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„Künstler des Monats” der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Um die künstlerisch-kreative Potenz der Metropolregion öffentlich sichtbar zu machen, wird seit Mai 2010 jeden Monat ein „Künstler des Monats” der Presse vorgestellt. Die Idee für die Vorstellung eines „Künstlers des Monats” stammt aus dem Forum Kultur der Metropolregion von Dr. Michael Hohl, politischer Sprecher des Forums und Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth.

Zur Gruppe der nominierbaren Künstler zählen Einzelpersonen, Paare, Gruppen, die professionell oder semiprofessionell im Kunstsektor tätig sind. Hierbei kommen alle Sparten der künstlerischen Äußerung in Betracht. Voraussetzung für die Wahl sind nicht akademische, künstlerische Biografien, auch nicht internationale Erfolge oder Preise, sondern der Beitrag zum kreativen Profil der Metropolregion als „Heimat für Kreative”.

Prinzipiell sind Künstler aller Altersgruppen, aller kreativen Techniken und nur denkbaren Ausdrucksformen geeignet, um in den Focus der größeren publikumswirksamen Aufmerksamkeit zu gelangen.

Monat für Monat soll aus allen geografischen Teilen der Metropolregion Nürnberg eine Künstlerin oder ein Künstler (bzw. Gruppierung) die Chance erhalten, publikumswirksam vorgestellt zu werden.

Weitere Informationen zu „Künstler des Monats".

 

Bisherige Künstler des Monats

Januar 2013: Roland Kluttig

Roland Kluttig

 

Roland Kluttig wurde 1968 in Radeberg geboren und studierte von 1986 bis 1991 an der Dresdner Musikhochschule. Es folgten Meisterkurse bei John Eliot Gardiner und Peter Eötvös, er erhielt Stipendien der Herbert von Karajan Stiftung und der Akademie Schloß Solitude Stuttgart und wurde vom Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert.

Seine Karriere begann er als Dirigent Neuer Musik: So war er von 1992 bis 1999 Musikalischer Leiter des Kammerensembles Neue Musik Berlin mit dem er bei nahezu allen bedeutenden Festivals Neuer Musik auftrat.

Danach machte er vier Jahre lang Station an der Stuttgarter Staatsoper, an der er ab 2000 als Kapellmeister und Musikalischer Assistent von Lothar Zagrosek engagiert war. Aufmerksam auf sich machte er dort vor allem mit  Wiederaufnahmen von „Don Giovanni” bis Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern”, vor allem aber mit der vielseitig gelobten CD-Einspielung von Schönbergs „Moses und Aron”.

Seit 2004 arbeitet Roland Kluttig als Gastdirigent regelmäßig mit den deutschen Rundfunksinfonieorchestern in Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart, Freiburg und München, dem Konzerhausorchester Berlin, dem Deutschen Sinfonieorchester, der Dresdner Philharmonie, Iceland Symphony, Seoul Philharmonic, dem Residentie Orkest den Haag, dem Klangforum Wien oder dem Collegium Novum Zürich zusammen.

Außerdem arbeitete er mit Regisseuren wie Jossi Wieler, Christoph Marthaler oder Achim Freyer zusammen und Komponisten wie Helmut Lachenmann oder Unsuk Chin betreuen ihn immer wieder mit der Aufführung ihrer Orchesterwerke.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit der schwedischen Norrlandsoper: Dort hat er zuletzt mit großem Erfolg Brittens „Peter Grimes” herausgebracht.

Seit Beginn der Spielzeit 2010/2011 ist er Generalmusikdirektor in Coburg, wo er u.a. die Neuproduktionen von Glucks "Iphigenie en tauride" und Verdis "Otello" geleitet hat. In der aktuellen Spielzeit übernimmt er die Musikalische Leitung u.a. bei „Don Giovanni”, „Madame Butterfly” und „Eugen Onegin”.

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Dezember 2012: Gruppe BauLust

Gruppe BauLust


Foto: Petra Simon

 

Der engagierte Verein, mit den Vorsitzenden Brigitte Jupitz und Susanne Klug, wurde 1995 in Nürnberg gegründet und setzt sich seitdem mit großer Passion für die „Förderung der Kultur und Umwelt, insbesondere der Pflege und Erhaltung von Kulturwerten unserer gebauten Umwelt” ein.

Die Ziele des Vereins sind dabei

·         das respektvolle Miteinander von Baudenkmälern und zeitgenössischer Architekt zu fördern,

·         die Kommunikationsprozesse zwischen den verschiedenen, an öffentlichen Bauvorhaben beteiligten, Stellen zu intensivieren,

·         mit einem breiten Veranstaltungsangebot, wie zum Beispiel Vorträgen oder Ausstellungen, „der Architektur in der Stadt einen Identifikationsort zu geben”,

·         möglichst viele Menschen für Architektur, Stadtplanung und Ästhetik am Bau zu begeistern sowie

für die interessierte Öffentlichkeit Beratung und Fortbildung anzubieten und diese mit umfassender Pressearbeit zu informieren.

Beispielsweise gelang es BauLust 2010 mit einem Projekt zur Rettung des Nürnberger Kettenstegs große Teile der Nürnberger Öffentlichkeit zu aktivieren. Durch das Engagement des Vereins, unter anderem mit einem Spendenaufruf und dem symbolischen Verkauf der 423 hölzernen Bohlen des Kettenstegbelags, konnte die komplette Sanierung und originalgetreue Wiederherstellung der ältesten eisernen Hängebrücke Kontinentaleuropas gesichert werden. Erst im September diesen Jahres hat der Kettensteg in der Kategorie Öffentliche Bauwerke den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2012 in Gold erhalten.

Aktuell setzt sich der Verein gemeinsam mit weiteren Gruppierungen und Unterstützern bei „pro StadtBaumeister einer Initiative von Nürnberger Bürgern zur Förderung der Baukultur in der Stadt”ein. Ziel der Aktivitäten ist es, die für 2014 geplante Aufgabe des Nürnberger Baureferats zu verhindern und für ein eigenständiges Baureferat mit einem fachlich hochqualifizierten Baureferenten einzutreten. Dazu findet ab 2013 auch eine Vortragsreihe im Neuen Museum statt, die am 24. Januar ihren Auftakt hat. So sollen möglichst viele Nürnberger über die Bedeutsamkeit der Erhaltung des Baureferats informiert und für eine aktive, breite Diskussion gewonnen werden.

Architektur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur; Sie beeinflusst in großem Maße unsere Umwelt und somit unser tägliches Leben. Niemand kann sich ihr entziehen. Qualitativ hochwertige und ästhetisch ansprechende Architektur trägt dazu bei, das Leben für uns alle lebenswerter zu gestalten.

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November 2012: Fitzgerald Kusz

Fitzgerald Kusz

Fitzgerald Kusz ist ein Kind des Kerns der Metropolregion: In Forth aufgewachsen, Studium der Germanistik und Anglistik in Erlangen, zunächst Lehrer und dann seit 1982 freier Schriftsteller in Nürnberg – das prägt. Kein Wunder also, dass er nicht nur zum Pionier der fränkischen Mundartdichtung aufstieg, sondern auch – nicht zuletzt mit seinem Erfolgsstück „Schweig Bub!”, das zugleich sein Debüt als Bühnenautor war – zu einem der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller auch in anderen Mundart-Regionen Deutschlands wurde. „Derhamm is derhamm” (fränkisch!!!), „Sooch halt wos” und etliche andere Stücke folgten bis zur Herausforderung an Salzburg mit dem „fränkischen Jedermann”.

Dabei war sein Horizont nie auf den fränkischen Kern beschränkt, auch wenn er ihm sichtlich und hörbar immer Heimat war und blieb. Gleich am Anfang seiner literarischen Karriere stand eine Begegnung mit Peter Handke in Erlangen. „Ich habe das Wesen der Pop-Art in die Mundart übernommen”, zitiert in „Franken-Wiki” und fügt gleich an, er habe über seinen Vater den Berliner Witz ins Fränkische gerettet. Seine fränkischen Haikus spannen sogar eine literarische Brücke bis nach Japan, auch wenn diese Brücke ihren Hauptanker ganz deutlich an der Pegnitz hat.

Die Liste seiner Veröffentlichungen ist lang. Fast immer dreht es sich um den Alltag der Alltäglichen – und wiederholt sich nie, wird nie langweilig, stößt den Leser oder Hörer seiner Lesungen immer wieder auf die Einsicht, sich selbst dabei ein Stück weit erkennen zu müssen (oder zu dürfen). „Mä machd hald su weidä” erschien 1982, „Derzähl mer nix” folgte 1985, und seither haben ihn die tiefsinnigen Inhalte fränkischer Redeweisen, Abwehrhaltungen und Bescheidenheiten nicht mehr losgelassen. Mit Filmen wie „Stinkwut”, „Himmelsheim” oder „Florian III” hat Kusz auch den Weg von der Bühne ins Fernsehen gefunden.

Für seine literarische Arbeit hat Fitzgerald Kusz bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten: 1975 den Hans-Sach-Preis, 1983 den Wolfram-Eschenbach-Preis, 1988 den Preis der Stadt Nürnberg und 1992 sogar das Bundesverdienstkreuz. Aber was soll’s: „Der Vollmond über Nämberch is a blouß a Lebkong.”

Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg ehrt den verdienten, lebhaften, weltoffenen und immer heimatverwurzelten Schriftsteller Fitzgerald Kusz und nominiert ihn zum Künstler des Monats November 2012.

 

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Oktober 2012: Wolfgang Haffner

Wolfgang Haffner


Wolfgang Haffner ist ein international be- und anerkannter Musiker. Als Sohn eines Kirchenmusikers begann er schon mit sieben Jahren Klavier  und Schlagzeug zu spielen.

Als Achtzehnjähriger wurde er von Deutschlands renommiertestem Jazzmusiker Albert Mangelsdorf als Schlagzeuger für dessen Band engagiert.

Es folgten Tourneen mit den berühmtesten deutschen Jazzern, von Mangelsdorf bis Till Brönner, von Klaus Doldinger bis zu Michael Wollny. Im Ausland machte er sich einen Namen mit US Stars wie Pat Mesheny, Randy und Michael Brecker, Chuck Loeb oder John Abercrombie. Seine kreativen Schlagzeug-Improvisationen inspirierten auch skandinavische Größen von Nils Landgren bis Lars Danielsson.

Unter zahlreichen Auszeichnungen seien hier der German Jazz Award genannt und der Echo Jazz für den besten deutschen Schlagzeuger.

Das reine Schlagzeugspiel befriedigte Wolfgang Haffner auf Dauer nicht. Deshalb begann er zu komponieren und zu produzieren. Insgesamt nahm er drei Alben als Leader auf.

Nach Shapes, das international gefeiert wurde, folgte Round Silence und das neueste Album trägt den Titel: Heart of the Mater. Hier versammelt er viele Wegbegleiter seiner Karriere: Thomas Quasthoff, Till Brönner, Götz Alsmann und Sting Gitarrist Dominic Miller.

Der Stern schrieb zu Heart of the Matter: „Macht süchtig.”

 

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September 2012: Christiane Karg

Christiane Karg


(Foto: Gisela Schenker)

Christiane Karg hat sich seit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2006 sowohl als Opern- wie auch als Liedsängerin profiliert: 2009 wurde sie von der Zeitschrift Opernwelt zur Nachwuchskünstlerin des Jahres gewählt. Im Oktober 2010 erhielt sie darüber hinaus den renommierten Musikpreis „Echo Klassik" der Deutschen Phono-Akademie für ihre erste bei Berlin classics erschienene Lied-CD Verwandlung - Lieder eines Jahres (am Klavier: Burkhard Kehring). Seit Ende August ist ihre neue CD Amoretti im Handel – Arien von Mozart, Gluck und Grétry mit Jonathan Cohen und dem Ensemble Arcangelo.

Die Sopranistin, in Feuchtwangen (Bayern) geboren, erhielt erste musikalische Impulse in verschiedenen Chören in ihrer Heimatstadt, bevor sie nach Dinkelsbühl an die Berufsfachschule für Musik wechselte. Die Zeit dort war wegweisend für ihre weitere musikalische Entwicklung. Ihre Gesangsausbildung  bekam sie am Salzburger Mozarteum bei Heiner Hopfner sowie in der Liedklasse von Wolfgang Holzmair. Nach einem Aufenthalt am Konservatorium von Verona machte sie am Mozarteum ihren Master Lied/Oratorium und den Abschluss im Fach Oper/Musiktheater, wofür man ihr die Lilli-Lehmann-Medaille verlieh. Nach einem Engagement im Hamburger Opernstudio wechselte Christiane Karg im Herbst 2008 als Ensemblemitglied an die Oper Frankfurt, wo sie seither die wichtigen Rollen ihres Fachs singt: darunter Susanna, Musetta, Pamina und Servilia. Als Gast war sie u.a. an der Bayerischen Staatsoper, der Komischen Oper Berlin und dem Theater an der Wien zu erleben.

Auch als Konzertsängerin ist Christiane Karg gefragt: sie gastierte beispielsweise mit dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt im Wiener Musikverein, mit der Staatskapelle Dresden unter Daniel Harding in New York und Philadelphia, beim NDR Symphonieorchester unter Leitung von Christoph Eschenbach, beim Mozarteum Orchester Salzburg unter Jérémy Rohrer und beim Mostly Mozart Festival in New York unter Yannick Nézet-Séguin.

Trotz zahlreicher internationaler Auftritte ist Christiane Karg ihrer Heimatregion weiterhin sehr verbunden. Insbesondere die Kreuzgangspiele Feuchtwangen sind ihr eine Herzensangelegenheit, verfolgte sie diese doch seit ihrer Kindheit mit großer Begeisterung. Durch verschiedene Liederabende und Konzertprogramme stellt sie ihrem heimischen Publikum auch unbekannteres Repertoire vor - zuletzt gab sie mit weiteren Solisten einen Liederabend im Rahmen der Kreuzgangspiele mit Texten und Motiven aus Goethes Faust und Wilhelm Meister in der Vertonung von Robert Schumann.

2010 bekam sie als Anerkennung ihres bedeutsamen kulturellen Schaffens vom Bezirk Mittelfranken den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis verliehen.

Auch kommende Engagements führen sie immer wieder in die Region: Mit Gerold Huber gibt sie im März 2013 einen Liederabend in Amberg, in Nürnberg singt sie mit den Bamberger Symphonikern Mahlers 4. Sinfonie unter Jonathan Nott und in München ist sie zusammen mit Christian Gerhaher und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Daniel Harding in Schumanns Faust-Szenen zu erleben.

 

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August 2012: Iris Voss

Iris Voss



Tänzerin, Choreographin, Tanzpädagogin und Physiotherapeutin – das Spektrum von Iris Voss ist weit gefächert.

 

Nach ihrer Ausbildung an der Tanzakademie von Jutta Czurda (Künstlerin des Monats Januar 2011) gründete Iris Voss 1989 die „Tanzstelle” und leitet sie seither. Hier unterrichtet sie Modernen Tanz für Kinder und Erwachsene, Klassisches Ballett, Kreativen Tanz, Steptanz, Contactimprovisation aber auch Pilates (die Physiotherapeutin lässt grüßen!). Besonders beeinflusst wurde sie durch Weiterbildungen und Choreographieprojekte bei Joe Alegado, Susanne Linke, Rui Horta und Frey Faust.

 

Für Iris Voss überschneiden sich tänzerische Qualität, choreographische Kreativität und pädagogischer Impetus immer wieder und ergänzen sich gegenseitig. So hat sie beim Großraumprojekt „Tanzen 08” mit ihrer Einrichtung ein viel beachtetes Langzeitprojekt mit Hauptschülern konzipiert und mit ihrem Ensemble durchgeführt, das mit tänzerischen Mitteln viel zur Stärkung des Selbstbewusstseins der jungen Menschen geleistet hat. Zudem haben auch schon etliche ihrer Schüler und Schülerinnen den Weg von der „Tanzstelle” in eine tänzerische Berufslaufbahn gefunden.

 

Trotz – oder gerade wegen – ihrer stark pädagogischen Ausrichtung hat sich die „Tanzstelle” zu einem Zentrum für zeitgenössischen Tanz in Erlangen entwickelt. Mit der Tanztheaterkompanie DekaDance und ihrem 8köpfigem Ensemble hat sie etliche Tanztheaterproduktionen im gesamten Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen choreographiert und durchgeführt. So war sie bei den Tanztheatertagen im Experimentiertheater, bei der 1000 Jahrfeier der Stadt Erlangen und beim ARENA-Festival mit kreativen Beiträgen beteiligt. „Sandwege”, „Willküre”, „09/15” und „Pur” sind Produktionen, die im gesamten Großraum Beachtung gefunden haben.

 

Die Jury des Forums Kultur der Metropolregion würdigt mit der Benennung von Iris Voss als Künstlerin des Monats eine Frau, die künstlerische Produktion und kulturelle Vermittlung kreativ miteinander verbindet und mit ihrer Einrichtung einen wichtigen Ort in der Kultur- wie Bildungslandschaft der Metropolregion geschaffen hat. Mit ihrem Fokus auf Kinder- und Jugendarbeit führt sie zudem junge Menschen als Kulturarbeit und Kulturorte heran und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung.

 

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Juli 2012: Fritz Stiegler

Fritz Stiegler

Ist der Gonnersdorfer Fritz Stiegler im Hauptberuf Landwirt und im Nebenberuf Mundartdichter - oder doch umgekehrt? So genau weiß es der Haselnussbauer und Betreiber eines Pferdehotels wohl selbst nicht. ”Manchmal raucht mir schon der Kopf”, sagt Stiegler über Stiegler. Dem 50-jährigen Künstler des Monats Juli gelingt es jedenfalls immer wieder äußert eindrucksvoll, sich vom (eigenen) Acker zu machen, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.


1988 fing alles noch ganz harmlos an, mit fünf aufeinander folgenden Gedichtbänden in fränkischer Mundart. Dass Stiegler überhaupt dichtet, daran ist seine Ausbildung zum Landwirt schuld. Der theoretische Unterricht habe ihn damals regelrecht ermüdet. Aus Langeweile habe er dann halt angefangen, Reime zu schreiben. Und die haben seinen Mitschülern gefallen - so ist ein Hobby daraus geworden. Stieglers erster richtiger Auftritt war 1983 in Steinbach auf der Kärwa im Festzelt vor 600 Leuten.

Die letzten fünf Jahre waren allerdings wesentlich prägender für Stieglers künstlerischen Werdegang: Ein Projekt folgte auf das andere. Stiegler recherchierte drei Jahre lang für sein Buch ”Valentina”, während er am Libretto und an über 100 Liedtexten für insgesamt vier Musicalproduktionen arbeitete. Kein Zweifel: Stiegler ist ein echter Workaholic.

Mit dem fräkischen Musical ”Magdalena” anlässlich des 850-jährigen Jubiläums der Marktgemeinde Cadolzburg war Stiegler 2007 der große Durchbruch als Mundartdichter und Autor gelungen. Während andere Kreative nach solchen Mammutprojekten erst einmal eine Auszeit nehmen, sprudelte Stiegler nur so vor Ideen: 2010 begeisterte er das Publikum mit dem Musical ”Die weiße Witwe”. Weihnachten 2012 wid Stieglers Version der fränkischen Weihnacht als Musical der Cadolzburger Brugfestspiele unter der Regie von Jan Burdinski Premiere feiern. Auch danach ist - zum Glück - keine Schaffenspause in Sicht: Schon im Juni 2013 wird auf der Cadolzburg Stieglers neues Musical-Großprojekt ”Aeronauticus” zu sehen sein. Es ist die faszinierende Geschichte um den Flugpionier Gustav Weißkopf aus Leutershausen.

Zwischendrin hat Stiegler zusammen mit dem Maler Theo Steinbrenner noch den Gedichtband ”Wie dähamm” fertiggestellt. Mit dem Erlös des Buches sollen soziale Einrichtungen gefördert werden. Unklar ist bis heute, wann Stiegler eigentlich schläft...

Wer soviel leistet, sammelt natürlich Preise und Auszeichnungen: Im Jahr 2007 hat Fritz Stiegler den Frankenwürfel überreicht bekommen. Im Jahr 2010 wurde ihm die Landkreismedaille für besondere Verdienste um den Landkreis Fürth verliehen. Und natürlich freut sich der Gonnersdorfer, jetzt Künstler des Monats Juli zu sein: „Do wär i ja schee bled, wenn nedd.”

(Text und Redaktion: Landratsamt Fürth)


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Juni 2012: Thilo Wolf

Thilo Wolf

 

Thilo Wolf ist ausgezeichnet! Und das im doppelten Wortsinn. Thilo Wolf ist nicht nur ein ausgezeichneter Pianist, Komponist, Bigband-Leader und Arrangeur, sondern auch ein ausgezeichneter Produzent, Verleger und Initiator. Für seine stets hoch qualitativen Leistungen in ganz unterschiedlichen Sparten der Musikbranche erhielt er mehrfach hohe Auszeichnungen. Der Bayerische Rundfunk würdigte in diesem Jahr das 20jährige Bestehen seiner Bigband, mit einem Feature zu seiner Karriere und Erfolgsstory. Unter dem Titel „SWING IT!” ist diese Sendereihe zu einem Markenzeichen geworden, die den Namen Jazz und Thilo Wolf untrennbar miteinander verbindet. Thilo Wolf hat schon in jungen Jahren seine Liebe zur Musik entdeckt und das Glück gehabt, dass seine Talente auf vielfache Weise Förderung erfuhren. Da er von früh auf neben Klavier auch Schlagzeug und Kontrabass bei herausragenden Lehrern erlernte, könnte er im Studio in Mehrspurtechnik stets seine eigene Band aufnehmen und produzieren. Aber Thilo Wolf ist kein Egomane, sondern er sucht stets das Zusammenspiel mit den Größen und herausragenden Talenten der Musikbranche, um das musikalische Hörereignis auf das höchste Niveau zu transportieren, ganz gleich ob es im klassischen Sektor, im Unterhaltungsbereich oder im ambitionierten Jazz sei. Stets ist Wolfs Drive spürbar, zusammengesetzt aus Präzision, Spielfreude, ausgewogenem Arrangement und formvollendeter Begleitung von Solisten und Stars von Weltgeltung.

Neben den viel besuchten Konzerten hat Thilo Wolfs Bigband bei großen Bällen, Showacts, großen Fernseh-Galas (u.a. Filmpreisverleihungen), zu einem Qualitätssiegel so manch medienwirksamen Veranstaltung beigetragen, die hierdurch an Strahlkraft und breiten Publikumszuspruch gewann.

Als Musiker, der im Crossover seine Heimat hat, ist das Spektrum der musikalischen Produktion bei Thilo Wolf kaum einzuschränken. Was ihn fesselt und anspornt ist offenbar die Leistungskraft und Hingabe seiner Bandkollegen, die es mit ihm zusammen zu immer neuen Spitzenergebnissen führt.

Thilo Wolf, der in der Metropolregion Nürnberg aufwuchs und studierte und neben all seinen Auslandsaufenthalten auch heute hier seine Lebens- und Arbeitsheimat hat, bereichert unsere kreative Szene durch sein Wirken und seine Impulse, die er der Musik- und Kreativszene gibt.

Die Jury des Forums Kultur kürt ihn im Monat Juni zum „Künstler des Monats” der Europäischen Metropolregion Nürnberg und dankt ihm für dessen Engagement für die Musikkultur und Musikwirtschaft in unserer Region und weit darüber hinaus.

(Text und Redaktion: Georg Graf v. Matuschka)

 

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Mai 2012: Ulrike Götz

Ulrike Götz

Foto von Harald Hofmann (Erlangen)

Künstlerin ist sie eigentlich nicht, die „Künstlerin des Monats” Mai Ulrike Götz. Sie hat „nur” Kunstgeschichte studiert und darin ihren Master gemacht. Was sie für die Jury des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg dennoch qualifiziert, ist ihr Einsatz für die Vermittlung von Kunst, ihr künstlerisches Gespür bei der Kuratierung von Ausstellungen und ihr Engagement, mit einer privaten Galerie Künstlern ein Forum zu geben.

Die gebürtige Erlangerin hat nach ihrem Studium an der Universität ihrer Heimatstadt als Museums- und Veranstaltungsassistentin begonnen und war dann freie Mitarbeiterin bei einer Agentur in Regensburg und bei Projekten des Kunstvereins Erlangen, dessen Geschäftsführerin sie 2004 bis 2006 war. Seither ist sie gemeinsam mit Jan Thorleiv Bunsen Gesellschafterin der Galerie arsprototo. Eigentlich hätten beide gemeinsam als Künstler oder Kunstvermittler des Monats benannt werden können; so soll die engagierte Kuratorin als Person für die Institution präsentiert werden.

Arsprototo ist eine Galerie, die neben international bekannten Größen des Kunstmarkts wie Johannes Grützke vor allem jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Chance geben will. Der „Suchscheinwerfer” richtet sich dabei nicht auf lokale Bezüge, sondern auf Italien, England und derzeit besonders Schweden. Mit dem Kontakt zum Kunstmuseum Eskilstuna hat sie eine stabile Brücke des Austausches errichtet, welche auf die Partnerschaft der schwedischen Stadt mit Erlangen aufbaut, dieser aber ein eigenes Element mit hohem künstlerischen Anspruch hinzufügt. Die Ausstellung von Lars-Erik Wahlberg in Erlangen war ebenso ein beachtetes Ergebnis dieser Partnerschaft wie die Präsentation eigener Künstler in Eskilstuna.

Nur punktuelle Präsentationen sind ohnehin nicht so die Sache von Ulrike Götz. Lieber arbeitet sie mit Künstlern über einen längeren Zeitraum zusammen, begleitet deren künstlerische Entwicklung sucht nach Wegen, auch ihren Bekanntheitsgrad auf dem Kunstmarkt zu befördern. Aber natürlich hat die Kuratorin auch Künstler im Portfolio der Galerie, die gastweise ihre Werke in Einzelausstellungen präsentieren.

Kunst wird erst kulturell wirksam, wenn sie ihr Publikum erreicht. Galerien sind deshalb notwendige Facetten des Kunstbetriebs. Ihre Qualität und ihre Wirksamkeit in der Metropolregion hängen jedoch nicht nur von den ausgestellten Werken ab, sondern auch von der künstlerischen Kompetenz der Kuratoren. Die Jury des Forums Kultur hat Ulrike Götz als „Künstlerin des Monats” nominiert, weil sie diese wichtige Rolle ausgezeichnet, engagiert und erfolgreich verkörpert.

 

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April 2012: Shelly Phillips

Shelly Phillips

„Fest verankert, trotzdem schwerelos – kannst du das verstehen?” fragt Shelly Phillips in ihrem selbst komponierten „Astronautenlied”, mit dem sie sich im Vorentscheid der bundesweiten Casting-Show für die deutsche Teilnahme am Eurovision Song Contest in das Herz der Zuschauer sang.

So wirkt auch die 20-jährige Coburgerin selbst: Obwohl sie scheinbar schwere- und mühelos mit samtiger Stimme und koketter Attitüde Songs von Weltstars nach Shelly-Art interpretiert, ist sie fest auf dem Boden der Tatsachen verankert und hebt trotz Medien- und Publikums-Lob nicht ab. 
Besonders die Jury von „Unser Star für Baku” hat ihr großes musikalisches Talent und eine charismatische Persönlichkeit bescheinigt. Jury-Präsident Thomas D. war sich bereits nach der ersten Runde sicher: „A star is born.” Er beschrieb Phillips als „Soul-Diva, die nach 73 Jahren im Geschäft nichts Besseres zu tun hat, als hierher zu kommen und mich wegzuflashen”. Alina Süggeler von der deutschen Band „Frida Gold” lobte sie als „großartiges Gesamtkunstwerk” und Stefan Raab, deutscher Fernsehmoderator und Multi-Media-Talent, stellte fest: „Über dich kann man sich streiten. Und das find ich eigentlich super, weil das zeigt, dass du nicht belanglos bist.”

Nein, belanglos ist Shelly Phillips keineswegs! Sie ist ehrgeizig und will zeigen, was sie drauf hat. Sie will auf keinen Fall die Bodenhaftung verlieren, ist selbstkritisch, damit erfolgreich und trotzdem bescheiden. Phillips ist der Inbegriff der Coolness, mutig und klug, Göre und Lady, einfach vielseitig.

Das beweist auf ganzer Linie auch ihre musikalische Ausbildung: Seit ihrem achten Lebensjahr spielt sie Klavier (Ausbildung durch Prof. Alla Schatz, Coburg) und seit fünf Jahren Schlagzeug (Unterricht bei Vladimir Sigarev, Schlagzeugschule Coburg). Außerdem spielt sie Gitarre und ist die Frontsängerin der Coburger Band „Kein Frühstück”. Saxophon und Bass würde sie gern noch lernen.

Nach eigenen Aussagen hat sie die Musik von Alin Coen Band, Erykah Badu und The Rakes geprägt. Die würde sie auch alle gern mal treffen, genau so wie Philipp Poisel und Xavier Naidoo.

Mit ihrer eigenen, speziellen Art ist es ihr gelungen, nicht nur Coburg und die Europäische Metropolregion Nürnberg ins Shelly-Fieber zu versetzen, sondern ganz Deutschland.

Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Ich wünsche mir, dass meine Stimme all denen, die mich gerne hören, Freude macht!” – Dieser Wunsch wird zweifelsohne in Erfüllung gehen. Die Stadt Coburg ist stolz, eine solch talentierte Nachwuchskünstlerin zu ihren Bürgern zählen zu dürfen. Da kann man nur noch sagen: 12 Punkte aus Coburg und der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Go, Shelly Phillips, go!!!


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März 2012: Nora Gomringer

Nora Gomringer

 

Laudatio / Text von Peter Braun (Publizist und freier Journalist):

 

Die Anfrage kam auf sanften Pfoten daher: Die Lyrikerin, Poetry-Slamerin und derzeitige Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Bamberg, Nora Gomringer, wird als Künstlerin des Monats März 2012 der Metropolregion Nürnberg ausgezeichnet. Könnten Sie dazu eine Ladautio schreiben? Ungefähr eine Seite? Freilich kann ich das für eine europaweit geschätzte Schriftstellerin und Kollegin gern tun, die für ihre Werke erst unlängst den renommierten Jacob-Grimm-Preis erhielt und demnächst mit dem Joachim-Ringelnatz-Preis ausgezeichnet wird. Zusage gegeben, und schon schnappte die Falle zu, denn das hatte ich nicht bedacht: Eine Seite, die überfüllt allein schon die Aufzählung ihrer Gedichtbände, Preise und Stipendien, und dabei ist Nora Gomringer gerade mal 32 Jahre alt. Doch zu spät, und daher: Geboren an der Saar, Umzug in den Frankenwald, Umzug nach Bamberg. Dort Schule und Universität, doch nicht nur dort: Manchester ist eine Lernstation, Los Angeles, New York, genauso wie eine High-School in Pennsylvania. Internationalität – das zeichnet sie aus von Anfang an. Und länderübergreifend ist sie geblieben. Allein die Lesereisen und Schriftstellerstipendien: Kanada, USA, Zypern, Rußland, Schweiz, Peking, Rom, Paris, Venedig, Neu-Dehli. Dazu die Veröffentlichungen und Übersetzungen ihres Schriftstellerwerks wie etwa „Silbentrennung”, „Sag doch mal was zur Nacht”, „Klimaforschung”, „Nachrichten aus der Luft” oder „Ich werde etwas mit der Sprache machen”: englisch, schwedisch, belarussisch, französisch, spanisch, polnisch. Dazu ihre Preise und Auszeichnungen: „Writer in Residence” in Sheffield, Poetikprofessur in Kiel, Poetikdozentur in Landau, Nikolaus-Lenau-Lyrikpreis, Bayerischer Kulturpreis, Internationaler Lyrikpreis Turin, Literaturpreis Erlangen, Pablo-Neruda-Preis – und auch hier immer mehr und noch mehr.

Preise, Stipendien, Lesereisen, ihr literarisches Werk: Ist das Nora Gomringer? Ja. Und Nein. Denn diese nüchternen Listen können eines nicht: auch nur annähernd einen Endruck ihrer Lesungen und Rezitationsabende geben. Genau das aber ist ihr Element: vor Publikum stehen. Nicht umsonst ist sie eine der treibenden deutschsprachigen Kräfte der unterdessen weltweiten Poetry-Slam-Szene, die sie maßgeblich mitbegründet hat. „Vorsicht! Nora Gomringer könnte Sie amüsieren, irritieren, aus den richtigen Gründen zum Weinen bringen! Ist alles schon vorgekommen ...” Das stimmt. Die Gedichte Nora Gomringers wollen gelesen, Nora Gomringer selbst aber muß erlebt werden. Ich rate Ihnen daher: nutzen Sie ihren Tourplan, schauen Sie, wann sie in Ihrer Nähe ist, und gehen Sie hin! Und dem Lobredner, der, sagen wir in zehn Jahren, die Anfrage nach einer Laudatio für Nora Gomringer erhält, dem rate ich: lehnen Sie ab! Ernsthaft, denn das ist sicher: alle ihre weiteren Stipendien, Preise, Gedichtbände, die sehr gewiß kommen werden, dann auch nur aufzählen zu wollen, wird Sie in erhebliche Schwierigkeiten bringen, zumal wenn es heißt: Ungefähr auf einer Seite, denn das geht schon heute nicht mehr.
(Peter Braun)

 

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Februar 2012: Die Altneihauser Feierwehrkapell'n

Die Altneihauser Feierwehrkapell'n

 

Die Altneihauser Feierwehrkapell’n mit ihrem Kommandanten Norbert Neugirg ist eine neunköpfige Musikkabarettgruppe aus der Zoiglbier-Hochburg WindischEschenbach in der nördlichen Oberpfalz.

Seit 1985 treibt die Truppe bereits ihr Unwesen. Anfangs zunächst in ihrer Heimat gastierend, wurden sie durch ihren Fernsehauftritt in Carolin Reibers Volkstümlicher Hitparade im ZDF und schließlich durch die seit 2006 jährlichen Auftritte im Bayerischen Fernsehen beim Frankenfasching (diese Veranstaltung ist die erfolgreichste Sendung des Bayerischen Fernsehens) als eine der „schrägsten Auffälligkeiten” einem größerem Publikum bekannt.

Schon fast traditionell ziehen sie hier mit einer unverfrorenen Kaltschnäuzigkeit und beispielloser Hinterfotzigkeit über ihre fränkischen Gastgeber her. Trotz ihrer antifränkischen Frechheiten haben sie es geschafft, sich hier „einzunisten”.

Dies hat zur Folge, dass die Altneihauser Feierwehrkakpell’n nun häufig auch überregional auftritt, wobei die Anlässe von privaten Feierlichkeiten bis zu öffentlichen Veranstaltungen reichen, wie beispielsweise der Verabschiedung des Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in der Bayerischen Vertretung in Berlin.

Bei seinen Gastspielen hinterlässt der „rotzfreche Komödiantenhaufen” in seinen historischen Feuerwehruniformen mit seinem skurrilen Mix aus politischem Kabarett und Blasmusik stets einen unvergesslichen Eindruck.

Die von Norbert Neugirg in Reimform erbrachte Darbietung erinnert sehr an das in Bayern so beliebte Politiker-Derblecken. Je nach Anlass, Publikum, tages- und. lokalpolitischen Themen passt er seine humorvollen, teils politisch-provokanten Reden, die er schriftlich festgehalten auf losen Zetteln zusammengeknüllt in seiner Hosentasche trägt, ebenso wie die dargebotenen Musikbeiträge, an.

Norbert Neugirg hat auch als Autor drei Bücher veröffentlicht und man kennt ihn aus der Fernsehsendung „Kabarett aus Franken”, die er zusammen mit Bernd Händel moderiert.

Die von der Altneihauser Feierwehrkapell’n im Jahr 2003 komponierte Feuerwehrhymne, die im Gegensatz zu anderen Kompositionen der Künstler einen durchaus ernsten Charakter hat. wurde vom Landesfeuerwehrverband Bayern zum Spielen und Singen bei offiziellen Anlässen empfohlen.

2007 wurde die Altneinhauser Feierwehrkapell’n mit dem Kulturpreis der E.ON Bayern ausgezeichnet und wurde wiederholt zum „Bayern des Tages” der tz gekürt.
 

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Januar 2012: Werner Heider

Werner Heider

 

Werner Heider ist einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Sein äußerst umfangreiches Œvre umfasst beinahe alle Musikgattungen von der intimen Kammermusik über Kompositionen für die Bühne bis hin zu monumentalen Orchesterwerken. Weit über die Grenzen seiner fränkischen Heimat hinaus feiert der Komponist seit vielen Jahren Erfolge im In- und Ausland. Dabei erstaunt er die Hörer seiner Werke immer wieder aufs Neue durch seine enorme stilistische Bandbreite, durch seine unerschöpflicher Phantasie und vor allem durch den Witz, der ein wesentliches Merkmal seiner persönlichen Handschrift geworden ist.

Werner Heider wurde am 1. Januar 1930 in Fürth/Bayern geboren und lebt als freischaffender Komponist, Pianist und Dirigent in Erlangen. Er studierte von 1945 bis 1951 bei Willy Spilling in Nürnberg und anschließend an der Musikhochschule in München. Ab 1949 war er als freier Mitarbeiter in der Abteilung für Neue Musik beim Bayerischen Rundfunk im Studio Nürnberg tätig. Bis heute wurden ca. 150 Kompositionen Heiders veröffentlicht – etwa 50 auch auf Schallplatten und Compact Discs.

Das Schaffen Werner Heiders gliedert sich in seine vorrangige Tätigkeit als Komponist und in sein kongeniales Schaffen als Interpret der Werke seiner Kollegen. Der versierte Pianist gründete u. a. das Ensemble „Confronto” sowie ein Trio mit dem Geiger Oliver Colbentson und dem Klarinettisten Hans Deinzer. Auch als Dirigent leitete Heider namhafte Klangkörper im In- und Ausland. So stand er u. a. am Pult der Bamberger Symphoniker, der Symphonieorchester des Saarländischen und Hessischen Rundfunks und der NDR Radiophilharmonie Hannover. Zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk (Studio Franken) Klaus Hashagen gründete er das „ars nova ensemble”, dessen Dirigent und künstlerischer Leiter er bis heute ist.

Werner Heider hat ca. 100 Werke zeitgenössischer Komponisten – teilweise Uraufführungen – in Konzerten präsentiert und für Rundfunkstationen und Schallplattenfirmen aufgenommen. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen begleiten seine Karriere. So erhielt er 1957 den Förderpreis der Stadt Nürnberg, 1965 den 1. Kompositionspreis der Stadt Stuttgart und 1968 den Kulturpreis der Stadt Erlangen. Von 1965 bis 1967 hielt er sich als Stipendiat der Deutschen Akademie in der Villa Massimo in Rom auf, in den 1990er Jahren wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt Nürnberg, mit dem Otto-Grau-Kulturpreis und mit dem Friedrich-Baur-Preis ausgezeichnet.

Namhafte Dirigenten, u. a. Gary Bertini, Dennis Russel Davies, Dean Dixon, Peter Eötvös, Michael Gielen, Zdenek Macal, Jun Märkl, Bruno Maderna oder Hans Zender widmeten sich dem kompositorischen Schaffen Werner Heiders und führten seine Werke weltweit auf.

 

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Dezember 2011: Karlheinz Deschner

Karlheinz Deschner


„Ich bin Kritiker, auch meiner selbst.
Ich habe ein Schafott in mir."
Karlheinz Deschner


Karlheinz Deschner ist zwar als bedeutender Kirchen- und Religionskritiker bekannt, hat jedoch auch in anderen Genres - nicht nur im Sachbuchbereich - herausragende Werke geschaffen. Bis heute sind es in verschiedenen Rubriken insgesamt 51 veröffentlichte Werke - wobei die Klassifizierung in Autor, Herausgeber und Mitwirkender  diese Zahl interpretationsfähig macht.

Viele Werke des Autors hatten in der Fachwelt ein lebhaftes Echo. Das rührte zum Einen daher, dass seine Ideen oft der herrschenden Lehre bzw. Meinung widersprachen. Zum Anderen veröffentlichte er seine Werke oft als Taschenbuch oder als Taschenbuch-Reihe in großer Auflage, richtete sich also an das breite Publikum. Schließlich waren viele seiner Werke eher umgangssprachlich formuliert, hielten mit Kritik an bestehenden Autoritäten nicht zurück. Mitunter hatten sie prägnant formulierte Titel wie beispielsweise „Mit Gott und den Faschisten”, „Kirche des Un-Heils” oder „Ein Papst reist zum Tatort”.

Bereits Karlheinz Deschners Roman „Die Nacht steht um mein Haus” (1956) erregte Aufsehen, das sich ein Jahr später bei Erscheinen der Streitschrift Kitsch, Konvention und Kunst zum Skandal steigerte, weil er damals unbekannte Autoren lobte und zugleich beliebte dichterische Werke heftig angriff.

Das „opus magnum” Karlheinz Deschners, die „Kriminalgeschichte des Christentums” hat der Autor mit dem 10. Band fertig gestellt und im Laufe des Jahres 2012 wird das Buch bei Rowohlt erscheinen.

Karlheinz Deschner wuchs als Sohn eines katholischen Vaters und einer später zur katholischen Kirche konvertierten protestantischen Mutter auf. Er besuchte die Grundschule in Trossenfurt, dann das Franziskanerseminar in Dettelbach und zuletzt das Gymnasium als Internatsschüler bei Karmelitern und Englischen Fräulein in Bamberg, wo er 1942 das Abitur ablegte.

Nach seinem Dienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg studierte er 1946/47 an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Bamberg, schließlich von 1947 bis 1951 an der Universität Würzburg. Er hörte unter anderem Vorlesungen über Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaften, Philosophie, Theologie und Geschichte. 1951 wurde er mit der Arbeit „Lenaus metaphysische Verzweiflung und ihr lyrischer Ausdruck” promoviert.


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November 2011: Brigitta Heyduck

Brigitta Heyduck

 

Intensive Farben, kräftig und doch besinnlich – so ziehen die Impressionen von Brigitta Heyduck jeden Betrachter in ihren Bann. Das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg nominiert die renommierte Künstlerin aus Schwarzenbruck zur Künstlerin des Monats November.

Brigitta Heyduck wurde 1936 in Breslau geboren und lebt seit 1950 im Raum Nürnberg. 1955 bis 1961 studierte sie – nicht gerade zur Begeisterung ihres Vaters, aber mit großem Erfolg - an der Akademie der Bildenden Künste und war Meisterschülerin bei Hermann Wilhelm. Dazwischen lernte sie als Stipendiatin für die „Schule des Sehens” bei Oskar Kokoschka. Eine eigene Litho- und Radierwerkstatt schuf seit 1963 zusätzliche Entfaltungsmöglichkeiten.

Schon bald richtete sie ihren Blick auf Landschaften, auch oder gerade weil das keineswegs dem Mainstream entsprach. Italien und Frankreich, Fernreisen nach Asien, Afrika und Amerika – all die damit verbundenen Erfahrungen und Eindrücke versucht sie mit neugierigen Augen zu sehen und in ihren Bildern einzufangen. Den facettenreichen Stimmungen der Nürnberger Altstadt ist sie trotz dieser Sehnsucht zur Weite immer verbunden geblieben, ebenso wie ihrer Heimat im Herzen der Metropolregion.

1961 verlieh ihr die Stadt Nürnberg den Kulturförderpreis, dem 1982 die Ehrung durch den Schlesischen Kulturpreis des Landes Hannover folgte. 1965 trat sie in die Künstlergruppe „Der Kreis” ein und ist Mitglied der „Künstlergilde Esslingen” sowie der GEDOK. 2002 erhielt sie den Großen Preis des Verlegers der Nürnberger Nachrichten. 1987 wurde Brigitta Heyduck in den Sachverständigenrat der Stadt Nürnberg berufen. Dem Stiftungsrat der Kulturstiftung Erlangen gehört sie ebenfalls als Sachverständige an.

Mit Brigitta Heyduck nominiert das Forum Kultur der Metropolregion Nürnberg eine Künstlerin mit globalem Weitblick, lokaler Verwurzelung und ausgeprägter Gestaltungskraft.

 

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Oktober 2011: Gruppe "Six Pack"

Gruppe "Six Pack" 

 

 

Die Auszeichnung geht an das renommierte Bayreuther A Cappella Ensemble
„Six Pack”

Seit Februar 1990 treiben die sechs Vokalakrobaten des A Cappella Ensembles ihren Unsinn unter anderem mit Songs von George Bizet, den Beatles, AC/DC, der Münchner Freiheit, Fanta 4, Edith Piaf, Kylie Minogue, Spliff oder The Police, aber auch mit eigenen Nummern. Der "gänzlich verrückte Haufen", bietet auf der Bühne einen furiosen Klamauk- und Kokolorescocktail, der die Säle regelmäßig zum Kochen bringt. Absonderlicher Männergesang, in einer bis ins kleinste durchimprovisierten Show, macht jeden „Six Pack"-Abend zu einem besonderen Ereignis.

Aktuell sind Bernd Esser (Countertenor aus Nürnberg), Andy Sack (Tenor aus Bayreuth), Chris Strobler (Bass aus Bamberg), Johannes Betz (Bariton aus Bamberg), Markus Burucker (Bariton aus Bayreuth) und Lars Kienle (Bariton aus Sulzbach-Rosenberg) mit der erfolgreichen Castingshow "Williams Christ Superstar" unterwegs, in der sie auf der Suche nach dem besten Publikum der Welt sind!

Ob auf den Kabarett- und Kleinkunstbühnen Europas, bei diversen TV-Sendungen und -Serien, „Six Pack" ist ein Publikumsmagnet, der im Handumdrehen die Menschen begeistert. „Six Pack" - das ist A Cappella-Entertainment auf höchstem musikalischem Niveau, das sind Rotzlöffel mit lausbübischem Charme.

Die Formation ist weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg hinaus ein Begriff. Die vielfältigen Verdienste dieser wohlklingenden Botschafter des Gesangs wurden bereits 2009 mit dem Kulturpreis der Stadt Bayreuth gewürdigt. Nun folgt mit der Auszeichnung zum "Künstler des Monats" für Betz, Kienle, Burucker, Esser, Strobler und Sack ein weiterer honoriger Titel. Durch ihr musikalisches Können und ihre Entertainment-Fähigkeiten haben sie die Kulturlandschaft Frankens maßgeblich aufgelockert und farbiger gemacht.

  

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September 2011: Günter Mauermann

Günter Mauermann



Günter Mauermann wird am 26. Oktober 1938 in Friedland im Sudetenland geboren. Seit dem Kriegsende 1945 ist er in der Oberpfalz sesshaft. 1956 erfolgt der Umzug von Neunburg v. Wald nach Weiden. Sein Vater, der Bildhauer Karl Mauermann bildet ihn zunächst vier Jahre lang handwerklich aus. In Nürnberg studiert er dann ab 1957 sechs Jahre an der Akademie der Bildenden Künste und schließt mit dem Diplom ab. Ab 1968 ist Mauermann freiberuflich als Bildhauer tätig.


Für seine Werke wird er mehrfach preisgekrönt. Die OBAG zeichnet ihn 1980 mit dem Kulturförderpreis Ostbayern aus. 1985 erhält er den Förderpreis Plastik des Zeitungsverlags Der neue Tag. 1999 folgt der Kulturpreis Ostbayern der OBAG.


In Weiden wurzelt der Künstler und hinterlässt in dieser Stadt Spuren aus Granit und Bronze. Nicht nur die Granitstelen bei der HAW oder beim Parkdeck Naabwiesen. Sein Brunnen am Unteren Markt weckt bei allen Besuchern großes Interesse. Er vereinigt Stadtgeschichte mit Oberpfälzer Sagenwelt und Mundart.

Arbeitsgebiete


Bildhauerei, Kunst im öffentlichen Raum

Ausstellungen


Jahresausstellungen des BBK Niederbayern/Oberpfalz
Jahresausstellungen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg
Nordgautage
Oberpfälzer Kunstverein Weiden

Gruppe Kunst der Weltenburger Akademie


Öffentliche Ankäufe / Kunst im öffentlichen Raum
Bayerische Staatsgemäldesammlungen München
Straßenbauamt, Landbauamt
Städte und Gemeinden, Regensburg, Weiden etc.
Unibauamt Regensburg


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August 2011: Sabine Weigand

Sabine Weigand



Die promovierte Historikerin Sabine Weigand fesselt in ungewöhnlicher Weise ihre Leserschaft mit hervorragend recherchierten und brillant erzählten historischen Stoffen. Ihr Wissen sind die meist in fränkischen Archiven schlummernden Quellen, aus denen die mittlerweile deutschlandweit zur Bestsellerautorin aufgestiegene Schwabacherin schöpft. Bis sie vor einigen Jahren die Schriftstellerei für sich entdeckte, war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schwabacher Stadtmuseum tätig und hat das kürzlich erschienene Schwabacher Stadtlexikon mit verfasst.


Neben ihren Romanen hat Sabine Weigand zahlreiche Kurzgeschichten im Cadolzburger ars-vivendi-Verlag veröffentlicht.


Zur offiziellen Homepage von Sabine Weigand geht es hier.


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Juli 2011: Wolfgang Riedelbauch

Wolfgang Riedelbauch


Er ist Sänger, Gitarrist, Pianist, Kontrabassist, Dirigent, Kappellmeister, Chorleiter, Orchestergründer, Theatergründer, Intendant, Dramaturg, Dozent und Festivalleiter. Wie passt das alles in eine einzige Persion? Bei allein dieser Aufzählung kann man sich nicht sicher sein alle kreativen und künstlerischen Seiten, alle Kompetenzen und Tätigkeiten des umtriebigen Künstlers erfasst zu haben. Kaum ein anderer vereint derartig viele Leidenschaften und Tätigkeiten in sich wie Wolfgang Riedelbauch, der Leiter des Dehnberger Hoftheaters, Intendant des Festivals Fränkischer Sommer.

Auszeichnungen:


1980
Wolfram von Eschenbach-Preis, Kultur- und Förderpreis des Bezirks Mittelfranken


1992
Medaille Pro Meritis des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultur, Wissenschaft und Kunst


1994
Anerkennungspreis der Bayerischen Volksstiftung


1994
Preis des Kulturfonds der Dr. Lorenz von Tucher-Stiftung


1994
Frankenwürfel, verliehen durch die drei fränkischen Regierungspräsidenten


2005
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland


2006   
Bayerische Verfassungsmedaille in Silber


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Juni 2011: Ingo Cesaro

Ingo Cesaro



"Auf dem Ochsen / sitzt die Fliege. Fest überzeugt / den Wagen zu ziehn."


Mit dreizeiligen Kurzgedichten wie diesem hat Ingo Cesaro sich einen Namen gemacht. "Haiku" nennt sich die Textform, die aus Japan kommt und die Cesaro schon seit den 60er Jahren verfasst. Für ihn ist Haiku der "Ausdruck einer Lebensweise", er übersetzt die Welt in Haiku, bezieht mit diesen pointierten Miniturtexten Position zu aktuellen Themen und wird seinem Selbstverständnis als politischer Poet gerecht.


Ingo Cesaro ist mehr als ein Schriftsteller. Er ist Galerist, Literaturvermittler, Kulturmanager und -pädagoge. Er ist literarischer Revolutionär und künstlerischer Erfinder. Über Deutschland Grenzen hinaus hat er sich Anerkennung verdient und wurde daher mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Bei all seinem künstlerischen Schaffen und Wirken trägt er den Ruf des Kronacher und Coburger Landes in die Welt hinaus. Unter anderem mit der NEUEN CRANACH PRESSE und dem internationalen Kunstprojekt "HolzART" hat er Kronach zur "Hauptstadt der Poesie" gemacht. Er ist Vorsitzender des Vereins "Regionale Kunstförderung Kronach" und Mitorganisator des Lucas-Cranach-Preises der Stadt Kronach. Wir sind stolz, einen solchen Künstler Bürger unserer Region nennen zu dürfen.


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Mai 2011: Stephan Klenner-Otto

Stephan Klenner-Otto



Immer wieder Jean Paul. Wenn man das bisherige Werk des brillanten Zeichners und Radierers Stephan Klenner-Otto ansieht, taucht der fränkische Dichter mit Weltgeltung regelmäßig auf. Die Grotesken und Idyllen, nicht minder das skurrile Personal vom Schulmeisterlein Wutz bis zum Luftschiffer Giannozzo ziehen sich durch Klenner-Ottos Arbeiten. Geboren in Kulmbach und nach einem 15-jährigen Aufenthalt im Schwäbischen wieder in der Nähe in Neudrossenfeld lebend, hat er sich bereits als Kind entschieden, Maler zu werden. Gefördert vom phantastischen Realisten Caspar Walter Rauh ist er schon lange ein gefragter Künstler, der immer wieder Inspiration aus der Literatur zieht. Neben Jean Paul finden sich Namen wie E.T.A. Hoffmann oder Morgenstern und Hesse. Hintergründiges und Bizarres fasziniert ihn, er bannt das Phantastische hinter Realität und Geschriebenem auf seine Kupferplatten und macht es dem Betrachter sichtbar.


„Buntstift Jean Paul” und „Schmelze Reisegesellschaft” beziehen sich auf Jean Paul, der eine wichtige Rolle in Klenner-Ottos Arbeit spielt. „Zweiter Sturz” ist aus dem geplanten Buch mit Margot Käßmann und bezieht sich auf die entsprechende Kreuzwegstation.


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April 2011: Jürgen Schopper

Jürgen Schopper



Dass Schopper zu den großen Kreativen in der Metropolregion Nürnberg gehört, mag man daran ermessen, dass er als Spezialist für Spezialeffekte (in der Fachsprache VFX = visual effects) an vielen deutschen und internationalen Filmproduktionen mitwirkt. Ein Höhepunkt seiner damals noch jungen Karriere war die Mitarbeit am Film „Independence Day” von Roland Emmerich, der mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte prämiert wurde.


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März 2011: Birgit Bossert

Birgit Bossert



Die renommierte Künstlerin lebt und arbeitet seit 35 Jahre in der Metropolregion Nürnberg. Nach ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste, bei Prof. Eusemann, in Nürnberg, erhielt sie als ersten großen Achtungserfolg 1983 den Förderpreis des Freistaates Bayern. 2009 wurde sie von der Jury des Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten mit einer Würdigung geehrt. Nach ihren, zum Teil raumgreifenden Arbeiten, Textilobjekten und Installationen im musealen und öffentlichen Raum der 80er und 90er Jahre, hat sich die Künstlerin seit 2001 mit großer Hingabe dem Konzept der Farbfeldzeichnungen auf kleinem Format verschrieben.


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Februar 2011: Sven Pippig

Sven Pippig



Der 1963 geborene Sven Pippig hat in Hof, bei der freien Gruppe "Theater K", seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt und gehörte dem Ensemble viele Jahre an.


An der Staatlichen Hochschule Hannover absolvierte er seine Ausbidlung zum Schauspieler. Vom Theater verlete er seinen Schwerpunkt seit Ende der 90er Jahre auf Film- und Fernsehproduktionen. Seine Vielseitigkeit begeistert uns. Seine Hauptrollen in Avantgardeproduktionen wie Pipilotti Rists Kinofilm "Pepperminta" oder in "Toter Mann" (Grimme Preis 2003 für Bester Hauptdarsteller) brachten ihm breite Achtungserfolge ein.


Mit den Internationalen Hofer Filmtagen ist er fest verbunden, die seit 1967 in seiner Heimatstadt Hof stattfinden. Regelmäßig gehört er zum ehrenamtlichen Team und ebenso regelmäßig werden dort Filme mit ihm als Schauspieler uraufgeführt; zuletzt 2010 "Das Rauschen des Meeres". Pippig ist ein gefragter Kino- und Fernsehschauspieler. Viele kennen sein Gesicht aus den beliebten TV-Serien, wie Tatort, Polizeiruf 110, Bella Block, Soko. Seine Filmographie nennt Titel wie "Henri IV" (Regie: Jo Baier), "Tannöd", "Vier Minuten", "Goethe!".


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Januar 2011: Jutta Czurda

Jutta Czurda



Ihre Lebensbrücke überspannt die Metropolregion: Als Tochter eines Böhmen und einer Fränkin in Coburg geboren, wo sie an der Medau-Schule ihre künstlerische und tanzpädagogische Ausbildung erhielt, gründete sie die Tanzwerkstatt Forchheim, 1983 gemeinsam mit Michael Bader die Tanzakademie Langenfeld und leitete von 1986 bis 1997 eine Tanz-Company, die ihre Heimat unmittelbar an der Grenze von Nürnberg und Fürth gefunden hat. Ihre künstlerische Arbeit spannt sich vom Tanz über Choreographie und Gesang bis hin zur künstlerischen Leitung des Stadttheaters Fürth.


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Dezember 2010: Lajos Keresztes

Lajos Keresztes



1933 in Budapest geboren, emigrierte er 1956 im Zuge des Ungarnaufstandes nach Deutschland. 1957 bis 1958 studierte er Architektur in München. 1961 wechselte er zum Fotografiestudium nach Köln. Nach erfolgreichem Ablegen seines Examens war er freischaffender Fotograf in Nürnberg. Seine Professur absolvierte er von 1998 bis 1999 an der Fachhochschule Trier.


Zu vermerken sind: zahlreiche Ankäufe der Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen; viele nationale und internationale Auszeichnungen; über 50 Einzelausstellungen, dazu über 50 Gruppenausstellungen; umfassende Veröffentlichungen in Medien der Fachliteratur; Herausgabe von 20 eigenen Fotokunstbänden.


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November 2010: Dieter Köhnlein

Dieter Köhnlein



Er ist auf regionalen und europäischen Bühnen und Konzertsälen weltweit unterwegs. Der in Ansbach geborene Musiker (Jg. 1957), Komponist und vielfach gerühmte Klaviervirtuose, lebt und arbeitet in der Metropolregion Nürnberg. Ob als Solopianist, als Ensemblemitglied oder Bandleader, stets sind die Journalistenstimmen der Feuilletons und die Kritiker der Jazz-Fachmagazine voll des Lobes.


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Oktober 2010: Baron Enoch zu Guttenberg

Baron Enoch zu Guttenberg



Baron Enoch zu Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. Einer seiner Lehrer war Carl Feilitzsch. Im Alter von 21 Jahren übernahm er 1967 die Chorgemeinschaft Neubeuern und führte sie innerhalb weniger Jahre zu internationaler Anerkennung. 1997 wurde Enoch zu Guttenberg die Leitung des freien und projektbezogenen Orchesters KlangVerwaltung übertragen. Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren diese Zusammenarbeit. Im Jahr 2000 übernahm Enoch zu Guttenberg die Intendanz der Internationalen Festspiele Herrenchiemsee.


Nun hat ihn das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg zum Künstler des Monats Oktober 2010 gekürt.


Gerne wird er als Freigeist – Bekenntnismusiker – Konservativer Extremist – Bekennender Apokalyptiker beschrieben. Die Aufzählung eindrucksvoller Epitheta ornantia, mit denen die schreibende Zunft das Leben & Wirken Enoch zu Guttenbergs zu fassen versucht, ließe sich mühelos um etliche, meist paradoxe Wendungen erweitern.


Zur offiziellen Homepage von Baron Enoch zu Guttenberg geht es hier.


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September 2010: Tobias Ott

Tobias Ott



„Kreativist” – was soll das denn sein? Tobias Ott aus Hof bezeichnet sich selbst-bewusst als solchen und ist vielfältig künstlerisch tätig. Seine Liebe gehört den fotografischen Techniken, insbesondere den sogenannten Edeldrucktechniken. Viele Arbeiten entwickeln sich über die Fotografie, kommen von ihr oder führen zu ihr zurück. Natur, Heimat und Vergänglichkeit spielen eine Rolle. Vergänglich können auch seine Arbeiten sein, wenn fotografische Abzüge mit Techniken aus der Frühzeit der Lichtkunst entstehen. Bei verschiedenen alternativen Fotoverfahren ist er ein Meister und bei Fotoabzügen mit Holunder- und anderen Pflanzensäften nimmt er deren Flüchtigkeit in Kauf. Das Gesehene hat Zeit, sich im Kopf des Betrachters festzusetzen – und verschwindet dann einfach nach ein paar Wochen. Ott setzt auf die Kraft der Erinnerung.


Informationen über Tobias Ott finden Sie hier.


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August 2010: Gerhard Falkner

Gerhard Falkner



Gerhard Falkner lebte nach abgeschlossener Buchhändlerausbildung eine Zeitlang in London und veröffentlichte seit Mitte der 1970er Jahre Gedichte in Zeitschriften und Künstlerbüchern. 1981 feierte er ein Debüt mit dem Gedichtband so beginnen am körper die tage, das mit der Experimental- und Befindlichkeitslyrik des vorangegangenen Jahrzehnts brach. In wemut (1989) kündigte er an, keine Gedichtbände mehr zu veröffentlichen, hat diese Zurückhaltung in späteren Jahren jedoch wieder aufgegeben. Er hat seitdem auch einige dramatische Werke verfasst. Heute lebt er in der Weigendorf und Berlin.


Informationen über Gerhard Falkner finden Sie hier.


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Juli 2010: Franz Pröbster Kunzel

Franz Pröbster Kunzel



Franz Pröbster Kunzel ist eine der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten im Neumarkter Raum. Er wurde 1950 in Forchheim/Opf. geboren und absolvierte u. a. die Landwirtschaftliche Berufsschule in Neumarkt. Er war zunächst Bauer und arbeitet seit 1975 als freischaffender Künstler autodidaktisch. »Kunzel« – so ist der Name seines Bauernhofes, wie er seit altersher heißt, Franz Pröbster ist der jetzige Inhaber, aber die Dörfler nennen ihn »Kunzel«.


Zur Website von Franz Pröbster Kunzel geht's hier.


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Juni 2010: J.B.O.

J.B.O.



J.B.O. formierte sich im Jahr des Herrn 1989, ein paar Wochen, nachdem sich die beiden ”Frontmänner” Hannes ”G.Laber” Holzmann und Vito C. kennen gelernt hatten, unter dem Namen ”James Blast Orchester”. Ihren bereits im Vorfeld legendären, ersten Auftritt hatten sie im Oktober ’89 auf dem alljährlichen Erlanger Newcomerfestival – Ein musikalisches Desaster, was jedoch den Unterhaltungswert der Vorstellung nicht schmälerte. Das Programm bestand in erster Linie aus umgetexteten Cover-Versionen, auf 180 vorgetragen, garniert mit kabarettistischen Einlagen. Die Farbe des Bühnen-Outfits war von Anfang an Schwarz-Rosa-Gold.


Das ”Orchester” bestand aus:


Hannes ”G.Laber” Holzmann, Gitarre/Wüstgesang
Vito C., Gitarre/Schöngesang
Schmitti, Bass
Holmer ”a Bier” Graap, Schlagzeug


Fünf Jahre lang war J.B.O. nur ein Spaß-Projekt. Alle Mitglieder versuchten mit anderen Bands reich und berühmt zu werden. Diese anderen Bands waren zumindest so erfolgreich, dass man davon seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. J.B.O. wurde alle paar Monate zum reinen Jokus der Beteiligten auf die Bühne gerufen.


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Mai 2010: Jürgen Eick

Jürgen Eick, Intendant Theater Ansbach



Das Theater Ansbach wurde im Jahr 2007 auf der Grundlage einer über 90-jährigen Kulturarbeit und eines ausgeprägten bürgerschaftlichen Einsatzes aus der Genossenschaft „Kultur am Schloss – Haus der Volksbildung eG" gegrün-det. „Erst durch Kultur wird Wissen zur Bildung!" Dieser Satz war ein Leitge-danke bei der Gründung des „Theater Ansbach – Kultur am Schloss eG".. Er beschreibt sehr genau, was in der konkreten Wissens- und Bildungsvermitt-lung in der Regierungshauptstadt Mittelfrankens und in der Metropolregion Nürnberg möglich sein wird. Nach einem 6 bis 10-jährigen Prozess soll das Theater Ansbach ein gewachsenes Stadttheater mit einem ganzjährigen und professionellen Ensemble sein.


Zur Neugründung des Theaters Ansbach wurde im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung Jürgen Eick zum Gründungs-Intendanten ausgewählt.


Jürgen Eick


In Düsseldorf geboren, studierte Jürgen Eick dort Germanistik und Politik. Viele Jahre leitete er verschiedene freie Theaterprojekte, Festivals, Tournee-theater und eine Kleinkunstbühne. Jürgen Eick arbeitete an vielen Theater in Nordrhein-Westfalen, zuletzt von 1999 - 2003 als Schauspieler, Regieassistent und Regisseur am Rheinischen Landestheater Neuss. 2004 ging er unter der Intendanz von Sewan Latchinian als Dramaturg, Regisseur und Autor an die Neue Bühne Senftenberg. Neben zahlreichen Uraufführungen inszenierte er dort auch moderne Klassiker.Eick’s Inszenierungen und Stücke wurden mehr-fach ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2007/ 2008 ist Jürgen Eick Gründungsin-tendant des Theaters der Stadt Ansbach.


Die Arbeitsfelder sind: Künstlerische Leitung, betriebswirtschaftliche Führung des Theaterzweiges, Stückeschreiben, Inszenieren, Dramaturgie, allgemeine Organisation…


Für die künstlerische Arbeit Eick’s gibt es in Ansbach bereits etliche erfolgrei-che Beispiele und Theateraufführungen. Bis Ende 2009 hat er bereits 24 Pre-mieren herausgebracht. Zuletzt die Uraufführung (am 19. März 2010) des „Alexander der letzte Markgraf", eines Dramas von Gerd Scherm über den letzten Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth, der am 5. Jan. 1806 auf Schloss Benham in der englischen Grafschaft Berkshire kurz vor sei-nem 70. Geburtstag starb. Hier hat Jürgen Eick u.a. die Regie übernommen und im Stück für die Region historisch wichtige Ereignisse und Erkenntnisse aufgearbeitet.


Jürgen Eick beschreibt seine Arbeitsziele als Intendant und moderner Kulturanbieter auch folgendermaßen: „Das Theater Ansbach lebt für den Moment der Vorstellung. Um Schauspie-lern und Musikern die Möglichkeit zu geben, uns den Spiegel durch ihre Kunst vorzuhalten, gibt es Theater- und Konzertsäle. Nicht als Selbstzweck und nicht um Verwaltungen am Laufen zu halten……"


Diese Info zu Jürgen Eick als PDF-Download erhalten Sie hier.


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