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30.11.2007

EMN drängt auf Elektrifizierung von Bahnstrecken


Metropolregion drängt auf die planmäßige Elektrifizierung der Bahnverbindung Nürnberg - Schirnding und Hof - ReichenbachNachdrückliche Unterstützung durch den tschechischen Vize-Verkehrsminister auf Tagung in Marktredwitz am 29. November 2007

Im Zentrum der 3. Sitzung des Forums Verkehr und Planung der Metropolregion Nürnberg in Marktredwitz stand die Elektrifizierung der Bahnverbindung Nürnberg - Schirnding und Hof - Reichenbach. Diese Bahnverbindung ist wichtig für die Einbindung der Metropolregion Nürnberg in die transeuropäischen Verkehrsnetze. Das Forum stellt mit großer Besorgnis fest, dass eine Elektrifizierung in der im Bundesverkehrswegeplan und nach europäischen Planungen vorgesehenen Zeit derzeit nicht wahrscheinlich ist. Keine Stelle in Deutschland hätte bislang auch nur einen Euro der benötigten ca. 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Prominente Unterstützung erhielt das Forum durch den tschechischen Vize-Verkehrsminister Dipl.-Ing. Vojtech Kocourek. Der für Eisenbahnpersonen und -frachtverkehr zuständige Vizeminister nahm als Gast an der Sitzung teil. 

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges hat sich Tschechien durch vier große Eisenbahnkorridore dem internationalen Verkehr geöffnet, von denen I und II (Dresden – Budapest sowie Wien – Warschau) 2004 fertiggestellt worden sind. Die ergänzenden Korridore III und IV von Linz und Nürnberg nach Prag, die beide zum prioritären transeuropäischen Netz TEN-V-22 nach Constanza bzw. Thessaloniki gehören, befinden sich im tschechischen Bereich mitten in der Ausbauphase.

Vizeminister Kocourek: „Zwischen Prag und der Grenze bei Schirnding ist der Zeitablaufplan gegenwärtig auch in Bezug auf die Finanzierung vollständig eingehalten, so dass mit der Fertigstellung (einschließlich Elektrifizierung) bis zum Jahr 2016 gesichert gerechnet werden kann.“ Er verweist dabei auf das hierzu zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik 1995 abgeschlossene Abkommen über die Zusammenarbeit bei der weiteren Entwicklung der Eisenbahnverbindung Nürnberg – Prag und betont, dass von seiner Seite aus alles getan werde, um die Ziele des Abkommens 2016 zu erreichen. „Dazu zählt insbesondere der vereinbarte Streckenparameter, dass nach Fertigstellung der Maßnahmen auf beiden Seiten der Grenze eine Fahrzeit zwischen Nürnberg und Prag von drei Stunden und 20 Minuten erreicht wird.“ Derzeit werden für die Fahrt von Nürnberg nach Prag via Marktredwitz 5,55 Stunden, via Furth im Wald 5,05 Stunden benötigt.

Auf deutscher Seite ist der Ausbau einschließlich Elektrifizierung zwar im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. Die hierzu erforderlichen Mittel werden jedoch von keiner Seite in Aussicht gestellt. Für Vizeminister Kocourek ist dies keineswegs akzeptabel: „Der Verzicht auf Elektrifizierung der deutschen Seite würde das Gesamtwerk des Eisenbahntransitkorridors IV vernichten – insbesondere für den extrem wichtigen Cargoverkehr. Dies ist auch im Hinblick auf die Eisenbahnverkehrsplanung der EU mit dem Projekt TEN-V-22 unvereinbar.“ Der Sprecher des Forums, Hafendirektor Harald Leupold, betont: „Auch aus Sicht der Metropolregion Nürnberg besteht eine existenzielle Notwendigkeit zur Elektrifizierung Nürnberg – Schirnding und Hof - Reichenbach, damit nicht nur die Verbindung nach Prag und den Südosten Europas, sondern auch zur Metropolregion Sachsendreieck entsprechend den Standards europäischer Hauptverkehrsachsen optimiert wird.“

Während Sachsen die Elektrifizierung vorantreibt, gibt es beim Freistaat Bayern starke Bestrebungen, die Fortsetzung nicht nach Nürnberg, sondern nach Regensburg vorzusehen. Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder (Marktredwitz): „Nach einer Fußnote im Bundesverkehrswegeplan ist dies jedoch erst nach Fertigstellung der Elektrifizierung nach Nürnberg zu untersuchen.“ Vizeminister Kocourek berichtet, dass Bayern in diesem Zusammenhang auf den Ausbau Pilsen – Regensburg drängt, um damit die Verbindung Prag – München zu priorisieren. „Ab und zu wird argumentiert, wir würden uns deshalb vom Ausbau Cheb - Schirnding abwenden. Dies ist keinesfalls so. Da wir die Arbeiten Plzen – Cheb bereits begonnen haben, ist klares Signal für den Norden gegeben – nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Güterverkehrs: auch in Bezug auf den Personenverkehr ist das letzte Wort gesprochen!“

Für die Metropolregion sah Forumsgeschäftsführer Dr. Hartmut Frommer das Ergebnis: „Wir müssen alles tun, um die Elektrifizierung von Nürnberg aus voranzutreiben – vor allem dadurch, dass wir die europäischen Dimensionen im Wege von Kooperationen bis hin zum Schwarzen Meer ebenso wie die Verpflichtungen der Bundesrepublik und des Freistaats betonen. Es wäre skandalös, wenn die reiche Bundesrepublik die von tschechischer Seite mit hohem Einsatz geförderte Verkehrsverbindung von Nürnberg nach Prag zu Fall brächte. Der Ratsvorsitzende der Metropolregion Dr. Ulrich Maly hat eindringlich darauf hingewiesen, dass der Bereich Nürnberg – Eger zur Zeit das einzige Teilstück der TEN-V-22 von Nürnberg bis Constanza am Schwarzen Meer ist, an dem baulich nichts geschieht.“

Dem Wunsiedler Landrat Dr. Peter Seißer ist vor allem wichtig: „Die Strecken über Furth im Wald und über Marktredwitz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die eine ergänzt die andere. Jedoch muss dabei stets die durch die europäische Planung und die internationalen Vereinbarungen gesicherte Vorrangstellung der nördlichen Verbindung beachtet werden.“ Besonders beeindrucken das Forum die Schlussworte des Prager Ministers: „Die Verbindung Prags mit Nürnberg ist eben auch eine emotionale Angelegenheit.“ Wobei er sichtlich auf die vor allem durch Kaiser Karl IV. begründeten historischen Beziehungen über die Via Carolina - Goldene Straße Bezug nahm.

Die Sitzung des Forums fand als Exkursion mit dem Franken-Sachsen-Express von Nürnberg bis Marktredwitz und von dort mit der Vogtlandbahn nach Cheb - Eger statt. Sie fand ihren Abschluss im Egerlandkulturhaus Marktredwitz.


 
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