, Wohnhaus und Café. Das Rauschen des nahen Waldes mag sie ebenso wie den direkt hinter dem Gebäude plätschernden Gebirgsbach.



Aber ihre filigranen Werke wachsen weit darüber hinaus, werden zu Rauminstallationen, bis zu sieben Meter lang und bis zu 30 Kilo schwer. Und sie gehen ihren Weg aus dem schmalen, dunkeln Tal in die Welt hinaus. Sammler in Schweden, der Schweiz, in Amerika, Brasilien und den arabischen Emiraten erwerben ihre poetischen Gebilde, die wie gewebt, gestrickt, gekettet und verknotet wirken. Eine ihrer Installationen hängt im Ozeaneum in Stralsund: ein zwei Meter langes Biologiemodell der Staatsqualle Nanomia Cara – zusammengesetzt aus etwa 2.600 Einzelteilen. Naturwissenschaftler halfen der damals erst 30-Jährigen, die schwimmende Kolonie von Einzelindividuen zu verstehen, die mit leuchtenden Tentillen kleine Fische als Beute anlocken.



Mit mehreren großformatigen Arbeiten ist sie prominent im Europäischen Museum für Modernes Glas Rosenau vertreten - die Glaskünstlerin Susan Liebold aus Hasenthal im Landkreis Sonneberg. Ein außergewöhnliches Projekt führte sie kürzlich in die Schweiz. "IWA - Leben, Tod und das Dazwischen" ist der Titel ihre Installation im Eibenwaldreservat Unterwilerberg in Baden. Mit einer Glas-Licht-Performance brachte sie Kunst in die Natur und verwandelte sie dadurch. Die Eibe, im Althochdeutschen von "ewa" (für Ewigkeit) abgeleitet, ist eines der bedeutendsten Gewächse unserer Kulturgeschichte. Sie wurde im Verlauf der Geschichte sowohl mit dem Tod, als auch mit dem Leben in Verbindung gebracht. All diesen Ambivalenzen nähert sich die Künstlerin mit ihrer Installationsperformance. In einem dreijährigen Schaffensprozess, so die Künstlerin, sind Arbeiten für vier Orte des Eibenwaldreservats entstanden.



Die Arbeiten nehmen mit ihrer Formensprache und ihrer Licht - Choreographie ganz bewusst Bezug auf das Wesen des jeweiligen Ortes.




Ähnlich einem Theaterstück gibt es Protagonisten, die auf einer Bühne ein Schauspiel vollführen. Für Susan Liebold sind ihre Arbeiten die Akteure, die Bühne und das Bühnenbild ist die jeweilige Waldsituation. Das hatte sie eindringlich bereits vor drei Jahren mit einer Installation in Lehesten im Thüringer Schiefergebirge gezeigt.

 

„Die Natur ist für mich wie ein riesiges Atelier mit einer unerschöpflichen Vielfalt an Möglichkeiten. Dort finde ich, das was mich schöpferisch antreibt und die Kraft als Künstlerin zu leben." Susan Liebold

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur



Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

November 2015: Susanna Curtis

Susanna Curtis, Choreographie

c) Sebastian Authenried

 

„Ich interessiere mich für Menschen, warum sie machen, was sie machen, warum sie sind, so wie sie sind“ sagt Choreographin Susanna Curtis. Das ist der Motor ihres künstlerischen Schaffens.


Susanna Curtis, geboren in London, arbeitet seit 1988 in Deutschland. In der Metropolregion Nürnberg, ihrer Wahlheimat, lebt und arbeitet sie seit 1993. Die Entwicklung der Tafelhalle und des heutigen Staatstheater mit dem tanzwerk in den 90ern, Großraumprojekte wie tanzen!08 haben das zeitgenössische Tanztheater hier in der Region immer wieder unterstützt. Von Anfang an ist hier Susanna Curtis aktiv beteiligt, beispielsweise mit „Linda goes Underground“ (1998), als Beitrag für das Tanzraum Festival in Nürnberg oder bei „tanzen!08“, wo sie an der Choreographie des „Bal Moderne“ im Tanzpalast massgeblich beteiligt ist.


Geboren 1964 in London, wuchs sie in Glasgow auf. Ihr erstes Engagement in Deutschland, nach der Ausbildung in Schottland, Oxford und einem Stipendium an der Rotterdamse Dansacademie, war bei der B.W.Gung Tanzkompanie in Ulm (1988 – 1992). Es folgten Stationen Stadttheater Regensburg (1992 – 1996) oder beim Theater der Klänge in Düsseldorf (1997 – 2001). 1997 bereits Gründungsmitglied der tanzZentrale Nürnberg ist sie heute deren 1. Vorstand. Bereits ab den ersten Jahren wirkt sie als Tänzerin und Schauspielerin in der Nürnberger Szene: Czurda tanztheater, theater Mumpitz oder comp.aexx.rauh


Seit 1997 präsentiert sie regelmäßig neue Stücke in Nürnberg und Umgebung beginnend mit „Dust to Dust“, ein Tanztheaterstück mit Schweizer Regisseur, Dominik Flaschka. Im Jahr 2000 gründete sie die Tanztheater Kompanie Curtis & Co. – dance affairs in Nürnberg. Die Produktion sind gekennzeichent durch ihre Choreographie und ihre Mitwirklung als Tänzerin.

In ihrer choreographischen Arbeit bevorzugt sie in der Sparte Tanztheater zu arbeiten, Charakterdarstellung mit Tanzchoreographie zusammenzuführen, und Stimme mit Bewegung zu verbinden, oft mit einem komödiantischen Touch. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Arbeitsfeldern, um ihre Kenntnisse zu vertiefen und arbeitet gern mit Schauspielern, Sängern und Filmemacher ( z.B. „Exploding Chestnuts and other old camels” im Jahre 2002 eine deutsch-schottische Co-Produktion Dokumentationsfilm.mit Maxine Railton).



Die Früchte solcher Zusammenarbeit sind wiederum in ihre eigene choreographische Arbeit reflektiert:  „Curtis sieht ihre Arbeit als den Versuch, die Essenz eines Themas herauszuholen, in Bewegung umzusetzen und dabei eine geeignete Körpersprache für jede/n Darsteller/in zu entwickeln.“ Kern ihrer künstlerischen Arbeit ist die Auseinandersetzung der Form mit dem Inhalt, die sich in all ihren „Spartenjumping“ gegenseitig befruchten. Sie arbeitet mannigfaltig. Ihre künstlerische Arbeit, ist breitgefächert: Als Choreographin vorwiegend im Tanztheater aber auch im Theater und Musicalbereich (Burgfestspiele Lahn seit 2012), als Solo Tänzerin und Walking Act und auch der Comedy Bereich wird von ihr solistisch, im Duo mit Partner Neill Greig oder aber auch als Klinikclown Dr. Maggie McDudel als Darstellerin bespielt. Ihre Arbeiten werden von der Stadt Nürnberg, der Stadt Fürth, dem Bezirk Mittelfranken und dem bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz gefördert.



Im Jahr 2011 gewann sie mit „Linda“ den 2. Preis beim Internationalen Comedy Preis Backnang. Mit einem Förderungspreis für Kunst und Wissenschaft wird sie  als Tänzerin und Choreographin Susanna Curtis von der Stadt Nürnberg 2014 ausgezeichnet.



„Tanztheater im Bestform, das spannend, berührend und sehr unterhaltsam Shakespeare an die Gegenwart andockt.“ beschrieben die  Nürnberger Nachrichten zur Premiere ihre Produktion „MacbeTh-ree“. Das meint auch die Jury des Künstler des Monats.


Premierenproduktion "going solo" von Curtis & Co (6.11.) ist am Tafelhalle noch zu sehen am 20./21.11 und 15./16.12) noch in der Tafelhalle zu sehen. Mit ihrem Bühnenpartner Neil Greig kann man sie am 18.11. bei Gäste und Buch in Auguste, Kunstkulturquartier verfolgen.

 

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

 

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

Oktober 2015: Sascha Banck

Sascha Banck, Malerin

 

2008 wurde die Bildende Künstlerin Sascha Banck mit dem Kulturförderpreis der Stadt Fürth ausgezeichnet. Diesen Oktober ist die Nürnberger Akademieabsolventin „Künstlerin des Monats“ der Metropolregion Nürnberg.



Sascha Banck tastet mit ihrer Malerei in neue Richtungen und überschreitet Grenzen zwischen den Künsten. Mal malt sie mit Acryl und Öl auf Leinwand, mal mit dem Finger auf dem IPad. Immer wieder entstehen ihre Werke in Verbindung zu Musik, manchmal live zum Konzert eines Kammerorchesters, manchmal zu ihrem eigenen Klavierspiel und manchmal zu einem Ohrwurm. Auch in der Ausstellung „Eine solche leichte Zerrissenheit“, die von Mai bis Juli im Fürther Stadttheater zu sehen war, suchte sie die Verbindung von der Bildenden Kunst zur Musik und komponierte selbst Stücke zu ihren Bildern. Banck erschließt so neue Ebenen der Bildenden Kunst und des Wahrnehmens. Sie lässt die Klänge und Rhythmen scheinbar durch die explosiven Farben ihrer Werke fließen und verleiht der Musik eine sichtbare Seite.



Nicht nur in der Malerei auch in der regionalen Kulturszene öffnet die 1980 in Nürnberg geborene Künstlerin neue Räume. 2005 rief sie die „Rampenschweinerei“ ins Leben, die seitdem einmal im Monat der Kleinkunstszene eine öffentliche Plattform für Auftritte und gemeinsame Experimente bietet. Darüber hinaus zeugen Auszeichnungen und zahlreiche Ausstellungen und Performances in der Region und darüber hinaus von Bancks reger Tätigkeit. 2003 erhielt die in Erlangen aufgewachsene und heute in Fürth lebende Künstlerin den Danner Preis. 2008 nahm die damals frisch gebackene Absolventin der Nürnberger Kunstakademie den Kulturförderpreis der Stadt Fürth entgegen.




Aktuell arbeitet Banck als Teil des rgb-Ensembles an einer neuen Form der Interaktion von Malerei, Musik und Tanz. Für das Projekt „zwischen der Mitte – ein Tanzklangbild“ nutzt sie einen auf dem IPad selbst entwickelten Live-Malstil. Dieser gibt ihr die Möglichkeit mit der Musik von Gustavo Stauß und Ferdinand Roscher sowie dem Tanz von Eva Borrmann zu interagieren und ein die Kunstsparten überspannendes „Tanzklangbild“ zu erschaffen (Uraufführung 24.10., Kulturforum).

 

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

 

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

 

September 2015: Ewald Arenz

Ewald Arenz, Schriftsteller


c) Bärbel Hoffmann

 

Ewald Arenz ist ohne Zweifel einer der erfolgreichsten, produktivsten und vielseitigsten Schriftsteller Frankens. Neben zahlreichen Erzählungen und Glossen für Anthologien und Zeitungen haben seine Bücher eine Gesamtauflage von weit über 120.000 erreicht. 1965 in Nürnberg als eines von sechs Pfarrerskindern geboren, legte er sein Abitur am Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Fürth ab. Er studierte amerikanische und englische Literatur und Geschichte. Seine kreative Seite entdeckte er schon in jungen Jahren, wenn er auch zunächst Filmemacher werden wollte.

 

Ewald Arenz hat sich durch seine kontinuierliche und qualitativ stets hochwertige literarische Arbeit eine beeindruckende Karriere als fränkischer Schriftsteller erarbeitet. Seine Werke werden bundesweit vertrieben und gelesen, seine Theaterstücke und Musicals laufen erfolgreich über mehrere Spielzeiten. Sein Erzählstil ist unterhaltsam und klug zugleich. Immer blitzt eine feine Ironie zwischen historischen Tatsachen und phantastischen Elementen hindurch. Der liebevolle Blick auf seine Figuren lässt den Menschenfreund erahnen. Arenz ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im Kulturbetrieb der Metropolregion. Fürth und seine Cafés, die Schreibstube, der Stadtpark, das Fürther Stadttheater sind Arenz‘ Lebensmittelpunkt. Sein Beruf ist Gymnasiallehrer, seine Berufung die Literatur. Dabei geht es ihm nicht nur um’s eigene Schreiben. Er organisiert zahlreiche Literaturveranstaltungen, so die seit 15 Jahren immer beliebter gewordenen Stadtparklesungen in Fürth. Er koordiniert die „Fürther Freiheit“, eine regelmäßig in den Fürther Nachrichten erscheinende Reihe  regionaler Autoren. Vielen Zeitungslesern ist er auch durch die literarische Kolumne „Meine kleine Welt“ bekannt. Ewald Arenz leitet die Schreibwerkstatt am Fürther Theater, steht aber auch immer wieder selbst mit bekannten Musikern wie Heinrich Hartl, Thilo Wolf, Konstantin Wecker oder Yogo Pausch auf der Bühne. Daneben schreibt er zunehmend auch für Kabarettprogramme regionaler Schauspieler auf unterschiedlichen Bühnen wie dem Dehnberger Hoftheater oder dem Theater Pfütze. Am 16.10. wird das Musical „Der Tunnel“ im Fürther Stadttheater uraufgeführt. Nach „Petticoat und Schickedance“ und „Bahn frei“ die dritte Zusammenarbeit mit Thilo Wolf. Arenz schrieb dazu auf der Grundlage des Romans des Fürthers Bernhard Kellermann das Libretto und die Songtexte. Sein nächster Roman erscheint in Kürze.

 

Zahlreiche Preise, darunter der Bayerische Staatsförderpreis für Literatur und der Kulturpreis der Stadt Fürth krönen sein Schaffen.

 

 

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

 

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

 

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

 

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

 

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

August 2015: Markus Nondorf

Markus Nondorf, Regisseur, Autor & Schauspieler


c) Manfred Hierdeis

 

Seit über 30 Jahren arbeitet der Künstler und Produzent Markus Nondorf als freischaffender Theaterregisseur, Autor, Schauspieler und Theaterpädagoge in der freien Szene. In dieser Zeit gründete er zusammen mit befreundeten Gleichgesinnten das „Theater aus dem Kulturkammergut“. Seither sind Jahr und Jahr etliche Produktionen verwirklicht worden, die die regionale Szene bereichern und ihr ganz besonders originelle Facetten der Schauspielkunst verliehen haben. Dabei greift Nondorf gerne auf Klassiker der Theaterliteratur zu, die uns allen ein Begriff sind: Sophokles, Lessing, Schiller, Goethe, Molière, Shakespeare, Brecht…Gleichberechtigt daneben stehen renommierte zeitgenössischen Autoren: Yasmina Reza, Gabriel Barylli, Oliver Czeslik, John Hopkins, u.v.m. Hinzu kommen eigene Produktionen, Revuen, Textcollagen, szenische Bearbeitungen.

 

In allen Bühnenadaptionen zeichnet Nondorf anhand der starken Vorlagen und ihrem markanten Rollenrepertoir deren Aktualität und dramatische Frische nach. Als Regisseur eines Theaters ohne bezahlbares Haus, setzt er auf die Flächen, die ihm seine Region bietet. Das können öffentliche Höfe und Plätze sein, Kneipen und Open-Air-Bühnen. Sommerpielstätten wie die Stadtpark-Freilichtbühne, die Künstlerkneipe „Kofferfabrik“, der Fürther Rathaushof werden zu Spielorten auf Zeit. Das knapp bemessene Budget reicht kaum aus, um die ambitionierten Projekte zu realisieren. Für aufwändige Bühnenbilder und -technik ist genauso wenig Geld vorhanden wie für eine angemessen Bezahlung seiner Schauspielerkollegen. Und doch gelingt es, dank dem Wohlwollen von Künstlern und Team, Jahr um Jahr ein Kunstwerk im doppelten Sinne auf die Beine zu stellen: Realisierung von Schauspiel, Aufführungsort und technischer Minimalanforderung. Vielleicht ist es genau jener Reiz, der die Zuschauer lockt und dem Konzept von Markus Nondorf Recht gibt. Es muss nicht alles bis ins letzte Detail perfektionistisch und saturiert sein. Für Nondorf haben Spielfreude, Spielwitz und Finesse des schauspielerischen Experiments mehr Gewicht als das gehobene Ambiente einer öffentlich subventionierten Bühne. Nondorf ist ein Künstler der Improvisation und Experiment liebt. Er lebt für seine Vision und opfert sich für den Kampf auf, seine ihm eigene Freiheit und Unabhängigkeit beibehalten zu können. Dieses Engagement und diese künstlerische Besessenheit gibt der regionalen Szene etwas ganz Besonderes. Markus Nondorf prägt durch seinen Stil der Theaterarbeit die Künstlerszene der Metropolregion auf individuelle und unverkennbare Weise mit. Mit seiner Auszeichnung zum Künstler des Monats zollen wir allen jenen Kolleginnen und Kollegen Respekt und Anerkennung, die einen ähnlichen Weg wie Nondorf gehen. Ohne ihn wäre die Welt ein Stück ärmer. Oder anders gesagt: Markus Nondorf bereichert Kunst und Kultur im „Kulturkammergut“ der Metropolregion. 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

Juli 2015: Peter Braun

Peter Braun


c) Erich Weiss

 

Große Reichweiten hat Peter Braun, der Künstler des Monats Juli der Europäischen Metropolregion Nürnberg, immer wieder erreicht: mit seinen Hörfunkbeiträgen für nahezu alle Sender oder beispielsweise mit seinem Drehbuch zum spektakulären Tatort „Häuserkampf“ des NDR. Jedoch sein Hauptinteresse gilt der Literatur und ihrer Vermittlung. Da spielt für den in Bamberg geborenen und heute dort lebenden Autor natürlich E.T.A. Hoffmann eine wichtige Rolle. Aber auch die deutschen Klassikern bis in die Moderne finden seine Aufmerksamkeit. Ihm gelingt es, das Faszinosum dichterischen Schaffens auf charmante und berührende Weise so zu vermitteln, dass auch junge Leute etwas mit Goethe und Eichendorff, Hesse und Grass anfangen können. Seine etwas anderen Literaturgeschichten „Von Taugenichts bis Steppenwolf“ oder „Von Blechtrommeln und Nestbeschmutzern“ stehen für dieses Segment. Er holt die Dichter von ihren abweisenden Sockeln, erzählt auch Skurriles aus ihrem Leben, und stellt so Menschen vor, die anderen etwas zu sagen haben. Sein Theaterstück "Schiller, Tod und Teufel" wurde am Staatstheater Nürnberg uraufgeführt und mehr als 200 mal in über 40 Städten gespielt.

 

Als gelernter Kfz-Mechaniker erlangt Peter Braun sein Abitur auf dem 2. Bildungsweg. Nach dem Studium der Zahnmedizin arbeitet er als Publizist und Schriftsteller für Zeitungen, TV- und Radiosender. Mit zahlreichen Buchveröffentlichungen u.a. bei Suhrkamp, dtv, Artemis & Winkler oder Berlin Verlag erreicht er eine große Leserschaft, die den Stil seiner Text schätzt. Der zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er in knappen Sätzen auf den Punkt kommt und auf langatmige Belehrungen verzichtet. So macht er Lust, die Heroen der deutschen Literatur neu zu entdecken oder wieder einmal zu lesen. Lesereisen führten ihn durch Russland, die Ukraine, Italien und Österreich.

 

In den letzten Jahren gilt seine publizistische Aufmerksamkeit dem weiblichen Geschlecht. „Mutige Frauen“ oder „Lasterhafte Frauen“, „Starke Frauen hinter großen Künstlern“ oder „Kluge Frauen und ihre Gärten“ sind Buchtitel, die den Blick auf besondere Leistungen lenken, auf Übersehenes oder Vergessenes.

 

Hörbücher oder Lesungen sind ihm ebenfalls wichtig und werden als Instrument der Vermittlung genutzt. Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg zeichnet Peter Braun als Künstler des Monats Juli 2015 aus und schätzt die gelungene Verbindung aus eigenen Texten, Literaturgeschichte und seinem ungestümen Talent, andere Menschen mit der Begeisterung für Poesie und Prosa anzustecken.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

Juni 2015: KELLERKOMMANDO

Musikgruppe "Kellerkommando"

 

„Seida bereit? – Hier sind Kellerkommando!“ Mit diesen Worten begrüßt die siebenköpfige Band aus Bamberg, der fränkischen Hauptstadt des Bieres, die Gäste ihrer Internetseite. Wenn die Jungs zum Konzert laden, wird’s laut, so richtig laut und es geht ordentlich her – bei fränkischer Volksmusik gemischt mit Elektro-Beats und Hip-Hop-Elementen.

 

Hervorgegangen sind Kellerkommando aus der Veranstaltungsreihe „Anti-Stadl“, eine Initiative des jetzigen Frontmanns und Akkordeonisten David Saam alias Dada Windschi, mit der er zeigen wollte, dass traditionelle Volksmusik nichts mit dem Musikantenstadl zu tun hat. Bassist Sebastian Schubert, Rapper Dré Soulo, Keyboarder und Sänger Patrick Köbler, Trompeter Stefan Schalanda, Posaunist und Sänger Ilya Khenkin sowie Drummer Norbert Weinhold komplettieren die Siebener-Band.

 

Mit ihrem ganz eigenen Sound hat die 2009 gegründete Truppe quasi eine musikalische Revolution losgetreten: Kellerkommando entstaubt althergebrachte Volksmusik aus Franken, vermengt sie mit modernen Sounds und Rap-Lyrics und produziert so Club-reife und Hit-verdächtige Titel. Nach eigener Aussage: „Crossover aus voller Überzeugung!“

 

Ihre Refrains gehen zurück auf traditionelle fränkische Lieder, wie sie in Wirtshäusern und auf Kirchweihen gesungen wurden und auch noch werden. Ihr Konzept, die fehlende Verbindung zwischen Jahrhunderte altem Brauchtum und moderner Stimmungsmusik zu schaffen, geht auf: Die Band gewann den renommierten Creole-Weltmusikwettbewerb 2010/11. Die Berliner Konzertagentur Four Artists, die auch „Die Fantastischen Vier“, „Seeed“ und „David Guetta“ betreut, nimmt Kellerkommando unter Vertrag, die Plattenfirma Warner Music veröffentlicht 2013 das Debüt-Album „Dunnerkeil“.

 

Weitere Veröffentlichungen waren: „Die Mudder sei Hut“, EP (2010), „Mondscheinbrüder“, EP (2012) und „Maus“, EP (2013). Aktuell arbeitet die Band an ihrem zweiten Album und hat sich in der Musikszene etabliert: Angefangen beim Metal-Open Air über Clubshows bis hin zu Festivals in der ganzen Republik sind Kellerkommando vertreten. Auf Einladung des Goethe-Instituts waren sie auch schon in Mexiko.

 

Kellerkommando aus Bamberg – das sind Kulturbotschafter im Sondereinsatz, die alte und neue Musik mischen, die zeigen, dass Tradition nicht altbacken ist, die Lederhose, Akkordeon und Hirschgeweih Club-fähig machen und die Generationen zusammenbringen.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

Mai 2015: Kunihiko und Atsuko KATO

Atsuko und Kunihiko Kato

Albrecht Dürer ist schuld. Hätte nicht der Akademielehrer von Atsuko Kato so große Stücke auf den alten Meister gehalten, wäre das junge Künstlerpaar 1976 nicht nach Nürnberg gekommen. Nach wenigen Jahren siedelten sie um nach Fürth, denn dort gab es das Grundstück mit der Werkstatt, auf dem der Bildhauer Kunihiko Kato sein Atelier unterhält. Und kurze Zeit später bezogen sie das Haus in der Fürther Innenstadt, in dem sie seit rund 30 Jahre wohnen und das auch das Atelier der Malerin Atsuko Kato ist. Inzwischen lebt das Ehepaar also schon länger in der neuen als in der alten Heimat.

 

Die Natur ist Inspirationsquelle für beide. Das Gingko-Blatt und der Gingko-Baum sind zum Kennzeichen der Bilder von Atsuko geworden, Kunihikos Arbeiten nehmen sich Lebewesen zum Thema, die an Ur-Tiere erinnern oder an Samenkapseln, an Formen aus der Meeresfauna und -flora. Beide Künstler verbindet eine Neigung zum Phantastischen Realismus.

 

Atsuko, 1950 geboren, hat die Brücke geschlagen zwischen einer luftig-leichten realistischen Malerei in japanischer Tradition und einer abendländischen Abstraktion, wie sie sich nach 1950 entwickelte. Es entstehen fein lasierte Ölbilder neben Aquarellen oder Druckgrafik. Die beinahe mystische Gingko-Pflanze ist ein schier unerschöpflicher Motivlieferant für Bilder voller Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe, Harmonie. Immer wieder hat Atsuko in einzelnen Arbeiten oder in Zyklen Goethes Gedicht „Gingko biloba“ aufgegriffen und dessen kulturübergreifenden Impetus und das Gefühl für ein geheimnisvolles großes Ganzes.

 

Auch bei den Skulpturen des 1945 geborenen Kunihiko spürt der Betrachter, dass sie auf einem zyklischen Weltbild gründen und das Ziel haben, geistige Harmonie zu befördern. Neben Holz muss es Stein sein, am besten so hart wie nur möglich. Daraus wachsen scheinbar mit leichter Hand bizarr anmutende „Lebewesen“, die häufig so und nicht anders genannt werden. Die Struktur des Lebendigen tritt dem Betrachter entgegen in den nie kantigen, nie geometrischen Formen, die mehr oder weniger deutlich an Geiseltierchen, Einzeller, Saugwürmer oder Blattformationen gemahnen.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

April 2015: Yogo Pausch

Yogo Pausch, Musiker


(Foto: Peter Doerfel)

Traumtrommler und Metropolist

Schlagzeuger, Geräusche- und Klangerzeuger, Schauspieler, Filmmusiker, Kulturförderpreisträger - das sind nur einige Beschreibungen, die man braucht, wenn man Yogo Pausch skizzieren will. Der 1954 geborene und auf den Namen Helmut Getaufte ist in der ganzen Metropolregion bei Groß und Klein unter „Yogo“ bekannt.

 

Mit dem Trommeln begann Yogo Pausch bereits 1970 als Schüler und sammelte von da an erste Band-Erfahrungen. Ein Studium am Konservatorium mit dem Hauptfach Schlagzeug und ein Abschluss als Musiklehrer schlossen sich an und wurden nach dem Studium mit Jazzworkshops, u. a. bei Pierre Favre ergänzt. Stilistisch lag der Schwerpunkt zunächst im Jazz, aber bald folgte anderes, denn Vielfalt ist das, was Yogo auszeichnet: „Ich mag es, wenn viele verschiedene Dinge gleichzeitig laufen, unterschiedliche Bands, Programme für Kinder, Erwachsene, Workshops aller Art – das hält fit.“ Neben der eigenen musikalischen Karriere war und ist es aber immer auch die Unterrichtstätigkeit als Schlagzeuglehrer an diversen Musikschulen, Hochschulen und Workshops. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht mir große Freude“, so Yogo.

 

1979 kam ein zweites Steckenpferd hinzu; Yogo begann bei einer Operette als Theatermusiker mitzuspielen. Mit Leib und Seele ist er seither bei der Bühnenmusik im Schauspielhaus Nürnberg sowie in Erlangen, zuweilen auch in der Schauburg und im Residenztheater München, im Stadttheater Fürth und im Theater Ansbach immer wieder als Musiker zu hören. „Über das Theater bin ich zum Geräuschemacher geworden“, erzählt Yogo, „wobei ich schon als Kind eine Vorliebe für Geräusche aller Art hatte – ich liebe Türknarzen und Vogelzwitschern, Lachsäcke und Quietsche-Enten und setze alles ein, was ich so finde. Manchmal steht ein ganzer Trödelmarkt auf der Bühne, mit dem ich die ausgefallensten Geräusche erzeugen kann.“ Inzwischen setzt er seine Geräuschmacher-Fähigkeiten mehr für Hörspiel- (z. B. Ali Baba, Sindbad) und Fernsehproduktionen ein - zuletzt griff gar eine Schweizer Fernsehserie auf Yogo zurück – oder live in musikalisch-szenischen Lesungen wie bei „Dschungelbuch“ und „Tannöd“.

 

Auch den Geräuschen des Alltags begegnet Pausch mit offenen Ohren. Eine Stadt zum Klingen zu bringen, war daher mehrmals Thema – Nürnberg 1993, aber 1997 sogar New York, das er trommelnd mit Hans Günter Brodmann erlebte. „Wir haben auf allem herumgetrommelt, was uns unter die Drumsticks kam und das wurde gefilmt. Spannend, aber unglaublich ermutigend waren dabei die Reaktionen der Passanten.“

 

Seine immens große Musikalität lies und lässt ihn in vielen Bands der Metropolregion ebenso mitwirken wie zeitweise auch im Ausland. Waren da die ersten die „Gebärväterli “, kam ab 1976 die Big-Band des Nürnberger Konservatoriums unter Silvan Koopmann hinzu. 1973 begann Yogo als Drummer des Jazz Workshop Ensembles, 1978 in der ”Chris Beier Group”, 1982 wurde er Mitglied bei der NCBrown Blues Band, so lange bis ihm der Blus zu erdig wurde. 1985 kam die Thilo Wolf Big Band, 1986 die Trevor Coleman Group, mit der er in Neuseeland tourte.

 

Eines war Yogo jedoch bald klar: „Ich wollte und will Akzente setzen. Die Zeiten, als Schlagzeuger nur Rhythmusmaschinen waren, sind vorbei. Ich will die Möglichkeit haben, aktiv in die Musik einzugreifen.“ Daher hat er 1986 eine Soloplatte aufgenommen, auf der deutlich wurde, wie er spielen wollte: „Ich will mich einmischen und bin gerne auch einmal unbequem, aber vor allem will ich experimentell, witzig und unterhaltsam sein. Wer mich also in die Band nimmt, muss immer damit rechnen, dass ich der Musik eine andere Richtung gebe – ich bin gerne kreativ und originell.“ Unter dieser Prämisse tourte Yogo ab 1996 für einige Jahre mit der Konstantin-Wecker-Band und war Mitglied der „Mozartband“ in Wien.

 

Seine klassische Ader lebt er aber vor allem mit dem Hilde-Pohl-Trio aus, das aktuell Bach modern interpretiert. Unter dem Titel „Swing it, Mr. Bach“ kombinieren die drei Musiker – die Konzertpianistin Hilde Pohl, Norbert Meyer-Venus am Kontrabass und Yogo Pausch die Harmonik Bachs mit der Leichtigkeit des Swing zu einem äußerst hörenswerten Musikerlebnis. „Mit einem Ohr im Konzertsaal und mit dem anderen im Jazzclub“, ist dabei das Motto. Dazu ist aktuell auch eine CD erschienen.

 

Yogo ist Musiker aus Berufung, seine Leidenschaft und die Spielfreude, sobald er auf der Bühne steht, ist für jeden spürbar. In der „TraumtrommelBigBand“ kamen gar bis zu 18 Schlagzeuger zusammen, um gemeinsam zu musizieren. „Natürlich kann man aus allem Musik machen. Jazz wird es dann, wenn man es sich in der letzten Tausendstelsekunde doch noch anders überlegt.”

 

Nicht zu vergessen ist aber auch, dass der Schalk Yogo fast immer im Nacken sitzt: „Ich mag es, wenn es nicht so ernst ist oder wenn man es nicht so ernst nimmt“ – Freude am Spielen und schelmisches Wesen kann er vor allem auch in der Mundart erleben. Nicht zuletzt war Yogo der Neubegründer der Peterlesboum-Revival Band, die es seit 1994 somit – und mit Einverständnis von Willi Händel, dem Original-Peterlesboum, wieder gibt.

 

Spontan, sensibel und oft für die Zuhörer überraschend beherrscht Yogo sein Instrumentarium bis in die letzte Nuance und bringt es zum Sprechen. Damit ist er weit über die Metropolregion hinaus bekannt geworden, obwohl er selbst bekennender Nürnberger ist. „Ich fahre gern nach München und anderswo, aber ich komme gerne wieder nach Haus zurück und fühle mich in der Metropolregion sehr wohl.“ Umso passender ist es, dass Yogo 2003 den Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg erhalten hat.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

März 2015: Bernd Telle

Bernd Telle, Fotograf

 

 „Am liebsten leicht diesig“
oder „Man muss Sehgewohnheiten permanent überprüfen“
Der Fotograf Bernd Telle setzt auf Bildideen

 

„Künstlerische Fotografie ist nicht dazu da, schöne Bilder zu machen oder Realität abzubilden, sondern sie hat immer etwas mit dem hinter der Kamera stehenden Fotografen zu tun“, so Bernd Telle, in Nürnberg wirkender Fotograf und Künstler der Metropolregion des Monats März. Für Telle ist daher nicht die Kamera das Entscheidende oder die mögliche einsetzbare Technik, sondern die dahinter stehende Bildidee.

 

„Es geht mir darum, Sehgewohnheiten permanent zu überprüfen und zwar nicht nur meine eigenen, sondern auch die der Betrachter. Wir sind heute von einer so großen Bilderflut umgeben, dass es notwendig ist, Werke herzustellen, an denen man sich reiben kann. Den Hochglanzabbildungen mit flachem Inhalt sollte etwas entgegengestellt werden, was irritiert und dadurch zum genauen Hinsehen motiviert.“

 

Telle ist Fotograf durch und durch, er hat Licht führen und Lampen setzen von der Pike auf  gelernt. „Die Fotografie war früher handwerklicher und es ist wichtig, sich über die historische Entwicklung auch ihrer Technik sehr bewusst zu sein. Inzwischen hat sie an Haptischem verloren, denn es gibt kein Negativ mehr, kein Papier. Wenn man aber Fotografie als Fotografie begreift, ist es nicht wichtig, ob etwas im Rechner passiert oder sonst wo. Das Wissen über die Technik brauche ich allerdings, um meine Bilder bestmöglich zu komponieren.“ So wäre das Schlimmste für Telle, ein Foto auf Leinwand zu drucken und damit einen Effekt zu nutzen, der der Fotografie nicht innewohnt. „Ähnlich wie in der Malerei gestalte ich eine Bildkomposition aus Farbflächen und Gesetzmäßigkeiten, aber ich greife dabei auf die der Fotografie gemäßen Gestaltungsmöglichkeiten zurück wie Standpunkt/Perspektive, Licht, Ausschnitt, Tagszeit, Objektiv, Farbgebung, Wahl des Vorder- und Hintergrundes. Sogar Abstraktion und Bewegung sind möglich, aber ich vermeide Effekte, die mit Fotografie nichts zu tun haben.“

 

Telles Sujets sind vielfältig. Das Menschenbild ist ihm ebenso wichtig wie die Architektur und hier vor allem Gebäude des öffentlichen Raums. Ganz besonders hat es ihm aber die Reisefotografie angetan. Seit Anfang der 1990er Jahre reist Telle regelmäßig fotografierend durch Städte und Länder, weil er davon überzeugt ist, dass Kunst sich dafür anbietet, Brücken zu bauen. Kunst hat eine internationale Sprache und ist ein Bindeglied. „Spannend an dem internationalen Kontakt mit Künstlern ist ja, dass man selbst etwas vermitteln, aber vor allem auch etwas mitnehmen kann. Es sind die Begegnungen mit Menschen, das Eintauchen ins Alltägliche, die solche Aufenthalte so wertvoll machen.“  Glasgow, Shenzen, San Carlos, Kuba, Shanghai, Afrika  waren Orte, an die Telle gereist ist und fotografisch festgehalten hat. Interessanterweise tauchen bei Telle aber eher selten die „Sehenswürdigkeiten“ auf. Er romantisiert nicht, aber dokumentiert auch nicht nur. Bernd Telle schafft Hingucker, oft banale Szenen, die durch die Komposition zum Bild oftmals einen poetischen, fallweise aber auch einen verstörenden Charakter haben. So fotografierte er in Zhuzhou italienisch anmutende Villen auf dem Dach einer Shopping Mall oder die Rohbauten eines Vergnügungsparks – statt schönem Schein, krude Realität, die in harschem Beton jedes Vergnügens entbehrt.

 

In der Architektur, und nicht nur da, stellt Telle die Dinge aber auch gerne auf den Kopf. „Die alten Fachkameras haben das Bild auf dem Kopf stehend und seitenverkehrt angezeigt – man lernt als Fotograf damit umzugehen und seine Komposition entsprechend aufzubauen.“ Aber es lässt sich eben auch als Stilmittel einbauen. In der Bilderserie „Antipoden“ rätselt der Betrachter daher zunächst, was denn eigentlich nicht stimmt. Die einzelnen Bauteile sind vertraut, aber der Gesamteindruck ist seltsam. Bis die Erkenntnis folgt, dass Decke und Boden Platz getauscht haben. Hohe Auflösungen, ein spezieller Lichteinfall, die Absenz von Menschen lassen die Bilder aussehen als wären sie gemalt. Ausgedruckt in großen Formaten entsteht so die Faszination, der sich der Betrachter nur schwerlich entziehen kann. „Ich liebe das Großformat - es hat eine stärkere Behauptung und fasziniert dadurch mehr“. Das größte seiner Werke ist ein 30 m langes Waldbild im Haus 14 des Nordklinikums, das auf Aluminium gedruckt wurde. Durch die Auflösung von 60 Megapixel und den Digitaldruck wirkt es super-hyperreal.

 

„Schaut genau hin“ heißt es auch bei Serien wie den „Lookalikes“. Hier ließ sich Telle durch eine Maskenbildnerin in völlig verschiedene Rollen verwandeln, fotografierte sich als Chinese, Osmane, Papparazzo – nur die Augen blieben gleich. „Allein wie die Menschen das anschauen, ist interessant. Jeder sollte mal einen solchen Rollentausch vornehmen, ich kann das nur empfehlen“. In den „Parallelverschiebungen“ lichtet er Interieurs eines Freilandmuseums ab und stellt sie denen moderner Musterwohnungen  gegenüber – die Parallen sind erstaunlich. „Spiegelungen“ auf schwarzem Glas und 3-D-Bilder sind weitere Werkserien, die Sehgewohnheiten aufbrechen. „Die Fotos können zuweilen anstrengen, aber das stört nicht, denn es geht um Visualisierungen von Ideen.“

 

Seit 1983 ist Bernd Telle selbständig und lebt neben seiner Kust vor allem von der Werbefotografie. Das hat in der Metropolregion leider ein bisschen abgenommen – Quelle oder Triumph Adler gibt es nicht mehr. „Trotzdem hatte und habe ich immer eine große Affinität zur Stadt Nürnberg und zur Region.“ Daher engagiert sich Telle auch für die Fotoszene vor Ort.  Er war Gründungsmitglied der Fotoszene Nürnberg und ist Vorstand in der fotoszene nürnberg e.V. – forum freier fotografen. Er ist Initiator und Organisator zahlreicher spektakulärer Ausstellungen. 

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

Februar 2015: Michael Jakob

Michael Jakob
Autor - Schauspieler - Performance Poet -Kulturaktivist

(Foto: Valentin Olpp)

Seit 1998 ist der 1978 in Ansbach geborene Michael Jakob in der Region Franken kulturell aktiv und wird nicht müde, seine Aktivitäten immer weiter auszudehnen und neue Projekte anzugehen. Im September 1998 stand er das erste Mal in Ansbach auf der Bühne. Bis heute ist er in seiner Geburtsstadt aktiv, lebt aber seit September 2006 in Nürnberg.



Sein kulturelles Wirken zeichnet sich insgesamt durch Kontinuität und Weiterentwicklung aus. Angefangen mit dem Comedy-Theater GAGGER COMPANY im Jahre 1998, sattelte er 2001 auf politisches Kabarett um. Mit dem Ensemble „SPIELTRIEB*“ (aktiv bis 2006) erhielt er 2004 den Jungendkulturpreis der Stadt Ansbach und war für den Coburger Kleinkunstpreis nominiert. Mit dem Improvisationstheater „Volle Möhre!“ (2004 bis 2011) spielte er an bis zu sechs festen Spielorten in Franken teilweise über 50 Auftritte im Jahr. Er ist Erfinder des süddeutschen Modells des Impro-Slam und des Formats ImproKabarett. Durch seine Touren und Kontakte zur deutschen Kleinkunstszene, brachte er immer wieder neue Spielformate nach Franken. So etablierte er  als erster Liedermacher Slams in der Region, erfand den Kleinkunstwettbewerb „Wash and Show“ in Ansbach, brachte mit seinem Duo „Die tExtremisten“ SpokenWordKabarett auf die Bühnen der Region, inszenierte zwei Theaterstücke in Ansbach, Nürnberg und Fürth (eines selbst geschrieben), holte das Format Kunst gegen Bares nach Bayern und gründete im Jahr 2013 die erste mittelfränkische Lesebühne im klassischen Sinne mit derzeit festen Spielorten in Nürnberg und Fürth.


Von 2003-2011 trat er als Poetry Slammer im gesamten deutschen Sprachraum auf. Mit über 100 Siegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zählte er während seiner aktiven Zeit zu den erfolgreichsten Slammern des Landes. 2007 gewann er die Darmstädter Dichterschlacht, den damals größten Wettkampf Europas für Bühnenliteratur, erreichte 2007 und 2008 das Halbfinale der deutschen Poetry Slam Meisterschaften und gewann 2009 den WDR Poetry Slam. Außerdem gelang es ihm bei beiden Teilnahmen an den fränkischen Meisterschaften im Poetry Slam jeweils den Titel zu holen (2009 und 2010).



Im Jahre 2011 erfolgte sein Ausstieg beim Improvisationstheater „Volle Möhre!“ und sein Rückzug aus dem Poetry Slam Wettbewerb, um sich der Weiterentwicklung und –verbreitung eben dieses Formats zu widmen. Er ist seitdem als Moderator und Organisator von Poetry Slams in 14 nordbayrischen Orten tätig (und ist damit wahrscheinlich Deutschlands aktivster Slammaster), ebenso als Workshopleiter an Schulen und Dozent an Hochschulen (derzeit Lehraufträge für Poetry Slam an der TH Nürnberg und der HS Coburg). Auch sein eigenes literarisches Schaffen entwickelte er seitdem verstärkt weiter. In seinem Internet-projekt www.michls.blog.de veröffentlicht er seit Januar 2012 jeden Montag einen neuen Text, arbeitet seit 2013 an seinem ersten Roman und schreibt mittlerweile auch Song- und Werbetexte nach Auftrag. Im Dezember 2014 erschien sein mittlerweile sechstes Büchlein mit Kurzprosa und Lyrik.

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

Januar 2015: Prof. Helmut Bieler

Prof. Helmut Bieler, Musiker

Prof. Helmut Bieler, geb. am 7. Juni 1940 in Gersfeld (Rhön),  ist Komponist, Pianist und Begründer der Konzertreihe „Zeit für Neue Musik“.

 

Bieler ist biografisch eng mit Bayreuth verbunden. Nach dem Abitur in der Barockstadt studierte er zwar an der Musikhochschule in München Komposition, Klavier und Schulmusik, doch führte ihn sein Weg danach rasch wieder nach Franken. Von 1967 bis 1979 unterrichtete er am Musischen Gymnasium Markgräfin-Wilhelmine in Bayreuth und lehrte danach bis 1994 als Professor für Musikdidaktik an der Universität Bayreuth. Dort leitete er viele Jahre den Universitätschor.

 

1980 gründete er das Ensemble „Musica Viva“ (Bayreuth) und 1988 die Konzertreihe „Zeit für Neue Musik“, die er gemeinsam mit Dr. Wolfram Graf leitet. Am 15. März 2015 findet im Rahmen von „Zeit für Neue Musik“ die Uraufführung seines neuesten Orchesterwerkes statt.

 

Helmut Bieler wurde 1980 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg, 1992 mit dem Kulturpreis der Stadt Bayreuth und 2008 mit dem Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet.

 

Die Liste von Bielers Kompositionen ist lang. Neben einer Vielzahl von Orchester- und Kammermusik-Werken interessiert ihn offensichtlich der Zusammenhang mit der menschlichen Stimme. So gehören viele Vokalkompositionen zu seinem Oeuvre, mit denen er Bibeltexte vertont, aber auch Rilke und Claudius. Hinzu kommen  Bühnenwerke wie die Kammeroper „Gestohlenes Leben“ oder seine frühe Kurz-Oper „Memorandum für eine Grabklingel“, die er für die Pocket Opera Nürnberg geschrieben hat.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

Dezember 2014: Günter Derleth

Günter Derleth, Fotografie

(Foto: Norbert Mebert)

 

Nicht viel mehr als ein Gefäß, eine Kiste mit einem kleinen Loch sowie viel Licht und Zeit braucht Günter Derleth, um eindrucksvolle Fotografien zu machen – der Fürther Künstler hat sich der Camera Obscura verschrieben, einer der ursprünglichsten Techniken der Fotografie, deren Namen aus dem Lateinischen kommt und nichts anderes als „dunkle Kammer“ bedeutet. Das Prinzip dieser Lochkamera erkannte bereits Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Christus – damals allerdings noch ohne das lichtempfindliche Papier, das das Bild, welches im Inneren der dunklen Kammer auf dem Kopf stehend erscheint, erst dauerhaft haltbar macht.

 

Wer aufgrund der alten Technik nur unscharfe Bilder erwartet, wird jedoch überrascht von der erstaunlichen Vielfalt an Schärfen und Unschärfen, an Farben und Strukturen, die man auf den Fotografien Günter Derleths entdecken kann.

 

Der Künstler wurde 1941 in Nürnberg geboren und machte zunächst eine Ausbildung zum Schriftsetzer, als der er einige Jahre in der Schweiz tätig war. Bereits in dieser Zeit hatte er die ersten Kontakte zur Fotografie, die ihn so faszinierte, dass er in seiner fränkischen Heimat eine Ausbildung zum Fotografen anschloss. 30 Jahre lang führte Günter Derleth sein eigenes Studio für Werbefotografie in Fürth. Bereits seit 1993 arbeitete Derleth intensiv mit der Lochkamera; seit 2001 fotografiert er ausschließlich mit der Camera Obscura. Er ist Mitglied im Bund freischaffender Fotodesigner und in der Deutschen Gesellschaft für Fotografie. Zahlreiche Fotoprojekte und Ausstellungen, Workshops und Aktionen mit der Lochkamera hat der Künstler inzwischen gestaltet und durchgeführt – dafür war Derleth nicht nur in seiner Heimat unterwegs. Seine Reisen mit der Lochkamera führten ihn unter anderem nach Venedig, auf die Ruta de la Plata, die Silberstraße in Spanien und auf den Jakobsweg.

 

Für den Künstler ist es die Einfachheit der Kamera, die ihn fasziniert, sowie die Tatsache, dass das Fotografieren mit der Lochkamera immer Zeit und Geduld braucht, denn die Belichtungszeiten liegen zwischen zehn Sekunden und mehreren Stunden. Die Kunst zwingt den Künstler dabei zur Langsamkeit und dazu, den Moment sowie das Motiv zu genießen und meditativ zu betrachten – für Derleth ist genau diese Entschleunigung, das Kontem­plative in der Arbeit das Wesentliche. Der Schnelligkeit und der Unrast, der Unachtsamkeit bis hin zur Achtlosigkeit, dem Nachbessern und Nachkorrigieren in der Digitalfotografie setzt Derleth das Innehalten und das Zufällige im Augenblick entgegen. Da die Lochkamera keinen Sucher besitzt, kann der Winkel und der Ausschnitt des Motivs nicht genau bestimmt werden – hier ist es die Erfahrung, aber auch das Vertrauen, das aus Derleths fotografischem Blick wundervolle Aufnahmen werden lässt. Die Motive sind dabei zumeist der Natur und der Architektur entnommen; zu sehen sind Lichtstimmungen in Baumwipfeln, menschenleere Plätze und Straßen, die einen fast nostalgischen Charme versprühen, wunderbar farbenfrohe Innen- und Außenräume, Gräser, Pflanzen, aber auch schmucklose Fabrikgebäude und der Flügel eines Vogels – die Ästhetik findet sich im Detail, in den verwischten Konturen, die neben intensiven Farbflächen stehen, in dem Blick, der nicht nur die oberflächlichen Schönheiten der Welt einfängt, sondern die erst im langen Betrachten entstehende Ästhetik eines Motives freilegt.

 

Die Kamera, Derleths Werkzeug, muss dabei nicht zwingend eine kleine Holzkiste sein. Der Künstler kann fast jeden Raum in eine Kamera verwandeln: Für die Aktion ‚Loch statt Linse‘ fertigte er selbst über 2000 Pappschachtel­kameras, die während einer Ausstellungen an Besucher verteilt wurden, verbunden mit der Bitte, ein Bild zu machen und die ‚Kamera‘ an den Künstler zurückzusenden. Für das Projekt ‚Türme‘ hat Derleth die Stadtmauertürme Nürnbergs und des Rathausturmes in Fürth zu begehbaren Lochkameras umgebaut; daraus entstanden Panorama-Fotos im Originalformat von bis zu 7.50 m Breite, von denen eines bis zum November 2014 im Nürnberger Museum für Industriekultur im Rahmen der von Derleth kuratierten Aus­stellung „Ein Gramm Licht“ zu sehen war.

Dass Günter Derleth den Titel und die Auszeichnung als Künstler des Monats der Europäischen Metropolregion mehr als verdient hat, darüber herrschte in der Jury des Forum Kultur Einigkeit. Der Künstler erhält in seinen Fotografien nicht nur einige der schönsten Augenblicke und Motive auf der ganzen Welt, er schließt zugleich in den Fotos die Langsamkeit, das Innehalten und die Achtsamkeit ein – Phänomene, die unsere hektische Welt stiller, die den Atem langsamer und den Blick des Betrachters ruhiger werden lassen. Dabei bewahrt er mit seiner Arbeit eine der ursprünglichsten Techniken der Fotografie, die vielleicht ohne Künstler wie Derleth längst in Vergessenheit geraten, und ohne die so wunderbare Panoramaaufnahmen – wie jüngst in Nürnberg zu sehen – der Städte der Metropolregion gar nicht möglich wären.

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

November 2014: Peter Fulda

Peter Fulda, Musiker

Peter Fuldas musikalische Karriere begann in Franken, genauer gesagt in Schwabach, führte ihn dann während seiner Ausbildungszeit quer durch Deutschland und wieder zurück in die Metropolregion Nürnberg. Heute lebt und arbeitet der stets agile und genreübergreifende Künstler Peter Fulda in Nürnberg. Fulda verkörpert mehrere Prädikate: Pianist, Komponist, Pädagoge, Producer, Bandleader, Arrangeur, Projektleiter, Vereinsgründer, Bühnenkomponist, Konzertveranstalter, Autor. Ob damit alle Facetten seines kreativen Wirkens umfasst sind, sei dahin gestellt. Jedenfalls passt sein musikalisches Interesse und seine Hingabe in keine Schublade und ein Etikett wäre völlig fehl am Platz.

Wenn der Bayerische Rundfunk ihn als einen der kreativsten Köpfe der deutschen Jazz-Szene kennzeichnet, dann nicht ohne Übertreibung. Renommierte Musikkritiker bescheinigen dem bescheiden auftretenden Musiker einen unverwechselbaren Individualstil, universell wie zeitlos wirkendes Kompositionsgeschick und brillante Klavierkunst. Noch während seiner Studienzeit erhielt Peter Fulda Kompositionsaufträge, u.a. durch das Bundes-Jazz-Orchester, den Bayerischen Rundfunk, den WDR und gewann verschiedene Wettbewerbe als Pianist und Komponist. Als starke künstlerische Kraft innerhalb der Metropolregion Nürnberg trifft man ihn sowohl im Solo wie im Trio-Konzert, im Jazz und im Modern Creative, im klassischen wir im avantgarde-Sektor, bei konzertanten Höhepunktveranstaltungen genauso wie als Kompositeur für Bühne, Rundfunk und Film. Und dort, wo innovative musikalische Gruppierungen entstehen wie der Verein Metropolmusik ist sein Name von Anfang an dabei. Mit dem von ihm gegründeten „Label11“ sorgt er für die Wertschätzung von Musikerkollegen, deren Ideenreichtum, Ausdrucksvielfalt und Qualität er schätzt – Die CD-Produktion gibt Einblick in ein breites Spektrum metropolitan wirkender Musiker, die ihre eigene Stimme gefunden haben.  Musik ist ihm nicht Bühne für Selbstdarstellung, sondern universelles Mittel von mitmenschlichen musikalischem Agieren auf höchstem Niveau: Teamarbeit als hörbares, fühlbares Gütesiegel. Als hoch gewürdigter und kenntnisreicher Musiker behält er sein Wissen nicht für sich, sondern gibt dieses als Hochschullehrer in Frankfurt/Main (HfMDK) weiter. Vor seinen musikalischen Wegbereitern und Ahnen verbeugt er sich mit Respekt und Hingabe. So ehrte er seinen Lehrer Chris Beier genauso wie den vielleicht  bedeutendsten Schwabacher Musiker Adolph von Henselt.

Vieles am Wirken Peter Fuldas hat die Jury des Forums Kultur begeistert, um ihm die Auszeichnung „Künstler des Monats“ der Metropolregion Nürnberg zuzusprechen. Dass mit ihm nicht nur seine Person, sondern zugleich die Initiative Metropolmusik geehrt wird, dürfte allen darin wirkenden Musikerinnen und Musikern ein Zeichen dafür sein, dass sie zu Recht ein Ausdruck für das sind, für das die Metropolregion im besonderen steht – als eine „Heimat für Kreative“!

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

 

 

 

Oktober 2014: Claus-Frenz Claussen

Claus-Frenz Claussen, Bildender Künstler

(Foto: Kulturamt Hof)

 

 „Wissenschaft ist Eindruck, Kunst ist Ausdruck“, sagt Claus-Frenz Claussen, denn beide gehen von einer Idee aus, die dann entweder im künstlerischen Werk oder im wissenschaftlichen Beweis „Gestalt“ findet. „Was immer der Mensch in Kunst, Wissenschaft, Religion und Philosophie anstrebt, ist die Wahrheit – wie aber können wir sie mit unserem begrenzten Wahrnehmungsvermögen überhaupt einfangen?“ fragt er.

 

222 eigene Stahlplastiken zieren den Park in Eisenbühl. So heißt der Ort wirklich, wo der Eisenbildner Claus-Frenz Claussen seine Eisenpark an einem sanft geschwungenen Hang errichtet hat. Und daneben gibt es ein Ateliergebäude, das er Ideenhaus nennt. Dazu natürlich eine Werkstatt mit Apparaten zum Schneiden, Biegen und Schweißen von Stahl. Es sind Schwergewichte von bis zu 14 Tonnen, denen Claussen Gestalt gibt.

 

Aber nicht alleine in dem Dorf im Frankenwald, auch in Berlin, Baden-Baden, Würzburg oder in der Schweiz findet man großformatige Arbeiten von Claussen.

 

Wichtige Themen und Inspirationen gehen ihm von der germanischen Mythologie aus. So war es fast selbstverständlich, dass er in den Bannkreis von Richard Wagner geriet. 1992 bevölkerten seine Figuren dann den Park rund ums Bayreuther Festspielhaus.

 

Eigentlich ist Prof. Dr. Claussen Mediziner.  Zur bildenden Kunst stellt er höchst interessante Verbindungen zu seinem Fach Neurootologie her. Dieses Spezialgebiet von der gesunden und der krankhaft gestörten Funktion der Kopfsinne beschäftigt sich mit Fragen der Gleichgewichtsregulation, der Sinnesfunktionen der Hörorgane sowie der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung.

 

Seit 1972 widmet er sich seinen „erzählenden Kunstwerken“ in Form von Stahlplastiken, die die Nibelungensage ebenso aufnehmen wie andere Menschheitsmythen. Bei der Gestaltung ist ihm die Fibonacci-Folge wichtig, bei der Farbgebung orientiert er sich an den heraldischen Farben.

 

Mit dem öffentlich zugänglichen Eisenpark im Frankenwald in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze hat er nicht nur eine weithin wirksame Touristenattraktion geschaffen, sondern auch Menschen einen Zugang zur bildenden Kunst geöffnet, die der Moderne eher skeptisch gegenüberstehen.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

 

September 2014: Clemens Zahn

Clemens Zahn, Foto-Künstler

Wer mit Clemens Zahn spricht, merkt schnell: Der 1962 in Erlangen geborene, in Sulzbach-Rosenberg aufgewachsene und nach mehrjährigen Aufenthalten in München, Berlin und Wien seit 2008 in Amberg lebende Fotograf hat hohe Ansprüche an sich und seine Arbeit. Zahn überlässt wirklich nichts dem Zufall. Er setzt sich mit dem zu bearbeitenden Thema intensiv auseinander. Er ist wählerisch bei der Motivauswahl und sucht lange nach der optimalen Einstellung. Er recherchiert und lotet sämtliche Nuancen aus, um das ideale Bild zu erschaffen. Dabei achtet er sorgfältig auf jedes einzelne Detail. Und natürlich ist Clemens Zahn auch ein großer Ästhet, dem sehr daran gelegen ist, Schönheit sichtbar zu machen und die Aufmerksamkeit anderer Menschen darauf zu lenken.

 

Das war es vermutlich auch, was ihm den großen Zuspruch bei Geo Saison eingebracht hat. Für mehr als 30 seit 2004 erschienene Reportagen hat der Fotograf bereits die Bilder erstellt. Im Herbst 2014 werden seine Aufnahmen aus der Provence erscheinen. Bis dato gehörten ausgewählte Regionen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Montenegro, Griechenland, Kroatien, England, Irland, der Türkei, Indien und der Dominikanischen Republik zu Clemens Zahns Zielen. Erst im Frühjahr waren die Oberitalienischen Seen an der Reihe. Als nächstes stehen die ländliche Kultur in Unterfranken und eine Sizilien-Reportage auf seinem Terminplan.

 

Bereits an dieser Aufzählung ist zu erkennen, dass man Clemens Zahn in keine Schublade stecken kann. Er lässt sich von einem Schmetterling ebenso begeistern wie vom morbiden Charme der „eigentlich ausfotografierten“ Stadt Venedig. Er ist von alten Sorten des Rittersporns – den er übrigens auch züchtet – genauso fasziniert wie von Bauwerken oder der Wildnis der Berge. Freilich sind auch die Menschen unverzichtbarer Bestandteil seiner Bilder oder besser Kompositionen, die mit Herzblut und Leidenschaft zusammengefügt werden und ganze Geschichten erzählen können.

 

Dennoch sieht sich Clemens Zahn auf seinem Weg zur künstlerischen Fotografie noch lange nicht am Ziel, sondern vor weitere große Aufgaben gestellt. Seit einiger Zeit entwickelt er fotografische Ausdrucksformen, die sich von den bisherigen Arbeiten deutlich abheben. Und man weiß: Erst wenn es ihm vollends gelungen ist, „in die Tiefe zu gehen“, wird er sich entschließen können, auch andere an den Ergebnissen teilhaben zu lassen.

 

Doch auch das ist noch nicht alles, was in Clemens Zahns Biografie eine besondere Rolle spielt. Man ahnt, dass es vor der Fotografie und der Kunst auch noch etwas anderes für ihn gegeben haben muss. Und richtig! Statt einer fotografischen Ausbildung, wie man vielleicht vermuten könnte, hat er zunächst in München ein Studium der Volkswirtschaftslehre absolviert und dieses – wie alles in seinem Leben – mit Leib und Seele betrieben. Das wiederum brachte ihm folgerichtig eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie 1995 den Doktortitel ein. Eine Erfolgsgeschichte, die sogar noch fortgeschrieben hätte werden können, wenn – ja wenn nicht eines Tages sein 35. Geburtstag auf den Auslöser gedrückt und Clemens Zahn dazu veranlasst hätte, noch einmal etwas Neues zu wagen. Denn da war sie noch immer, diese Leidenschaft für die Fotografie, die ihn schon seit frühester Kindheit beschäftigt und nie mehr losgelassen hatte.

 

Inzwischen hat Clemens Zahn nicht nur für Geo Saison, sondern für zahlreiche weitere Magazine wie den Stern, Architektur & Wohnen, den Feinschmecker, das ADAC Reisemagazin, Brigitte und Country gearbeitet. Außerdem hat er seit dem Jahr 2000 für Weingarten, Mohn, Palazzi, Heye, Kosmos und andere Verlage mehr als 50 Fotokalender erstellt. Nicht zu vergessen die Bücher, die von Clemens Zahn erschienen sind. „Engel. Von der Schönheit stiller Boten“ beispielsweise, das Cees Nooteboom um einen Essay bereichert hat. Oder „Wolken. Landschaften am Himmel“, das mit einem Vorwort von Wim Wenders versehen ist. Auch in seinem aktuellen Lebensmittelpunkt Amberg sind in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing zwei Kalender mit seinen „märchenhaft schönen“ Fotografien erschienen. Keine Frage: Clemens Zahn hat viel vorzuweisen – und noch viel mehr vor.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Jugend

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

August 2014: Willetta Carson

Willetta Carson, Sängerin

c)  Bernd Himmler

 

Willetta Carson ist Sängerin, Schauspielerin und Entertainerin, die in vielen künstlerischen Sparten brilliert. Ob als Solistin oder Chorsängerin, als Rezitatorin oder Schauspielerin, stets hinterlässt sie mit ihrem individuellen Einfühlungsvermögen, ihrer charakteristischen Stimme und Bühnenpräsenz einen nachhaltigen Eindruck und begeistert immer wieder neu ihr Publikum.

 

Einst in Chicago / USA aufgewachsen, hat die vielseitige Künstlerin in der Europäischen Metropolregion Nürnberg schon seit Jahren ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt gefunden. Hier hat sie, oft begleitet von renommierten Jazzmusikern, in verschiedenen Formationen ihr herausragendes Können und die Einzigartigkeit Ihrer Stimme unter Beweis stellen können.

 

Ihre musikalischen Vorlieben gehören dem Blues, Gospel, Soul und Swing, den Jazz-Standards aus den 30er und 50er Jahren. Ihre Kreativität ist bewundernswert. Schon als Kind fühlte sie sich zur bildenden Kunst und Poesie genauso hingezogen wie zur Musik und Schauspielerei. Ihre Lust zum Ausdruck und zur künstlerischen Hingabe ist ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Bereits in ihrer frühen Kindheit wurde ihr Talent erkannt und frühzeitig bewusst gefördert. Da sie in der Metropolregion Nürnberg in etlichen Konzerten und Shows sowohl Publikum wie Medienvertreter gleichermaßen begeistert hat, ist ihr Name inzwischen Synonym für eine unglaubliche Faszination musikalischer Ausdruckfähigkeit geworden. Vom ersten bis zum letzten Song zieht sie Ihre Zuhörer mit ihrer Hingabe in Bann und eröffnet mit ihrer Gesangskunst ein breites Spektrum an emotionaler Tiefe. In ihren variantenreichen Interpretationen bekannter Jazzmelodien zeigt sie ein beeindruckendes Stilrepertoire, das stets von entfesselnder Vitalität und ungebremster Energie geprägt ist.



Willetta Carson ist durch ihre natürliche Art und Kunstfertigkeit Symbol und Ausdruck einer kreativen Szene, die in der Metropolregion Nürnberg für grenzüberschreitenden Hörgenuss sorgt. Willetta Carson setzt ein Zeichen für kreative Qualitätsmaßstäbe und regt zur Nachahmung an.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

Juli 2014: Paul Maar

Paul Maar, Schriftsteller


c) J. Schwalfenberg

 

Vorstellen muss man ihn nicht, und Künstler mit Bedeutung nur für einen Monat ist er schon gar nicht. Aber er ist ein Künstler aus der Metropolregion Nürnberg, der seiner Heimat Ansehen (im wörtlichsten Sinn!) gibt und den das Forum Kultur der Metropolregion deshalb zum „Künstler des Monats Juli“ nominiert hat. Die Rede ist von Paul Maar.

 

Der Erfinder des „Sams“ war zwar schon als Kind eine Leseratte, schrieb Kinderbücher aber erst, als er selbst Kinder hatte und weil er fand, dass es einfach viel zu wenig gute gibt. Dabei hätte er eigentlich ganz gern auch Erwachsenenbücher geschrieben, aber da war sein Verleger anderer Meinung – und hat damit dem Kinderbuch in Deutschland zu einer neuen Qualität verholfen. Heute ist Paul Maar einer der bekanntesten Kinderbuchautoren.

 

Am 13. Dezember 1937 in Schweinfurt geboren, studierte Paul Maar an der Kunstakademie Stuttgart Malerei und Kunstgeschichte und arbeitete danach sechs Jahre als Kunsterzieher an Gymnasien. Diese Erfahrung ist heute noch wirksam, gelang es ihm doch, den Verlag davon zu überzeugen, dass der erfolgreiche Autor auch ein ausgezeichneter Illustrator ist. Seit 1976 arbeitet Maar als freier Schriftsteller und lebt heute mit seiner Familie in Bamberg.

 

Paul Maar ist ein äußerst produktiver Autor. Seit langem vergeht kein Jahr, ohne dass er nicht mehrere Bücher oder Theaterstücke herausbringt. Überhaupt scheint das Theater seine zweite literarische Liebe zu sein, hat er doch schon als Student in den Semesterferien am Fränkischen Theater Schloss Marbach als Bühnenbildner und Fotograf gearbeitet.

 

Die Liste seiner Preise und Auszeichnungen ist zu lang, um sie hier aufzuzählen. Staats-, Literatur- und Theaterpreise gehören ebenso dazu wie der Verdienstorten der Bundesrepublik oder der Bayerische Verdienstorden. Neun Schulen tragen seinen Namen.

 

Mit Paul Maar ehrt die Metropolregion einen Geschichtenerzähler, der für Kinder schreibt, aber auch Erwachsene bewegt. Sein respektloses Sams, der problematische Wunsch nach einer Wunschmaschine, Freunde, die da sind, auch wenn sie keiner sieht – all das sind Anstöße, sich (wie Lippel) eigene Geschichten weiter zu träumen, sich gerade deshalb in der realen neu und besser zurecht zu finden und dennoch immer wieder abzuheben in „Furiose Abenteuer und sonderbare Träume“ (wie es der Titel von Paul Maars „F.A.U.S.T“ empfiehlt.

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

Juni 2014: Hans-Dieter Bauer

Hans-Dieter Bauer


 

Seine Welt sei Musik, so Hans-Dieter Bauer nach eigenen Worten. Der 1937 in Berlin Geborene lebt heute in Coburg. 1940 erhielt der jetzige Weltklasse-Pianist seinen ersten Klavierunterricht, 1942 trat er zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auf. Nach seinem Studium am Städtischen Konservatorium Nürnberg und an der Staatlichen Hochschule für Musik Frankfurt schloss sich eine intensive Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusikpartner im In- und Ausland an. Zahlreiche Rundfunk-, Schallplatten-, CD- und Fernsehaufnahmen sowie unzählige Konzertkritiken dokumentieren seine erfolgreiche Laufbahn. Kritiker feiern ihn als „das Phänomen Bauer“, „Genie“, „pianistische Sensation“ mit „lupenreiner Technik und kristallklarer Tongebung“.

 

Seine Konzertreisen führten Hans-Dieter Bauer weit über Europa (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Tschechien, Ungarn, Griechenland) hinaus nach Südamerika (Buenos Aires), in die Ukraine (Charkow) und nach China (Peking).

 

Er spielte als Solist bei Internationalen Musikfestspielen wie Baden-Badener Musiksommer, Deutsches Solistenfest Sommerhausen, Brandenburgische Kunsttage, Festspiele in Meran, Internationale Musikwochen Luzern, Internationales Musikfestival Dubrovnik und „Chopin-Festival George Sand“ in Frankreich.

 

Die Firma Steinway & Sons zählt Hans-Dieter Bauer zu den 800 führenden Pianisten dieser Welt, sein Autogramm ist als Eingravierung auf dem 500.000 Jubiläumsflügel zu finden.

 

2008 erhielt Bauer das Bundesverdienstkreuz für ein herausragendes künstlerisches Lebenswerk. Der musikalische Botschafter Coburgs und Deutschlands spielt auf nationaler und internationaler Ebene, auch für wohltätige Zwecke.

 

2010 ehrt die Stadt Coburg sein „absolutes Gehör“ mit der Stadtmedaille in Silber.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

Mai 2014: Viva Voce

Viva Voce


 

VIVA VOCE wurde im Jahr 1998 von Mitgliedern des Windsbacher Knabenchores gegründet und ist bis heute ein fünfköpfiges a capella-Ensemble aus Ansbach. Anfangs beschränkte sich das Repertoire auf vierstimmige Männerchorsätze von Friedrich Silcher, Billy Joel und den Comedian Harmonists.

 

Im Jahr 2003 wechselte VIVA VOCE ins professionelle Musikgeschäft und feierte 2013 bereits ihr fünfzehnjähriges Bestehen.

 

Chorknaben sind sie schon lange nicht mehr. Und auch das Boygroup-Image ist vergessen. VIVA VOCE hat sich längst in der deutschsprachigen Kultur- und Theaterwelt als große a-capella-Band etabliert. Vox-Pop nennen die fünf Stimmkünstler ihren unverwechselbaren Stil, der zu 100% mundgemacht ist. Diese Band braucht keine Instrumente. Allein ihr gesangliches Können,  vereint mit dem gegenwärtig vielseitigsten Vokal-Perkussionisten,  sorgt für ein unvergessliches Konzerterlebnis.

 

In ihrer über 15-jährigen Bandgeschichte hat VIVA VOCE so ziemlich alles ausprobiert, was musikalisch ohne Instrumente möglich ist. Mit Erfolg! Bei 150 Konzerten im Jahr zählen die Träger des Bayerischen Kulturpreises zu den gefragtesten Vokalensembles.

 

In den letzten Jahren sind VIVA VOCE weit herumgekommen in der Welt, von Chile bis China sind sie gereist, immer mit leichtem Gepäck. Denn hier ist alles mundgemacht!

 

Auch die Presse ist begeistert, „wenn Stimmen zu Instrumenten werden“ (Nordwest-Zeitung). Hier herrscht „gute Laune – vom ersten Lied bis zur dritten Zugabe“ (Saarbrücker Zeitung). „Viva Voce sind in der instrumentenlosen Szene die Popstars“ (Hannoversche Zeitung).

 

VIVA VOCE machen Musik. Jung und modern, mitreißend und ganz ohne Instrumente. Es lebe die Stimme!

 

9 Alben – 4 Singles/Downloads – Zahlreiche Auszeichnungen – Zahlreiche TV-Auftritte (BR, WDR, Sat.1, ZDF, MDR) – 150 Konzerte im Jahr.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

April 2014: Winni Wittkopp

Winni Wittkopp, Schauspieler

 

Eigentlich ist er ja Schauspieler. Seit 1976 gehört er als inzwischen längstbeschäftigtes Mitglied dem Ensemble des Theaters Erlangen an und agiert zudem als selbständiger Schauspieler und Regisseur auf zahlreichen fränkischen Bühnen, zu denen das große Staatstheater Nürnberg ebenso zählt wie das Dehnberger Hof Theater oder das kleine Theater Kuckucksheim. Überregionale Bekanntheit hat der unüberhörbar aus Franken stammende Mime durch Rollen wie „Schellhammer“ (vom nicht weniger fränkischen Autor Helmut Haberkamm) oder den „Tuning Paul“ in der Fernsehserie „Metzgerei Boggnsagg“ erlangt. 2000 erhielt er bei den Bayerischen Theatertagen für „Spatz Fritz“ den 1. Preis in der Sparte Kindertheater. 2001 gab es für „No Woman, No Cry – ka Weiber, ka Gschrei“ den Stern des Jahres und 2002 den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis.

 

Aber Winni Wittkopp wäre nicht Künstler des Monats, wenn er nur Schauspieler wäre – und er wäre auch nicht der unverkennbare Charaktermensch, der er ist. 1951 in Erlangen geboren und mit dem Vornamen „Winfried“ ausgestattet, den er nie verwendet, lernte er zunächst Maschinenschlosser und Fotografie. 1978 gründete er mit Klaus Karl-Kraus das Musik-Kabarett-Duo „Hobelspäne“ und erhielt 1982 den Kulturförderpreis seiner Heimatstadt. Die Neigung zur Musik machte Wittkopp zum multiplen Virtuosen: Er spielt eine Vielzahl von Instrumenten (darunter diversen Gitarren), ist ein Komponist und immer sichtlich lustvoll als Interpret tätig. Dabei sind zunächst Schallplatten und später eine CD („Barfißi auf der Herdplattn“) entstanden. Aber Winni Wittkopp geht mit der Zeit und veröffentlicht jetzt auf Internet-Plattformen skurrile Musik-Videos in eigener Performance.

 

Extravagant agiert auch der „dritte Wittkopp“, der Bildende Künstler. Ganz unabhängig von der Bühne hat er sich mit seinen oft extravaganten Skulpturen einen Namen gemacht und den Weg in Ausstellungen z.B. des Kunstvereins geöffnet.

 

Fränkisch nach Herkunft und Sprache, verankert am Stadttheater und zugleich vernetzt mit etlichen Bühnen, singend und musizierend außerhalb des Gewohnten und eigenwillig-kreativ als Bildender Künstler – so ist Winni Wittkopp als Cross-Over-Künstler und Spezialist für fränkischen Humor ein idealer „Künstler des Monats“ in der Metropolregion Nürnberg.

 

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

März 2014: Fred Ziegler

Fred Ziegler, Bildender Künstler

 

 

Der Nürnberger Künstler Fred Ziegler gehört mit zu den bedeutsamsten Kreativen der regionalen und internationalen Kunstszene. Als überregional renommierte Künstlerpersönlichkeit hat er uns über Jahrzehnte hinweg durch seine innovativen Arbeiten stets neue Sichtweisen, Perspektiven und Horizonte des Schöpferischen eröffnet.

 

In seiner Eigenschaft als bildender Künstler und Musiker würdigen wir in ihm eine zweifache Kunstfertigkeit. Ziegler hat sein Zuhause in der Metropolregion Nürnberg. Seine Werke wurden weltweit ausgestellt und befinden sich in bedeutenden Sammlungen, Galerien und Museen, sowie im öffentlichen Raum. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen bedacht.

 

Mit Akribie und Zielstrebigkeit hat er sich insbesondere der energetischen Kraft eines Farbtons zugewandt und darin unglaublich vielartige, aussagestarke Werke entstehen lassen: Es ist die Grundfarbe GELB. Dass es „Gelb“ freilich nicht als einen Farbton gibt, sondern in einer ganzen Bandbreite visueller Phänomene, eingebunden in verschiedenste Trägermaterialien und Körper, ermöglicht schon an sich mannigfaltige Ausdrucksmöglichkeiten und Wahrnehmungsformen. Ziegler eröffnete uns, wie kaum ein anderer, den Zugang zu einer farblichen Klangwelt, die er sowohl in der Natur, der organischen und anorganischen findet, wie in der technischen und chemischen Industrie. Und dort, wo die sprachlichen Mittel für die Beschreibung aller unendlich vielen Gelbtöne kümmerlich versagen würden, schafft es der Künstler durch seine Arbeiten, Einzelwerke oder Assemblagen, Installationen oder mediale Verknüpfungen eine Vorstellung davon entstehen zu lassen, wie groß das Universum dieser spektralen Kraft, mit all ihren realen und potentiellen „Gelbintervallen“, ist. 

 

Die Ernsthaftigkeit und Ausdauer, mit der Ziegler seine Werk rund um das Thema „Gelb“ schafft, zeugen von einem nimmermüden Lebenskonzept, in welchem Kunstschaffen, Denken und Leben eine Einheit bilden und eine außerordentliche Beachtung und Würdigung verdienen.
Mit immer wieder neuen Ansätzen und Erprobungen bleibt der Künstler in seinem Werkprozess nicht stilistisch stehen, sondern erweitert durch überraschende Kreationen, in unterschiedlichsten Kontexten, das künstlerische Vokabular zeitgenössischer Kunst. In seinen Arbeiten berücksichtigt er sensibel und oft auf frappierende Weise räumliche und gesellschaftliche Kontexte. Seine solcherart offen angelegten Arbeiten folgen dann nicht einem hermetisch geschlossenen Kunstverständnis, sondern artikulieren sich als kunstsprachliche Eingriffe in die Lebenswirklichkeit ihrer Betrachter. Dieses Interagieren macht die Begegnung mit seiner Kunst spannend und ereignisreich.    

 

Fred Ziegler (Jg. 53) ist in Nürnberg geboren, hat an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert und diese 1984 als Meisterschüler absolviert. Seither ist er nicht nur als freischaffender Künstler tätig, sondern ist als Lehrender und Dozent im pädagogischen Bereich zugleich Mittler und Vermittler. Im Beirat Bildender Kunst der Stadt Nürnberg wirkt er seit 1995 mit.

Fred Zieglers Arbeits- und Lebensmittelpunkt war und ist die Metropolregion Nürnberg. Im kulturellen Leben der Metropolregion ist er mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, Kulturtreibenden und Kulturinstitutionen bestens vernetzt.

 

Die Jury des Forums Kultur würdigt in Fred Ziegler einen herausragenden Bildenden Künstler, der die Metropolregion durch sein Schaffen bereichert und diese durch seine internationalen Aktivitäten auch bekannter macht. Durch Künstler wie Ziegler erhält die Europäische Metropolregion Nürnberg ein unverwechselbares Gesicht, welche die „Heimat der Kreativen“ auszeichnet. Fred Ziegler erhält deshalb die anerkennende Auszeichnung zum EMN-Künstler des Monats März 2014.

 

Text: Georg Graf von Matuschka (EMN Forum Kultur)

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Februar 2014: Jonathan Nott

Jonathan Nott, Dirigent

 (Foto: Thomas Müller)

 

Seit dem Jahr 2000 prägt Jonathan Nott als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker maßgeblich die Musikkultur in der Metropolregion. Über fünfhundert Konzerte der Bayerischen Staatsphilharmonie hat er bereits geleitet und damit die Stadt Bamberg und „ihr“ Orchester weltweit bekannt gemacht. Mit Schubert- und Mahler-Gesamtaufnahmen hat Jonathan Nott Maßstäbe gesetzt, umjubelte Wagner-Interpretationen geschaffen und gleichzeitig die Moderne und die zeitgenössische Musik zu ihrem Recht kommen lassen. Der begeisterte und begeisternde Vollblutmusiker steht für nachhaltige Orchestererziehung ebenso wie für die Inspiration der großen Musikmomente. So ist es kein Wunder, dass der Meisterdirigent auch ein begehrter Partner für andere Orchester weltweit ist. Mit der Spielzeit 2014/15 beginnt er zusätzlich eine Tätigkeit als musikalischer Leiter des Tokyo Symphony Orchestra, und die Junge Deutsche Philharmonie hat ihn im Jahr ihres vierzigjährigen Jubiläums zum neuen ersten Dirigenten gewählt. Dass Jonathan Nott bei allem Kosmopolitismus in der Region inzwischen tief verwurzelt und mit dem Orchester innig verwachsen ist, zeigt die Verlängerung seines Vertrages bis einschließlich 2016.

Die unverwechselbare dirigentische Handschrift, die große künstlerische Ausstrahlung und die langjährige Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsphilharmonie haben Jonathan Nott schon eine ganze Reihe von Ehrungen eingebracht, darunter den Ehrenring der Stadt Bamberg und den Bayerischen Verdienstorden. Die Europäische Metropolregion Nürnberg ehrt den Maestro, der sie weltweit als Kulturregion bekannt macht, nun mit der Auszeichnung „Künstler des Monats“.

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Januar 2014: Gerd Kanz

Gerd Kanz, Bildender Künstler

 (Foto: eschenau porträt)

 

 „Ich wünsche mir Kunst voller Sinnlichkeit und echte Leidenschaft. Und mir selbst wünsche ich Mut, Achtsamkeit und einen klaren Geist.“ – so Gerd Kanz, der Maler und Bildhauer zugleich ist. Der geborene Erlanger, Jahrgang 1966, hat von 1987 bis 1993 das Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, bei Prof. Ludwig Scharl und Prof. Johannes Grützke absolviert.

Weil er sich Leinwände nicht leisten konnte, griff der junge Kanz zu Hartfaserplatten vom Sperrmüll – und machte dabei die Entdeckung, der er heute zu einem Großteil seine eigene Handschrift verdankt: Holzplatten können viel mehr tragen und auch ertragen. Er bearbeitet sie mit dem Stechbeitel, gräbt Furchen ein, hebt Schollen aus. Trägt wechselweise Öl- und Temperafarben auf. Dabei liegen die Bilder auf dem Boden. Es entstehen Farbpfützen, die trocknen. Das Ergebnis fasziniert den Betrachter: pulsierende Farbästhetik, raffinierte Oberflächenstruktur, abstrakte Kompositionen, subtiles Zusammenspiel von Linie, Farbe und Relief – visuelle Erlebnisse mit haptischer Qualität, die in einem streng eingehaltenen Arbeitsrhythmus und disziplinierten Zeitraster entstehen. Der Künstler arbeitet häufig gleichzeitig an mehreren Bildern, vergleicht, prüft, experimentiert, ohne die Kontrolle zu verlieren. Geschehenes und Geschichtetes fallen in seinen Werken zusammen, die zeitliche Dimension wird sichtbar.    

Kanz stellt sich ausdrücklich in die Kunst des Informel, die sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte. Wesentliche Kennzeichen dieser Kunst sind die Zurückweisung des Primats der Form sowie eines irgend gearteten Rahmens und die Betonung der Prozesshaftigkeit des Werks. Kanz ergänzt das Informel um einen weiteren Aspekt: Er beharrt auf der Zweckfreiheit der Kunst, indem er ihre Unabhängigkeit stärkt und sich seit je gegen modische Trends sowie Künstlercliquen abgrenzt.

 

 

Sein Erfolg gibt ihm Recht. Kanz ist Träger zahlreicher Preise und Auszeichnungen. Unter anderem erhielt er bereits im Jahr 1989 den Förderpreis der Stadt Coburg für junge Künstler, einige Jahre später den Debütantenpreis des Freistaates Bayern, weitere Würdigungen und Stipendien folgten.

Kanz behauptet sich international. Sein Werk wird nicht nur in Galerien in Deutschland, sondern auch in Amsterdam und New York ausgestellt.

Heute lebt Kanz in einer ehemaligen Brauerei im unterfränkischen Untermerzbach, in der sich auch sein Atelier und Ausstellungsräume befinden.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

Dezember 2013: Rekkenze Brass

Rekkenze Brass

 

Auf dem Foto von links:
Benjamin Sebald (Trompete), René Jampen (Posaune), Rainer Streit (Tuba), Peter Knudsvig (Trompete), Debra Luttrell (Horn)

 

„Rekkenze“ - das war 1135 die altslawische Bezeichnung einer Dorfsiedlung, aus der die Stadt Hof hervorgegangen ist. „Rekkenze Brass“ - das ist ein Blechbläserquintett, das 843 Jahre später aus den Reihen der Hofer Symphoniker gegründet wurde und mittlerweile als eigenständiges Ensemble Konzerte und Auftritte in über 20 Ländern einschließlich Amerika, Afrika und dem fernen Osten aufzuweisen hat.

Mit Brass (Messingblech) zu faszinieren, das ist die Art der Musikpräsentation mit der die Musiker von „Rekkenze Brass“ weltweit ihr Publikum zu begeistern verstehen. Die Faszination liegt darin, mit Leichtigkeit, mit Charme und Heiterkeit aufzuzeigen, wie durchlässig die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Musikgattungen sein können.

Im Rahmen der Jugendförderung durch den Bezirk Oberfranken und der kulturellen Arbeit des Hauses Marteau - Internationale Musikbegegnungsstätte des Bezirks Oberfranken - gestalten die Musiker in den oberfränkischen Schulen sog. Musikhörstunden. Durch dieses besondere Angebot werden Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters zur eigenen musikalischen Betätigung angeregt. Regelmäßig enden diese „Schulstunden“ nicht nur mit Begeisterungsstürmen der Kinder und Jugendlichen; es hagelt auch Wünsche nach Unterricht und einem eigenen Instrument. Genau das wollen die Virtuosen an Trompete, Posauen, Horn und Tuba. Gerade jetzt im Dezember sind sie wieder in den Schulen unterwegs.

Für viele Musikfreunde in Franken gehört Rekkenze zu Weihnachten wie Tannengrün und Lichterglanz. Seit Jahrzehnten (Rekkenze Brass wurden 1978 gegründet) sind die Konzerte in der Adventszeit fester Bestandteil der Veranstaltungskalender. Dabei kommen besinnliche Weisen ebenso zu Gehör wie moderne Rhythmen. Gattungsgrenzen kennen Peter Knudsvig (Trompete), Benjamin Sebald (Trompete), Debra Luttrell (Horn), René Jampen (Posaune) und Rainer Streit (Tuba) nicht. Sie lieben den Wechsel und den Spannungsbogen von Barock bis zu Jazz und Swing des 20.Jahrhunderts. Eigene Arrangements machen aus Opernarien oder Big-Band-Sound höchst virtuose Stücke für das Quintett, die auch auf zahlreichen CD-Veröffentlichungen erhältlich sind.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

November 2013: Bärbel und Horst Kießling

Bärbel und Horst Kießling

 

Sensible Harmonie und impulsive Kraft

Längst sind sie zu einem „Markenbegriff“ geworden und zu hervorragenden Botschaftern in ganz Europa für ihre Heimat in Sachen „Kunst“ im öffentlichen Raum, Malerei, Grafik und Plastik. Beide sind Mitglieder bei focus-europa e.V., im Kunstverein Hochfranken und in der Internationalen Gesellschaft der bildenden Künste.

Ihr Name steht für Gestaltungsfreude und -vielfalt, für Können, für hohen künstlerischen Anspruch und für gesellschaftliches Engagement über einen Zeitraum von rund 40 Jahren.

Davon zeugen ihre eindrucksvollen Plastiken u. a. an der Universität Würzburg, in der JVA Würzburg, in Pilsen/Horni Briza, Brixen, Bayreuth, Bad Elster, Bad Schlema, am Klinikum Weiden, bei der Landesgartenschau Memmingen, an verschiedenen Orten im Landkreis Wunsiedel i. F. und natürlich in ihrer Heimatstadt Marktredwitz. Zweimal waren sie als Vertreter Bayerns beim „Festival der Sinne“ in Großenhain mit starken Installationen vertreten. Dabei arbeiten sie professionell mit allen Materialien von Stahl über glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK), Holz, Glas, Stein bis Bronze. Ihr jüngstes Werk war eine sehr einprägsame 7teilige Installation von weit über 100 qm zu einer Aufführung von Händels „Messias“ als Gesamtkunstwerk in einem historischen Industriegebäude von interessanter Architektur um 1900, der sog. „Glasschleif“ in Marktredwitz, die rd. 1000 Besucher in ihren Bann zog.

Horst Kießling ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe.

Zahlreiche vielbeachtete Einzelausstellungen mit Gemälden und Plastiken des Ehepaars zeigen die Bandbreite ihrer künstlerischen Arbeit, so. z. B. in Oberfranken und ganz Deutschland, in Montpellier und Mende (Frankreich), Tschechien, Österreich, Italien, Ungarn, 2014 in der Türkei, den Niederlanden und Italien. Dabei beweisen ihre Werke, dass die beiden alle modernen Techniken künstlerischer Gestaltung beherrschen. Sich von ungewöhnlichen Materialien, die sie oft von ihren Reisen um die Welt mit ihrem Wohnmobil mitbringen, stimulieren zu lassen, fällt immer wieder auf. Sie lieben überraschende Experimente, aleatorische Prozesse; Mut zu Neuem kennzeichnet ihr Schaffen durchgängig. Dazu kommt die Freude am Gestalten und die gegenseitige Stimulanz, die zu ganz unterschiedlichen Produkten führt, so dass man sie nicht in irgendeine kunsttheoretische Schublade pressen kann: „…sie sind sie selber“, wie es einmal ein Kritiker sagte. Dabei entwickeln beide erstaunliche Individualität bei ihren Arbeiten.

Bärbel Kießling erfüllte sich neben ihrem Beruf als Lehrerin für Bürokommunikation einen Wunsch, indem sie vier Jahre an der Akademie Faber-Castell bei Prof. Wrisch Kunst studierte und als freischaffende Künstlerin abschloss. Ihre Gemälde besitzen eine innige Homogenität und Harmonie von Farbe und Form. Ihre Bilder vermitteln Stimmigkeit und vermögen den Betrachter förmlich einzusaugen und innere Saiten zum Klingen zu bringen. Sie sagt, sie will der Seele des Menschen nahe kommen.

Horst Kießling, studierter Pädagoge und zuletzt Schulamtsdirektor im Landkreis Wunsiedel i. F., ist ein Universalkünstler im wahrsten Sinne des Wortes. Er beherrscht Klavier und Orgel, ist ein perfekter Handwerker, schreibt zusammen mit seiner Frau Bücher, gestaltet meditative Lesungen und hielt bayernweit Seminare zur Kunsterziehung. Er schafft Werke, in denen häufig die bewegte, kraftvolle und drängende Energie überwiegt. Vieles lebt von Kontrasten in Farbe, Form und Komposition. Oft hat man den Eindruck, dass starke Emotionen nachwirken. Dabei bleiben aber Humor, Ironie, Witz und kleine gestalterische Frechheiten nicht verborgen.

Beide Künstler wollen in ihren Werken im Sinne Paul Klees nicht „das Sichtbare wiedergeben, sondern sichtbar machen“, was sie als wache und sensible Beobachter in der Welt sehen, erleben, was sie anrührt, erfreut, beglückt aber auch bedrückt oder zum Weiterdenken anregt. Dabei sammeln sie vielfältige Eindrücke, lassen sie wirken, erörtern sie kritisch, um sie schließlich in ihrer jeweils typischen Eigenart und Bildsprache auszudrücken. Sie möchten Menschen positiv ansprechen, sie anregen, sich mit Fantasie in ihre Kunst einzudenken, sich vielleicht darin wiederzufinden, die zweite, tiefere Ebene im Werk zu entdecken. Und zu entdecken gibt es bei Bärbel und Horst Kießling unendlich viel….

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de



 

 

Oktober 2013: Mäc Härder

Mäc Härder, Kabarettis

 

Kann ein Kabarett zum Thema Sterben lustig sein? Braucht Franken einen König oder einen Arzt? Klar!, sagt Mäc Härder und fügt gleich reimend hinzu: „Was der Arzt ist für die Kranken, das ist Mäc Härder für die Franken.“

Der „Künstler des Monats“ Oktober wurde am 29. Januar 1960 in Bad Neustadt an der Saale geboren. Nach dem Studium in Würzburg und Malmö, das natürlich in Bamberg endete und dem Lehramt für die beruflichen Schulen gewidmet war, machte er zwar sein 1. Staatsexamen (in Geschichte als Bester in Bayern, wie er in seiner Biografie hervorhebt, denn ein „elender Angeber“ will er schon sein) widmete sich dann aber lieber dem Jonglieren und dem Kabarett. Als er nur wenige Jahre nach seiner Geburt bereits das 15. Lebensjahr erreicht hatte, trat er zum ersten Mal bei einer Theateraufführung in Erscheinung: Als Teufel, der zwar im Stück gar nicht vorgesehen war, der aber so intensiv spielte, dass eine Zuschauerin bereits seine Mutter beklagte.

Von 1985-2000 spielte Härder sieben Programme mit der fränkischen Kabarettgruppe TBC (Totales Bamberger Cabaret). Ab 1995 trat er parallel dazu und ab 2000 ausschließlich in zahlreichen Soloprogrammen auf. Von 1999-2003 war er zudem künstlerischer Leiter des Straßenfestivals „Bamberg zaubert“ und 1992 Gründer und Coach der Improvisationstheatergruppe „Anonyme Improniker“. Mit seinen Programmen trat Härder auf den unterschiedlichsten Bühnen in Erscheinung: von Adidas in Herzogenaurach bis zum Altenpflegetag in Chemnitz, von Brose und Datev bis zur Hospiztagung in Trier. Die Begegnung mit dem Hospiz war für einen Kabarettisten, der sich gerne auf Witz und Jonglage



auf Klamauk und Mundart versteht, besonders schwierig. Härder nahm die Herausforderung an und entwarf ein Programm für die Menschen im Hospiz, die den Zuschauern bei Themen wie Sterben, Tod und Hospizarbeit die Lachtränen in die Augen treten lassen. Inzwischen bewährt sich sein Spezialprogramm. Kabarett und Hospiz sind Freunde geworden, wie er schreibt und viele Texte sind in seinem Stück „Die Radieschen von oben“ eingeflossen.

2011 wurde Mäc Härder in den erlauchten Kreis der „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ aufgenommen, einer Initiative der Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, bei der jeweils ein sehr kleiner Kreis ausgezeichnet und öffentlich präsentiert wird. Im selben Jahr erhielt er auch den Fränkischen Kabarettpreis (Sonderpreis). Mäc Härder war und ist häufiger Gast beim Bayerischen Fernsehen (BR), so z.B. bei „Kabarett aus Franken“ sowie bei „Ottis Schlachthof“ und „Grünwald Freitagscomedy“.

Mäc Härder gestaltet mit Witz, Klamauk, Regionalbezug und Jonglage ein intelligentes Kabarett, das zu einem frischen, schrägen Blick auf Franken und die Metropolregion ermuntert und für die Metropolregion von witzig-herausragender Bedeutung ist. Durch die gelungene Kombination von Kabarett, Artistik und Comedy begeistert Mäc Härder jedes Publikum. Das Forum Kultur der Metropolregion benennt ihn deshalb zum „Künstler des Monats“.

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

September 2013: Sabine Friedrich

Sabine Friedrich, Autorin

 

Sabine Friedrich wurde 1958 in Coburg geboren, studierte Germanistik und promovierte 1989 in München. Anschließend lebte sie unter anderem in Hamburg und Oslo, kehrte aber 1996 nach Coburg zurück, wo sie heute mit ihrer Familie lebt.

Ihr erster Roman, „Puppenhaus“, erschien 1997 bei piper. Danach folgten weitere: „Nachthaut“, 2000 im Eichborn Verlag und „Familiensilber“, 2005 veröffentlicht bei dtv. Im Jahr 2006 entstand „Immerwahr“ als Prosastudie zu einem gleichnamigen Theaterstück, das am Coburger Landestheater Premiere feierte.

hren aktuellen Roman „Wer wir sind“, verlegt bei dtv, stellte Friedrich im Herbst 2012 auf der Buchmesse vor und erhielt dafür ein breites öffentliches Interesse.

„Was folgt auf das Ende, was liegt vor dem Anfang? Das Korn ist eingebracht, die Felder sind leer.“ So beginnt der 2027 Seiten starke Roman. Insgesamt sechs Jahre lang hat Friedrich daran gearbeitet, entstanden ist ein Zeitpanorama, eine Geschichte des deutschen Widerstands. In einem „Werkstattbericht“ erzählt die Autorin von der Entstehungsgeschichte und der Arbeit an diesem Werk, bei dem sie sich nach eigenen Aussagen „sehr eng an die historischen Fakten“ gehalten hat. In ihrem Roman gehe es darum, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten und was sie zu Widerständlern mache, so Friedrich.

Stimmen zum Roman:
„’Wer wir sind’ ist kein leichtes Leseerlebnis: es ist intensiv, bedrückend, traurig, aufwühlend, tröstend und dennoch gleichzeitig so erhellend und informativ. […] Sabine Friedrich hat dem deutschen Widerstand ein literarisches Denkmal gesetzt, das seinesgleichen sucht.“ (www.buzzaldrins.wordpress.com, abgerufen am 15.08.2013)


„Dabei sind es nicht nur amerikanisch-französische Schriftsteller wie Jonathan Littell oder Schweden wie Steve Sem-Sandberg, die sich trauen, finsterste deutsche Geschichte in Literatur zu verwandeln. Jetzt hat sich auch eine deutsche Autorin darangemacht, Grenzen zu überschreiten. (...) Das Buch gehört zu den spektakulären Neuerscheinungen in diesem Herbst (...) Eine Enzyklopädie des deutschen Widerstands in der Hülle eines Romans (…).“ (Gerhard Spörl, Der Spiegel, 01.10.2012)

„Bereits die ersten Szenen verdeutlichen, was die Coburger Autorin auf ihrer Entdeckungreise durch die Geschichte des Widerstands so faszinierte, dass sie es zum Strukturprinzip ihres Romans wählte: Die Vernetzung der ›Widerständler‹ (Friedrich) durch verwandtschaftliche Bande und Freundeskreise.“ (Sabine Reithmaier, Süddeutsche Zeitung, 14.11.2012)

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

August 2013: Freies Fränkisches Bierorchester

Freies Fränkisches Bierorchester

„Freies Fränkisches Bierorchester“, ein ungewöhnlicher Name für ein Ensemble, das man am ehesten in die Rubrik Blaskapelle einordnen könnte. Aber da kommt schon das Stichwort „frei“ dazu. Man lässt sich nicht festlegen, nicht auf einen Stil oder auf bestimmte Instrumente. Auch eine afrikanische Djembe oder ein spanischer Dudelsack dürfen mitspielen. Fränkisch ist Programm, aber nicht Dogma.

Die Gruppe ist überzeugt, dass Volksmusik immer im Wandel, immer Veränderungen ausgesetzt und immer Moden unterworfen ist. „Dieser fließende Prozess der Erneuerung ist ein wichtiger Faktor für das Fortbestehen von traditioneller Musik“, kann man auf der Homepage lesen. Und in diesen Prozess bringen die sechs Musiker der Stammbesetzung (2 Damen, 4 Herren) sich auch durch ihre vielen Auftritte ein. Dabei sind sie offen für andere Musiker und spontane Mitwirkung. Es geht um das Miteinander, das Volksmusik ausmacht. Ob ein Titel dabei von den Doors, von Johnny Cash oder aus dem überlieferten Repertoire stammt, ist nicht so wichtig. Alte Lieder oder neue, junges Publikum oder reife Semester - das Freie Fränkische Bierorchester reißt jeden mit, der in seine Nähe kommt.

Dabei spielen die Musiker aus Leidenschaft überall im fränkischen Raum. Wesentlich ist der direkte Kontakt mit dem Publikum, das zum Mitsingen und Mittanzen animiert wird. Da kann aus einem als Konzert angekündigten Termin schon mal eine Tanzstunde werden. Aber es ist eben nie das mechanische Mitklatschen, wie man es aus den volkstümlichen Standardprogrammen kennt. Damit hat das Bierorchester nichts am Hut.

Bleibt noch das „Bier“ im Namen. Wer aus der Gegend mit der größten Brauereidichte der Welt kommt, taugt nicht als Wasser-ohne-Werbefigur. Es ist das kommunikative Element des Gerstensafts, um das es den Musikern geht. Und der Ort dafür ist da Wirtshaus. Da, wo man früher alles erfahren hat, wo ein Mittelpunkt des Ortes war und


eben auch musiziert und getanzt wurde. Die „gute alte Zeit“ ist vorbei und war vielleicht auch gar nicht so gut. Aber miteinander Musik machen, selbst spielen, dabei ohne Kommerz Freude haben und Freude bringen, das schafft das Freie Fränkische Bierorchester.

Kopf der Gruppe ist der Vollblutmusiker Erwin Lipsky aus Regnitzlosau. Daheim sind die Musiker im Raum Hof. Partner bei Auftritten sind aber auch schon mal die Kabarettisten vom TBC. Da ist man dann so frei, die Grenzen des Genres nicht so ernst zu nehmen. Das Freie Fränkische Bierorchester ist eine besondere Blaskapelle mit vielen Facetten.

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

Juli 2013: Stefan Kügel

Stefan Kügel, Puppenspieler


(Foto: Andreas Riedel)

 

Im Land des Figurentheaterfestivals gehören Tristan Kompagnons, Theater Salz und Pfeffer und das Theater Kuckucksheim zu den führenden Bühnen, die ihr Fach doch immer wieder neu erfinden.

Dabei bleibt der Puppenspieler, Schauspieler und Sänger Stefan Kügel auch hier noch eine Ausnahmeerscheinung. Legendär die grandiose Inszenierung mit Tristan Kompagnons „Niemand und jemand“, lebt und arbeitet der sechsfache Vater in Heppstadt. Seit nunmehr 23 Jahre hat er sich dem Puppenspiel und auch dem Schauspiel verschrieben und seit 13 Jahren dies auch in der eigenen Theaterscheune. Der gelernte Schreiner und ausgebildete Puppenspieler u.a. an der Hochschule für Puppenspielkunst Berlin kann nun schon auf die Unterstützung seiner größeren Söhne zurückgreifen.

Sein breites Repertoire gibt er in der Regel Solo. Als Hauptakteur des Theaters steht er als Puppenspieler, Schauspieler und Sänger auf der Bühne. Seine Produktionen für Kinder wie auch für Erwachsene werden nicht nur im eigenen Haus gezeigt, auch auf Festivals und in Theatern im deutschsprachigen Raum ist das Theater Kuckucksheim zu Gast. Sein Repertoire ist umtriebig wie er selbst. Und natürlich ist Theater Kucksheim auch Gastspielbühne für die verschiedensten freien Puppenakteure Deutschlands wie Europas.

Für Kinder bietet er gerade in dem Alter, indem Kinder an das Theater herangeführt werden sollten, für unterschiedliche Altersstufen Stücke an. Obwohl wenn ein Kind mal zu klein oder groß ist, stört das den Puppenspieler Stefan nie: Vom Apfelmännchen und dem wilden Stier Willi geht es zu Peterson und Findus, Rumpelstilzchen zu den Kinder stärkenden Märchen wie Ronja, Onkel Wanja oder Jim Knopf. Und so kommt es auch nicht von ungefähr, dass im Sommer (2013: vom 3. Juni bis zum 26. Juli) das Theater Kuckucksheim  zusammen mit dem Bioland-Hof Seeberger ein besonderes


Ausflugsprogramm für Kindergärten und Grundschulen anbietet. Die Kombination aus Umwelterziehung und Theater konnte seit 1994 schon eine ganze Reihe Kinder hinter dem Ofen hervor und ins Fränkische hinaus locken. Neben hautnaher Tiererlebnisse werden altersgerechte Fragen um biologischen Anbau und Lebensmittelherstellung den Kindern nahegebracht mit einem Fußmarsch geht es anschließend zur Theatervorstellung in der Scheune.

Die Bandbreite wird bei den Erwachsenen noch erweitert: Im Repertoire ist hier u.a. von Goethes „Faust“, „der fränkische Jedermann“ (Kusz), „die Fichten im Weiher“ (Haberkamm) oder die neueste Produktion mit der freiwilligen Feuerwehr Strullenbach und seinen Söhnen „der Räuber im ‚Spritzenhaus“. Die Zusammenarbeit mit den fränkischen Schriftstellern Helmut Haberkamm und Erfolgsautor Fitzgerald Kusz, die Kooperationen mit dem Dehnberger Hoftheater, dem Theater Nürnberg und dem Theater Erlangen brachten gute Inszenierung auf den Weg, und machten das Theater Kucksheim weiter bekannt. Die Gründung des hinreißenden Theaters KaNoma mit Winfried Wittkopp und Stefan Nast-Kolb brachte die musikalische Produktion „Ka Weiber – Ka Gschrei“ 2001 als Erfolgsproduktion in die fränkische Theaterwelt. Und hier schon agiert Kügel als schraubender Festus als Schauspieler und Sänger. 2005 folgen die „Schudgogger“ und 2008 „die Fichten im Weiher“ ähnlich erfolgreich.

Der schraubende Festus soll für Stefan Kügel die Herausforderung zu seinem Weg in das Metier seines Bruders Thomas Kügel - die Filmarbeit - sein. Ab 2011 ist Kügel vermehrt als Kino- und Fernsehschauspieler tätig. Mit dem deutschen Spielfilm „Dreiviertelmond“ hatte er an der Seite von Elmar Wepper gleich mal einen Kinoerfolg, und ab Februar 2013 spielte er die Hauptrolle des "Norbert Speckner" in der Sitcomdie Speckners“, die im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Folgende Preise aus der Region wurden Stefan Kügel im Laufe seines Schaffens verliehen:  AZ – Stern des Jahres (1994 und 2001), Bürgerpreis der SPD – Erlangen – Höchststadt (96),  Festivalpreis Podium freie Szene Erlangen (98), Kinderpreis der Bayerischen Theatertage Nürnberg (2000), Förderpreis der Bayerischen Theatertage Erlangen (2002), Wolfram von Eschenbach Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken (2004).

Sein Markenzeichen ist die immer aufs Neue gefundene Authentizität in und mit der Rolle verstrickt mit raffiniert einfachen Theatermitteln: Immer wieder überrascht er mit gestalterischer und stimmlicher Variationsbreite. Er singt und spielt mit sich und den Puppen und hinterlässt ein begeistertes Publikum.

Die nächsten Termine sollte man sich vormerken: Am 12.7. wird im Theater Kuckucksheim der Räuber im Spritzenhaus und am 27. 7 der „fränkische Jedermann“ gezeigt.


Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

Juni 2013: Gerd Scherm

Gerd Scherm, Autor

(Foto: Jim Albrigth)

 

 

1950 in Fürth geboren und aufgewachsen, betätigte sich Gerd Scherm schon sehr früh auf sehr unterschiedlichen kreativen Gebieten. Schon als 22jähriger war er Mitarbeiter von Eugen Gomringer, dem Begründer der konkreten Poesie und Kreativdirektor für die Rosenthal AG in Selb. Er ist Schriftsteller, bildender Künstler und Manager für kulturelle Projekte. Er war Gastdozent in Berlin und St. Gallen für Kultur- und Religionsphilosophie. Sein literarisches Werk umfasst nahezu alle Gattungen: Lyrik, Romane, Theaterstücke, Essays und Erzählungen. Seine Lyrik präsentiert er meist in künstlerisch-bibliophiler Ausstattung und hat namhafte Komponisten zur Vertonung seiner Gedichte angeregt.

Gerd Scherm lebt heute in Binzwangen bei Rothenburg und bewohnt ein sorgsam restauriertes Gehöft. Als Turmschreiber in Abenberg und als „Hausautor“ des Theaters Ansbach setzt er betont fränkische Akzente. Mit seinem äußerst erfolgreichen Roman „Der Nomadengott“ allerdings begab er sich kenntnisreich in sowohl jüdische, als auch ägyptische Gepflogenheiten von Religion und Alltagsleben.

Gerd Scherm ist ein äußerst vielseitiger, produktiver Künstler, der mit renommierten Preisen ausgezeichnet wurde:
Vom Kulturförderpreis der Stadt Fürth, der schon dem 22Jährigen verliehen wurde, über den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis bis hin zum Friedrich-Baur-Preis für Literatur der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, war er als Stipendiat in Schottland und Italien und ist Träger der Mathias Claudius- sowie der Paulskirchen-Medaille.


Sein Theaterstück „Alexander der letzte Markgraf“ wurde vom Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit 20.000 Euro gefördert und fand ein begeistertes Publikum.

Gerd Scherms Roman „Die dunkle Mühle. Die Saga der Familie Gollwitzer“ wurde 2012 vom Verleger und Hersausgeber Vito von Eichborn als Buch des Monats März für dessen Edition ausgewählt.

In Arbeit befindet sich ein Zweipersonenstück mit dem Titel: „Der schändliche Skandal Heine-Platen“, das einen der größten Skandale der deutschen Literaturgeschichte thematisiert und im Auftrag des Theaters Ansbach, der Geburtsstadt August Graf von Platens entsteht.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

Mai 2013: Wolfgang Manz

Wolfgang Manz, Pianist

 (Foto: Christian Ruvolo)

 

Der bei Düsseldorf geborene Pianist und Klavierprofessor Wolfgang Manz wirkt seit vielen Jahren als außergewöhnlicher Künstler und hochengagierter Pädagoge in der Metropolregion Nürnberg. Er bereicherte die Region nicht nur durch seine zahlreichen Auftritte, wie etwa als Solist mit den Nürnberger Symphonikern oder bei seinen Klavierrezitalen, sondern unterstützt  junge Musikerinnen und Musiker wie kaum ein anderer mit beispielhaftem Engagement. Seine unbedingte Leidenschaft für die Musik äußert sich nicht nur in seinem virtuosen Spiel – auch in seinem täglichen Handeln und im persönlichen Gespräch ist sie stetig spürbar.

Wolfgang Manz, Jahrgang 1960, ist pianistisch von zwei unterschiedlichen Traditionen geprägt: Durch den tschechischen Pianisten Drahomir Toman, einen Vertreter der osteuropäischen Schule, die ihren Ursprung bei Theodor Leschetizky findet, wurde er pianistisch grundlegend beeinflusst, während er in der Klavierklasse von Karlheinz Kämmerling in Hannover Elemente der deutschen Tradition, wurzelnd bei Robert Teichmüller, in seine Spieltechnik adaptierte.

Nach Abschluss seines Studiums 1986 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover leitete Wolfgang Manz regelmäßig Kurse für Klavier bei den „Internationalen Meisterkursen Trier“ sowie in Südkorea. Von 1994 bis 1998 lehrte er an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Im Jahr 2000 übernahm er für ein Semester eine Gastprofessur in Yokahama/Japan, ehe er im selben Jahr als Professor für Klavier an die neu gegründete kommunale Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg – eine Vorgängerinstitution der heutigen Hochschule für Musik Nürnberg – berufen wurde. Von 2001 bis 2005 bekleidete er dort das Amt des Prorektors.

Wolfgang Manz ist Preisträger bedeutender Pianistenwettbewerbe wie Leeds (1981, 2. Preis) und Brüssel (Concours Reine Elisabeth 1983, 2. Preis). Außerdem gewann er 1980 in Berlin den Mendelssohn-Bartholdy-Preis der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und 1982 in Bonn beim Deutschen Musikwettbewerb einen 2. Preis.

Seit seinen Wettbewerbserfolgen ist Wolfgang Manz ein international gefragter Klaviersolist und Pädagoge. Sein Repertoire umfasst etwa 50 Klavierkonzerte von Bach bis zur Moderne und ein umfangreiches Soloprogramm. Er gastierte in den 80er Jahren mit renommierten Orchestern und Dirigenten, etwa mit britischen Klangkörpern wie dem English Chamber Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, BBC Symphony Orchestra (bei den Londoner „Prom Concerts“ 1984 mit  dem 1. Klavierkonzert  von Brahms). In Deutschland trat er mit Orchestern wie dem RSO Berlin, der Radiophilharmonie Hannover, dem Orchester der Beethovenhalle Bonn, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, den Düsseldorfer Symphonikern und dem Münchner Kammerorchester auf. Mit seinem Kollegen Rolf Plagge – ebenfalls Preisträger beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel – gründete Wolfgang Manz 1988 ein Klavierduo, welches in Europa sowie in Südamerika (Chile) und Mittelamerika (Mexiko) konzertiert hat.

Es existieren zahlreiche CD-Einspielungen mit Wolfgang Manz, z.B. bei Arte Nova (Brahms-Klavierkonzerte), Chandos Records (Dohnanyi-Klavierquintett) und Telos Records (späte Klavierzyklen von Brahms und Werke für Klavier mit Orchester), im Klavierduo bei Thorofon (Werke von Schubert, Liszt. Debussy, Ravel, Rachmaninow) und Telos (Beethoven-Liszt 9. Symphonie und russische Musik für zwei Klaviere). Die neueste Erscheinung ist ein Liszt-Rezital, erschienen 2011 bei Telos.

Seit vielen Jahren verfolgt Wolfgang Manz eine nationale und internationale Jurytätigkeit, u.a. bei „Jugend musiziert“, beim Deutschen Musikwettbewerb Bonn 2001, beim „Prix Amadeo“ in Vaals/NL 2005, beim Walter Gieseking-Klavierwettbewerb in Saarbrücken 2007, beim Internationalen Wettbewerb für junge Pianisten Ettlingen 2006, beim Rachmaninow-Wettbewerb Moskau 2008 und beim Enescu-Wettbewerb Bukarest 2009.

Studierenden seiner Klasse gewinnen regelmäßig wichtige Preise, wie die 1., 2. und 3. Preise bei Wettbewerben in Leeds, Hongkong, Epinal/F, Iturbi/Spanien, Wien, Cleveland, Warschau, Köln sowie in Italien und Chile.

Sein Engagement für die Nachwuchsförderung ist beispielhaft. So hat der LIONS Club Nürnberg durch sein Zutun 2012 einen neuen Streicher-Wettbewerb für Studierende der Hochschule für Musik Nürnberg ausgerichtet. Auch bei anderen Wettbewerben ist Prof. Wolfgang Manz maßgeblich an der Organisation und der Durchführung beteiligt. Seit Jahren ist er außerdem in der Gesellschaft der Förderer der Hochschule für Musik Nürnberg aktiv.

Ich freue mich außerordentlich, dass das Forum Kultur der Metropolregion Wolfgang Manz zum Künstler des Monats gewählt hat und ihm dadurch die Anerkennung zollt, die ihm als Ausnahmekünstler gebührt.

(Würdigung von:
Prof. Dr. Martin Ullrich)

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

April 2013: Lotte Funke

Lotte Funke, Malerin

 (Foto: Bernd Böhner)

 

Sie ist die Meisterin des unwirklichen Realismus. Die Bilder der „Altmeisterin der naiven Malerei in der Region“, wie die Nürnberger Nachrichten Lotte Funke beim Kunstpreis 2009 genannt haben, kommen mit bunter Detailgenauigkeit daher, bieten einen naiven, unverstellten Blick auf die Welt. Aber dieser Schein täuscht: Ihre Landschaften sind keine bloßen Abbilder, sondern Traumbilder, so konkret wie Träume oft sind, so von Emotionen geprägt, wie Träume persönlich sind, so vielschichtig wie ihr Blick auf die Welt. Da landet ein Fallschirmspringer mitten auf dem Schlossplatz, ist es Tag und Nacht zugleich, wirbt ein Haus mit überbordendem Charme für den eigenen Erhalt. Häuser erhalten, den Bestand vor allem der Erlanger Altstadt bewahren – das gehört ohnehin zu den wichtigen Anliegen von Lotte Funke, die mit ihren Bildern damit auch politisch wirkt und wirken will.


Lotte Funke wurde 1938  in Nürnberg geboren, wuchs in Hersbruck auf und kam dann nach Erlangen. Es folgten Stationen in Mainz und Bangkok, wo sie am Goethe-Institut Deutsch unterrichtete. In dieser Zeit entstanden ihre ersten Bilder als Verarbeitung der Eindrücke und Erlebnisse.1970 kehrte sie nach Erlangen zurück und erwarb am Fremdspracheninstitut der Universität ein Übersetzerdiplom für Französisch. Es folgten jahrelange Aufenthalte in den Niederlanden und in Irland, bevor sie 1992 ihr Weg wieder nach Erlangen zurück führte. Seither ist die Stadt früherer „Lebensstationen“ für sie die Heimat geworden, für deren Erhalt sie sich mit den Mitteln ihrer Kunst engagiert.

So weit gestreut wie ihre Aufenthalte sind die Ausstellungsorte ihrer Arbeiten. So gab es Einzelausstellungen für sie in Melbourne, Den Haag, Dublin und München. Auch Ankäufe z.B. durch das Musée d’Art Naif in Paris oder das Museum voor Naieve Kunst in Zwolle verweisen auf die anerkannte Qualität ihrer Bilder.

Mit der Nominierung zur „Künstlerin des Monats“ ehrt das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg Lotte Funke für ihr Lebenswerk, das in herausragender Weise die Weltoffenheit, Vielfalt und Kreativität der Region verkörpert.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

März 2013: Thalias Kompagnons

Tristan Vogt und Joachim Torbahn, Puppenspieler

 

Ob in Basel, Kopenhagen oder Seoul, bei den Ruhrfestspielen, den Salzburger Festspielen, in großen Häusern oder in kleinen Hinterhoftheatern spielen Tristan Vogt und Joachim Torbahn als Thalias Kompagnons auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Seit ihrer Gründung 1990 ziehen sie als Tourneetheater (bis 2006 als Tristan Kompagnons) durch die Lande, Puppendomizil  im Kali mit Theater Salz & Pfeffer von 1997 bis 2008. Produktions- und Spielstätte bietet ab 2006 die Nürnberger Tafelhalle oftmals als Co-Produzent.

 

Finanziell gefördert durch die Stadt Nürnberg, den Bezirk Mittelfranken und den Freistaat Bayern bieten sie mit ihrem  Nürnberger „Theater mit Puppen“ für große und kleine Menschen im Repertoire  Märchen, Geschichten und Dramen angereichert mit Autoren und Jazzern aus der Metropolregion. Begleitet vom AZ- Stern und dem zeitgenössischen, fränkischen Autor Fitzgerald Kusz,  deren „Götter Soap – letzte Staffel“ als nächste Premiere am 18. April 2013 figürlich visualisiert uraufgeführt wird.

 

Tristan Vogt studierte Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Soziologie und Anglistik in Erlangen. Seit 1990 ist er freischaffender Puppenspieler, Stückeschreiber und Regisseur – Mitarbeit in rund 50 Produktionen für 20 verschiedene Ensembles. Joachim Torbahn studierte Malerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien - Bühnenbildner u. a. an der Oper Heidelberg und am Staatstheater Wiesbaden. Seit 1990 betreiben sie gemeinsam das Nürnberger Figuren-Theater Thalias Kompagnons, indem Joachim Torbahn vor allem als Regisseur, Figuren- und Bühnenbildner mitwirkt, und seit 1998 auch als Spieler, den Puppen Leben einhaucht.

 

Tristan Vogt und Joachim Torbahn erhielten für ihr künstlerisches Schaffen etliche Preise u.a: das Kulturstipendium der Stadt Nürnberg 1997 (für die Initiative Kali – Thalias Kompagnons & Theater Salz und Pfeffer), den Kulturpreis der IHK Nürnberg 2001, den Preis für Darstellende Kunst der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2005,  den Preis der Stadt Nürnberg für Kunst und Wissenschaft (2008).

 

„Die Kunst der Bescheidenheit“ titelt Bernd Noack in theater Heute 2009 über das Nürnberger Figurentheater Thalias Kompagnons, die auf einem Küchentisch großes Figurentheater (in diesem Falle „Kafkas Schloss - ein Machtspielchen“) an den Menschen bringen. Aber auch an großen Operbühnen mit Leinwänden bewegen sich Thalias Kompagnons mit international gefeierten Produktionen zuletzt bei den Salzburger Festspielen mit „Das Mädchen aus der Feenwelt oder der Bauer als Millionär“ - Ein Lustspiel mit bodenlosen Handpuppen, illusionären Hütten und Palästen und schaurig-schöner Märchen-Musik.

 

Die Geschichte und die Ausstattung stehen im Fokus der beiden Künstler, bevor an die dramaturgische Umsetzung gedacht wird. THALIAS KOMPAGNONS bewegen sich mit international gefeierten Produktionen im Grenzbereich zwischen Schauspiel-, Figuren- und Musiktheater. Die Suche im Stück, die Suche nach der Sehnsucht der Figuren, die Suche nach der  Aussage im Jetzt und Heute -  die künstlerischen Transfers zwischen verschiedenen Genres machen die Inszenierungen zu dem Erlebnis, das Figuren leben und Zuschauer erleben können – und dies weltweit erfolgreich!

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Februar 2013: Tanja Kinkel

Tanja Kinkel, Autorin

 (Foto: FinePic)

 

Tanja Kinkel ist in Bamberg geboren. Noch heute ist die Stadt Dreh- und Angelpunkt der außergewöhnlichen Schriftstellerin, die in München lebt. Sie gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Wurde bei „Wahnsinn, der das Herz zerfrißt“ die 40.000 Käufer noch als Zufallstreffer in der Branche abgetan, zeigen die in den letzten Jahren erschienenen „dicken, historischen Schmöker“ den Weg einer wunderbaren, fleißigen und in sich stimmigen Künstlerin der Metropolregion, deren Auflagenzahl ihrer Romane sich heute in Millionenhöhen bewegt.

Mit acht Jahren entdeckte Tanja Kinkel das Schreiben für sich. Unterstützt von ihren Eltern entwickelt sich ihr Talent kontinuierlich. Bereits mit 18 Jahren erhielt sie im fränkischen Jugendliteratur-Wettbewerb den ersten Preis für den besten Einzeltext „Schritte in der Nacht“. 2007 wird sie als neues Mitglied im P.E.N. zugewählt. Dazwischen Auszeichnungen, Anerkennungen und Wertschätzung der jungen Autorin: Förderpreis des Freistaat Bayerns; Stipendium "Villa Aurora" Los Angeles;  Kuratorin "Villa Concordia" Bamberg; Kulturpreis der Oberfränkischen Wirtschaft; Botschafterin der Stadt Bamberg; 2006 einer der 100 Köpfe von morgen – „Land der Ideen“ - eine  Initiative der Bundesregierung; Vorstandsrat bei „Freunde der Bamberger Symphoniker e.V.“.

Sie studierte in München Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und promovierte über Aspekte von Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Thema „Macht“ und „dem Judentum“ an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

„Nichts ist abenteuerlicher als die Wirklichkeit“. Tanja Kinkel lebt in ihren Büchern und mit ihren Figuren. Ihre Werke bestechen durch die genaue Recherche historischer Fakten und Dokumentationen von Zeitgeschehen, Vorkommnissen und Hintergründe. So ist die Zeit der Vorbereitung eines Romanes letztlich genauso wichtig wie der Akt des Schreibens – die Welt wird in die Schreibstube geholt, durchleuchtet und mit Gefühlen durchsetzt, für das Leben heute übersetzt. Doch neben der Geschichte ist die Auseinandersetzung mit den Figuren existentiell, der Held Belzoni („Im Schatten der Königin“) erzählt aus der Sicht seiner Ehefrau Sarah, einer unkonventionellen Frau.

Neben dem Schreiben engagiert sich die erfolgreiche Autorin für eine humanerer Welt. 1992 gründete sie die Kinderhilfsorganisation "Brot und Bücher e.V", um sich so aktiv einzusetzen (mehr Informationen: www.brotundbuecher.de). 2007 Schirmherrin der Bundesstiftung Kinderhospiz. 2009 Verleihung des Martinsmantels vom St. Michaelsbund für engagierte Christen.

Tanja Kinkels Romane wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt; sie spannen den Bogen von der Gründung Roms bis zum Amerika des 21. Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken gehören "Die Löwin von Aquitanien" (1991), "Die Puppenspieler" (1993), "Mondlaub" (1995), "Die Schatten von La Rochelle" (1996), "Die Söhne der Wölfin" (2000), "Götterdämmerung" (2003), „Venuswurf“ (2006), „Säulen der Ewigkeit“ (2008), "Im Schatten der Königin" (2010) und „Spiel der Nachtigall“ (2011). Gespannt dürfen wir sein auf den in diesem Jahr erscheinenden Roman „Verführung“, den sie für das Jubiläumsprogramm „50 Jahre Knaur Taschenbuch“ beisteuern wird.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Januar 2013: Roland Kluttig

Roland Kluttig

 

Roland Kluttig wurde 1968 in Radeberg geboren und studierte von 1986 bis 1991 an der Dresdner Musikhochschule. Es folgten Meisterkurse bei John Eliot Gardiner und Peter Eötvös, er erhielt Stipendien der Herbert von Karajan Stiftung und der Akademie Schloß Solitude Stuttgart und wurde vom Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert.

Seine Karriere begann er als Dirigent Neuer Musik: So war er von 1992 bis 1999 Musikalischer Leiter des Kammerensembles Neue Musik Berlin mit dem er bei nahezu allen bedeutenden Festivals Neuer Musik auftrat.

Danach machte er vier Jahre lang Station an der Stuttgarter Staatsoper, an der er ab 2000 als Kapellmeister und Musikalischer Assistent von Lothar Zagrosek engagiert war. Aufmerksam auf sich machte er dort vor allem mit  Wiederaufnahmen von „Don Giovanni“ bis Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, vor allem aber mit der vielseitig gelobten CD-Einspielung von Schönbergs „Moses und Aron“.

Seit 2004 arbeitet Roland Kluttig als Gastdirigent regelmäßig mit den deutschen Rundfunksinfonieorchestern in Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart, Freiburg und München, dem Konzerhausorchester Berlin, dem Deutschen Sinfonieorchester, der Dresdner Philharmonie, Iceland Symphony, Seoul Philharmonic, dem Residentie Orkest den Haag, dem Klangforum Wien oder dem Collegium Novum Zürich zusammen.

Außerdem arbeitete er mit Regisseuren wie Jossi Wieler, Christoph Marthaler oder Achim Freyer zusammen und Komponisten wie Helmut Lachenmann oder Unsuk Chin betreuen ihn immer wieder mit der Aufführung ihrer Orchesterwerke.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit der schwedischen Norrlandsoper: Dort hat er zuletzt mit großem Erfolg Brittens „Peter Grimes“ herausgebracht.

Seit Beginn der Spielzeit 2010/2011 ist er Generalmusikdirektor in Coburg, wo er u.a. die Neuproduktionen von Glucks "Iphigenie en tauride" und Verdis "Otello" geleitet hat. In der aktuellen Spielzeit übernimmt er die Musikalische Leitung u.a. bei „Don Giovanni“, „Madame Butterfly“ und „Eugen Onegin

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Dezember 2012: Gruppe BauLust

Gruppe BauLust

(Foto: Petra Simon)

 

 

Der engagierte Verein, mit den Vorsitzenden Brigitte Jupitz und Susanne Klug, wurde 1995 in Nürnberg gegründet und setzt sich seitdem mit großer Passion für die „Förderung der Kultur und Umwelt, insbesondere der Pflege und Erhaltung von Kulturwerten unserer gebauten Umwelt“ ein.

Die Ziele des Vereins sind dabei

·         das respektvolle Miteinander von Baudenkmälern und zeitgenössischer Architekt zu fördern,

·         die Kommunikationsprozesse zwischen den verschiedenen, an öffentlichen Bauvorhaben beteiligten, Stellen zu intensivieren,

·         mit einem breiten Veranstaltungsangebot, wie zum Beispiel Vorträgen oder Ausstellungen, „der Architektur in der Stadt einen Identifikationsort zu geben“,

·         möglichst viele Menschen für Architektur, Stadtplanung und Ästhetik am Bau zu begeistern sowie

für die interessierte Öffentlichkeit Beratung und Fortbildung anzubieten und diese mit umfassender Pressearbeit zu informieren.

Beispielsweise gelang es BauLust 2010 mit einem Projekt zur Rettung des Nürnberger Kettenstegs große Teile der Nürnberger Öffentlichkeit zu aktivieren. Durch das Engagement des Vereins, unter anderem mit einem Spendenaufruf und dem symbolischen Verkauf der 423 hölzernen Bohlen des Kettenstegbelags, konnte die komplette Sanierung und originalgetreue Wiederherstellung der ältesten eisernen Hängebrücke Kontinentaleuropas gesichert werden. Erst im September diesen Jahres hat der Kettensteg in der Kategorie Öffentliche Bauwerke den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2012 in Gold erhalten.

Aktuell setzt sich der Verein gemeinsam mit weiteren Gruppierungen und Unterstützern bei „pro StadtBaumeister einer Initiative von Nürnberger Bürgern zur Förderung der Baukultur in der Stadt“ein. Ziel der Aktivitäten ist es, die für 2014 geplante Aufgabe des Nürnberger Baureferats zu verhindern und für ein eigenständiges Baureferat mit einem fachlich hochqualifizierten Baureferenten einzutreten. Dazu findet ab 2013 auch eine Vortragsreihe im Neuen Museum statt, die am 24. Januar ihren Auftakt hat. So sollen möglichst viele Nürnberger über die Bedeutsamkeit der Erhaltung des Baureferats informiert und für eine aktive, breite Diskussion gewonnen werden.

Architektur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur; Sie beeinflusst in großem Maße unsere Umwelt und somit unser tägliches Leben. Niemand kann sich ihr entziehen. Qualitativ hochwertige und ästhetisch ansprechende Architektur trägt dazu bei, das Leben für uns alle lebenswerter zu gestalten.

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de



November 2012: Fitzgerald Kusz

Fitzgerald Kusz

Fitzgerald Kusz ist ein Kind des Kerns der Metropolregion: In Forth aufgewachsen, Studium der Germanistik und Anglistik in Erlangen, zunächst Lehrer und dann seit 1982 freier Schriftsteller in Nürnberg – das prägt. Kein Wunder also, dass er nicht nur zum Pionier der fränkischen Mundartdichtung aufstieg, sondern auch – nicht zuletzt mit seinem Erfolgsstück „Schweig Bub!“, das zugleich sein Debüt als Bühnenautor war – zu einem der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller auch in anderen Mundart-Regionen Deutschlands wurde. „Derhamm is derhamm“ (fränkisch!!!), „Sooch halt wos“ und etliche andere Stücke folgten bis zur Herausforderung an Salzburg mit dem „fränkischen Jedermann“.

Dabei war sein Horizont nie auf den fränkischen Kern beschränkt, auch wenn er ihm sichtlich und hörbar immer Heimat war und blieb. Gleich am Anfang seiner literarischen Karriere stand eine Begegnung mit Peter Handke in Erlangen. „Ich habe das Wesen der Pop-Art in die Mundart übernommen“, zitiert in „Franken-Wiki“ und fügt gleich an, er habe über seinen Vater den Berliner Witz ins Fränkische gerettet. Seine fränkischen Haikus spannen sogar eine literarische Brücke bis nach Japan, auch wenn diese Brücke ihren Hauptanker ganz deutlich an der Pegnitz hat.

Die Liste seiner Veröffentlichungen ist lang. Fast immer dreht es sich um den Alltag der Alltäglichen – und wiederholt sich nie, wird nie langweilig, stößt den Leser oder Hörer seiner Lesungen immer wieder auf die Einsicht, sich selbst dabei ein Stück weit erkennen zu müssen (oder zu dürfen). „Mä machd hald su weidä“ erschien 1982, „Derzähl mer nix“ folgte 1985, und seither haben ihn die tiefsinnigen Inhalte fränkischer Redeweisen, Abwehrhaltungen und Bescheidenheiten nicht mehr losgelassen. Mit Filmen wie „Stinkwut“, „Himmelsheim“ oder „Florian III“ hat Kusz auch den Weg von der Bühne ins Fernsehen gefunden.

Für seine literarische Arbeit hat Fitzgerald Kusz bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten: 1975 den Hans-Sach-Preis, 1983 den Wolfram-Eschenbach-Preis, 1988 den Preis der Stadt Nürnberg und 1992 sogar das Bundesverdienstkreuz. Aber was soll’s: „Der Vollmond über Nämberch is a blouß a Lebkong.“

Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg ehrt den verdienten, lebhaften, weltoffenen und immer heimatverwurzelten Schriftsteller Fitzgerald Kusz und nominiert ihn zum Künstler des Monats November 2012.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Oktober 2012: Wolfgang Haffner

Wolfgang Haffner


Wolfgang Haffner ist ein international be- und anerkannter Musiker. Als Sohn eines Kirchenmusikers begann er schon mit sieben Jahren Klavier  und Schlagzeug zu spielen.

Als Achtzehnjähriger wurde er von Deutschlands renommiertestem Jazzmusiker Albert Mangelsdorf als Schlagzeuger für dessen Band engagiert.

Es folgten Tourneen mit den berühmtesten deutschen Jazzern, von Mangelsdorf bis Till Brönner, von Klaus Doldinger bis zu Michael Wollny. Im Ausland machte er sich einen Namen mit US Stars wie Pat Mesheny, Randy und Michael Brecker, Chuck Loeb oder John Abercrombie. Seine kreativen Schlagzeug-Improvisationen inspirierten auch skandinavische Größen von Nils Landgren bis Lars Danielsson.

Unter zahlreichen Auszeichnungen seien hier der German Jazz Award genannt und der Echo Jazz für den besten deutschen Schlagzeuger.

Das reine Schlagzeugspiel befriedigte Wolfgang Haffner auf Dauer nicht. Deshalb begann er zu komponieren und zu produzieren. Insgesamt nahm er drei Alben als Leader auf.

Nach Shapes, das international gefeiert wurde, folgte Round Silence und das neueste Album trägt den Titel: Heart of the Mater. Hier versammelt er viele Wegbegleiter seiner Karriere: Thomas Quasthoff, Till Brönner, Götz Alsmann und Sting Gitarrist Dominic Miller.

Der Stern schrieb zu Heart of the Matter: „Macht süchtig.“

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

September 2012: Christiane Karg

Christiane Karg

(Foto: Gisela Schenker)

 

Christiane Karg hat sich seit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2006 sowohl als Opern- wie auch als Liedsängerin profiliert: 2009 wurde sie von der Zeitschrift Opernwelt zur Nachwuchskünstlerin des Jahres gewählt. Im Oktober 2010 erhielt sie darüber hinaus den renommierten Musikpreis „Echo Klassik" der Deutschen Phono-Akademie für ihre erste bei Berlin classics erschienene Lied-CD Verwandlung - Lieder eines Jahres (am Klavier: Burkhard Kehring). Seit Ende August ist ihre neue CD Amoretti im Handel – Arien von Mozart, Gluck und Grétry mit Jonathan Cohen und dem Ensemble Arcangelo.

Die Sopranistin, in Feuchtwangen (Bayern) geboren, erhielt erste musikalische Impulse in verschiedenen Chören in ihrer Heimatstadt, bevor sie nach Dinkelsbühl an die Berufsfachschule für Musik wechselte. Die Zeit dort war wegweisend für ihre weitere musikalische Entwicklung. Ihre Gesangsausbildung  bekam sie am Salzburger Mozarteum bei Heiner Hopfner sowie in der Liedklasse von Wolfgang Holzmair. Nach einem Aufenthalt am Konservatorium von Verona machte sie am Mozarteum ihren Master Lied/Oratorium und den Abschluss im Fach Oper/Musiktheater, wofür man ihr die Lilli-Lehmann-Medaille verlieh. Nach einem Engagement im Hamburger Opernstudio wechselte Christiane Karg im Herbst 2008 als Ensemblemitglied an die Oper Frankfurt, wo sie seither die wichtigen Rollen ihres Fachs singt: darunter Susanna, Musetta, Pamina und Servilia. Als Gast war sie u.a. an der Bayerischen Staatsoper, der Komischen Oper Berlin und dem Theater an der Wien zu erleben.

Auch als Konzertsängerin ist Christiane Karg gefragt: sie gastierte beispielsweise mit dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt im Wiener Musikverein, mit der Staatskapelle Dresden unter Daniel Harding in New York und Philadelphia, beim NDR Symphonieorchester unter Leitung von Christoph Eschenbach, beim Mozarteum Orchester Salzburg unter Jérémy Rohrer und beim Mostly Mozart Festival in New York unter Yannick Nézet-Séguin.

Trotz zahlreicher internationaler Auftritte ist Christiane Karg ihrer Heimatregion weiterhin sehr verbunden. Insbesondere die Kreuzgangspiele Feuchtwangen sind ihr eine Herzensangelegenheit, verfolgte sie diese doch seit ihrer Kindheit mit großer Begeisterung. Durch verschiedene Liederabende und Konzertprogramme stellt sie ihrem heimischen Publikum auch unbekannteres Repertoire vor - zuletzt gab sie mit weiteren Solisten einen Liederabend im Rahmen der Kreuzgangspiele mit Texten und Motiven aus Goethes Faust und Wilhelm Meister in der Vertonung von Robert Schumann.

2010 bekam sie als Anerkennung ihres bedeutsamen kulturellen Schaffens vom Bezirk Mittelfranken den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis verliehen.

Auch kommende Engagements führen sie immer wieder in die Region: Mit Gerold Huber gibt sie im März 2013 einen Liederabend in Amberg, in Nürnberg singt sie mit den Bamberger Symphonikern Mahlers 4. Sinfonie unter Jonathan Nott und in München ist sie zusammen mit Christian Gerhaher und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Daniel Harding in Schumanns Faust-Szenen zu erleben.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

August 2012: Iris Voss

Iris Voss



Tänzerin, Choreographin, Tanzpädagogin und Physiotherapeutin – das Spektrum von Iris Voss ist weit gefächert.

 

Nach ihrer Ausbildung an der Tanzakademie von Jutta Czurda (Künstlerin des Monats Januar 2011) gründete Iris Voss 1989 die „Tanzstelle“ und leitet sie seither. Hier unterrichtet sie Modernen Tanz für Kinder und Erwachsene, Klassisches Ballett, Kreativen Tanz, Steptanz, Contactimprovisation aber auch Pilates (die Physiotherapeutin lässt grüßen!). Besonders beeinflusst wurde sie durch Weiterbildungen und Choreographieprojekte bei Joe Alegado, Susanne Linke, Rui Horta und Frey Faust.

 

Für Iris Voss überschneiden sich tänzerische Qualität, choreographische Kreativität und pädagogischer Impetus immer wieder und ergänzen sich gegenseitig. So hat sie beim Großraumprojekt „Tanzen 08“ mit ihrer Einrichtung ein viel beachtetes Langzeitprojekt mit Hauptschülern konzipiert und mit ihrem Ensemble durchgeführt, das mit tänzerischen Mitteln viel zur Stärkung des Selbstbewusstseins der jungen Menschen geleistet hat. Zudem haben auch schon etliche ihrer Schüler und Schülerinnen den Weg von der „Tanzstelle“ in eine tänzerische Berufslaufbahn gefunden.

 

Trotz – oder gerade wegen – ihrer stark pädagogischen Ausrichtung hat sich die „Tanzstelle“ zu einem Zentrum für zeitgenössischen Tanz in Erlangen entwickelt. Mit der Tanztheaterkompanie DekaDance und ihrem 8köpfigem Ensemble hat sie etliche Tanztheaterproduktionen im gesamten Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen choreographiert und durchgeführt. So war sie bei den Tanztheatertagen im Experimentiertheater, bei der 1000 Jahrfeier der Stadt Erlangen und beim ARENA-Festival mit kreativen Beiträgen beteiligt. „Sandwege“, „Willküre“, „09/15“ und „Pur“ sind Produktionen, die im gesamten Großraum Beachtung gefunden haben.

 

Die Jury des Forums Kultur der Metropolregion würdigt mit der Benennung von Iris Voss als Künstlerin des Monats eine Frau, die künstlerische Produktion und kulturelle Vermittlung kreativ miteinander verbindet und mit ihrer Einrichtung einen wichtigen Ort in der Kultur- wie Bildungslandschaft der Metropolregion geschaffen hat. Mit ihrem Fokus auf Kinder- und Jugendarbeit führt sie zudem junge Menschen als Kulturarbeit und Kulturorte heran und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung.

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

Juli 2012: Fritz Stiegler

Fritz Stiegler

Ist der Gonnersdorfer Fritz Stiegler im Hauptberuf Landwirt und im Nebenberuf Mundartdichter - oder doch umgekehrt? So genau weiß es der Haselnussbauer und Betreiber eines Pferdehotels wohl selbst nicht. “Manchmal raucht mir schon der Kopf”, sagt Stiegler über Stiegler. Dem 50-jährigen Künstler des Monats Juli gelingt es jedenfalls immer wieder äußert eindrucksvoll, sich vom (eigenen) Acker zu machen, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.


1988 fing alles noch ganz harmlos an, mit fünf aufeinander folgenden Gedichtbänden in fränkischer Mundart. Dass Stiegler überhaupt dichtet, daran ist seine Ausbildung zum Landwirt schuld. Der theoretische Unterricht habe ihn damals regelrecht ermüdet. Aus Langeweile habe er dann halt angefangen, Reime zu schreiben. Und die haben seinen Mitschülern gefallen - so ist ein Hobby daraus geworden. Stieglers erster richtiger Auftritt war 1983 in Steinbach auf der Kärwa im Festzelt vor 600 Leuten.

Die letzten fünf Jahre waren allerdings wesentlich prägender für Stieglers künstlerischen Werdegang: Ein Projekt folgte auf das andere. Stiegler recherchierte drei Jahre lang für sein Buch “Valentina”, während er am Libretto und an über 100 Liedtexten für insgesamt vier Musicalproduktionen arbeitete. Kein Zweifel: Stiegler ist ein echter Workaholic.

Mit dem fräkischen Musical “Magdalena” anlässlich des 850-jährigen Jubiläums der Marktgemeinde Cadolzburg war Stiegler 2007 der große Durchbruch als Mundartdichter und Autor gelungen. Während andere Kreative nach solchen Mammutprojekten erst einmal eine Auszeit nehmen, sprudelte Stiegler nur so vor Ideen: 2010 begeisterte er das Publikum mit dem Musical “Die weiße Witwe”. Weihnachten 2012 wid Stieglers Version der fränkischen Weihnacht als Musical der Cadolzburger Brugfestspiele unter der Regie von Jan Burdinski Premiere feiern. Auch danach ist - zum Glück - keine Schaffenspause in Sicht: Schon im Juni 2013 wird auf der Cadolzburg Stieglers neues Musical-Großprojekt “Aeronauticus” zu sehen sein. Es ist die faszinierende Geschichte um den Flugpionier Gustav Weißkopf aus Leutershausen.

Zwischendrin hat Stiegler zusammen mit dem Maler Theo Steinbrenner noch den Gedichtband “Wie dähamm” fertiggestellt. Mit dem Erlös des Buches sollen soziale Einrichtungen gefördert werden. Unklar ist bis heute, wann Stiegler eigentlich schläft...

Wer soviel leistet, sammelt natürlich Preise und Auszeichnungen: Im Jahr 2007 hat Fritz Stiegler den Frankenwürfel überreicht bekommen. Im Jahr 2010 wurde ihm die Landkreismedaille für besondere Verdienste um den Landkreis Fürth verliehen. Und natürlich freut sich der Gonnersdorfer, jetzt Künstler des Monats Juli zu sein: „Do wär i ja schee bled, wenn nedd.”

(Text und Redaktion: Landratsamt Fürth)


Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)9131 / 86-1021
Fax: +49(0)9131 / 86-1022

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Juni 2012: Thilo Wolf

Thilo Wolf

 

Thilo Wolf ist ausgezeichnet! Und das im doppelten Wortsinn. Thilo Wolf ist nicht nur ein ausgezeichneter Pianist, Komponist, Bigband-Leader und Arrangeur, sondern auch ein ausgezeichneter Produzent, Verleger und Initiator. Für seine stets hoch qualitativen Leistungen in ganz unterschiedlichen Sparten der Musikbranche erhielt er mehrfach hohe Auszeichnungen. Der Bayerische Rundfunk würdigte in diesem Jahr das 20jährige Bestehen seiner Bigband, mit einem Feature zu seiner Karriere und Erfolgsstory. Unter dem Titel „SWING IT!“ ist diese Sendereihe zu einem Markenzeichen geworden, die den Namen Jazz und Thilo Wolf untrennbar miteinander verbindet. Thilo Wolf hat schon in jungen Jahren seine Liebe zur Musik entdeckt und das Glück gehabt, dass seine Talente auf vielfache Weise Förderung erfuhren. Da er von früh auf neben Klavier auch Schlagzeug und Kontrabass bei herausragenden Lehrern erlernte, könnte er im Studio in Mehrspurtechnik stets seine eigene Band aufnehmen und produzieren. Aber Thilo Wolf ist kein Egomane, sondern er sucht stets das Zusammenspiel mit den Größen und herausragenden Talenten der Musikbranche, um das musikalische Hörereignis auf das höchste Niveau zu transportieren, ganz gleich ob es im klassischen Sektor, im Unterhaltungsbereich oder im ambitionierten Jazz sei. Stets ist Wolfs Drive spürbar, zusammengesetzt aus Präzision, Spielfreude, ausgewogenem Arrangement und formvollendeter Begleitung von Solisten und Stars von Weltgeltung.

Neben den viel besuchten Konzerten hat Thilo Wolfs Bigband bei großen Bällen, Showacts, großen Fernseh-Galas (u.a. Filmpreisverleihungen), zu einem Qualitätssiegel so manch medienwirksamen Veranstaltung beigetragen, die hierdurch an Strahlkraft und breiten Publikumszuspruch gewann.

Als Musiker, der im Crossover seine Heimat hat, ist das Spektrum der musikalischen Produktion bei Thilo Wolf kaum einzuschränken. Was ihn fesselt und anspornt ist offenbar die Leistungskraft und Hingabe seiner Bandkollegen, die es mit ihm zusammen zu immer neuen Spitzenergebnissen führt.

Thilo Wolf, der in der Metropolregion Nürnberg aufwuchs und studierte und neben all seinen Auslandsaufenthalten auch heute hier seine Lebens- und Arbeitsheimat hat, bereichert unsere kreative Szene durch sein Wirken und seine Impulse, die er der Musik- und Kreativszene gibt.

Die Jury des Forums Kultur kürt ihn im Monat Juni zum „Künstler des Monats“ der Europäischen Metropolregion Nürnberg und dankt ihm für dessen Engagement für die Musikkultur und Musikwirtschaft in unserer Region und weit darüber hinaus.

(Text und Redaktion: Georg Graf v. Matuschka)

 

 

Impressum und Kontakt:

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

Mai 2012: Ulrike Götz

Ulrike Götz

 

(Foto: von Harald Hofmann)

 

Künstlerin ist sie eigentlich nicht, die „Künstlerin des Monats“ Mai Ulrike Götz. Sie hat „nur“ Kunstgeschichte studiert und darin ihren Master gemacht. Was sie für die Jury des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg dennoch qualifiziert, ist ihr Einsatz für die Vermittlung von Kunst, ihr künstlerisches Gespür bei der Kuratierung von Ausstellungen und ihr Engagement, mit einer privaten Galerie Künstlern ein Forum zu geben.

Die gebürtige Erlangerin hat nach ihrem Studium an der Universität ihrer Heimatstadt als Museums- und Veranstaltungsassistentin begonnen und war dann freie Mitarbeiterin bei einer Agentur in Regensburg und bei Projekten des Kunstvereins Erlangen, dessen Geschäftsführerin sie 2004 bis 2006 war. Seither ist sie gemeinsam mit Jan Thorleiv Bunsen Gesellschafterin der Galerie arsprototo. Eigentlich hätten beide gemeinsam als Künstler oder Kunstvermittler des Monats benannt werden können; so soll die engagierte Kuratorin als Person für die Institution präsentiert werden.

Arsprototo ist eine Galerie, die neben international bekannten Größen des Kunstmarkts wie Johannes Grützke vor allem jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Chance geben will. Der „Suchscheinwerfer“ richtet sich dabei nicht auf lokale Bezüge, sondern auf Italien, England und derzeit besonders Schweden. Mit dem Kontakt zum Kunstmuseum Eskilstuna hat sie eine stabile Brücke des Austausches errichtet, welche auf die Partnerschaft der schwedischen Stadt mit Erlangen aufbaut, dieser aber ein eigenes Element mit hohem künstlerischen Anspruch hinzufügt. Die Ausstellung von Lars-Erik Wahlberg in Erlangen war ebenso ein beachtetes Ergebnis dieser Partnerschaft wie die Präsentation eigener Künstler in Eskilstuna.

Nur punktuelle Präsentationen sind ohnehin nicht so die Sache von Ulrike Götz. Lieber arbeitet sie mit Künstlern über einen längeren Zeitraum zusammen, begleitet deren künstlerische Entwicklung sucht nach Wegen, auch ihren Bekanntheitsgrad auf dem Kunstmarkt zu befördern. Aber natürlich hat die Kuratorin auch Künstler im Portfolio der Galerie, die gastweise ihre Werke in Einzelausstellungen präsentieren.

Kunst wird erst kulturell wirksam, wenn sie ihr Publikum erreicht. Galerien sind deshalb notwendige Facetten des Kunstbetriebs. Ihre Qualität und ihre Wirksamkeit in der Metropolregion hängen jedoch nicht nur von den ausgestellten Werken ab, sondern auch von der künstlerischen Kompetenz der Kuratoren. Die Jury des Forums Kultur hat Ulrike Götz als „Künstlerin des Monats“ nominiert, weil sie diese wichtige Rolle ausgezeichnet, engagiert und erfolgreich verkörpert.

 

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl

Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

April 2012: Shelly Phillips

Shelly Phillips

„Fest verankert, trotzdem schwerelos – kannst du das verstehen?“ fragt Shelly Phillips in ihrem selbst komponierten „Astronautenlied“, mit dem sie sich im Vorentscheid der bundesweiten Casting-Show für die deutsche Teilnahme am Eurovision Song Contest in das Herz der Zuschauer sang.



So wirkt auch die 20-jährige Coburgerin selbst: Obwohl sie scheinbar schwere- und mühelos mit samtiger Stimme und koketter Attitüde Songs von Weltstars nach Shelly-Art interpretiert, ist sie fest auf dem Boden der Tatsachen verankert und hebt trotz Medien- und Publikums-Lob nicht ab.  Besonders die Jury von „Unser Star für Baku“ hat ihr großes musikalisches Talent und eine charismatische Persönlichkeit bescheinigt. Jury-Präsident Thomas D. war sich bereits nach der ersten Runde sicher: „A star is born.“ Er beschrieb Phillips als „Soul-Diva, die nach 73 Jahren im Geschäft nichts Besseres zu tun hat, als hierher zu kommen und mich wegzuflashen“. Alina Süggeler von der deutschen Band „Frida Gold“ lobte sie als „großartiges Gesamtkunstwerk“ und Stefan Raab, deutscher Fernsehmoderator und Multi-Media-Talent, stellte fest: „Über dich kann man sich streiten. Und das find ich eigentlich super, weil das zeigt, dass du nicht belanglos bist.“



Nein, belanglos ist Shelly Phillips keineswegs! Sie ist ehrgeizig und will zeigen, was sie drauf hat. Sie will auf keinen Fall die Bodenhaftung verlieren, ist selbstkritisch, damit erfolgreich und trotzdem bescheiden. Phillips ist derInbegriff der Coolness, mutig und klug, Göre und Lady, einfach vielseitig.



Das beweist auf ganzer Linie auch ihre musikalische Ausbildung: Seit ihrem achten Lebensjahr spielt sie Klavier (Ausbildung durch Prof. Alla Schatz, Coburg) und seit fünf Jahren Schlagzeug (Unterricht bei Vladimir Sigarev, Schlagzeugschule Coburg). Außerdem spielt sie Gitarre und ist die Frontsängerin der Coburger Band „Kein Frühstück“. Saxophon und Bass würde sie gern noch lernen.



Nach eigenen Aussagen hat sie die Musik von Alin Coen Band, Erykah Badu und The Rakes geprägt. Die würde sie auch alle gern mal treffen, genau so wie Philipp Poisel und Xavier Naidoo.



Mit ihrer eigenen, speziellen Art ist es ihr gelungen, nicht nur Coburg und die Europäische Metropolregion Nürnberg ins Shelly-Fieber zu versetzen, sondern ganz Deutschland.



Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Ich wünsche mir, dass meine Stimme all denen, die mich gerne hören, Freude macht!“ – Dieser Wunsch wird zweifelsohne in Erfüllung gehen. Die Stadt Coburg ist stolz, eine solch talentierte Nachwuchskünstlerin zu ihren Bürgern zählen zu dürfen. Da kann man nur noch sagen: 12 Punkte aus Coburg und der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Go, Shelly Phillips, go!!!

 

 

Impressum und Kontakt:

 

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

März 2012: Nora Gomringer

Nora Gomringer

 (Foto: Anny Maurer)

Laudatio / Text von Peter Braun (Publizist und freier Journalist):

 

Die Anfrage kam auf sanften Pfoten daher: Die Lyrikerin, Poetry-Slamerin und derzeitige Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Bamberg, Nora Gomringer, wird als Künstlerin des Monats März 2012 der Metropolregion Nürnberg ausgezeichnet. Könnten Sie dazu eine Ladautio schreiben? Ungefähr eine Seite? Freilich kann ich das für eine europaweit geschätzte Schriftstellerin und Kollegin gern tun, die für ihre Werke erst unlängst den renommierten Jacob-Grimm-Preis erhielt und demnächst mit dem Joachim-Ringelnatz-Preis ausgezeichnet wird. Zusage gegeben, und schon schnappte die Falle zu, denn das hatte ich nicht bedacht: Eine Seite, die überfüllt allein schon die Aufzählung ihrer Gedichtbände, Preise und Stipendien, und dabei ist Nora Gomringer gerade mal 32 Jahre alt. Doch zu spät, und daher: Geboren an der Saar, Umzug in den Frankenwald, Umzug nach Bamberg. Dort Schule und Universität, doch nicht nur dort: Manchester ist eine Lernstation, Los Angeles, New York, genauso wie eine High-School in Pennsylvania. Internationalität – das zeichnet sie aus von Anfang an. Und länderübergreifend ist sie geblieben. Allein die Lesereisen und Schriftstellerstipendien: Kanada, USA, Zypern, Rußland, Schweiz, Peking, Rom, Paris, Venedig, Neu-Dehli. Dazu die Veröffentlichungen und Übersetzungen ihres Schriftstellerwerks wie etwa „Silbentrennung“, „Sag doch mal was zur Nacht“, „Klimaforschung“, „Nachrichten aus der Luft“ oder „Ich werde etwas mit der Sprache machen“: englisch, schwedisch, belarussisch, französisch, spanisch, polnisch. Dazu ihre Preise und Auszeichnungen: „Writer in Residence“ in Sheffield, Poetikprofessur in Kiel, Poetikdozentur in Landau, Nikolaus-Lenau-Lyrikpreis, Bayerischer Kulturpreis, Internationaler Lyrikpreis Turin, Literaturpreis Erlangen, Pablo-Neruda-Preis – und auch hier immer mehr und noch mehr.

Preise, Stipendien, Lesereisen, ihr literarisches Werk: Ist das Nora Gomringer? Ja. Und Nein. Denn diese nüchternen Listen können eines nicht: auch nur annähernd einen Endruck ihrer Lesungen und Rezitationsabende geben. Genau das aber ist ihr Element: vor Publikum stehen. Nicht umsonst ist sie eine der treibenden deutschsprachigen Kräfte der unterdessen weltweiten Poetry-Slam-Szene, die sie maßgeblich mitbegründet hat. „Vorsicht! Nora Gomringer könnte Sie amüsieren, irritieren, aus den richtigen Gründen zum Weinen bringen! Ist alles schon vorgekommen ...“ Das stimmt. Die Gedichte Nora Gomringers wollen gelesen, Nora Gomringer selbst aber muß erlebt werden. Ich rate Ihnen daher: nutzen Sie ihren Tourplan, schauen Sie, wann sie in Ihrer Nähe ist, und gehen Sie hin! Und dem Lobredner, der, sagen wir in zehn Jahren, die Anfrage nach einer Laudatio für Nora Gomringer erhält, dem rate ich: lehnen Sie ab! Ernsthaft, denn das ist sicher: alle ihre weiteren Stipendien, Preise, Gedichtbände, die sehr gewiß kommen werden, dann auch nur aufzählen zu wollen, wird Sie in erhebliche Schwierigkeiten bringen, zumal wenn es heißt: Ungefähr auf einer Seite, denn das geht schon heute nicht mehr.
(Peter Braun)

 

 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer


Geschäftsführer Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit


Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22


dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Februar 2012: Die Altneihauser Feierwehrkapell'n

Die Altneihauser Feierwehrkapell'n

 

Die Altneihauser Feierwehrkapell’n mit ihrem Kommandanten Norbert Neugirg ist eine neunköpfige Musikkabarettgruppe aus der Zoiglbier-Hochburg WindischEschenbach in der nördlichen Oberpfalz.

Seit 1985 treibt die Truppe bereits ihr Unwesen. Anfangs zunächst in ihrer Heimat gastierend, wurden sie durch ihren Fernsehauftritt in Carolin Reibers Volkstümlicher Hitparade im ZDF und schließlich durch die seit 2006 jährlichen Auftritte im Bayerischen Fernsehen beim Frankenfasching (diese Veranstaltung ist die erfolgreichste Sendung des Bayerischen Fernsehens) als eine der „schrägsten Auffälligkeiten“ einem größerem Publikum bekannt.

Schon fast traditionell ziehen sie hier mit einer unverfrorenen Kaltschnäuzigkeit und beispielloser Hinterfotzigkeit über ihre fränkischen Gastgeber her. Trotz ihrer antifränkischen Frechheiten haben sie es geschafft, sich hier „einzunisten“.

Dies hat zur Folge, dass die Altneihauser Feierwehrkakpell’n nun häufig auch überregional auftritt, wobei die Anlässe von privaten Feierlichkeiten bis zu öffentlichen Veranstaltungen reichen, wie beispielsweise der Verabschiedung des Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in der Bayerischen Vertretung in Berlin.

Bei seinen Gastspielen hinterlässt der „rotzfreche Komödiantenhaufen“ in seinen historischen Feuerwehruniformen mit seinem skurrilen Mix aus politischem Kabarett und Blasmusik stets einen unvergesslichen Eindruck.

Die von Norbert Neugirg in Reimform erbrachte Darbietung erinnert sehr an das in Bayern so beliebte Politiker-Derblecken. Je nach Anlass, Publikum, tages- und. lokalpolitischen Themen passt er seine humorvollen, teils politisch-provokanten Reden, die er schriftlich festgehalten auf losen Zetteln zusammengeknüllt in seiner Hosentasche trägt, ebenso wie die dargebotenen Musikbeiträge, an.

Norbert Neugirg hat auch als Autor drei Bücher veröffentlicht und man kennt ihn aus der Fernsehsendung „Kabarett aus Franken“, die er zusammen mit Bernd Händel moderiert.

Die von der Altneihauser Feierwehrkapell’n im Jahr 2003 komponierte Feuerwehrhymne, die im Gegensatz zu anderen Kompositionen der Künstler einen durchaus ernsten Charakter hat. wurde vom Landesfeuerwehrverband Bayern zum Spielen und Singen bei offiziellen Anlässen empfohlen.

2007 wurde die Altneinhauser Feierwehrkapell’n mit dem Kulturpreis der E.ON Bayern ausgezeichnet und wurde wiederholt zum „Bayern des Tages“ der tz gekürt.
 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

Januar 2012: Werner Heider

Werner Heider

(Foto: Charlotte Oswald)

 

Werner Heider ist einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Sein äußerst umfangreiches Œvre umfasst beinahe alle Musikgattungen von der intimen Kammermusik über Kompositionen für die Bühne bis hin zu monumentalen Orchesterwerken. Weit über die Grenzen seiner fränkischen Heimat hinaus feiert der Komponist seit vielen Jahren Erfolge im In- und Ausland. Dabei erstaunt er die Hörer seiner Werke immer wieder aufs Neue durch seine enorme stilistische Bandbreite, durch seine unerschöpflicher Phantasie und vor allem durch den Witz, der ein wesentliches Merkmal seiner persönlichen Handschrift geworden ist.

Werner Heider wurde am 1. Januar 1930 in Fürth/Bayern geboren und lebt als freischaffender Komponist, Pianist und Dirigent in Erlangen. Er studierte von 1945 bis 1951 bei Willy Spilling in Nürnberg und anschließend an der Musikhochschule in München. Ab 1949 war er als freier Mitarbeiter in der Abteilung für Neue Musik beim Bayerischen Rundfunk im Studio Nürnberg tätig. Bis heute wurden ca. 150 Kompositionen Heiders veröffentlicht – etwa 50 auch auf Schallplatten und Compact Discs.

Das Schaffen Werner Heiders gliedert sich in seine vorrangige Tätigkeit als Komponist und in sein kongeniales Schaffen als Interpret der Werke seiner Kollegen. Der versierte Pianist gründete u. a. das Ensemble „Confronto“ sowie ein Trio mit dem Geiger Oliver Colbentson und dem Klarinettisten Hans Deinzer. Auch als Dirigent leitete Heider namhafte Klangkörper im In- und Ausland. So stand er u. a. am Pult der Bamberger Symphoniker, der Symphonieorchester des Saarländischen und Hessischen Rundfunks und der NDR Radiophilharmonie Hannover. Zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk (Studio Franken) Klaus Hashagen gründete er das „ars nova ensemble“, dessen Dirigent und künstlerischer Leiter er bis heute ist.

Werner Heider hat ca. 100 Werke zeitgenössischer Komponisten – teilweise Uraufführungen – in Konzerten präsentiert und für Rundfunkstationen und Schallplattenfirmen aufgenommen. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen begleiten seine Karriere. So erhielt er 1957 den Förderpreis der Stadt Nürnberg, 1965 den 1. Kompositionspreis der Stadt Stuttgart und 1968 den Kulturpreis der Stadt Erlangen. Von 1965 bis 1967 hielt er sich als Stipendiat der Deutschen Akademie in der Villa Massimo in Rom auf, in den 1990er Jahren wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt Nürnberg, mit dem Otto-Grau-Kulturpreis und mit dem Friedrich-Baur-Preis ausgezeichnet.

Namhafte Dirigenten, u. a. Gary Bertini, Dennis Russel Davies, Dean Dixon, Peter Eötvös, Michael Gielen, Zdenek Macal, Jun Märkl, Bruno Maderna oder Hans Zender widmeten sich dem kompositorischen Schaffen Werner Heiders und führten seine Werke weltweit auf.

 

 

Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

November 2011: Brigitta Heyduck

Brigitta Heyduck

 

Intensive Farben, kräftig und doch besinnlich – so ziehen die Impressionen von Brigitta Heyduck jeden Betrachter in ihren Bann. Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg nominiert die renommierte Künstlerin aus Schwarzenbruck zur Künstlerin des Monats November.

Brigitta Heyduck wurde 1936 in Breslau geboren und lebt seit 1950 im Raum Nürnberg. 1955 bis 1961 studierte sie – nicht gerade zur Begeisterung ihres Vaters, aber mit großem Erfolg - an der Akademie der Bildenden Künste und war Meisterschülerin bei Hermann Wilhelm. Dazwischen lernte sie als Stipendiatin für die „Schule des Sehens“ bei Oskar Kokoschka. Eine eigene Litho- und Radierwerkstatt schuf seit 1963 zusätzliche Entfaltungsmöglichkeiten.

Schon bald richtete sie ihren Blick auf Landschaften, auch oder gerade weil das keineswegs dem Mainstream entsprach. Italien und Frankreich, Fernreisen nach Asien, Afrika und Amerika – all die damit verbundenen Erfahrungen und Eindrücke versucht sie mit neugierigen Augen zu sehen und in ihren Bildern einzufangen. Den facettenreichen Stimmungen der Nürnberger Altstadt ist sie trotz dieser Sehnsucht zur Weite immer verbunden geblieben, ebenso wie ihrer Heimat im Herzen der Metropolregion.

1961 verlieh ihr die Stadt Nürnberg den Kulturförderpreis, dem 1982 die Ehrung durch den Schlesischen Kulturpreis des Landes Hannover folgte. 1965 trat sie in die Künstlergruppe „Der Kreis“ ein und ist Mitglied der „Künstlergilde Esslingen“ sowie der GEDOK. 2002 erhielt sie den Großen Preis des Verlegers der Nürnberger Nachrichten. 1987 wurde Brigitta Heyduck in den Sachverständigenrat der Stadt Nürnberg berufen. Dem Stiftungsrat der Kulturstiftung Erlangen gehört sie ebenfalls als Sachverständige an.

Mit Brigitta Heyduck nominiert das Forum Kultur der Metropolregion Nürnberg eine Künstlerin mit globalem Weitblick, lokaler Verwurzelung und ausgeprägter Gestaltungskraft.

 

 

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Dezember 2011: Karlheinz Deschner

Karlheinz Deschner (verst.)


„Ich bin Kritiker, auch meiner selbst.
Ich habe ein Schafott in mir."
Karlheinz Deschner


Karlheinz Deschner ist zwar als bedeutender Kirchen- und Religionskritiker bekannt, hat jedoch auch in anderen Genres - nicht nur im Sachbuchbereich - herausragende Werke geschaffen. Bis heute sind es in verschiedenen Rubriken insgesamt 51 veröffentlichte Werke - wobei die Klassifizierung in Autor, Herausgeber und Mitwirkender  diese Zahl interpretationsfähig macht.

Viele Werke des Autors hatten in der Fachwelt ein lebhaftes Echo. Das rührte zum Einen daher, dass seine Ideen oft der herrschenden Lehre bzw. Meinung widersprachen. Zum Anderen veröffentlichte er seine Werke oft als Taschenbuch oder als Taschenbuch-Reihe in großer Auflage, richtete sich also an das breite Publikum. Schließlich waren viele seiner Werke eher umgangssprachlich formuliert, hielten mit Kritik an bestehenden Autoritäten nicht zurück. Mitunter hatten sie prägnant formulierte Titel wie beispielsweise „Mit Gott und den Faschisten“, „Kirche des Un-Heils“ oder „Ein Papst reist zum Tatort“.

Bereits Karlheinz Deschners Roman „Die Nacht steht um mein Haus“ (1956) erregte Aufsehen, das sich ein Jahr später bei Erscheinen der Streitschrift Kitsch, Konvention und Kunst zum Skandal steigerte, weil er damals unbekannte Autoren lobte und zugleich beliebte dichterische Werke heftig angriff.

Das „opus magnum“ Karlheinz Deschners, die „Kriminalgeschichte des Christentums“ hat der Autor mit dem 10. Band fertig gestellt und im Laufe des Jahres 2012 wird das Buch bei Rowohlt erscheinen.

Karlheinz Deschner wuchs als Sohn eines katholischen Vaters und einer später zur katholischen Kirche konvertierten protestantischen Mutter auf. Er besuchte die Grundschule in Trossenfurt, dann das Franziskanerseminar in Dettelbach und zuletzt das Gymnasium als Internatsschüler bei Karmelitern und Englischen Fräulein in Bamberg, wo er 1942 das Abitur ablegte.

Nach seinem Dienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg studierte er 1946/47 an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Bamberg, schließlich von 1947 bis 1951 an der Universität Würzburg. Er hörte unter anderem Vorlesungen über Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaften, Philosophie, Theologie und Geschichte. 1951 wurde er mit der Arbeit „Lenaus metaphysische Verzweiflung und ihr lyrischer Ausdruck“ promoviert.


Impressum und Kontakt:


Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit

Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen

Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22

dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de
kultur@metropolregion-nuernberg.de
www.metropolregion-nuernberg.de

 

 

 

 

 

Oktober 2011: Gruppe "Six Pack"

Gruppe "Six Pack" 

 

Die Auszeichnung geht an das renommierte Bayreuther A Cappella Ensemble
„Six Pack“

Seit Februar 1990 treiben die sechs Vokalakrobaten des A Cappella Ensembles ihren Unsinn unter anderem mit Songs von George Bizet, den Beatles, AC/DC, der Münchner Freiheit, Fanta 4, Edith Piaf, Kylie Minogue, Spliff oder The Police, aber auch mit eigenen Nummern. Der "gänzlich verrückte Haufen", bietet auf der Bühne einen furiosen Klamauk- und Kokolorescocktail, der die Säle regelmäßig zum Kochen bringt. Absonderlicher Männergesang, in einer bis ins kleinste durchimprovisierten Show, macht jeden „Six Pack"-Abend zu einem besonderen Ereignis.

Aktuell sind Bernd Esser (Countertenor aus Nürnberg), Andy Sack (Tenor aus Bayreuth), Chris Strobler (Bass aus Bamberg), Johannes Betz (Bariton aus Bamberg), Markus Burucker (Bariton aus Bayreuth) und Lars Kienle (Bariton aus Sulzbach-Rosenberg) mit der erfolgreichen Castingshow "Williams Christ Superstar" unterwegs, in der sie auf der Suche nach dem besten Publikum der Welt sind!

Ob auf den Kabarett- und Kleinkunstbühnen Europas, bei diversen TV-Sendungen und -Serien, „Six Pack" ist ein Publikumsmagnet, der im Handumdrehen die Menschen begeistert. „Six Pack" - das ist A Cappella-Entertainment auf höchstem musikalischem Niveau, das sind Rotzlöffel mit lausbübischem Charme.

Die Formation ist weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg hinaus ein Begriff. Die vielfältigen Verdienste dieser wohlklingenden Botschafter des Gesangs wurden bereits 2009 mit dem Kulturpreis der Stadt Bayreuth gewürdigt. Nun folgt mit der Auszeichnung zum "Künstler des Monats" für Betz, Kienle, Burucker, Esser, Strobler und Sack ein weiterer honoriger Titel. Durch ihr musikalisches Können und ihre Entertainment-Fähigkeiten haben sie die Kulturlandschaft Frankens maßgeblich aufgelockert und farbiger gemacht.

  

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

September 2011: Günter Mauermann

Günter Mauermann


Günter Mauermann wird am 26. Oktober 1938 in Friedland im Sudetenland geboren. Seit dem Kriegsende 1945 ist er in der Oberpfalz sesshaft. 1956 erfolgt der Umzug von Neunburg v. Wald nach Weiden. Sein Vater, der Bildhauer Karl Mauermann bildet ihn zunächst vier Jahre lang handwerklich aus. In Nürnberg studiert er dann ab 1957 sechs Jahre an der Akademie der Bildenden Künste und schließt mit dem Diplom ab. Ab 1968 ist Mauermann freiberuflich als Bildhauer tätig.


Für seine Werke wird er mehrfach preisgekrönt. Die OBAG zeichnet ihn 1980 mit dem Kulturförderpreis Ostbayern aus. 1985 erhält er den Förderpreis Plastik des Zeitungsverlags Der neue Tag. 1999 folgt der Kulturpreis Ostbayern der OBAG.


In Weiden wurzelt der Künstler und hinterlässt in dieser Stadt Spuren aus Granit und Bronze. Nicht nur die Granitstelen bei der HAW oder beim Parkdeck Naabwiesen. Sein Brunnen am Unteren Markt weckt bei allen Besuchern großes Interesse. Er vereinigt Stadtgeschichte mit Oberpfälzer Sagenwelt und Mundart.

Arbeitsgebiete


Bildhauerei, Kunst im öffentlichen Raum

Ausstellungen


Jahresausstellungen des BBK Niederbayern/Oberpfalz
Jahresausstellungen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg
Nordgautage
Oberpfälzer Kunstverein Weiden

Gruppe Kunst der Weltenburger Akademie


Öffentliche Ankäufe / Kunst im öffentlichen Raum
Bayerische Staatsgemäldesammlungen München
Straßenbauamt, Landbauamt
Städte und Gemeinden, Regensburg, Weiden etc.
Unibauamt Regensburg

 

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

August 2011: Sabine Weigand

Sabine Weigand


Die promovierte Historikerin Sabine Weigand fesselt in ungewöhnlicher Weise ihre Leserschaft mit hervorragend recherchierten und brillant erzählten historischen Stoffen. Ihr Wissen sind die meist in fränkischen Archiven schlummernden Quellen, aus denen die mittlerweile deutschlandweit zur Bestsellerautorin aufgestiegene Schwabacherin schöpft. Bis sie vor einigen Jahren die Schriftstellerei für sich entdeckte, war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schwabacher Stadtmuseum tätig und hat das kürzlich erschienene Schwabacher Stadtlexikon mit verfasst.


Neben ihren Romanen hat Sabine Weigand zahlreiche Kurzgeschichten im Cadolzburger ars-vivendi-Verlag veröffentlicht.


Zur offiziellen Homepage von Sabine Weigand geht es hier.



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Juli 2011: Wolfgang Riedelbauch

Wolfgang Riedelbauch


Er ist Sänger, Gitarrist, Pianist, Kontrabassist, Dirigent, Kappellmeister, Chorleiter, Orchestergründer, Theatergründer, Intendant, Dramaturg, Dozent und Festivalleiter. Wie passt das alles in eine einzige Persion? Bei allein dieser Aufzählung kann man sich nicht sicher sein alle kreativen und künstlerischen Seiten, alle Kompetenzen und Tätigkeiten des umtriebigen Künstlers erfasst zu haben. Kaum ein anderer vereint derartig viele Leidenschaften und Tätigkeiten in sich wie Wolfgang Riedelbauch, der Leiter des Dehnberger Hoftheaters, Intendant des Festivals Fränkischer Sommer.

Auszeichnungen:


1980
Wolfram von Eschenbach-Preis, Kultur- und Förderpreis des Bezirks Mittelfranken


1992
Medaille Pro Meritis des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultur, Wissenschaft und Kunst


1994
Anerkennungspreis der Bayerischen Volksstiftung


1994
Preis des Kulturfonds der Dr. Lorenz von Tucher-Stiftung


1994
Frankenwürfel, verliehen durch die drei fränkischen Regierungspräsidenten


2005
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland


2006   
Bayerische Verfassungsmedaille in Silber



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Juni 2011: Ingo Cesaro

Ingo Cesaro


© Ingo Cesaro

"Auf dem Ochsen / sitzt die Fliege. Fest überzeugt / den Wagen zu ziehn."


Mit dreizeiligen Kurzgedichten wie diesem hat Ingo Cesaro sich einen Namen gemacht. "Haiku" nennt sich die Textform, die aus Japan kommt und die Cesaro schon seit den 60er Jahren verfasst. Für ihn ist Haiku der "Ausdruck einer Lebensweise", er übersetzt die Welt in Haiku, bezieht mit diesen pointierten Miniturtexten Position zu aktuellen Themen und wird seinem Selbstverständnis als politischer Poet gerecht.


Ingo Cesaro ist mehr als ein Schriftsteller. Er ist Galerist, Literaturvermittler, Kulturmanager und -pädagoge. Er ist literarischer Revolutionär und künstlerischer Erfinder. Über Deutschland Grenzen hinaus hat er sich Anerkennung verdient und wurde daher mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Bei all seinem künstlerischen Schaffen und Wirken trägt er den Ruf des Kronacher und Coburger Landes in die Welt hinaus. Unter anderem mit der NEUEN CRANACH PRESSE und dem internationalen Kunstprojekt "HolzART" hat er Kronach zur "Hauptstadt der Poesie" gemacht. Er ist Vorsitzender des Vereins "Regionale Kunstförderung Kronach" und Mitorganisator des Lucas-Cranach-Preises der Stadt Kronach. Wir sind stolz, einen solchen Künstler Bürger unserer Region nennen zu dürfen.


Zur offiziellen Homepage von Ingo Cesaro geht es hier.



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Mai 2011: Stephan Klenner-Otto

Stephan Klenner-Otto


Immer wieder Jean Paul. Wenn man das bisherige Werk des brillanten Zeichners und Radierers Stephan Klenner-Otto ansieht, taucht der fränkische Dichter mit Weltgeltung regelmäßig auf. Die Grotesken und Idyllen, nicht minder das skurrile Personal vom Schulmeisterlein Wutz bis zum Luftschiffer Giannozzo ziehen sich durch Klenner-Ottos Arbeiten. Geboren in Kulmbach und nach einem 15-jährigen Aufenthalt im Schwäbischen wieder in der Nähe in Neudrossenfeld lebend, hat er sich bereits als Kind entschieden, Maler zu werden. Gefördert vom phantastischen Realisten Caspar Walter Rauh ist er schon lange ein gefragter Künstler, der immer wieder Inspiration aus der Literatur zieht. Neben Jean Paul finden sich Namen wie E.T.A. Hoffmann oder Morgenstern und Hesse. Hintergründiges und Bizarres fasziniert ihn, er bannt das Phantastische hinter Realität und Geschriebenem auf seine Kupferplatten und macht es dem Betrachter sichtbar.


„Buntstift Jean Paul“ und „Schmelze Reisegesellschaft“ beziehen sich auf Jean Paul, der eine wichtige Rolle in Klenner-Ottos Arbeit spielt. „Zweiter Sturz“ ist aus dem geplanten Buch mit Margot Käßmann und bezieht sich auf die entsprechende Kreuzwegstation.



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

April 2011: Jürgen Schopper

Jürgen Schopper


Dass Schopper zu den großen Kreativen in der Metropolregion Nürnberg gehört, mag man daran ermessen, dass er als Spezialist für Spezialeffekte (in der Fachsprache VFX = visual effects) an vielen deutschen und internationalen Filmproduktionen mitwirkt. Ein Höhepunkt seiner damals noch jungen Karriere war die Mitarbeit am Film „Independence Day“ von Roland Emmerich, der mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte prämiert wurde.



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

März 2011: Birgit Bossert

Birgit Bossert


Die renommierte Künstlerin lebt und arbeitet seit 35 Jahre in der Metropolregion Nürnberg. Nach ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste, bei Prof. Eusemann, in Nürnberg, erhielt sie als ersten großen Achtungserfolg 1983 den Förderpreis des Freistaates Bayern. 2009 wurde sie von der Jury des Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten mit einer Würdigung geehrt. Nach ihren, zum Teil raumgreifenden Arbeiten, Textilobjekten und Installationen im musealen und öffentlichen Raum der 80er und 90er Jahre, hat sich die Künstlerin seit 2001 mit großer Hingabe dem Konzept der Farbfeldzeichnungen auf kleinem Format verschrieben.


Zur offiziellen Homepage von Birgit Bossert geht es hier.

 

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Februar 2011: Sven Pippig

Sven Pippig (verst.)


Der 1963 geborene Sven Pippig hat in Hof, bei der freien Gruppe "Theater K", seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt und gehörte dem Ensemble viele Jahre an.


An der Staatlichen Hochschule Hannover absolvierte er seine Ausbidlung zum Schauspieler. Vom Theater verlete er seinen Schwerpunkt seit Ende der 90er Jahre auf Film- und Fernsehproduktionen. Seine Vielseitigkeit begeistert uns. Seine Hauptrollen in Avantgardeproduktionen wie Pipilotti Rists Kinofilm "Pepperminta" oder in "Toter Mann" (Grimme Preis 2003 für Bester Hauptdarsteller) brachten ihm breite Achtungserfolge ein.


Mit den Internationalen Hofer Filmtagen ist er fest verbunden, die seit 1967 in seiner Heimatstadt Hof stattfinden. Regelmäßig gehört er zum ehrenamtlichen Team und ebenso regelmäßig werden dort Filme mit ihm als Schauspieler uraufgeführt; zuletzt 2010 "Das Rauschen des Meeres". Pippig ist ein gefragter Kino- und Fernsehschauspieler. Viele kennen sein Gesicht aus den beliebten TV-Serien, wie Tatort, Polizeiruf 110, Bella Block, Soko. Seine Filmographie nennt Titel wie "Henri IV" (Regie: Jo Baier), "Tannöd", "Vier Minuten", "Goethe!".

 

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Januar 2011: Jutta Czurda

Jutta Czurda


Ihre Lebensbrücke überspannt die Metropolregion: Als Tochter eines Böhmen und einer Fränkin in Coburg geboren, wo sie an der Medau-Schule ihre künstlerische und tanzpädagogische Ausbildung erhielt, gründete sie die Tanzwerkstatt Forchheim, 1983 gemeinsam mit Michael Bader die Tanzakademie Langenfeld und leitete von 1986 bis 1997 eine Tanz-Company, die ihre Heimat unmittelbar an der Grenze von Nürnberg und Fürth gefunden hat. Ihre künstlerische Arbeit spannt sich vom Tanz über Choreographie und Gesang bis hin zur künstlerischen Leitung des Stadttheaters Fürth.

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Dezember 2010: Lajos Keresztes

Lajos Keresztes


1933 in Budapest geboren, emigrierte er 1956 im Zuge des Ungarnaufstandes nach Deutschland. 1957 bis 1958 studierte er Architektur in München. 1961 wechselte er zum Fotografiestudium nach Köln. Nach erfolgreichem Ablegen seines Examens war er freischaffender Fotograf in Nürnberg. Seine Professur absolvierte er von 1998 bis 1999 an der Fachhochschule Trier.


Zu vermerken sind: zahlreiche Ankäufe der Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen; viele nationale und internationale Auszeichnungen; über 50 Einzelausstellungen, dazu über 50 Gruppenausstellungen; umfassende Veröffentlichungen in Medien der Fachliteratur; Herausgabe von 20 eigenen Fotokunstbänden.


Zur offiziellen Hompage von Lajos Keresztes geht es hier.



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

November 2010: Dieter Köhnlein

Dieter Köhnlein


© Dieter Köhnlein

Er ist auf regionalen und europäischen Bühnen und Konzertsälen weltweit unterwegs. Der in Ansbach geborene Musiker (Jg. 1957), Komponist und vielfach gerühmte Klaviervirtuose, lebt und arbeitet in der Metropolregion Nürnberg. Ob als Solopianist, als Ensemblemitglied oder Bandleader, stets sind die Journalistenstimmen der Feuilletons und die Kritiker der Jazz-Fachmagazine voll des Lobes.


Zur offiziellen Homepage von Dieter Köhnlein geht es hier.



Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Oktober 2010: Baron Enoch zu Guttenberg

Baron Enoch zu Guttenberg


Baron Enoch zu Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. Einer seiner Lehrer war Carl Feilitzsch. Im Alter von 21 Jahren übernahm er 1967 die Chorgemeinschaft Neubeuern und führte sie innerhalb weniger Jahre zu internationaler Anerkennung. 1997 wurde Enoch zu Guttenberg die Leitung des freien und projektbezogenen Orchesters KlangVerwaltung übertragen. Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren diese Zusammenarbeit. Im Jahr 2000 übernahm Enoch zu Guttenberg die Intendanz der Internationalen Festspiele Herrenchiemsee.


Nun hat ihn das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg zum Künstler des Monats Oktober 2010 gekürt.


Gerne wird er als Freigeist – Bekenntnismusiker – Konservativer Extremist – Bekennender Apokalyptiker beschrieben. Die Aufzählung eindrucksvoller Epitheta ornantia, mit denen die schreibende Zunft das Leben & Wirken Enoch zu Guttenbergs zu fassen versucht, ließe sich mühelos um etliche, meist paradoxe Wendungen erweitern.


Zur offiziellen Homepage von Baron Enoch zu Guttenberg geht es hier.

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

September 2010: Tobias Ott

Tobias Ott


„Kreativist“ – was soll das denn sein? Tobias Ott aus Hof bezeichnet sich selbst-bewusst als solchen und ist vielfältig künstlerisch tätig. Seine Liebe gehört den fotografischen Techniken, insbesondere den sogenannten Edeldrucktechniken. Viele Arbeiten entwickeln sich über die Fotografie, kommen von ihr oder führen zu ihr zurück. Natur, Heimat und Vergänglichkeit spielen eine Rolle. Vergänglich können auch seine Arbeiten sein, wenn fotografische Abzüge mit Techniken aus der Frühzeit der Lichtkunst entstehen. Bei verschiedenen alternativen Fotoverfahren ist er ein Meister und bei Fotoabzügen mit Holunder- und anderen Pflanzensäften nimmt er deren Flüchtigkeit in Kauf. Das Gesehene hat Zeit, sich im Kopf des Betrachters festzusetzen – und verschwindet dann einfach nach ein paar Wochen. Ott setzt auf die Kraft der Erinnerung.


Informationen über Tobias Ott finden Sie hier.

 

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

August 2010: Gerhard Falkner

Gerhard Falkner


Gerhard Falkner lebte nach abgeschlossener Buchhändlerausbildung eine Zeitlang in London und veröffentlichte seit Mitte der 1970er Jahre Gedichte in Zeitschriften und Künstlerbüchern. 1981 feierte er ein Debüt mit dem Gedichtband so beginnen am körper die tage, das mit der Experimental- und Befindlichkeitslyrik des vorangegangenen Jahrzehnts brach. In wemut (1989) kündigte er an, keine Gedichtbände mehr zu veröffentlichen, hat diese Zurückhaltung in späteren Jahren jedoch wieder aufgegeben. Er hat seitdem auch einige dramatische Werke verfasst. Heute lebt er in der Weigendorf und Berlin.


Informationen über Gerhard Falkner finden Sie hier.

 

Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Juli 2010: Franz Pröbster Kunzel

Franz Pröbster Kunzel


Franz Pröbster Kunzel ist eine der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten im Neumarkter Raum. Er wurde 1950 in Forchheim/Opf. geboren und absolvierte u. a. die Landwirtschaftliche Berufsschule in Neumarkt. Er war zunächst Bauer und arbeitet seit 1975 als freischaffender Künstler autodidaktisch. »Kunzel« – so ist der Name seines Bauernhofes, wie er seit altersher heißt, Franz Pröbster ist der jetzige Inhaber, aber die Dörfler nennen ihn »Kunzel«.


Zur Website von Franz Pröbster Kunzel geht's hier.


Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Juni 2010: J.B.O.

J.B.O.


© Megapress GmbH & Co. KG

J.B.O. formierte sich im Jahr des Herrn 1989, ein paar Wochen, nachdem sich die beiden “Frontmänner” Hannes “G.Laber” Holzmann und Vito C. kennen gelernt hatten, unter dem Namen “James Blast Orchester”. Ihren bereits im Vorfeld legendären, ersten Auftritt hatten sie im Oktober ’89 auf dem alljährlichen Erlanger Newcomerfestival – Ein musikalisches Desaster, was jedoch den Unterhaltungswert der Vorstellung nicht schmälerte. Das Programm bestand in erster Linie aus umgetexteten Cover-Versionen, auf 180 vorgetragen, garniert mit kabarettistischen Einlagen. Die Farbe des Bühnen-Outfits war von Anfang an Schwarz-Rosa-Gold.


Das “Orchester” bestand aus:


Hannes “G.Laber” Holzmann, Gitarre/Wüstgesang
Vito C., Gitarre/Schöngesang
Schmitti, Bass
Holmer “a Bier” Graap, Schlagzeug


Fünf Jahre lang war J.B.O. nur ein Spaß-Projekt. Alle Mitglieder versuchten mit anderen Bands reich und berühmt zu werden. Diese anderen Bands waren zumindest so erfolgreich, dass man davon seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. J.B.O. wurde alle paar Monate zum reinen Jokus der Beteiligten auf die Bühne gerufen.


Zur Website von J.B.O. geht's hier.


Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

Mai 2010: Jürgen Eick

Jürgen Eick, Intendant Theater Ansbach

Das Theater Ansbach wurde im Jahr 2007 auf der Grundlage einer über 90-jährigen Kulturarbeit und eines ausgeprägten bürgerschaftlichen Einsatzes aus der Genossenschaft „Kultur am Schloss – Haus der Volksbildung eG" gegründet. „Erst durch Kultur wird Wissen zur Bildung!" Dieser Satz war ein Leitge-danke bei der Gründung des „Theater Ansbach – Kultur am Schloss eG".. Er beschreibt sehr genau, was in der konkreten Wissens- und Bildungsvermitt-lung in der Regierungshauptstadt Mittelfrankens und in der Metropolregion Nürnberg möglich sein wird. Nach einem 6 bis 10-jährigen Prozess soll das Theater Ansbach ein gewachsenes Stadttheater mit einem ganzjährigen und professionellen Ensemble sein.

Zur Neugründung des Theaters Ansbach wurde im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung Jürgen Eick zum Gründungs-Intendanten ausgewählt.


Jürgen Eick


In Düsseldorf geboren, studierte Jürgen Eick dort Germanistik und Politik. Viele Jahre leitete er verschiedene freie Theaterprojekte, Festivals, Tournee-theater und eine Kleinkunstbühne. Jürgen Eick arbeitete an vielen Theater in Nordrhein-Westfalen, zuletzt von 1999 - 2003 als Schauspieler, Regieassistent und Regisseur am Rheinischen Landestheater Neuss. 2004 ging er unter der Intendanz von Sewan Latchinian als Dramaturg, Regisseur und Autor an die Neue Bühne Senftenberg. Neben zahlreichen Uraufführungen inszenierte er dort auch moderne Klassiker.Eick’s Inszenierungen und Stücke wurden mehrfach ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2007/ 2008 ist Jürgen Eick Gründungsin-tendant des Theaters der Stadt Ansbach.


Die Arbeitsfelder sind: Künstlerische Leitung, betriebswirtschaftliche Führung des Theaterzweiges, Stückeschreiben, Inszenieren, Dramaturgie, allgemeine Organisation…


Für die künstlerische Arbeit Eick’s gibt es in Ansbach bereits etliche erfolgreiche Beispiele und Theateraufführungen. Bis Ende 2009 hat er bereits 24 Pre-mieren herausgebracht. Zuletzt die Uraufführung (am 19. März 2010) des „Alexander der letzte Markgraf", eines Dramas von Gerd Scherm über den letzten Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth, der am 5. Jan. 1806 auf Schloss Benham in der englischen Grafschaft Berkshire kurz vor seinem 70. Geburtstag starb. Hier hat Jürgen Eick u.a. die Regie übernommen und im Stück für die Region historisch wichtige Ereignisse und Erkenntnisse aufgearbeitet.


Jürgen Eick beschreibt seine Arbeitsziele als Intendant und moderner Kulturanbieter auch folgendermaßen: „Das Theater Ansbach lebt für den Moment der Vorstellung. Um Schauspielern und Musikern die Möglichkeit zu geben, uns den Spiegel durch ihre Kunst vorzuhalten, gibt es Theater- und Konzertsäle. Nicht als Selbstzweck und nicht um Verwaltungen am Laufen zu halten……"


Kontakt

Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur

kultur@metropolregion.nuernberg.de
www.metropolregion.nuernberg.de

September 2016: Gruppe Fazzoletti

Gruppe Fazzoletti, Fränkische Funk-Jazz Band

Die Musikgruppe Fazzoletti wurde relativ schnell bekannt durch ihren groovigen Funk mit jazzigen Elementen. Ihre Musik war von Anfang an geprägt durch Soulige Stimmen, peitschende Bläsersätze, analoges Synthesizer-Gewabber und schwebende Rhodes-Sounds, einer messerscharfe Rhythmusgitarre, pulsierende-knurrende Grooves, eindrucksvolle Arrangements und ekstatische Soli. Es wurde von Beginn darauf Wert gelegt eigene Stücke zu entwickeln und zu präsentieren.

Gegründet wurde die Gruppe 1985 von fünf Jugendlichen in Hilpoltstein, das für seine kleine aber feine Musikszene schon lange bekannt ist. In der Sturm und Drang Zeit der Band hallte der Schlachtruf: „Fazzoletti sich wer kann!“ In dieser heißen Phase der Bandgeschichte reiste die Band von Hamburg bis Zürich. Vierzig Konzerte im Jahr waren keine Seltenheit. 1996 erhielten sie den Jugendkulturpreis des Landkreises Roth.

Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte veränderte sich um das Gründungstrio K. J. Ross (Gitarre), Rainer Buschke (Saxofon) und Fips Buschke (Keyboards) die Musiker. Der Kern der Band blieb jedoch all die Jahre konstant. Die Musik ist jederzeit unverkennbar. Das Motto, das dahintersteckt: In deinem Leben kann sich alles ändern - Jazz bleibt.

Diese Band hat eine unsterbliche Kontinuität", schwärmt Schlagzeuger Dr. Fatim Boutros. Seit 1998 gehört er zur Band, die mittlerweile auf zehn Mitglieder angewachsen ist: In einer Zeit, da jede Teenagergaragencombo ihren fünften Tonträger veröffentlicht, scheint sich Fazzoletti nach ihrem letzten Album von 2001 schon vor einem Jahrzehnt auf ihre eigentlichen Qualitäten besonnen zu haben. Der überschaubare Club-Gig ist das Element, in dem sich die Band unverschämt wohl fühlt. Mit intuitiver Sicherheit werden Eigenkompositionen live so kompromisslos umgesetzt, dass selbst im berüchtigt drögen Frankenland kein Stein auf dem anderen bleibt“ (Nürnberger Nachrichten).

2015 feierte Fazzoletti nach ihrem erfolgreichen Auftritt beim Bardentreffen drei Monate später im K4 ihr 30jähriges Bandjubiläum. Derzeit ist die fränkische Funk-Jazz-Groove-Maschine wieder aktiver. Zum einen hat Fazzoletti eine junge, neue und vor allem tolle Stimme an Bord: Julia Fischer. Zum anderen hat sich die Band entschieden unter der Voraussetzung der guten Einarbeitung Gastmusiker zu engagieren, die den jeweiligen Stamm-Musiker ersetzen können. Die Musiker sehen es als Professionalisierung und genießen die wiedergewonnene Flexibilität.

Geprobt wird in Nürnberg an Wochenenden, denn die professionelle Musiker sind einerseits beruflich aktiv (einige als Musiklehrer) und andererseits in anderen Formationen wie  Japanische Clubjacke, Supersoft, Peter Pelzner oder The Rose & Crown aktiv.

Hören Sie unbedingt oder besser „Bring your dancing shoes“ und gehen Sie ins Konzert. Termine und Informationen unter www.fazzoletti.de

 

Die Jury des Forums Kultur kürt die Jazz- und Funkgruppe Fazzoletti um den Gitarristen KJ Ross zu den Künstlern des Monats September 2016. Beständigkeit, Langlebigkeit, Ideenreichtum und seit Jahrzehnten stimmige LiveKonzerte überzeugten die Jury.

 

Text: Ruth Kiefer, Freie Theaterwissenschaftlerin und Publizistin und Jurymitglied

 

Impressum und Kontakt:
Europäische Metropolregion Nürnberg
Forum Kultur
Geschäftsführer
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Bildung, Kultur und Freizeit
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Fon: +49(0)91 31 / 86 – 10 21
Fax: +49(0)91 31 / 86 – 10 22
dieter.rossmeissl@stadt.erlangen.de 
kultur@metropolregion.nuernberg.de 

www.metropolregion.nuernberg.de

 

 

 

 

 

 
Stadt/Landkreis
 
Die Metropolregion
 
 
Leben
Entdecken
 
 
 
 
 
Geniessen
 
 
Erleben
 
 
 
 
 
 
 
Karriere
Bildung
 
 
 
Wissenschaft
 
Starke Branchen
 
 
 
 
 
 
 
 
Unternehmen
 
 
 
Wohnen
 
Familie
 
International